Friedens- und Konfliktforschung
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Prof. Dr. Christoph Weller at the 19th Pan-European Conference on International Relations in Lisbon

„Societal Peace: A Conflict-Theoretical Conceptualisation“ ist der Titel des von Christoph Weller in der Session „The Everyday Architecture of Peace“ bei der Konferenz der European International Studies Association (EISA) am 1. bis 4. September 2026 in Lissabon präsentierten Papiers

„Societal Peace: A Conflict-Theoretical Conceptualisation“ ist der Titel des von Christoph Weller in der Session „The Everyday Architecture of Peace“ bei der Konferenz der European International Studies Association (EISA) am 1. bis 4. September 2026 in Lissabon präsentierten Papiers. Es baut auf Wellers jüngsten Arbeiten zur Transdisziplinarität in der Friedens- und Konfliktforschung, zu Partizipativer Konfliktforschung und zu „Gesellschaftlichem Frieden“auf.

Abstract:

Societal Peace: A Conflict-Theoretical Conceptualisation

The paper explains a scientific understanding of "societal peace“ ("Gesellschaftlicher Frieden") based on theories of social conflict. This concept goes beyond the traditional idea of peace and conflict research, in which peace is understood as the opposite of violence. Instead, it focuses primarily on practice-oriented questions that are becoming more pressing than ever as socio-political disputes become more radicalised and the danger of escalation in social conflicts increases. The term "peace" is generally associated with greater expectations than just the absence of war. Thus, "societal peace" can also be expected to protect society from the escalation of its conflicts. Because the state's monopoly on the legitimate use of force plays an important role in this, the understanding of „societal peace" cannot be primarily based on the absence of violence. Instead, a way of dealing with socio-political conflicts that prevents conflict escalation is of central importance. The prevention of conflict escalation in daily social coexistence is at the centre of this conflict-theoretical consideration of "societal peace".

19.08.2026
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Vielfältige Veranstaltungen des Transferzentrums Frieden Augsburg im Friedensfestprogramm 2026

Das diesjährige Rahmenprogramm zum Augsburger Hohen Friedensfest stand unter dem Motto „UN_SICHERHEIT“, wozu das Transferzentrum Frieden Augsburg mehrere Veranstaltungsangebote machte: Die Workshop-Reihe „Mit Unsicherheiten umgehen durch konstruktive Konfliktbearbeitung“, eine Friedensstadt-Führung und eine Veranstaltung zur Friedenslogik

Den Auftakt machte am Nachmittag der Programmeröffnung die Friedensstadt-Führung „Neue Blickwinkel auf Frieden in Augsburg“, bei der sich Christoph Weller mit den Teilnehmenden der Stadt-Führung auf die Suche nach Friedensorten in der Augsburger Innenstadt machte: An welchen Frieden erinnern der Augustus-Brunnen, der wiedererrichtete Ost-Chor der Barfüßer-Kirche, das Brecht-Haus, Stolpersteine und Erinnerungsbänder, das Zeughaus, der Annahof, der „Engel der Kulturen“ auf dem Martin-Luther-Platz oder die Welser-Tafel, die eine Ergänzungstafel mit Friedensbezügen bekommen sollte? Bei den interessanten Gesprächen auf dem Rundgang wurde deutlich, dass Frieden als Ziel überall große Anerkennung genießt, die Wege zum Frieden aber vielfach umstritten sind. In dieser Umstrittenheit lässt sich Frieden auch als Prozess verstehen, der sich verwirklichen lässt durch Konstruktive Konfliktbearbeitung für mehr Gerechtigkeit und weniger Gewalt.

Um das Konzept der Konstruktiven Konfliktbearbeitung kennenzulernen und einzuüben, bot das Transferzentrum Frieden drei Workshops in der Reihe "Mit Unsicherheiten umgehen durch konstruktive Konfliktbearbeitung“ an. Die Workshops widmeten sich der Frage, wie Konflikte im Alltag konstruktiv bearbeitet und Unsicherheiten im Umgang mit ihnen reduziert werden können.

Den Auftakt gestaltete Prof. Dr. Christoph Weller mit einem Workshop zur Analyse und zum Verständnis von Konflikten. Im Mittelpunkt standen Tools zur Konfliktanalyse und Konfliktbearbeitung, mit deren Hilfe Konflikte im Alltag besser verstanden und konstruktiver bearbeitet werden können.

Im zweiten Workshop beleuchteten Martin Jank, Sylke Schlenker-Wambach und Wolfgang Kindler, Mediator*innen bei der Konfliktkiste e. V., Konflikte als Beziehung zwischen Menschen. Die Teilnehmenden setzten sich mit Methoden des aktiven Zuhörens, dem Perspektivwechsel sowie system- und ressourcenorientierten Fragetechniken auseinander und erprobten deren Anwendung in praktischen Übungen.

Der dritte Workshop widmete sich gesellschaftlich polarisierenden Konflikten, die im Alltag und in zwischenmenschlichen Begegnungen spürbar werden. Mitarbeiter*innen der Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik München (AGFP) zeigten durch spielerische Methoden auf, wie zugeschriebene Gruppenzugehörigkeiten wirken und welche Eigenschaften und Voraussetzungen es benötigt, um mit polarisierenden Konflikten auf konstruktive Weise umzugehen.

Die Workshopreihe wurde gemeinsam mit dem Ev. Forum Annahof veranstaltet und war vollständig ausgebucht. Die hohe Nachfrage unterstreicht den Bedarf an praxisnahen Angeboten zur Stärkung von Konflikt- und Kommunikationskompetenzen sowie das große Interesse an einem konstruktiven Umgang mit gesellschaftlichen und persönlichen Konflikten und Unsicherheiten.

Ein weiterer Workshop mit dem Titel „(Un-)Sicherheit für wen? Friedenslogik und Sicherheitslogik kritisch reflektieren“ setzte sich mit diesen beiden Konzepten auseinander. Nach einer Einführung in die theoretischen Grundlagen der Friedens- und Sicherheitslogik analysierten die Teilnehmenden in Kleingruppen zwei aktuelle internationale Konflikte und entwickelten friedenslogische Handlungsalternativen. Diese Veranstaltung entstand in Kooperation mit dem Evangelischen Forum Annahof, dem Büro für Kommunale Prävention der Stadt Augsburg sowie der Technischen Hochschule Augsburg und wurde von Sandra Klaft (Peace for Future) geleitet.

Neben den Veranstaltungen am 8. August und der Augsburger Friedenstafel auf dem Rathausplatz ist der Feiertag zum Augsburger Friedensfest auch eine wichtige Erinnerung, in den allseitigen Bemühungen um internationalen und um gesellschaftlichen Frieden nicht nachzulassen, insbesondere in der Friedensstadt Augsburg!

06.08.2026
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Lisa Maichle wurde mit ihrer Dissertation „Lasst Waffen sprechen!“ promoviert

Im Mittelpunkt dieser Dissertation steht die Analyse parlamentarischer Deutungskämpfe im Kontext der deutschen Debatte über die Beschaffung bewaffneter Drohnen für die Bundeswehr und die Fragestellung, mithilfe welcher Topoi und Diskursstrategien diese Entscheidung ermöglicht wurde.

Im Mittelpunkt der Dissertation „Lasst Waffen sprechen!“ steht die Analyse parlamentarischer Deutungskämpfe im Kontext der deutschen Debatte über die Beschaffung bewaffneter Drohnen für die Bundeswehr. Entlang der Fragestellung, mithilfe welcher Topoi und Diskursstrategien es möglich wurde, dass politische Entscheidungsträger*innen diese Beschaffungsentscheidung treffen konnten, galt das Forschungsinteresse von Lisa Maichle den diskursiv etablierten Bedeutungszuschreibungen im Kontext dieser spezifischen Militärtechnologie.

Die (militär-) technologischen Entwicklungen innerhalb der letzten Jahrzehnte hin zu einer „vernetzten Kriegsführung“ (Network Centric Warfare, NCW) haben zu neuen beziehungsweise veränderten Einsatzmöglichkeiten von militärischem Gerät und Waffen geführt. Unbemannte bewaffnete Luftfahrzeuge, umgangssprachlich bewaffnete Drohnen, gelten dabei als exemplarisch für diese „moderne“ Art der Kriegsführung. Obgleich diese Entwicklungen von Beginn an eine Vielzahl offener, beispielsweise ethischer Fragen mit sich brachte, findet weltweit eine ungebremste Proliferation dieser Systeme statt. Auch Deutschland hat sich bereits im Jahr 2018 für eine Beschaffung von MALE-Drohnen (MALE = Medium Altitude Long Endurance) entschieden. Doch wodurch erschien eine Beschaffung unbemannter bewaffneter Luftfahrzeuge für eine politische Mehrheit im Bundestag eigentlich trotz aller damit verbundenen Risiken als eine sinnvolle, erstrebenswerte politische Option? Wie wurde es möglich, dass das deutsche Parlament aller Bedenken zum Trotz die Beschaffung von unbemannten bewaffneten Luftfahrzeugen beschließen konnte? An diesem Punkt setzt dieses Projekt an, nicht jedoch, indem es nach dem klassischen „Warum“ und damit nach der Erklärung möglicher Ursachen und Gründe für eine Rüstungsbeschaffung fragt. Stattdessen zielt die Untersuchung darauf ab, anhand eines rekonstruktiven Vorgehens die Art und Weise, „wie“ eine neue Waffe Streitkräften in demokratischen Staaten verfügbar gemacht wird, nachzuzeichnen. Damit wird die Aufmerksamkeit im Rahmen des Promotionsprojektes auf die diskursive, d.h. im Diskurs sprachlich entstehende (Bedeutungs-) Dimension von unbemannten bewaffneten Luftfahrzeugen im Kontext der deutschen Beschaffungsentscheidung gelenkt.

Sprache als Konstruktionswerkzeug der sozialen und damit zwingend auch der politischen Wirklichkeit sowie das Argumentieren als demokratische Praxis nehmen so einen besonders hohen Stellenwert bei der Analyse ein. Das Erkenntnisinteresse zielt demnach auf die sprachlich etablierten Perspektiven politischer Entscheidungsträger*innen und die sich darin spiegelnden Wirklichkeitsvorstellungen respektive die darin enthaltenen, verstehensrelevanten Wissensbestände in Bezug auf bewaffnete MALE-Drohnen. Als Datengrundlage dienten in erster Linie Plenarprotokolle, die einer diskurstheoretisch inspirierten Toposanalyse unterzogen wurden. Darüber hinaus flossen kleine und große Anfragen inklusive Antworten der Bundesregierung, schriftliche Anfragen inklusive Antworten der Bundesregierung, einschlägige Anträge sowie ergänzende parlamentarische Dokumente in die Auswertung mit ein. Der Untersuchungszeitraum umfasst insgesamt zehn Jahre und erstreckt sich vom Jahr 2009 bis ins Jahr 2018. Im Rahmen der Dissertation werden anhand des gewählten Vorgehens die im analysierten Diskurs kommunizierten sicherheitspolitischen wie auch technischen Selbstverständlichkeiten in Frage gestellt. Dies ermöglicht exemplarisch in einem deutschen Kontext einen erweiterten Blick auf die Drohnentechnologie und auf die legitimatorische Vorgehensweise bei deren Beschaffung.

31.07.2026
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Zehnte Peace Summer School in der Friedensstadt Augsburg

Im Sommer 2017 veranstaltete der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschungder Universität Augsburg die erste Peace Summer School in Augsburg. Diese entwickelte sich zu einem sehr erfolgreichen Projekt und wird seitdem jährlich vom Alumni-Verein ASKA e.V. gemeinsam mit dem Transferzentrum Frieden Augsburg durchgeführt, 2026 zum zehnten Mal.

In diesem Jahr fand die Peace Summer School unter dem Motto „Frieden gemeinsam selber machen“ vom 17. bis 19. Juli statt, eröffnet durch einen Diskussionsabend mit Gilda Sahebi zum Thema „Verbindung durch Frieden - Frieden durch Verbindung?“, und brachte ab Samstag über 40 Teilnehmende zusammen, die sich in vier Workshops mit unterschiedlichen Aspekten des Themas intensiv auseinandersetzten. Bei den Augsburger Peace Summer Schools steht nicht akademisches Expert:innenwissen im Vordergrund, sondern vor allem kollektives Lernen und gemeinsames Handeln, um Beiträge zu mehr Frieden leisten zu können. Die Themen der Peace Summer School in den vergangenen Jahren waren u.a.

  • Intersektionalität erleben - Gesellschaft gestalten
  • Konfliktokratie - über Konflikt und Demokratie sprechen
  • Konflikt schafft Kunst - Kunst schafft Konflikt
  • Zusammenhalt und Konflikt - ein spannendes Verhältnis
  • Anfangen, Utopien zu leben
  • Frieden verstehen - Konflikte gestalten

Die Augsburger Peace Summer Schools werden konzipiert, vorbereitet und durchgeführt vom Verein „Alumni und Studierende der Konfliktforschung Augsburg e.V.“ (ASKA) in Kooperation mit dem Transferzentrum Frieden Augsburg und dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg. Sie erhalten finanzielle Unterstützung u.a. durch die Stadt Augsburg und finden in Kooperation mit dem Ev. Forum Annahof statt.

Der Verein ASKA wurde 2011 von Alumni des MA-Studiengangs „Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung“ der Philsophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg gegründet, um eine starke Vernetzung von Studierenden, Lehrenden und Alumnis zu schaffen und als Verein eigene Projekte zur intensiveren Verbindung zwischen Universität und Stadtgesellschaft umsetzen zu können. Gemeinsam mit dem Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA), einer gemeinsamen Einrichtung von Universität und Friedensstadt Augsburg, finden zahlreiche Veranstaltungen statt, um den Transfer der Expertise der Friedens- und Konfliktforschung in die Stadtgesellschaft zu intensivieren und entsprechende Angebote zu machen.

28.07.2026
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Mit Unsicherheiten umgehen durch konstruktive Konfliktbearbeitung – TFA-Workshopreihe

Auch in diesem Jahr bietet das Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA) im Rahmen des Friedensfestprogramms eine praxisorientierte Workshopreihe zur Bearbeitung von Konflikten im Alltag an, am 27.07., 03.08. und 05.08. jeweils von 17 - 20 Uhr im Hollbau, Annahof 4.

Konflikte gehören zu unserem Alltag – und bringen nicht selten auch Momente von Unsicherheit mit sich. Manchmal wissen wir nicht genau, wie wir ein Thema ansprechen sollen, manchmal treffen wir auf Reaktionen, mit denen wir nicht gerechnet haben. Solche Situationen fordern uns heraus und können das Gefühl von Sicherheit ins Wanken bringen. Gleichzeitig eröffnen sie aber auch die Möglichkeit, genauer hinzuschauen und neue Wege im Umgang mit Konflikten zu finden.

Eine konstruktive Bearbeitung von Konflikten kann dazu beitragen, handlungsfähig zu bleiben und schwierige Situationen nicht sich selbst zu überlassen, sondern aktiv und möglichst konstruktiv zu gestalten. Hierfür gibt es verschiedene Zugänge und Werkzeuge.

Das Transferzentrum Frieden Augsburg trägt mit seinen Veranstaltungen zum Transfer der Expertise der Friedens- und Konfliktforschung in die Praxisfelder der Friedensstadt Augsburg bei. Die Workshopreihe zur Bearbeitung von Konflikten im Alltag wird in Kooperation mit dem Evangelischen Forum Annahof angeboten. In drei interaktiven Workshops lernen die Teilnehmenden unterschiedliche Herangehensweisen konstruktiver Konfliktbearbeitung kennen und erproben gemeinsam praktische Ansätze für einen bewussteren Umgang mit Konflikten im Alltag.

Workshop 1: Differenzen verunsichern, Konfliktbearbeitung gibt Sicherheit: Einführung in das Konzept konstruktiver Konfliktbearbeitung
Montag, 27. Juli 2026, 17:00-20:00 Uhr (Prof. Dr. Christoph Weller, Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg)

Workshop 2: Keine Scheu vor der Konfliktbeziehung – Werkzeuge zur Überwindung
Montag, 3. August 2026, 17:00 – 20:00 Uhr (Martin Jank & Dr. Sylke Schlenker-Wambach, Konfliktkiste Augsburg)

Workshop 3: Umgang mit polarisierenden Konflikten
Mittwoch, 5. August 2026, 17:00 – 20:00 (Mitarbeiter*innen der Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik München)

Weitere Informationen zu den Workshop-Inhalten sowie Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier: https://eveeno.com/Konfliktbearbeitung.

Eine Anmeldung ist erforderlich, die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Die Teilnahme ist kostenfrei, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Es besteht die Möglichkeit, sich entweder für einzelne Workshops oder für die gesamte Workshopreihe anzumelden, je nach persönlichem Interesse. Die Veranstaltungen finden alle im Ernst-Troeltsch-Raum des Hollbaus, Annahof 4 in Augsburg statt.

27.07.2026
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Peace Transfer Center Augsburg erfährt internationale Aufmerksamkeit

Das Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) veröffentlichte zentrale Erkenntnisse einer Veranstaltung der UN Peacebuilding Week in New York, bei der Prof. Christoph Weller das Transferzentrum Frieden Augsburg als innovative Einrichtung der lokalen Friedensförderung zur Stärkung demokratischer Resilienz präsentierte.

Im Rahmen der ersten UN Peacebuilding Week in New York veranstaltete das Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) gemeinsam mit der Ständigen Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen ein Side Event zur Rolle lokaler Friedensförderung. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie lokale Partnerschaften nationale Präventionsstrategien stärken und internationale Politikgestaltung bereichern können. Grundlage der Diskussion mit internationalen Expert:innen war das Compendium of Good Practice and Innovative Peacebuilding Approaches at the Local Level 2025, das Beispiele erfolgreicher lokaler Friedensförderung aus verschiedenen Regionen zusammenführt und u.a. auch das Transferzentrum Frieden Augsburg verzeichnet.

Unter dem Titel „Strengthening Peacebuilding Partnerships at Local and National Levels in Conflict-Affected and Non-Conflict Settings“ diskutierten am 26. Juni 2026 Vertreter:innen aus Politik, Praxis und Wissenschaft über die Bedeutung lokaler Friedensförderung für nachhaltige Prävention. Die Veranstaltung fand vor dem Hintergrund der ersten UN Peacebuilding Week statt. Sowohl der Pact for the Future als auch die aktuelle Überprüfung der UN Peacebuilding Architecture (Peacebuilding Architecture Review, PBAR) betonen die Bedeutung von Prävention, lokal geführten Friedensprozessen und nationaler Eigenverantwortung für nachhaltigen Frieden.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung in New York stand die Frage, wie erfolgreiche lokale Friedensinitiativen zur Stärkung demokratischer Resilienz, des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Prävention von Konflikteskalation beitragen und sich bewährte Ansätze auf andere Kontexte übertragen und durch starke Partnerschaften weiterentwickeln lassen – sowohl in Konfliktkontexten als auch in stabileren Gesellschaften.

Zu den eingeladenen internationalen Expert:innen gehörten u.a. Prof. Dr. Christoph Weller (Universität Augsburg), Mir Mubashir (Berghof Foundation) und Lauren McGowan (International Peace Institute). Das Side Event wurde gemeinsam mit der Ständigen Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen ausgerichtet und die Veranstaltung machte deutlich: Damit die Ziele der aktuellen Reformen der UN-Friedensarchitektur Wirkung entfalten können, braucht es einen kontinuierlichen Austausch zwischen lokalen Akteur:innen, nationalen Entscheidungsträger:innen und internationalen Organisationen. Lokale Friedensförderung ist dabei ein zentraler Baustein wirksamer Prävention.

24.07.2026
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Neue Blickwinkel auf Frieden in Augsburg - eine Friedensstadt-Führung des Transferzentrums Frieden

Bei dieser Stadtführung besuchen wir Orte in der Augsburger Innenstadt, die etwas zum Frieden zu sagen haben. Im Rahmen des Friedensfest-Programms 2026 bietet das Transferzentrum Frieden Augsburg eine Friedensstadt-Führung mit selten erzählten Geschichten und Perspektiven auf die Friedensstadt Augsburg

An welchen Orten der Innenstadt lässt sich die Friedensstadt Augsburg entdecken? Bei der Friedensstadt-Führung des Transferzentrums Frieden Augsburg besuchen wir Orte, die etwas zum Frieden zu sagen haben. Diese Friedensstadt-Führung des Transferzentrums Frieden wird erstmalig im Rahmen des Friedensfest-Programms 2026 angeboten und bietet neue Blickwinkel auf Frieden und die Friedensstadt Augsburg.

Augsburg ist "Friedensstadt", aber was bedeutet das eigentlich und welche Spuren finden wir dazu in der Stadt? Wir gehen gemeinsam auf Spurensuche und besuchen Orte in der Augsburger Innenstadt, an denen Erzählungen über Frieden und Unfrieden sichtbar werden. Wie wirken diese Geschichten bis heute? Neben bekannten Bezügen wie dem "Augsburger Religionsfrieden" oder dem Hohen Friedensfest öffnen wir auch Raum für weniger erzählte, machtkritische und postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt. Ein Angebot für alle, die Augsburg aus neuen Blickwinkeln kennenlernen möchten!

Bei Interesse an weiteren Friedensstadt-Führungen, wenden Sie sich gerne an das Transferzentrum Frieden Augsburg unter: transferzentrum.frieden@phil.uni-augsburg.de

23.07.2026
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Deutungskämpfe-Debatte mit Christoph Weller wird an der Freien Universität Berlin weitergeführt

Mit seiner Replik auf Christoph Wellers Aufsatz „ Deutungskämpfe: Begriffe, Konzept, Bearbeitung“ hatte der Leiter des Arbeitsbereichs Friedens- und Konfliktforschung am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft und Vizepräsident der FU Berlin, Prof. Dr. Sven Chojnacki eine Debatte in der „Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung“ zur Analyse und Praxis der aktuellen friedenspolitischen Auseinandersetzungen eingeleitet, die am 10. Juli an der FU Berlin fortgeführt wird.

Zugleich mit dem Aufsatz „Deutungskämpfe: Begriffe, Konzept, Bearbeitung“von Christoph Weller war in Heft 2/2025 der „Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung" (ZeFKo) die Replik „Feldgebundene Deutungskämpfe: Strukturelle Analyse und reflexive Praxis“ von Sven Chojnacki erschienen. Darin nimmt er bezogen auf aktuelle Deutungskämpfe die Perspektive involvierter Hochschulakteur*innen ein und kritisiert, dass Wellers konflikttheoretische Konzeptualisierung von Deutungskämpfen "das Potenzial einer systematischen Verknüpfung diskursiver und strukturell-materieller Konditionierungen“ nicht ausschöpft und „die konkreten Mechanismen, über die hegemoniale Deutungsmuster stabilisiert oder verschoben werden, sowie deren institutionelle Einbettung in Macht- und Ressourcenverhältnisse“ untertheoretisiert bleiben (Chojnacki 2025: 336).

Im Rahmen des Seminars „Performative Ansätze der Friedens- und Konfliktforschung“ an der FU Berlin setzen Chojnacki und Weller am 10. Juli 2026 in Berlin die Debatte über Deutungskämpfe und das analytische Potenzial ihrer Konzeptualisierungen fort.

07.07.2026
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Eröffnung des Friedensfestprogramms: "Demokratische Sicherheit heute - und ihr Verhältnis zum Frieden"

Zu dieser Themenstellung referiert die Hamburger Friedens- und Konfliktforscherin Dr. Hanna Pfeifer am 24. Juli um 19 Uhr in der Kresslesmühle zur Eröffnung des Kulturprogramms zum Augsburger Hohen Friedensfest 2026 mit dem Thema „UN_SICHERHEIT“

Ausgewählte Veranstaltungen des Friedensfestprogramms

    1. Juli, 19:30 Uhr: "Verbindung durch Frieden - Frieden durch Verbindung?" Diskussionsabend mit Gilda Sahebi zur Eröffnung der 10. Peace Summer School
  • 18./19. Juli: „Frieden gemeinsam selber machen!“. 10. Peace Summer School mit sechs Workshops
    1. Juli, 16 Uhr: „Neue Blickwinkel auf Frieden in Augsburg“. Friedensstadt-Führung mit Prof. Christoph Weller
    1. Juli, 19 Uhr: Demokratische Sicherheit heute - und ihr Verhältnis zum Frieden“. Impulsvortrag von Dr. Hanna Pfeifer und moderiertes Gespräch
    1. Juli, 17 Uhr: „Differenzen verunsichern, Konfliktbearbeitung gibt Sicherheit: Einführung in das Konzept konstruktiver Konfliktbearbeitung“. Workshop
    1. Juli, 17:30 Uhr: „(Un-)Sicherheit für wen? Friedenslogik und Sicherheitslogik kritisch reflektieren“. Workshop
    1. August, 17 Uhr: „Keine Scheu vor der Konfliktbeziehung - Werkzeuge zur Überwindung“. Workshop (Eintritt frei, Anmeldung erforderlich)
    1. August, 17 Uhr: „Umgang mit polarisierenden Konflikten“. Workshop (Eintritt frei, Anmeldung erforderlich)

Zum Thema des Friedensfests 2026

Das diesjährige Kulturprogramm zum Hohen Friedensfest lädt unter dem Motto UN_SICHERHEIT dazu ein, über eine Frage nachzudenken, die unsere Gesellschaft zunehmend beschäftigt: Wie schaffen wir Sicherheiten mit Zukunft für alle?

Sicherheit ist darauf ausgerichtet, zu bewahren. Wir wollen schützen, was ist, was wir haben, was wir sind. Veränderungen, Umbrüche und Krisen lösen Unsicherheit aus.Wenn plötzlich nicht mehr sicher ist, was lange als sicher galt, regt sich das Bedürfnis nach Sicherheit.
Sicherheit ist aber auch ein Ergebnis und Instrument der Macht: Wer oder was gilt überhaupt als sicherungswürdig oder als sicherheitsbedürftig? Was gilt als Gefahr für wessen Sicherheit? Welche Maßnahmen zur vermeintlichen Herstellung von Sicherheit sind angemessen? Wer wird überhaupt geschützt? Wer nicht? Und von wem? Wo liegen die Grenzen der Sicherheit? Und wo beginnt ihr Missbrauch? Alle diese Fragen sind umkämpft und Gegenstand politischer Aushandlung.

An 16 Tagen erwarten Sie 81 Veranstaltungen an 42 Orten in Augsburg – gestaltet gemeinsam mit über 60 Partner*innen. Das Programm eröffnet vielfältige Perspektiven auf Sicherheit und Unsicherheit, auf Schutz und Freiheit, auf Macht, Verantwortung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Freuen Sie sich auf Lesungen, Diskussionen, Theateraufführungen, Konzerte, Ausstellungen, Workshops, Performances und zahlreiche Gelegenheiten zur Begegnung und zum Austausch. Gemeinsam möchten wir Gewissheiten hinterfragen, neue Blickwinkel kennenlernen und darüber ins Gespräch kommen, was Sicherheit heute bedeutet – und für wen.

Entdecken Sie das vollständige Programm auf der Website sowie in gedruckter Form bei der Bürger- und Tourist-Information am Rathausplatz und an vielen anderen Orten in der Stadt.

02.07.2026
Bild zu Zukunft für Israelis und Palästinenser in Würde und Sicherheit - Veranstaltung mit Jeremy Milgrom

Zukunft für Israelis und Palästinenser in Würde und Sicherheit - Veranstaltung mit Jeremy Milgrom

Der Reformrabbiner und Friedensaktivist Jeremy Milgrom berichtet über seine aktuellen Erfahrungen in Israel. Er zeigt Wege auf, wie Israelis und Palästinenser gleichberechtigt zusammen leben können und wie dies gewaltfrei und mit zivilem Ungehorsam gegen Unrecht und Waffengewalt gelingen kann. Veranstaltung am Donnerstag, 9. Juli um 19 Uhr.

Auf Einladung von pax christi Augsburg berichtet der Reformrabbiner und Friedensaktivist Jeremy Milgrom in Augsburg über seine aktuellen Erfahrungen in Israel. Er lebt zwischen Jerusalem und Tel Aviv und zeigt Wege auf, wie Israelis und Palästinenser gleichberechtigt zusammen leben können und wie dies gewaltfrei und mit zivilem Ungehorsam gegen Unrecht und Waffengewalt gelingen kann.

Veranstaltung in Kooperation mit dem Transferzentrum Frieden Augsburg am Donnerstag, 9. Juli um 19 Uhr im Moritzsaal, Moritzplatz 5, Eintritt frei.

Jeremy Milgrom ist Mitbegründer der Rabbis for Human Rights (1988) und Mitglied bei Clergy for Peace (»Geistliche für den Frieden«), die sich gegen Menschenrechtsverletzungen in Israel und den besetzten Gebieten stark macht. Es geht ihm darum, Rechte von Minderheiten in Israel sowie von Palästinensern in den besetzten Gebieten zu schützen und eklatante Verletzungen der Grundrechte zu verhindern. Ihn trägt die Überzeugung, dass Gerechtigkeit für alle fest in der jüdischen Tradition und in der rabbinischen Lehre verwurzelt ist. Durch ihr Dasein und ihre Aktionen, wie die Unterstützung palästinensischer Bauern bei der Olivenernte, versuchen die Rabies for Human rights auch Druck auf politische Entscheidungsträger auszuüben, um die Wahrung der Menschenrechte zu gewährleisten, was aber bei der jetzigen Regierung fast nicht mehr möglich ist.

Milgrom, ein Rabbiner, ein Lehrer des Judentums, hat den Traum von einem Land, in dem Menschen mit unterschiedlicher Herkunft friedlich zusammenleben können. Die Palästinenser haben das gleiche ererbte Recht auf ihre Heimat wie die Israeliten, es muss möglich sein, dass Israeliten und Palästinenser in einem binationalen Staat gleichberechtigt zusammenleben. Milgrom zeigt Wege, wie dies gewaltlos und mit zivilem Ungehorsam gegen Unrecht und Waffengewalt gelingen kann. Seine Erfahrungen mit Christen und Muslimen mitten in Jerusalem sind anders als die offizielle Meinung im israelischen Staat.

Für Milgrom ist nicht die Bibel selbst das Problem, sondern ihre Verbindung mit einem Kontext aus Angst und Nationalismus. „1800 Jahre lang hatten die Juden keine Armeen oder Instrumente organisierter Gewalt. Die praktische Tradition war eine Tradition der Gewaltlosigkeit. Mit dem Nationalismus werfen wir in einem Konfliktkontext unsere Geschichte der Gewaltlosigkeit über Bord und suchen in den Texten nach theologischen Rechtfertigungen für Gewalt.

“Die Tradition des Judentums erinnert daran, dass Frieden kein Geschenk ist, das uns fertig serviert wird, sondern etwas, das wir suchen und aufbauen müssen. Anerkennung der Existenz von Palästinensern muss ein Schritt, wenn auch ein fragiler, in Richtung einer Zukunft sein, in der Israelis und Palästinenser Seite an Seite leben können, jeder in Würde, jeder in Sicherheit, jeder in Frieden.

01.07.2026
Bild zu "Verbindung durch Frieden - Frieden durch Verbindung?" Ein Diskussionsabend mit Gilda Sahebi

"Verbindung durch Frieden - Frieden durch Verbindung?" Ein Diskussionsabend mit Gilda Sahebi

Die diesjährige veranstaltet vom ASKA - Alumni und Studierende der Konfliktforschung Augsburg e.V. und dem Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA), wird eröffnet mit einem öffentlichen Diskussionsabend mit der Autorin und Journalistin Gilda Sahebi, am 17. Juli um 19:30 Uhr im Augustana-Saal des Annahofs.

Die diesjährige veranstaltet vom ASKA - Alumni und Studierende der Konfliktforschung Augsburg e.V. und dem Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA), wird eröffnet mit einem öffentlichen Diskussionsabend mit der Autorin und Journalistin Gilda Sahebi, am 17. Juli um 19:30 Uhr im Augustana-Saal des Annahofs.

Frieden und Spaltung sind keine abstrakten Zustände, sondern Erzählungen, die uns täglich begegnen: in den Medien, in Gesprächen, in uns selbst. Aber wer profitiert von welchen Erzählungen? Und wie können wir uns dem Polarisierungsspiel entziehen, ohne uns zu entpolitisieren? Diese Fragen nimmt Gilda Sahebi bei diesem Diskussionsabend gemeinsam mit der Stadtgesellschaft in den Blick.

Die Veranstaltung ist Teil der 10. Peace Summer School Augsburg, die vom 17. bis 19. Juli 2026 stattfindet. Der Eintritt zum Diskussionsabend ist frei und steht allen Interessierten offen - unabhängig von einer Teilnahme an der Peace Summer School.

Das vollständige Programm der diesjährigen Peace Summer School finden Sie hier: Peace Summer School 2026

01.07.2026
Bild zu Transferzentrum Frieden presented at the UN Peacebuilding Week 2026 in New York

Transferzentrum Frieden presented at the UN Peacebuilding Week 2026 in New York

The Permanent Mission of the Federal Republic of Germany to the United Nations and the Center for International Peace Operations (ZIF) present examples of peacebuilding experiences at the local level, i.a. the Peace Transfer Center (Transferzentrum Frieden Augsburg).

The Side Event "Strengthening Peacebuilding Partnerships at Local and National Levels in Conflict-Affected and Non-Conflict Settings“ to the UN Peacebuilding Week 2026 on June 26th will explore engagement and partnerships at the local level by showcasing practical examples featured in the 2025 "Compendium of Good Practice and Innovative Peacebuilding Approaches at the Local Level", initiated by the Center for International Peace Operations (ZIF) and with contributions from the Berlin Peacebuilding Community of Practice and its implementing partners. The Peace Transfer Center (Transferzentrum Frieden Augsburg) is one of the examples presented in the "Compendium of Good Practice and Innovative Peacebuilding Approaches at the Local Level“.

These examples serve to illustrate how peacebuilding experiences at the local level contribute to national conflict prevention, democratic resilience, and social cohesion across both conflict-affected and non-conflict settings. There is a real opportunity to learn from these experiences to help target interventions and support local peacebuilders, increase impact of peacebuilding efforts by exploring how to scale proven local approaches, and reinforce partnerships at all levels. Through these examples Member States will be able to unpack how to expand partnerships with local peacebuilders.

The event serves as a platform for exchange among Member States and practitioners on how partnerships can support the development of effective and context-sensitive national prevention strategies. Taking full advantage of existing partnerships at all levels is essential to promote sustainable peace in all societies facing polarization, exclusion, disinformation, identity-based tensions, democratic fragility, climate-related pressures, or social fragmentation. The Peace Transfer Center (PTC) will be presented by Prof. Christoph Weller, University of Augsburg, after the Opening Remarks of Katharina Ahrendts, Director-General for Global Order, United Nations and Humanitarian Assistance at the German Federal Foreign Office.

Objectives: By showcasing concrete, practical examples, the side event aims to:

  • Highlight how locally-rooted peacebuilding approaches contribute to national conflict prevention, democratic resilience, and social cohesion across both conflict-affected and non-conflict settings.
  • lllustrate how partnerships between local actors, civil society, municipalities, researchers, governments, and international organizations can collectively strengthen prevention capacities and support sustainable peace.
  • Serve as a platform for exchange among Member States and practitioners on transferable lessons and partnership models that can support the development and implementation of national prevention strategies.
  • Examine how local peace infrastructures, dialogue mechanisms, and inclusive participation processes can be scaled through partnerships across local, national, and international levels.
25.06.2026
Bild zu (Un-) Sicherheit für wen? Friedenslogik und Sicherheitslogik kritisch reflektieren

(Un-) Sicherheit für wen? Friedenslogik und Sicherheitslogik kritisch reflektieren

Zum Friedensfest-Motto „(Un-)Sicherheit“ lädt der Workshop dazu ein, politische Reaktionen auf Konflikte kritisch zu betrachten. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Kontrolle und Abschottung Sicherheit schaffen oder ob es friedenspolitische Perspektiven braucht, um Konfliktursachen zu bearbeiten.

Unsicherheit prägt gegenwärtige Erfahrungen auf vielen Ebenen: politisch, sozial, global und im Alltag. Kriege, gesellschaftliche Polarisierungen, ökologische Krisen und soziale Ungleichheiten verstärken das Gefühl, dass gewohnte Sicherheiten brüchig werden. Doch wie reagieren Gesellschaften auf Unsicherheit? Mit mehr Kontrolle, Abgrenzung und Abschottung oder mit einem genaueren Blick auf Konflikte, Gewaltverhältnisse und gerechtere Formen des Zusammenlebens?

Im Rahmen des Augsburger Friedensfests lädt das Transferzentrum Frieden Augsburg gemeinsam mit dem Evangelischen Forum Annahof, der Technischen Hochschule Augsburg und dem Büro für Kommunale Prävention zum Workshop „(Un-)Sicherheit für wen? Friedenslogik und Sicherheitslogik kritisch reflektieren“ ein. In Bezug auf das Friedensfest-Motto „Unsicherheit“ setzt sich der Workshop mit politischen und gesellschaftlichen Deutungen und Implikationen von Sicherheit auseinander.

Im Zentrum steht die Unterscheidung zwischen Sicherheitslogiken und Friedenslogiken: Während Sicherheitslogiken häufig auf Bedrohung, Kontrolle und Abwehr reagieren, fragt Friedenslogik danach, welche Konfliktursachen, Gewaltverhältnisse und Ungerechtigkeiten Unsicherheit hervorbringen und wie sie zivil, gerechtigkeitsorientiert und konfliktsensibel bearbeitet werden können. Der Workshop bietet Raum für gemeinsame Reflexion, Austausch und die Frage, welche friedenspolitischen Perspektiven im Umgang mit Unsicherheit heute notwendig sind.

Referentin des Workshops ist Sandra Klaft von Peace for Future. Sandra Klaft ist Projektleiterin und Referentin für Friedensbildung bei Peace for Future und Jugend-Referentin bei der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen (DFG-VK) Frankfurt. Zudem arbeitet sie freiberuflich als Trainerin und Beraterin im Bereich Frieden, Konflikttransformation und Gewaltfreie Kommunikation. Sie hat einen Master in Friedensforschung und internationaler Politik und ist ausgebildete Beraterin für gewaltfreie Konflikttransformation und soziale Bewegungen.

23.06.2026
Bild zu Tagung "Let’s Talk Peace: Zivile Konfliktbearbeitung in Umbruchzeiten neu denken“

Tagung "Let’s Talk Peace: Zivile Konfliktbearbeitung in Umbruchzeiten neu denken“

Als Experte transdisziplinärer Konfliktforschung und Sprecher des Arbeitskreises „Praxis und Wissenschaft“ der Plattform und der AFK ist Prof. Dr. Christoph Weller zur Tagung der Plattform Zivile Konflktbearbeitung eingeladen, um seinen Beitrag zur Strukturierung der zukünftigen Handlungsstrategien des Netzwerks zu leisten.

Über Frieden zu sprechen, ist schwieriger geworden. Der Begriff ist politisch umkämpft, öffentliche Debatten sind polarisiert, und zivile Perspektiven dringen oft nur noch schwer durch. Während Gewaltkonflikte zunehmen, geopolitische Machtpolitik multilaterale Kooperation zurückdrängt und autoritäre Kräfte an Einfluss gewinnen, geraten Krisenprävention, Zivile Konfliktbearbeitung und Friedensförderung zunehmend in die Defensive. Politisch, finanziell und kommunikativ.

Auch in Deutschland haben sich die Rahmenbedingungen spürbar verschärft. Haushaltsmittel werden gekürzt, institutionelle Strukturen geschwächt, politische Zugänge enger. Zugleich wird der Friedensbegriff im öffentlichen und politischen Raum immer häufiger vereinnahmt oder als wenig realitätstauglich zurückgewiesen. Gerade darin liegt eine zentrale Herausforderung für dieses Handlungsfeld: Es reicht nicht, gute fachliche Konzepte zu haben. Es kommt auch darauf an, wie über Frieden und Friedensförderung gesprochen wird. Mit Begriffen, Bildern und Narrativen gearbeitet wird und wie diese Perspektiven wieder stärker in politische, mediale und gesellschaftliche Debatten hineinwirken.

Die Tagung "Let’s talk Peace" setzt genau hier an. Sie bringt Perspektiven aus Praxis, Politik, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft zusammen und verbindet die Auseinandersetzung mit dem Friedensbegriff und seiner politischen Anschlussfähigkeit mit strategischer Kommunikation. Die Veranstaltung – eine Kooperation zwischen der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, der Ev. Akademie Loccum und der Ev. Akademie Villigst – kombiniert Austausch mit spannenden Gesprächspartner:innen, interaktive Workshopformate mit Nachdenklichkeitsrunden und bietet Raum für das Erlernen von neuen Skills und informelles Netzwerken.

Weitere Informationen finden Sie hier: LET’S TALK PEACE

18.06.2026
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„Praktiken des Friedens“: Veranstaltungsreihe des Transferzentrums Frieden erfolgreich gestartet

Mit Grußworten des Augsburger Oberbürgermeisters Dr. Florian Freund und von Universitäts-Vizepräsident Prof. Dr. Andreas Hartinger wurde die TFA-Reihe am 16.6. eröffnet: Es folgen drei Workshops im Rahmen der Peace Summer School (17.-19. Juli) und u.a. eine Veranstaltung zu Friedens-Praktiken in Israel

Die Veranstaltungsreihe „Praktiken des Friedens“ des Transferzentrums Frieden Augsburg (TFA) fragt danach, wie Frieden nicht nur als politisches Ziel oder wissenschaftlicher Begriff, sondern als alltägliche soziale Praxis verstanden, reflektiert und gestärkt werden kann. Darin werden wissenschaftliche Perspektiven der Friedens- und Konfliktforschung mit Erfahrungen aus kommunaler Praxis, Bildungsarbeit, Zivil- und Stadtgesellschaft verbunden. Im Zentrum stehen konkrete Friedenspraktiken: Zuhören, Aushandeln, solidarisches Handeln, diskriminierungskritische Reflexion, Konfliktbearbeitung und die gemeinsame Entwicklung von Handlungsmöglichkeiten in gesellschaftlich herausfordernden Situationen. Die Veranstaltungsreihe greift dabei Themen wie Antisemitismus, feministische Friedenspraxen, Wohnungslosigkeit, Macht und sexualisierte Gewalt auf und wird von der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF) finanziell gefördert.

Termine der Veranstaltungsreihe:

16.06.2026, 19 Uhr: „Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen“: Vorstellung des Friedensgutachtens 2026, S-Forum der Stadtbücherei

Die Veranstaltung vermittelt zentrale Analysen und Empfehlungen des aktuellen Friedensgutachtens in die Augsburger Stadtgesellschaft. Sie verbindet wissenschaftliche Expertise zu internationalen Konflikten mit einer moderierten Diskussion über friedenspolitische Handlungsmöglichkeiten und gesellschaftliche Verantwortung.

17.07.2026, 19:30 Uhr: “Frieden gemeinsam selber machen“. Auftakt-Abendveranstaltung der 10. Peace Summer School mit Gilda Sahebi, Augustanasaal, Im Annahof

18.07.2026, 9:15 Uhr: Workshop „Spect-Actors: Forumtheater als Praxis“. Veranstaltung im Rahmen der Peace Summer School, Argon Lounge Augsburg

Das interaktive Theaterformat, angelehnt an das Theater der Unterdrückten von Augusto Boal, macht Machtasymmetrien, Ungleichheit und Verantwortung erfahrbar. Durch performative und partizipative Methoden werden Alltagskonflikte auf die Bühne gebracht, eingefroren und dann gemeinsam verändert. Die Teilnehmenden reflektieren eigene Positionierungen, Handlungsmöglichkeiten und Grenzen friedensorientierter Praxis.

18.07.2026, 14: 30 Uhr: Workshop „Feministische Praktiken des Friedens“. Veranstaltung im Rahmen der Peace Summer School, Argon Lounge Augsburg

Der Workshop verbindet feministische Friedensperspektiven mit reflexiven Methoden. Ausgehend von Erfahrungen aus Alltag, Care, Körper, Arbeit, Konflikt und politischem Handeln wird gefragt, wie feministische Friedenspraxen entstehen, wo sie scheitern und wie sie bewusst gestärkt werden können.

19.07.2026, 9:15 Uhr: Workshop „Wohnen als Friedensfrage: Solidarität statt Konkurrenz“. Veranstaltung im Rahmen der Peace Summer School, Argon Lounge Augsburg

Der Workshop thematisiert Wohnungslosigkeit als Erfahrung struktureller Gewalt und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Im Mittelpunkt steht Selbstorganisation und Peerarbeit als solidarische Friedenspraxis: Frieden wird dort praktisch, wo Menschen sich zusammenschließen, Ausschlüsse sichtbar machen und Handlungsmacht zurückgewinnen

Oktober 2026: Friedenspraktiken in Israel und Palästina, mit „Combatants for Peace“ (Termin und Ort werden noch bekanntgegeben)

Die Veranstaltung bringt Perspektiven von Menschen ein, die sich aus gewaltvollen Konfliktkontexten heraus für Verständigung, Dialog und gewaltfreie Transformation einsetzen. Im Zentrum steht die Frage, wie Friedenspraxis unter Bedingungen massiver Gewalt, Polarisierung und politischer Blockaden möglich bleibt.

25.11.2026, 18 Uhr: Workshop „Sexualisierte Gewalt“, Hollbau, Im Annahof

Der Workshop widmet sich sexualisierter Gewalt als friedens- und konfliktrelevantem Thema und fragt nach Prävention, Verantwortung, Schutz, Aufarbeitung und Handlungsmöglichkeiten in pädagogischen und gesellschaftlichen Kontexten. Dabei werden sowohl fachliche Perspektiven als auch erfahrungs- und praxisbezogene Reflexionen einbezogen.

Praktiken des Friedens

In einem gesellschaftlichen Klima, in dem Frieden zunehmend hinter Debatten um Bedrohung, Sicherheit und Aufrüstung zurücktritt, eröffnet diese Veranstaltungsreihe in der Friedensstadt Augsburg Räume für die gemeinsame Reflexion von Friedenswissen, Praxiserfahrungen und gesellschaftlichen Konfliktlagen. In der Veranstaltungsreihe wird an aktuelle friedenswissenschaftliche Debatten angeknüpft, die Frieden als gesellschaftliche Praxis und nicht allein als politischen Zustand verstehen. Der Fokus auf „Praktiken des Friedens“ macht sichtbar, wie friedliches Zusammenleben in alltäglichen Kontexten ausgehandelt und gestaltet wird.

Die Veranstaltungsreiche leistet außerdem einen Beitrag zur Weiterentwicklung eines multidirektionalen Transferverständnisses, indem es wissenschaftliches, erfahrungsbasiertes, professionelles und zivilgesellschaftliches Wissen miteinander ins Gespräch bringt und so den Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis, Aktivismus und Zivilgesellschaft stärkt. Das Transferzentrum Frieden Augsburg versteht Wissenstransfer nicht als einseitige Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse, sondern als multidirektionalen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Ziel des Transferprojektes ist es, Friedenswissen in konkrete gesellschaftliche Handlungsfelder zu übersetzen und zugleich Erfahrungen aus der Praxis für die Weiterentwicklung friedens- und konfliktwissenschaftlicher Perspektiven nutzbar zu machen. Damit trägt das Projekt auch zur Weiterentwicklung praxisorientierter Friedens- und Konfliktforschung bei.

17.06.2026
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Peace Summer School 2026: „Frieden gemeinsam selber machen“

Vom 17. bis 19. Juli 2026 laden der ASKA – Alumni und Studierende der Konfliktforschung Augsburg e.V. und das Transferzentrum Frieden Augsburg dazu ein, Frieden gemeinsam zu praktizieren. In Workshops, Gesprächen und kreativen Formaten erkunden wir, wie Frieden im Alltag entsteht.

Frieden wird häufig als große politische oder gesellschaftliche Idee verstanden, als Ergebnis internationaler Verhandlungen, Regelungen oder globaler Bewegungen. Die 10. Peace Summer School 2026 mit dem Oberthema „Frieden gemeinsam selber machen“ setzt dahingegen ganz bewusst an einem anderen Ort an: im Alltag. Zentral ist der Gedanke, dass Frieden nicht nur auf übergeordneter Ebene verhandelt oder verwaltet, sondern auch im Kleinen ganz praktisch gelebt wird. Er kann in persönlichen Begegnungen, in kreativen, körperbezogenen Praktiken, in der direkten Kommunikation, durch Vertrauen und Gemeinschaft, in Momenten des Zuhörens oder im achtsamen Umgang mit Konflikten entstehen. In der Peace Summer School 2026 möchten wir diese Mikro-Praktiken sichtbar und erfahrbar machen und gemeinsam weiterentwickeln.

Das Programm der 10. Peace Summer School startet am Freitagabend mit einem öffentlichen Auftaktvortrag von Gilda Sahebi im Augustanasaal (Im Annahof 4, 86150 Augsburg). Im Zentrum des Wochenendes stehen sechs Workshops, die in drei parallelen Slots über Samstag und Sonntag verteilt sind: von Forumtheater und Argumentationstraining über feministische Friedenspraktiken und Kriegsdienstverweigerung bis hin zu Körperarbeit und Wohnungsgerechtigkeit.

Die Peace Summer School 2026 findet in Kooperation mit dem Friedensbüro der Stadt Augsburg, dem Lehrstuhl Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, dem Evangelischen Forum Annahof, der argon {lounge} und dem Förderverein Zivilcourage statt. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und der Bürgerstiftung Augsburg. Gesponsert wird sie vom Rewe Team Reinicke Augsburg.

26.05.2026
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Neuerscheinung: Christoph Weller: Vom Wert der Transdisziplinarität in der Friedens- und Konfliktforschung

Transdisziplinäre Perspektiven und deren praktische Umsetzung in der Friedens- und Konfliktforschung eröffnet Christoph Weller mit seinem Beitrag „Ernsthaft praxisorientiert: Vom Wert der Transdisziplinarität in der Friedens- und Konfliktforschung“, erschienen in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Wissenschaft und Frieden“ (2/2026)

Abstract: Friedens- und Konfliktforschung als interdisziplinäre, praxisorientierte, politische Wissenschaft kollidiert regelmäßig mit dem aktuellen institutionalisierten Wissenschaftssystem. Bei ernsthafter Praxisorientierung wird sich dies auch kaum vermeiden lassen. Aber mit mehr transdisziplinärer Friedens- und Konfliktforschung ließen sich mehr relevante Erkenntnisse für die Problembearbeitung in einer kollektiv bedeutsamen Praxis produzieren, die nicht in wissenschaftlichen Bibliotheken verstauben oder in akademische Journals hoch-, aber von dort kaum mehr runtergeladen werden, sondern die von Praktiker*innen benötigt und umgesetzt werden. Eine herausfordernde Perspektive für ein praxisorientiertes Forschungsfeld.

Christoph Weller: Ernsthaft praxisorientiert: Vom Wert der Transdisziplinarität in der Friedens- und Konfliktforschung, in: Wissenschaft und Frieden 44. Jahrgang, Heft 2, S. 54 - 56.

25.05.2026
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Deutsche Stiftung Friedensforschung fördert das Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA)

Für die Veranstaltungsreihe „Praktiken des Friedens“, die das Transferzentrum Frieden im Jahr 2026 anbietet, erhält der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung eine finanzielle Förderung von der Deutschen Stiftung Friedensforschung in Höhe von 10.000 €

Sie ermöglicht eine thematisch gebündelte Veranstaltungsreihe des TFA zu den aktuell besonders relevanten Fragen nach Frieden und seiner Praxis, die auch in Verbindung mit der Peace Summer School 2026 stattfindet. Ausgangspunkt ist ein prozessuales Friedensverständnis, das Frieden nicht primär als Ergebnis politischer Entscheidungen oder institutioneller Arrangements begreift, sondern als soziale Praxis, die im Alltag entsteht, ausgehandelt wird und gelernt werden kann. Vor diesem Hintergrund reagiert die Veranstaltungsreihe auf einen wachsenden Bedarf an differenzierten, dialogischen und praxisnahen Formaten des Wissenstransfers in der Friedens- und Konfliktforschung.

Das Transferzentrum Frieden Augsburg ist eine gemeinsame Einrichtung der Friedensstadt Augsburg und der Universität Augsburg. Es trägt in unterschiedlichen Formaten und Kooperationsformen zum Transfer der Expertise der Friedens- und Konfliktforschung in die Praxisfelder der Friedensstadt Augsburg bei. Dabei ist ein multidirektionales Transferverständnis zentral: Wissen wird nicht einseitig von der Wissenschaft in die Praxis vermittelt, sondern entsteht im Austausch zwischen Forschenden, Praktiker:innen, zivilgesellschaftlich Engagierten, Fachkräften aus Bildungs-, Sozial- und Friedensarbeit, kommunalen Akteur:innen, zivilgesellschaftlichen Initiativen sowie einer politisch interessierten Öffentlichkeit. Entsprechend sind die Formate dialogisch, interaktiv und partizipativ.

Die TFA-Veranstaltungsreihe „Praktiken des Friedens“ bündelt mehrere Workshops und öffentliche Formate, die sich jeweils konkreten Friedenspraktiken widmen (z. B. Kommunikation, Umgang mit Konflikten, Körperlichkeit, Macht- und Ungleichheitsverhältnisse) und diese gemeinsam mit unterschiedlichen Zielgruppen reflektieren und erproben. Die Reihe richtet sich an Studierende und Nachwuchswissenschaftler:innen, Fachkräfte aus Bildungs-, Sozial- und Friedensarbeit, kommunale Akteur:innen, zivilgesellschaftliche Initiativen sowie eine politisch interessierte Öffentlichkeit. Die nächsten Veranstaltungen:

Vorstellung des Friedensgutachtens 2026 „Die neuen Warlords“ am 16. Juni um 19 Uhr in der Stadtbücherei, S-Forum

„Mit Unsicherheit umgehen durch konstruktive Konfliktbearbeitung“ am 27.7., 3.8. und 5.8.2026, jeweils 17 - 20 Uhr im Hollbau, Annahof.

18.05.2026
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Forum zur Deutungskämpfe-Forschung in der Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung (ZeFKo) erschienen

Die zentralen Ergebnisse der ersten Phase des Forschungsverbunds „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“ wurden als ZeFKo-Forum „Contested Transitions and Perspectives on Peace“ veröffentlicht und sind nun vollständig erschienen.

Der vom Bundesforschungsministerium (jetzt: Bundesminsterium für Forschung, Technologie und Raumfahrt - BMFTR) seit April 2022 an den Universitäten Augsburg, Bayreuth und Erlangen sowie am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin geförderte Forschungsverbund stärkt die inter- und transdisziplinären Perspektiven in der bayerischen Friedens- und Konfliktforschung mit Schwerpunkt in den Sozialwissenschaften und der Geschichtswissenschaft. Mit seiner Vernetzungsarbeit in der Deutungskämpfe-Forschung und einem Fokus auf den Transfer der Expertise im Feld der Konfliktbearbeitung und Friedensforschung zielt das Zentrum mit seiner praxisorientierten Forschung zu sozialen Konflikten und den Bedingungen des Friedens auf die weitere Stärkung und strukturelle Verankerung der Friedens- und Konfliktforschung in Bayern und in der Friedensstadt Augsburg, etwa mit dem Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA).

An dem nun bis März 2028 verlängerten Forschungsverbund stehen nun Deutungskämpfe und eine friedensorientierte Konfliktbearbeitung in Fallstudien zur Ukraine, zum Klimawandel, zur Verantwortung von Rüstungskonzernen für Gewalt und Deutungskämpfe um Verantwortung in den Diskursen um sexualisierte Gewalt im Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Der Forschungsverbund „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung“ (BZeFK) ist ein vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördertes Regionalcluster der Friedens- und Konfliktforschung.

Beiträge im ZeFKo-Forum "Contested Transitions and Perspectives on Peace"

Sändig, Jan/Florian P. Kühn (2025): Contested transitions and perspectives on peace – Deutungskämpfe im Übergang, Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung (ZeFKo) 14(2): 295–305.

Parashar, Swati (2025): The ‘slow violence’ of famines, Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung (ZeFKo) 14(2): 307–318.

Weller, Christoph (2025): Deutungskämpfe: Begriffe, Konzept, Bearbeitung, Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung (ZeFKo) 14(2): 319–334.

Chojnacki, Sven (2025): Feldgebundene Deutungskämpfe: Strukturelle Analyse und reflexive Praxis, Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung (ZeFKo) 14(2): 335–349.

Zöhrer, Michaela/Christian Methfessel and Daniel Stahl (2024): Claims to Universal Norms and the Forging of Transnational Networks. Struggles over the Meaning of Gender-Based and Sexual Violence, Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung (ZeFKo) 13(2): 417–426.

Pauls, Christina (2024): Struggles over Memory? Decolonial memory activism as epistemic struggle against Eurocentrism, Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung (ZeFKo) 13(2): 437–447.

McEvoy, Bretton J./Jana Hönke (2024): Non-accountability as post-colonial harm: rethinking the responsibilities of arms producers, Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung (ZeFKo) 13(2): 427–436.

Schwarz, Alexander W./Florian P. Kühn and Julia Eichenberg (2024): Violence, change and continuity in times of transition, Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung (ZeFKo) 13(2): 427–436.

08.05.2026
Bild zu Dr. Rebecca Gulowski erhält Lehrpreis der Fakultät

Dr. Rebecca Gulowski erhält Lehrpreis der Fakultät

Die Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät zeichnet Dr. Rebecca Gulowski dieses Jahr mit dem 1. Platz für herausragende Lehrleistungen aus.

Mit dem Preis würdigt die Fakultät die Leistungen der Dozierenden, deren Lehre besonders innovativ, abwechslungsreich, motivierend, zugewandt, aber auch tiefgehend, anspruchsvoll, verständlich und strukturiert gestaltet wurde.

Dr. Gulowski arbeitet mit großem Engagement in der Lehre in den Sozialwissenschaften. Die Auszeichnung unterstreicht die hohe Wertschätzung ihrer didaktischen Arbeit und ihres besonderen Einsatzes für Studierende.

07.07.2026
Bild zu Vorstellung des Friedensgutachtens 2026 "Die neuen Warlords“ am 16. Juni, 19 Uhr, Stadtbücherei

Vorstellung des Friedensgutachtens 2026 "Die neuen Warlords“ am 16. Juni, 19 Uhr, Stadtbücherei

Das diesjährige Gutachten der vier deutschen Friedensforschungsinstitute (bicc, IFSH, INEF, PRIF) trägt den Titel „Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen! und wird am 16.6.2026 von Prof. Dr. Christopher Daase, Mitherausgeber des Friedensgutachtens und Ko-Direktor des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt a.M. im S-Forum der Augsburger Stadtbücherei (Ernst-Reuter-Platz 1) vorgestellt, moderiert von Julia Reichenbacher, Büro für Kommunale Prävention der Stadt Augsburg. Veranstaltende sind das Transferzentrum Frieden Augsburg , das Friedensbüro der Stadt Augsburg und das Evangelische Forum Annahof.

Die imperialistische Großmachtpolitik ändert die Vorzeichen von Krieg, Frieden und Sicherheit. Staaten agieren zunehmend wie Warlords und setzen Krieg als Mittel der Politik ein. Übergänge von Gewaltkonflikten zu Frieden werden als „Deals“ behandelt, Mittelmächte wie die Golfstaaten treten mit neuem Selbstbewusstsein aber ambivalentem Kurs auf, und technologische Innovation verändert Kriege und erschwert die Regulierung. Zugleich befindet sich die internationale Kooperation in der Friedenssicherung – etwa in der Entwicklungszusammenarbeit oder in den Vereinten Nationen – in ihrer schwersten Krise. Innenpolitisch nehmen auch in Deutschland rassistische Einstellungen zu. Das Friedensgutachten analysiert Optionen, dennoch Frieden zu fördern.

Mit seinen konkreten Handlungsempfehlungen für Bundestag und Bundesregierung ist das jährlich erscheinende Friedensgutachten ein zentrales Medium für den Dialog zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Es wird herausgegeben von den deutschen Friedensforschungsinstitute: Bonn International Centre for Conflict Studies (bicc), Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg, Institut für Entwicklung und Frieden, Universität Duisburg-Essen und PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt a.M.

Christopher Daase ist Professor für internationale Beziehungen an der Goethe-Universität in Frankfurt und Ko-Direktor des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF). Er forscht seit vielen Jahren zu Fragen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik, aber auch zu Friedensethik und Verhandlungsprozessen. Er berät politische Entscheidungsträger und arbeitet für internationale Organisationen.

Julia Reichenbacher leitet seit Juni 2025 das Büro für Kommunale Prävention der Stadt Augsburg und war zuvor bei der baden-württembergischen Polizei als Juristin tätig. Ihr Studium der Rechtswissenschaften absolvierte sie in Göttingen und arbeitete anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Stiftungsprofessur für Kriminalprävention und Risikomanagement der Universität Tübingen.

Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen! Friedensgutachten 2026. Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Christopher Daase, Mitherausgeber des Friedensgutachtens 2026 am Dienstag, 16. Juni 2026 um 19:00 Uhr im S-Forum der Stadtbücherei Augsburg, Ernst-Reuter-Platz 1, veranstaltet vom Transferzentrum Frieden Augsburg, Friedensbüro der Stadt Augsburg und Evangelisches Forum Annahof.

29.04.2026
Bild zu „Frieden lernen und lehren - Demokratie gestalten“. Friedenspädagogikkonferenz mit Prof. C. Weller

„Frieden lernen und lehren - Demokratie gestalten“. Friedenspädagogikkonferenz mit Prof. C. Weller

Bei der 3. Friedenspädagogikkonferenz am 24. - 26. April 2026 in Berlin referiert Christoph Weller auf dem Panel „Polarisierung und gesellschaftliche Spannungen: Konfliktlinien unserer Zeit verstehen und einordnen“ zum Konzept des Gesellschaftlichen Friedens.

In Zeiten gesellschaftlicher Spannungen, zunehmender Polarisierung und demokratischer Herausforderungen braucht es wissenschaftlich fundierte Konzepte, praxisnahe Bildungsformate und starke Netzwerke. Die dritte Friedenspädagogikkonferenz bringt führende Stimmen aus Wissenschaft, Schule, Zivilgesellschaft, Politik und Religionsgemeinschaften zusammen, um Friedensbildung nachhaltig in Bildungsstrukturen zu verankern und Demokratiekompetenz konkret zu stärken. „Friedensbildung unter Druck“ ist Thema des ersten Panels der Konferenz, bei dem Prof. Uli Jäger, Prof. Dr. Meron Mendel, Prof. Dr. Elisabeth Naurath und Mustafa Üyrüs über Friedensbildung zwischen globalen Konflikten und gesellschaftlicher Verantwortung diskutieren.

„Gesellschaftlicher Frieden durch konstruktive Konfliktbearbeitung“ ist der Titel von Christoph Wellers Beitrag zum zweiten Panel „Polarisierung und gesellschaftliche Spannungen“, mit dem er in kritischer Auseinandersetzung mit etablierten friedenstheoretischen Ansätzen ein Konzept „Gesellschaftlichen Friedens“ entwickelt, das auf Theorien sozialer Konflikte zurückgreift. Gefragt wird nach den Voraussetzungen, unter denen die Eskalationsgefahren innerstaatlicher Konflikte so reduziert werden können, um Gesellschaftlichen Frieden zu stärken. Konstruktive Konfliktbearbeitung bietet die Möglichkeit, auch praxisorientierte Aspekte Gesellschaftlichen Friedens in den Blick zu nehmen und Schritte ihrer Umsetzung in die Wege zu leiten. Prof. Dr. Norbert Frieters-Reermann, Prof. Dr. Ahmet Toprak und Dr. Samet Er sind die weiteren Teilnehmer auf dem zweiten Panel.

„Schule als Raum des Dialogs: Wege aus der Polarisierung im Alltag“ ist Thema des dritten Panels sm Samstag der Konferenz, die am Sonntag, 26. April mit mehreren vertiefenden Workshops fortgesetzt wird.

29.04.2026
Bild zu Geteilte Trauer, gemeinsame Hoffnung: Parents Circle spricht in Augsburg über Frieden

Geteilte Trauer, gemeinsame Hoffnung: Parents Circle spricht in Augsburg über Frieden

Am Mittwoch, 6. Mai, um 19 Uhr sind Mitglieder des Parents Circle — Families Forum im Ernst-Troeltsch Saal (Hollbau) zu Gast. Israelische und palästinensische Angehörige, die durch Gewalt und Krieg Familienmitglieder verloren haben, sprechen über Schmerz, Dialog und ihr Engagement für Frieden.

Das Transferzentrum Frieden Augsburg lädt herzlich zu einem Abend mit dem Parents Circle — Families Forum ein. Darin arbeiten seit über 30 Jahren israelische und palästinensische Familien zusammen, die durch Gewalt, Terror und Krieg Angehörige verloren haben. Trotz ihres tiefen persönlichen Leids setzen sie sich konsequent für Dialog, Verständigung und ein Ende des Konflikts ein. Statt Hass wählen sie den Weg der geteilten Trauer. Ihr Anliegen ist nicht Vergebung, sondern die Transformation von Schmerz in Hoffnung — und die Überzeugung, dass Frieden nur durch gegenseitiges Zuhören und Anerkennen der unterschiedlichen Sichtweisen möglich ist. Der Parents Circle wurde 1995 gegründet und ist ungeachtet aller Eskalationen bis heute aktiv. Nach dem Hamas-Massaker an israelischen Zivilist*innen am 7. Oktober 2023 schlossen sich weitere Betroffene an — darunter Angehörige der Ermordeten sowie ehemalige Hamas-Geiseln. Gleichzeitig engagieren sich palästinensische Familien, von denen viele im Krieg im Gazastreifen zahlreiche Angehörige verloren haben. Diese Veranstaltung bietet die seltene Gelegenheit, diese außergewöhnlichen palästinensischen und israelischen Stimmen zu hören, die sich der Gewalt und den Vergeltungsgedanken entziehen — und stattdessen für Menschlichkeit, Dialog und Frieden eintreten.

Unsere Gäste werden sein:

Laila al-Sheikh lebt in Bethlehem im Westjordanland und hat Rechnungswesen und Betriebswirtschaft studiert. 2002 starb ihr sechs Monate alter Sohn Qussay, nachdem er bei einem Einsatz der israelischen Armee Tränengas eingeatmet hatte und ihm der rechtzeitige Zugang zu medizinischer Hilfe verwehrt worden war. Statt nach Rache zu sinnen, setzt sich Laila seither für eine friedlichere Zukunft für ihre Kinder ein. Seit 2016 ist sie Mitglied im „Parents Circle“. „Unsere Lebensumstände sind unterschiedlich“, sagt sie, „aber wir teilen denselben Schmerz und dieselben Tränen.“

Michal Halev arbeitete als Frauenberaterin und nutzte Kunst, um Menschen zu verbinden. Ihr einziges Kind, Laor Abramov Halev, wurde am 7. Oktober 2023 im Alter von 20 Jahren auf dem Nova-Musikfestival von der Hamas getötet. Der Verlust veränderte ihr Leben grundlegend. „Ich flehe die Welt an: Beendet alle Kriege, hört auf, Menschen zu töten, hört auf, Babys zu töten“, sagte sie kurz nach Laors Tod. „Krieg ist keine Lösung, mit Krieg lässt sich nichts regeln … Ich will keine Rache in meinem Namen.“ Seither widmet sich Michal dem Andenken ihres Sohnes und engagiert sich seit 2024 im „Parents Circle“.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Transferzentrums Frieden Augsburg mit pax christi Augsburg, dem Evangelischen Forum Annahof, und der VVN-BDA.

22.04.2026
Bild zu Christoph Weller in die Kerngruppe des Arbeitskreises „Wissenschaft und Praxis“ der AFK gewählt

Christoph Weller in die Kerngruppe des Arbeitskreises „Wissenschaft und Praxis“ der AFK gewählt

Den Transfer der praxisorientierten Friedens- und Konfliktforschung zu intensivieren und die daran interessierten Praktiker:innen und Wissenschaftler:innen zu vernetzen, ist das primäre Ziel des Arbeitskreises, der sich am 12. März im Rahmen der Jahreskonferenz der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) in Leipzig getroffen hat. Neben einem inhaltsreichen Fishbowl-Panel des AK zum Multidirektionalen Wissenstransfer fand auch ein sehr erfolgreiches, hybrides AK-Treffen mit folgenden Ergebnissen statt:

Die eingerichtete Mailing-Liste leistet gute Arbeit und bietet allen Interessierten eine einfache Möglichkeit, an den Aktivitäten des AK Wissenschaft und Praxis (W&P) aktiv zu partizipieren und alle auf der Liste eingetragenen Mitglieder des AK per Sammel-E-Mail zu erreichen. Die Anmeldung erfolgt über die AK-Seite auf der AFK-Homepage: https://afk-web.de/arbeitskreise-der-afk/arbeitskreis-wissenschaft-und-praxis/

Der Arbeitskreis unterstützt alle Initiativen und Bemühungen, bessere Verbindungen und intensivierten Austausch zwischen der Friedens- und Konfliktforschung auf der einen und der Konfliktbearbeitungs- und Friedens-Praxis auf der anderen Seite herzustellen; er ist deshalb ein Arbeitskreis sowohl der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) als auch der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung (https://pzkb.de/praxis-und-wissenschaft/).

Das Leipziger AK-Treffen mit Mitgliedern sowohl der AFK als auch der Plattform ZKB ermöglichte eine breite Vernetzung und eine umfangreiche Sammlung von Ideen und Vorhaben des Arbeitskreises für die bevorstehenden 12 Monate, u.a.: Sammlung und Diskussion von best practices des wechselseitigen Wissenstransfers zwischen Praxis und Wissenschaft; Entwicklung von Austauschformaten gezielt für Praktikerinnen, die an transdisziplinärer Forschung zu ihrer Praxis interessiert sind; Informationsangebote über gelingenden Wissenstransfer für Early-Career-Wissenschaftlerinnen der Friedens- und Konfliktforschung. Wie können Formate aussehen, die Praxis und Forschung zusammendenken? Um den Diskurs zu starten, sind Praktikerinnen eingeladen, ihre Fragen den WissenschatlerInnen zugänglich zu machen. Transfer in Form von Weiterbildung(sangeboten) sollte stärker in die Arbeit der AFK und der Plattform ZKB eingebracht werden. Die Reflexion von Herausforderungen und Möglichkeiten von Transfer muss weitergeführt werden.

Das AK-Treffen in Leipzig hat für die kommenden 12 Monate eine Kerngruppe gewählt, die sich um die Koordination und Umsetzung der AK-Aktivitäten kümmern wird; ihr gehören Julia Dencker, Thomas Held, Gregor Walter-Drop und Christoph Weller an, die für alle Mitwirkungsideen und Konkretisierungen der AK-Vorhaben ansprechbar sind. Alle Mitglieder und Sympathisant*innen des AK W&P werden von der Kerngruppe des AK ermutigt, sich mit konkreten Umsetzungsvorschlägen und -beiträgen für die oben genannten Projektideen an die Mitglieder der Kerngruppe zu wenden.

Bei der Jahrestagung der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung (am 22.-24. Juni 2026 in der Ev. Akademie Loccum unter dem Titel „Let’s talk Peace: Zivile Konfliktbearbeitung in Umbruchzeiten neu denken“) besteht die nächste Möglichkeit für Begegnung und direkten Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis in unserem Themenfeld. Alle Interessierten sind dazu eingeladen: „In herausfordernden Zeiten wollen wir uns dort mit den aktuellen Entwicklungen in der Zivilen Konfliktbearbeitung, Krisenprävention und Friedensförderung auseinandersetzen, und vor allem gemeinsam nach vorne denken: Wie steht es um unsere Kommunikation? Wie entwickeln wir starke, progressive Narrative? Und wie werden wir im politischen und gesellschaftlichen Diskurs wirksamer und sichtbarer? Die Tagung verbindet inspirierende Impulse, Nachdenklichkeitsrunden und interaktive Workshops mit Zeit für Austausch, Vernetzung und gemeinsames Lernen“.

14.04.2026
Bild zu Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung verlängert

Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung verlängert

Interdisziplinärer Verbund analysiert globale Krisen von der Ukraine bis zum Klimawandel – Bund stellt knapp eine Million Euro bereit

Die Universität Augsburg startet gemeinsam mit der Universität Bayreuth und dem Institut für Zeitgeschichte die zweite Förderphase des Bayerischen Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung (BZeFK). Seit dem 1. April 2026 wird die erfolgreiche Arbeit des Verbunds zu „Deutungskämpfen im Übergang“ fortgeführt. Die Universität Augsburg bringt dabei insbesondere ihre ausgewiesene Expertise in Friedens- und Konfliktforschung ein, etwa über das Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA).

Der 2022 eingerichtete Verbund wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit 925.000 Euro für zwei weitere Jahre (2026–2028) gefördert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen analysieren, wie Gesellschaften in Zeiten des Wandels um Deutungen der Vergangenheit und Gegenwart ringen, um die Zukunft zu gestalten. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der weiteren Vertiefung regionaler Zusammenarbeit in der Friedens- und Konfliktforschung sowie auf inter- und transdisziplinärer Forschung. Das Projekt verknüpft Ansätze aus der Soziologie, der Geschichtswissenschaft, den Internationalen Beziehungen und der Politikwissenschaft.

Die Dynamiken solcher Auseinandersetzungen und eine friedensorientierte Konfliktbearbeitung werden in Fallstudien mit aktueller Relevanz untersucht, etwa in Deutungskämpfen um die Positionierung der Ukraine, den Klimawandel, die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und die Verantwortung von Rüstungskonzernen für Gewalt.
Deutungskämpfe erforschen

Der Augsburger Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung bringt sich insbesondere in das Arbeitspaket ein, das Deutungskämpfe um „Verantwortung“ und „Gerechtigkeit“ untersucht. Die Forschenden arbeiten heraus, wie Verantwortung für sexualisierte Gewalt in verschiedenen Kontexten politisch, rechtlich und moralisch definiert wird, wer an diesen Deutungen und der mit ihnen begründeten Gerechtigkeit bzw. Gewalt beteiligt ist und wie Deutungen durchgesetzt werden.

„Die Universität Augsburg hat während der ersten Förderphase des Verbunds etablierte Instrumente für den Transfer der Friedens- und Konfliktexpertise in verschiedene relevante Praxisfelder entwickelt“, zieht der Augsburger Friedens- und Konfliktforscher Prof. Dr. Christoph Weller Bilanz. Mit dem Transferzentrum Frieden Augsburg, der Peace Summer School, vielfältigen öffentlichen Formaten und konzeptionellen Arbeiten zu Transfer und Transdisziplinarität trage sie dazu bei, Orientierungswissen für aktuelle friedenspolitische Debatten und Handlungsexpertise für die Konfliktbearbeitungspraxis bereitzustellen.

10.04.2026
Bild zu Christina Pauls als „lebendes Buch“ bei der Living Library in der Stadtbücherei

Christina Pauls als „lebendes Buch“ bei der Living Library in der Stadtbücherei

Am 16. April 2026 zwischen 19 und 21 Uhr lädt das interaktive Format „Living Library – Vielfalt erzählen“ dazu ein, mit Christina Pauls, Geschäftsführerin des Transferzentrums Frieden Augsburg, über Frieden, Gewaltaufarbeitung und ihre Arbeit ins Gespräch zu kommen.

Die Living Library ist ein interaktives Veranstaltungsformat, das Begegnungen und Gespräche mit Menschen ermöglicht, mit denen man sonst nicht ohne Weiteres in Kontakt kommt oder denen man Fragen vielleicht nicht so leicht stellen würde. Darin geben Menschen mit unterschiedlichen Lebenswegen und Erfahrungen Einblick in ihre persönliche Geschichte. In drei Gesprächsrunden von jeweils 20 Minuten kommen kleine Gruppen mit einem „lebenden Buch“ ins Gespräch. Dabei können Fragen gestellt, Themen eingebracht und Perspektiven geteilt werden.

Mit Christina Pauls eröffnet sich an diesem Abend die Möglichkeit, mehr über die Arbeit des Transferzentrums Frieden zu erfahren und über Themen wie Frieden, gesellschaftliche Konflikte, Gewaltaufarbeitung und die Frage ins Gespräch zu kommen, was Menschen in dieser Arbeit bewegt und antreibt.

Die Living Library findet bereits seit mehreren Jahren in der Stadtbücherei Augsburg statt. Kooperationspartner sind die Volkshochschule Augsburg, das Maria-Theresia-Gymnasium und der Bezirksjugendring.

09.04.2026
Bild zu Christina Pauls spricht bei internationaler Konferenz des Human Rights Centers in Dayton

Christina Pauls spricht bei internationaler Konferenz des Human Rights Centers in Dayton

Bei der Konferenz Social Practice of Human Rights stellt Christina Pauls ihre Forschung zu dekolonialem Erinnerungsaktivismus vor. Im Fokus steht, wie künstlerische Interventionen koloniale Gewalt und verdrängte Erinnerung im öffentlichen Raum sichtbar machen.

Christina Pauls, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung und Geschäftsführerin des Transferzentrums Frieden Augsburg (TFA), präsentiert am Samstag, den 11. April 2026 bei der Konferenz “ Social Practice of Human Rights (SPHR): Creative Resistance — Artivism, Technology and the Right to Dissent“ einen Teil ihrer Forschung zu dekolonialem Erinnerungsaktivismus. Die Konferenz wird vom Human Rights Center der University of Dayton organisiert und ermöglicht auch eine digitale Teilnahme.

Ihr Vortrag trägt den Titel “Hauntings of El Dorado: Decolonial Memory Activism and Contentious Artistic Interventions in Germany”. Er knüpft an ihren 2025 in der Zeitschrift Contention erschienenen Beitrag an (Pauls 2025), der im Rahmen des Special Issue “Creative Contention” publiziert wurde. Christina Pauls rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum koloniale Gewaltverhältnisse, verdrängte Erinnerung und gegenwärtige Machtordnungen nicht nur sichtbar machen, sondern auch herausfordern können. Anhand von Beispielen aus Augsburg beleuchtet Christina Pauls das politische und epistemische Potenzial von dekolonialem Erinnerungsaktivismus. Der Vortrag knüpft an Überlegungen aus dem Special Issue “Creative Contention” an, in dem unterschiedliche kreative, verkörperte und relationale Formen politischen Protests diskutiert werden.

Zugleich bietet die Teilnahme an der Konferenz Gelegenheit zum internationalen Austausch an der Schnittstelle von Menschenrechten, Erinnerungspolitik und Friedensforschung. Daraus ergeben sich auch Perspektiven für eine weiterführende Zusammenarbeit des Transferzentrums Frieden Augsburg mit dem Human Rights Center Dayton.

Pauls, Christina (2025). „Hauntings of El Dorado: Decolonial Memory Activism and Contentious Artistic Interventions in Germany“. Contention, 13(2), 45–74.

08.04.2026
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Magdalena Holz wechselt in die Psychotherapie

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Projekts „ Dynamiken sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen“ mit der Veröffentlichung des Open-Access-Kurses der Virtuellen Hochschule Bayern (vhb) arbeitet Magdalena Holz, M.Sc. in Psychologie, nun in der psychosomatischen Abteilung am Klinikum Nürnberg-Nord, um in den kommenden Monaten ihre Praktische Tätigkeit im Rahmen der Psychotherapeutenausbildung abzuschließen.

Bereits seit Januar 2026 ist Magdalena Holz als Psychologin und psychologische Psychotherapeutin in Ausbildung in der psychosomatischen Abteilung am Klinikum Nürnberg-Nord tätig und widmet sich dort vertieft dem Abschließen ihrer Praktischen Tätigkeit im Rahmen der Psychotherapeutenausbildung. 2025 hatte sie ihre Ausbildung in systemischer Therapie am Helm-Stierlin-Institut in Heidelberg begonnen und arbeitete seit März 2025 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg. Sie bearbeitete das Forschungsprojekt zur Entwicklung des Online-Kurses „ Dynamiken sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen: Erkennen, Verstehen und Handeln“ für die Virtuelle Hochschule Bayern und übernahm einen Lehrauftrag für die Lehrveranstaltung „Red Flags und rosa Brillen: Adoleszenz als Hochrisikophase sexualisierter Gewalt“ im BA-Studiengang „Sozialwissenschaften“ (gemeinsam mit Dr. Rebecca Gulowski).

Ihre Forschungsschwerpunkte – „Mythen sexualisierter Gewalt“, „Bystander sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen“ und „Digitale Gewalt unter Jugendlichen“ –, mit denen sie sich im Rahmen ihrer Tätigkeit am Deutschen Jugendinstitut sowie am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung beschäftigte, begleiten sie auch während ihrer psychosomatischen Tätigkeit. Dabei erweitert sie ihre Rolle der Forschenden und Lehrenden um die Rolle der Therapeutin, in der sie sich mit den Menschen und den Folgen von Gewalterfahrungen auseinandersetzt. In der Begegnung mit ihren Klient*innen sind die Erkenntnisse aus der Gewaltforschung weiterhin eine von vielen Brillen, mit der sie sich deren vielfältigen Problemlagen und Lösungswegen zuwendet. Darüber hinaus betreut sie weiterhin den oben genannten Onlinekurs zu sexualisierter Gewalt und widmet sich dem Thema auch in weiteren Projekten und Nebentätigkeiten:

  • Speedvortrag auf dem Deutschen Präventionstag in Hannover, 14. April, 14:00-14:10 zum Thema „ Prävention gestalten: Sexualisierte Gewalt im Jugendalter“, gemeinsam mit Dr.in Rebecca Gulowski
  • Workshop im Rahmen der Ausstellung „Was ich anhatte …“ des Büros für Kommunale Prävention der Stadt Augsburg, gemeinsam mit Dr.in Rebecca Gulowski im September 2026.
  • Workshop mit dem Transferzentrum Frieden Augsburg, dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung und der Technischen Hochschule Augsburg zu sexualisierter Gewalt im November 2026.
  • Workshop mit dem Transferzentrum Frieden Augsburg und dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung zum Thema „Kindesmissbrauch im Studium“ Anfang Dezember 2026, mit Beiträgen von Noah Dejanovic und Katja Sturm
07.04.2026
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Christoph Weller mit Vortrag und Panel beim 31. Deutschen Präventionstag am 13./14.4. in Hannover

"Künstliche Intelligenz in der Prävention“ ist das Schwerpunktthema des diesjährigen Präventionstags, am dem Prof. Weller mit der Leitung eines Panels zum Transfer von Konfliktbeabeitungsexpertise und einem Speedvortrag über neue Formate des Transfers für die Präventionspraxis mitwirkt und über die Arbeiten des Transferzentrums Frieden Augsburg informiert.

Der 31. Deutsche Präventionstag widmet sich neben allen anderen Themen im weiten Feld der Gewalt- und Kriminalprävention dem Schwerpunktthema „Künstliche Intelligenz in der Prävention“. Im Fokus stehen dabei zentrale Fragen: Welche Herausforderungen bringt KI im Kontext von Kriminalität und Sicherheit, aber auch im gesamtgesellschaftlichen Miteinander mit sich? Welche tiefgreifenden Veränderungen gehen mit ihrem Einsatz einher – und wer ist davon in welcher Weise betroffen? Wie lässt sich KI gezielt und verantwortungsvoll für die Präventionsarbeit nutzen? Dabei geht es nicht nur um technologische Potenziale, sondern auch um die ethische und praktische Frage, wie ein bewusster, reflektierter Umgang mit KI in der Prävention gelingen kann.Das von Christoph Weller initiierte Panel „ Transfer von Konfliktbearbeitungsexpertise“ eröffnet beim DPT den Raum für unmittelbaren Transfer. Konfliktbearbeitung ist ein wichtiges Thema der Präventionsarbeit und viele Akteure dieses Feldes verfügen über breite und zugleich sehr unterschiedliche Expertisen. Zu selten wird jedoch dem gelingenden Transfer dieser Expertise die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt. Forschungsergebnisse werden zwar in vielen Fällen veröffentlicht, aber ein erfolgreicher Transfer aus der Wissenschaft in die Praxis ist damit noch nicht gewährleistet. Und noch seltener werden Fragen aufgeworfen und diskutiert hinsichtlich des Transfers aus der Praxis in die Wissenschaft, um beispielsweise in der Forschung praxisrelevante Fragestellungen bearbeiten zu können. Mit dieser doppelten Zielsetzung diskutieren auf diesem Panel verschiedene Vertreterinnen aus Praxis und Forschung über Konfliktbearbeitungsexpertise, damit unmittelbar beim DPT der multidirektionale Transfer zwischen Praxis und Wissenschaft stattfinden kann.
In seinem Speedvortragam 13. April um 12:40 Uhr informiert Christoph Weller über neue Transferformate für die Präventionspraxis und plädiert dafür, dem wechselseitigen Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft größere Aufmerksamkeit zu schenken. In verschiedenen Forschungsfeldern wird an Erkenntnissen und Fragestellungen gearbeitet, die für eine erfolgreiche Präventionspraxis benötigt werden. Zugleich sind für eine fundierte Forschung die Zugänge zur Praxis und die Erfahrungen und Expertisen der Praktiker
innen von entscheidender Bedeutung. Hierfür wurden in den vergangenen Jahren im Bereich der Friedens- und Konfliktforschung neue Formate entwickelt und praktisch erprobt, die in dem Speedvortrag vorgestellt werden: Partizipative Konfliktforschung am Beispiel der Forschung zu Kommunaler Konfliktberatung sowie Erfahrungen aus den Arbeiten des „Transferzentrums Frieden Augsburg“, etwa bei der Stärkung von Konfliktkompetenzen für pädagogisches Fachpersonal.

01.04.2026
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Das Recht des Stärkeren oder die Stärke des Rechts? Vortrag und Diskussion

Wie begegnet die internationale Staatengemeinschaft den großen außenpolitischen Herausforderungen unserer Zeit? Welche Rolle kann das Völkerrecht bei der internationalen Konfliktbearbeitung spielen? Vortrag von Botschafter a.D. Dr. Christoph Heusgen und anschließende Diskussion mit Prof. Dr. Christoph Vedder und Prof. Dr. Christoph Weller

Die Juristische Gesellschaft Augsburg e.V. lädt ein zu ihrer Veranstaltung am Donnerstag, 23. April 2026 um 18:00 Uhr im Hörsaal 1001 der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg.

**„Das Recht des Stärkeren oder die Stärke des Rechts:

Wie begegnet die Internationale Staatengemeinschaft den großenaußenpolitischen Herausforderungen unserer Zeit?“**

Unablässig führen Staaten und Hoheitsgewalt beanspruchende illegitime Gruppen Angriffskriege und verüben Terror. Welche Aussichten bestehen auf nachhaltige Befriedung durch Verhandlungen und Übereinkünfte? Kann das Völkerrecht überhaupt noch eine Rolle bei der Konfliktlösung spielen?

Herr Botschafter a.D. Dr. rer. pol. Christoph Heusgen wird seine geopolitische Wahrnehmung aus dem Erfahrungsschatz als langjähriger Angehöriger des Auswärtigen Amtes, außenpolitischer Berater der Bundeskanzlerin, Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen und Leiter der Münchener Sicherheitskonferenz darlegen. Dem Vortrag folgt eine Diskussion mit zwei Gesprächspartnern aus Völkerrecht und Politikwissenschaft. Dazu stehen die Augsburger Professoren Dres. Christoph Vedder (Professor im Ruhestand für Öffentliches Recht, Europarecht und Völkerrecht sowie Sportrecht) und Christoph Weller (Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung) bereit. Die Diskussion unter Leitung von Prof. Dr. Christoph Becker (Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Europäische Rechtsgeschichte) ist mit allgemeiner Aussprache verknüpft.

31.03.2026
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Transferkonzept des Transferzentrums Frieden Augsburg (TFA) in der Diskussion

Bei der Jahreskonferenz der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) in Leipzig präsentierte TFA-Geschäftsführerin Christina Pauls das Transferkonzept des des Transferzentrums Frieden Augsburg beim Roundtable „Multidirektionaler Wissenstransfer als Beitrag zur Transdisziplinarität der Friedens- und Konfliktforschung“

Das Fishbowl-Panel wurden vom Arbeitskreis „Wissenschaft und Praxis“ der AFK angeboten und von dessen Koordinator Christoph Weller moderiert. Einleitend betonte er die Praxisorientierung der Friedens- und Konfliktforschung und verwies auf einige weit verbreitete Transferbeobachtungen: Obwohl in Forschungs- und Förderprogrammen Transfer mehr denn je gefordert sei, werde er vom Wissenschaftssystem kaum belohnt. Wenn aber die Chancen der Transdisziplinarität für die Friedens- und Konfliktforschung ausgeleuchtet würden, sei Transfer ein wesentliches Element, denn alle drei Kennzeichen von Transdisziplinarität seien auf gelingenden Transfer angewiesen:

(1) Für die Orientierung der Forschung an der Problembearbeitung müssen Wissenschaftlerinnen verstehen, welche Praxisprobleme eigentlich bearbeitet werden sollen, weshalb Transfer in transdisziplinärer Forschung keine Ergänzung der wissenschaftlichen Publikation von Forschungsergebnissen ganz am Ende des Forschungsprozesses sei, sondern an dessen Anfang stehe, wobei die Wissenschaftlerinnen dabei die Rezipient*innen des Transfers zwischen Praxis und Wissenschaft seien.

(2) Auch die Methodologie transdisziplinärer Forschung, in der nicht-wissenschaftliches Wissen in eine produktive Verbindung mit wissenschaftlichem Wissen gebracht werden soll, basiere auf gelingendem Transfer, innerhalb dessen das jeweils andere Wissen verstanden werden muss, um seine Relevanz zur erfolgreichen Problembearbeitung angemessen beurteilen zu können.

(3) Und die Umsetzung kollektiver Erkenntnisprozesse von Wissenschaftlerinnen und Praktikerinnen innerhalb des transdisziplinären Forschungsprozesses - als drittes Kennzeichen von Transdisziplinarität - erfordere einen kontinuierlich gelingenden Wissenstransfer. Wenn jedoch diesen drei Anforderungen transdisziplinärer Forschung durch erfolgreichen Transfer einigermaßen entsprochen werden könne, würde das, was üblicherweise mit „Transfer“ bezeichnet wird, völlig überflüssig. Denn die relevanten Praktiker*innen sind ja von Anfang an in die gemeinsame Forschung integriert und müssen nicht am Ende mit ergänzenden „Transfer“-Anstrengungen und originellen Formaten der Wissenschaftskommunikation erst noch erreicht werden.

Dieser Einführung in das Fishbowl-Panel folgten drei Diskussionsimpulse von transfererfahrenen Kolleg*innen, in denen u.a. darauf fokussiert wurde, wodurch sich der Transfer in der Friedens- und Konfliktforschung bzw. -praxis vom Transfer in anderen Forschungs- bzw. Praxisfeldern unterscheidet; zudem konnten Erfahrungen aus drei unterschiedlichen institutionellen Kontexten präsentiert werden:

Christina Pauls (Universität Augsburg) berichtete als Geschäftsführerin des „Transferzentrum Frieden Augsburg“ von den Bedarfsanalysen gemeinsam mit Praktiker*innen, die am Beginn der jeweiligen Aktivitäten des Transferzentrums stünden, dessen Aufgabe darin bestehe, in unterschiedlichen Formaten und Kooperationsformen zum Transfer der Expertise der Friedens- und Konfliktforschung in die Praxisfelder der Friedensstadt Augsburg beizutragen. Dies hänge auch damit zusammen, dass das Transferzentrum Frieden Augsburg aufgrund der gemeinsamen Trägerschaft von Stadt und Universität bereits eine transdisziplinäre Einrichtung sei.

Ginger Schmitz, Geschäftsführerin der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, betonte, dass bereits von ihrem Selbstverständnis als „Plattform“ her der Transfer in diesem Netzwerk angelegt sei, aber aktuell wachsende Bedeutung bekomme, weil das Feld der Friedensarbeit politisch erheblich unter Druck sei, dem bei gelingendem Transfer erfolgreicher begegnet werden könne. Dabei sieht sie ein Transfer-Viereck am Werk von Wissenschaft, Praxis, Politik und Öffentlichkeit, wodurch Transfer in erheblichem Maße eine Form von Diskursarbeit darstelle. Zugleich dürfe nicht übersehen werden, dass Transfer in erheblichem Maße an einzelnen Personen hänge und nur schwer institutionell gesichert werden könne.

Christof Starke (Friedenskreis Halle & Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung) differenzierte vor seinem Erfahrungshintergrund fünf verschiedene Transferfelder: einerseits eine Theoriebildung, in die Praktikerinnen direkt einbezogen werden, und andererseits eine aus der Praxis heraus entwickelte Forschung, für die aber zumeist die Ressourcen fehlten. Auch Lehraufträge von Praktikerinnen an Hochschulen sind aus seiner Sicht eine wertvolle Form des Transfers, ebenso die Mitwirkung von Wissenschaftlerinnen an Austausch- und Begegnungsräumen, die praxisnah geschaffen werden. Und wofür sowohl von Praktikerinnen als auch von Wissenschaftlerinnen seiner Meinung nach mehr getan werden müsse, sei der Transfer Richtung Politik, Öffentlichkeit und Gesellschaft.
Mit diesen vier einleitenden Impulsen waren für die sich anschließende Fishbowl-Diskussion zahlreiche Anregungen und vielfältige Erfahrungen geliefert, um mit allen Anwesenden über die Spezifika und die Zukunft des Transfers in der Friedens- und Konfliktforschung bzw. -praxis ausführlich zu diskutieren. Und fortgesetzt wurde der Austausch dann gleich am Nachmittag bei Treffen des Arbeitskreises „Wissenschaft und Praxis“ inklusive Transfer, indem über geeignete Formate gesprochen wurde, mit denen sich Praktiker
innen und Wissenschaftler*innen gleichermaßen erreichen und miteinander vernetzen lassen.

26.03.2026
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Neuerscheinung: Handbuch Frieden, 3. aktualisierte und erweiterte Auflage jetzt erschienen

Christoph Wellers Beitrag zum Stichwort „Gesellschaftlicher Frieden“ wurde neu in die dritte Auflage des "Handbuch Frieden" aufgenommen. Das Handbuch beinhaltet das aktuelle Wissen zu Frieden, Friedenspolitik und zur Friedens- und Konfliktforschung und ist erschienen bei Springer VS als eBook (ISBN 978-3-658-49644-9) und Hardcover (ISBN 978-3-658-49643-2).

Aus dem Vorwort: „Die hier vorgelegte dritte Auflage des Handbuch Frieden sieht sich in die Mitte der gerade erst begonnenen aktuellen Diskurse um Frieden und Sicherheit hineingestellt. […] Insofern handelt es sich nicht um ein Lehrbuch, sondern vielmehr um ein systematisch angelegtes Mosaik von Kenntnissen, Einsichten und Erfahrungen aus unterschiedlicher fachdisziplinärer Perspektive über die Friedens- und Sicherheitsforschung ebenso wie über die aktuellen und künftigen Herausforderungen der Friedens- und Sicherheitspolitik. […] Es geht uns in der Breite der im Handbuch vertretenen Themen und Autorenschaft darum, Brücken zu bauen zwischen Menschen, die sich für den Frieden aktiv in ihren jeweiligen Lebens- und Arbeitsbereichen engagieren und jenen, die Information und Orientierung suchen. Unterschiedliche Wissenschaftsdisziplinen sind ebenso vertreten wie Erfahrungen aus der Praxis staatlicher, nichtstaatlicher und zivilgesellschaftlicher Friedensarbeit.“

Christoph Weller: Gesellschaftlicher Frieden, in: Gießmann, Hans-Joachim / Rinke, Bernhard / Engels, Bettina (Hrsg.): Handbuch Frieden, 3. Auflage, Wiesbaden: Springer VS 2026, 199-218

Gesellschaftlicher Frieden

1 Einleitung

2 Friedensverständnisse und „Gesellschaftlicher Frieden“

3 Friedenskonzeptionen innerstaatlicher Beziehungen

4 Frieden, Konflikt und Konfliktbearbeitung

5 Konflikttheoretische Konzeptualisierung gesellschaftlichen Friedens

6 Institutionen der Konfliktbearbeitung

7 Der Beitrag der Konfliktbearbeitung zum Gesellschaftlichen Frieden

Literatur

Zusammenfassung
Der Beitrag entwickelt auf der Grundlage von Theorien sozialer Konflikte und in kritischer Auseinandersetzung mit einschlägigen friedenstheoretischen Ansätzen (u. a. Galtung, Senghaas) ein wissenschaftliches Verständnis von „Gesellschaftlichem Frieden“, das über den traditionellen Gegensatz zwischen Frieden und Gewalt hinausgeht. Dabei werden angesichts der Radikalisierung gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen und der damit einhergehenden Eskalationsgefahren innerstaatlicher sozialer Konflikte auch praxisorientierte Fragen des Gesellschaftlichen Friedens in den Blick genommen.

25.03.2026
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Christina Pauls wurde mit Forschung zu Erinnerungsaktivismus als Friedensarbeit promoviert

Mit ihrer kumulativen Dissertation „Tracing Cracks: Erinnerungsaktivismus als Friedensarbeit – Dekoloniale Impulse für Friedenswissen in Friedensforschung und Friedensbildung“ und den dazu gehörigen Aufsätzen leistet Christina Pauls wichtige Beiträge zur kritischen Friedensforschung und Friedensbildung

Christina Pauls, Geschäftsführerin des Transferzentrums Frieden Augsburg (TFA) und wissenschaftlich in Forschung, Lehre und Transfer an der Schnittstelle von Friedensforschung und Friedensbildung engagiert, hat am 10.3.2026 ihr Promotionsverfahren an der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg sehr erfolgreich abgeschlossen. Im Zentrum ihrer Dissertation steht die Frage, inwiefern dekolonialer Erinnerungsaktivismus als eine Form von Friedensarbeit verstanden werden kann und welche Impulse sich daraus für Friedensforschung und Friedensbildung ergeben.

Ausgehend von der Beobachtung, dass dekoloniale Perspektiven in der Friedens- und Konfliktforschung zwar zunehmend an Bedeutung gewinnen, konkrete erinnerungsaktivistische Praxen jedoch bislang nur selten systematisch als Friedenswissen ernst genommen werden, untersucht die Arbeit Erinnerungsaktivismus als konflikthaftes, situiertes und verkörpertes Wissen. Die Dissertation versteht dekolonialen Erinnerungsaktivismus nicht primär als Untersuchungsgegenstand, sondern als epistemische und politische Intervention, die hegemoniale Selbstverständlichkeiten von Frieden irritiert. Im Fokus stehen dabei insbesondere jene Formen des Aktivismus, die koloniale Gewaltverhältnisse, verdrängte Geschichte und fortwirkende Machtasymmetrien im öffentlichen Raum sichtbar machen und damit dominante Friedensnarrative herausfordern. Die Arbeit zeigt, dass solche Praxen wertvolle Beiträge zur Erweiterung von Friedenswissen leisten, indem sie Fragen von Verantwortung, Verstrickung, historischer Gewalt und gesellschaftlicher Transformation neu in den Blick rücken.

Anhand empirischer Fallanalysen arbeitet die Dissertation heraus, wie dekolonialer Erinnerungsaktivismus friedensrelevantes Wissen hervorbringt, hegemoniale Wissensordnungen irritiert und Lern- und Aushandlungsprozesse über Gewalt, Gerechtigkeit und Verantwortung anstößt. Damit leistet die Arbeit nicht nur einen wichtigen Beitrag zur dekolonialen Weiterentwicklung der Friedens- und Konfliktforschung, sondern eröffnet auch neue Perspektiven für eine Friedensbildung, die koloniale Kontinuitäten, Ambivalenzen und gesellschaftliche Machtverhältnisse stärker berücksichtigt.

24.03.2026
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Christoph Weller: "Vom Wert der Transdisziplinarität in der Konfliktforschung"

Vortrag im Panel „Inter- and transdisciplinarity and Innovation in Peace and Conflict Research" bei der AFK-Jahrestagung „Ideen und Schnittstellen in der Friedens- und Konfliktforschung: Die Bedeutung inter- und transdisziplinärer Forschung“ am 11. - 13. März 2026 in Leipzig

„Vom Wert der Transdisziplinarität in der Konfliktforschung: Transdisziplinarität als konfliktiver, karrierehinderlicher Arbeitseinsatz“ ist der Titel von Christoph Wellers Vortrag im Panel „Inter- and transdisciplinarity and Innovation in Peace and Conflict Research" bei der Jahrestagung „ Ideen und Schnittstellen in der Friedens- und Konfliktforschung: Die Bedeutung inter- und transdisziplinärer Forschung“ der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) am 11. - 13. März 2026 in Leipzig

Abstract: Die Ansprüche und Erwartungen an die Konfliktforschung spiegeln in erheblichem Maße die gesellschaftspolitischen Herausforderungen wider, die sich aus den jeweils aktuellen weltgesellschaftlichen Entwicklungen ableiten lassen. Werden daran anknüpfend konzeptionelle Texte über die Friedens- und Konfliktforschung geschrieben, taucht immer wieder die Forderung nach Transdisziplinarität auf (vgl. z.B. Alger 2008; Galtung 2010; Drulak 2011; Brunner 2016; Roque-Hernandez 2022; Nickisch 2025). Nun scheint die Friedens- und Konfliktforschung prädestiniert dafür zu sein, sich zumindest in Richtung von Transdisziplinarität zu bewegen, gehören doch die Interdisziplinarität und die Praxisorientierung zu ihren konstitutiven Merkmalen, womit zwei wesentlichen Kennzeichen transdisziplinärer Forschung bereits entsprochen wäre.

Auf der Grundlage der Erfahrungen mit Transdisziplinarität am Augsburger Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung geht der Beitrag darauf ein, was die wesentlichen Kennzeichen von Transdisziplinarität sind und inwiefern die Konfliktforschung prädestiniert dafür ist, transdisziplinär zu forschen und weiterführende Beiträge zur Transdisziplinarität der Wissenschaft zu leisten. Das Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA), die Entwicklung einer Methodologie Partizipativer Konfliktforschung und die Umsetzung partizipativer Forschungsprojekte am Augsburger Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung sind Beispiele für die praktische Umsetzung von Transdisziplinarität, an denen sich zugleich die großen Herausforderungen von Transdisziplinarität anschaulich vorführen lassen.

Doch insgesamt findet die praktische Umsetzung von Transdisziplinarität in der Konfliktforschung nur in ausgewählten Fällen statt, weil sie ziemlich quer zu den strukturellen Rahmenbedingungen der Wissenschaft und Forschungsförderung in Deutschland steht. Außerdem ist der Arbeitseinsatz, der bei transdisziplinärer Forschung erforderlich ist, sowohl auf wissenschaftlicher Seite als auch auf Seiten der einbezogenen Praktiker*innen enorm, wodurch die Umsetzung von Transdisziplinarität an Attraktivität verliert, insbesondere im Hinblick auf den Erfolg individueller Karrierewege innerhalb der Wissenschaft.

12.03.2026
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Transferzentrum Frieden Augsburg im Kompendium innovativer Peacebuilding-Praktiken

Das Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) hat ein "Compendium of Good Practice and Innovative Peacebuilding Approaches at the Local Level" erstellt, in das auch das Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA) aufgenommen wurde.

Das Kompendium bündelt innovative Peacebuilding-Praktiken und lokale Beispiele, die Argumente für Friedensförderung liefern und eine Grundlage für faktenbasierte Advocacy schaffen.

Compendium of Good Practice and Innovative Peacebuilding Approaches at the Local Level

The Pact for the Future adopted by UN Member States in September 2024 emphasises the need for bolstering peacebuilding and prevention. A frequent recommendation is to adopt “localised” approaches, i.e. to work more closely with actors, organisations and constituencies at the local level to anchor peacebuilding in local communities, build resilience and increase the chances of sustainable impact.

The Center for International Peace Operations (ZIF) has engaged the Berlin based Peacebuilding Community of Practice (CoP) for the compilation of good practices and concrete examples of local-level programmes and initiatives that contribute to strengthening or developing peace infrastructures and promote local engagement for sustainable peacebuilding.

With a broad range of activities and contributions ranging from Armenia to Germany to Thailand and Zimbabwe, the compendium crafts convincing narratives and forms a resource base for evidence-based advocacy. The various approaches to engage communities, including through the use of existing social spaces, technology and performance art, illustrate a wide range of possibilities that aim at giving people agency over building lasting peace – in their communities and beyond. We hope that the projects and activities in the compendium will serve as inspiration and encouragement for their peacebuilding engagements as well.

11.03.2026
Bild zu Prof. Weller als Experte bei Transfertagung zur Wissensproduktion in der deutschen Sicherheitspolitik

Prof. Weller als Experte bei Transfertagung zur Wissensproduktion in der deutschen Sicherheitspolitik

Formate und Kommunikationsbedingungen der Wissensproduktion und Politikberatung in der Außen- und Sicherheitspolitik sind Themen des BMFTR-geförderten Forschungsverbunds KNOWPRO, der am 6.3.2026 den eingeladenen Expert:innen bei der Transfertagung in Berlin seine Ergebnisse präsentiert.

Formate und Kommunikationsbedingungen der Wissensproduktion und Politikberatung in der Außen- und Sicherheitspolitik sind Themen des BMFTR-geförderten Forschungsverbunds KNOWPRO, „Wissensproduktion in der deutschen Friedens- und Sicherheitspolitik“ der Universitäten Erfurt, Bremen und Kiel, der am 6.3.2026 den eingeladenen Expert:innen bei der Transfertagung in Berlin seine Ergebnisse präsentiert.

Wie fließen wissenschaftliche Erkenntnisse und die Expertise der Friedens- und Konfliktforschung in politische und institutionelle Entscheidungsprozesse der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik ein? Welche Faktoren prägen den transdisziplinären Wissensaustausch zwischen Politik, Wissenschaft und institutionalisierter Politikberatung? Wo liegen die Potenziale, aber auch die Herausforderungen wissensbasierter politischer Entscheidungsprozesse?

Entlang solcher Fragen wurden im Verbundprojekt KNOWPRO der Universitäten Bremen, Erfurt und Kiel verschiedene Fallstudien zum friedens- und sicherheitspolitischen Wissen, welches den politischen Entscheidungsprozessen bei militärischen Interventionen (Afghanistan, Somalia) zugrunde lag, durchgeführt. Auch die Bedeutung von Relevanz - politische, gesellschaftliche oder wissenschaftliche Relevanz - für die Wissensproduktion von Think Tanks war Thema des Forschungsverbunds.

Die Bedingungen der Wissensproduktion in der Friedens- und Sicherheitspolitik stehen auch in enger Verbindung zu den „Deutungskämpfen“, die im "Bayerischen Zentrum für Friedens- und Konflktforschung“(BZeFK) untersucht werden, etwa im Konflikt über Meinungsäußerungen zur israelischen Kriegführung im Gazastreifen. An diesem Konflikt wurde von Christoph Weller die in Augsburg entwickelte Konzeption des für die Forschung am BZeFK zentralen Begriffs der „Deutungskämpfe“ veranschaulicht (erschienen in der Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung).

Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung erhält weitere Förderung: Der interuniversitäre Forschungsverbund zum Thema „Deutungskämpfe im Übergang“ mit dem „Transferzentrum Frieden Augsburg“ (TFA) wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) ab 1. April 2026 für weitere zwei Jahre großzügig gefördert.

06.03.2026
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Abschluss im PaWiKo-Projekt: Forschungsbericht zu Wirkungen Kommunaler Konfliktberatung veröffentlicht

Das Projekt "Partizipative Konfliktforschung zu den Wirkungen Kommunaler Konfliktberatung“ (PaWiKo) wurde erfolgreich abgeschlossen. Zentrale Erkenntnisse des zweijährigen, transdisziplinären Forschungsprojekts wurden nun in einem Forschungsbericht veröffentlicht.

Das Projekt " Partizipative Konfliktforschung zu den Wirkungen Kommunaler Konfliktberatung“ (PaWiKo) wurde erfolgreich abgeschlossen. Zentrale Erkenntnisse des zweijährigen, transdisziplinären Forschungsprojekts wurden nun in einem Forschungsbericht veröffentlicht.

Die Kommunale Konfliktberatung macht Kommunen ein Beratungsangebot, um sie darin zu unterstützen, dass Konflikte konstruktiver bearbeitet und damit Beiträge zum gesellschaftlichen Frieden geleistet werden können. Wie sehen diese Beiträge aus, wenn von der Organisation "Pro Peace" ein solcher Beratungsprozess durchgeführt wird? Wie wirkt Kommunale Konfliktberatung in Kommunen – und welchen Beitrag leistet sie zum gesellschaftlichen Frieden vor Ort?

Mit diesen Fragen hat sich die partizipative Forschungsgruppe aus Wissenschaftler:innen des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg und Praktiker:innen von Pro Peace (ehemals: Forum Ziviler Friedensdienst) befasst und nun einen umfangreichen Forschungsbericht veröffentlicht.

PaWiKo knüpfte sowohl inhaltlich als auch methodologisch an das Vorgängerprojekt „Kommunale Konfliktberatung und Partizipative Konfliktforschung“ (KomPa) an, in dem Funktionsweisen und Prozesselemente Kommunaler Konfliktberatung im Mittelpunkt standen. Während dort die Frage „Wie funktioniert Kommunale Konfliktberatung?“ bearbeitet wurde, richtete PaWiKo den Fokus gezielt auf Wirkungen entlang der Fragestellung „Welche Wirkungen von Kommunaler Konfliktberatung lassen sich mit wissenschaftlichen Methoden nachweisen?"

Charakteristisch für PaWiKo war der konsequent partizipative Forschungsansatz: Wissenschaft und Praxis arbeiteten transdisziplinär in einem gemeinsamen Forschungsprozess zusammen. Praktiker:innen der Kommunalen Konfliktberatung waren insbesondere in der Entwicklung der Forschungsfrage und in der Datenerhebung eng beteiligt; Auswertung, Interpretation und das Verfassen des Forschungsberichts wurden durch die Wissenschaftler:innen des Augsburger Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung verantwortet – begleitet durch die Praktiker:innen als Resonanz- und Reflexionspartner:innen.

Die Methodologie Partizipativer Konfliktforschung zielt explizit darauf, dass sich die Forschung an den Bedarfen der Praxis orientiert und die Forschungsergebnisse direkt in die Praxis zurückfließen können – Kennzeichen einer praxisorientierten, transdisziplinären Friedens- und Konfliktforschung. Der Forschungsbericht wurde von Christoph Weller, Christina Pauls, Markus Kaistra, Annika Jahn und Felicia Höchsmann verfasst. Projektbeteiligte waren außerdem die Praktiker*innen Wolfgang Dörner, Eva Hörle und Sylvia Lustig von Pro Peace.

Das Projekt wurde finanziell durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der Europäischen Union im Rahmen des Projekts „Kommunen im Fokus: Konflikte nutzen – Integration gestalten“ gefördert.

06.03.2026
Bild zu Venezuela & Kolumbien: Was die Augsburger ‚Welserkolonie‘ heute mit Konflikten, Rohstoffen und Macht zu tun hat

Venezuela & Kolumbien: Was die Augsburger ‚Welserkolonie‘ heute mit Konflikten, Rohstoffen und Macht zu tun hat

Wie blicken lateinamerikanische Perspektiven heute auf die ehemalige Augsburger Handelsfamilie der Welser, die bis heute die Identität der Stadtgesellschaft prägen? Welche Zusammenhänge werden aktuell in Venezuela und Kolumbien mit den sogenannten ‚Kolonialaktivitäten‘ der Welser hergestellt?

Dass die Friedensstadt Augsburg kolonial verflochten ist, zeigt das historische Kapitel der sogenannten „Welserkolonie“. Die Augsburger Welser erhielten im Jahr 1528 die Kolonie Klein-Venedig (heute Venezuela) als sogenanntes „Lehen“ mitsamt aller Handels- und Ausbeutungsprivilegien von der spanischen Krone. Zusätzlich erhielten sie die Erlaubnis, tausende versklavte Menschen von der westafrikanischen Küste in die Karibik zu transportieren. Was oft als frühe Handelsgeschichte erzählt wird, ist also Teil einer transatlantischen Geschichte von Ausbeutung und Versklavung. Anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels am 25.03. interessiert uns: Welche historischen Spuren kolonialer Gewalt wirken bis heute fort und welche Konsequenzen ergeben sich für eine verantwortungsvolle Erinnerungspraxis und unseren Umgang mit der Gegenwart, in Augsburg und darüber hinaus?

Im Zentrum des Abends steht ein moderiertes Podium, in dem das Fortwirken kolonialer Gewaltverhältnisse in aktuellen Entwicklungen in Kolumbien und Venezuela diskutiert wird. In Kurzimpulsen der Referent*innen Magda Agudelo, Alejandro Ceballos und Jochen Kleinschmidt kommen kolumbianische und venezolanische Perspektiven, sowie politikwissenschaftliche, dekoloniale und erfahrungsbasierte Kontextualisierungen ins Gespräch, bevor Raum für Fragen, Diskussionen und Austausch mit dem Publikum geboten wird. Der Abend verbindet historisches Gedenken mit einer politischen Gegenwartsreflexion. Sie erleben eine Perspektivverschiebung, in der die Augsburger Geschichte der „Welserkolonie“ nicht nur erinnert, sondern aus heutigen lateinamerikanischen Perspektiven – mit Blick auf aktuelle Konfliktlinien in Kolumbien und Venezuela, wie etwa die US-Militärintervention in Venezuela, Konflikte um Rohstoffe und Extraktivismus – neu gerahmt wird.

Mit:

  • Magda Agudelo (darstellende Künstlerin & Literaturwissenschaftlerin)
  • Alejandro Ceballos (Umweltwissenschaftler)
  • Jochen Kleinschmidt (Politikwissenschaftler, TU Dresden)
  • Moderation: Christina Pauls (Friedens- und Konfliktforscherin, Universität Augsburg)

Magda Agudelo ist darstellende Künstlerin und Literaturwissenschaftlerin. Sie wurde in Kolumbien geboren und lebt seit 2004 In Deutschland. Sie studierte Schauspiel an der Academia Superior de Artes de Bogotá (ASAB) und Germanistik an der Universität Augsburg. Mit dem Schwerpunkt Stückentwicklung und performative Ausdrucksformen in (un)konventionellen Räumen arbeitet Magda Agudelo hauptsächlich mit interdisziplinären Künstlerkollektiven in Deutschland und Kolumbien. Viele Projekte, an denen sie beteiligt ist, setzten sich mit gesellschaftskritischen Themen auseinander, wie de-koloniale, emanzipatorische Prozesse und Umgang mit Natur-Ressourcen.

Alejandro Ceballos ist Umweltwissenschaftler und Referent zu den Themen Extraktivismus und Klimagerechtigkeit. Geboren in Venezuela, studierte er Umweltwissenschaften an der Universidad Yacambu. Einen Master in Umweltmanagement absolvierte er an der Universität Hohenheim sowie an der Kopenhagen Universität, wo er mehrere Jahre zu Klimawandel und Ernährungssystemen forschte. Inhaltlich beschäftigt er sich mit Extraktivismus, kolonialen Kontinuitäten, Klimagerechtigkeit, Rassismus, Eurozentrismus und epistemischer Gewalt. Zudem war und ist er mit basisnahen Initiativen in Venezuela im Bereich ökologischer und urbaner Landwirtschaft verbunden.

Jochen Kleinschmidt ist Politikwissenschaftler. Er promovierte 2014 an der LMU München und arbeitet gegenwärtig als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Internationale Politik an der TU Dresden. Zuvor lehrte er unter anderem an der Universidad del Rosario in Bogotá, Kolumbien, der Universidad EAFIT in Medellín, Kolumbien, und der Universität der Bundeswehr München. An der Katholischen Universität Eichstätt war er Koordinator des Zentralinstituts für Lateinamerikastudien. Er beschäftigt sich mit Themen aus der Konfliktforschung wie etwa der Rolle neuer Technologien in bewaffneten Konflikten, der Grauzonenkriegführung, der organisierten Kriminalität, aber auch mit Theorien der Internationalen Beziehungen und der historischen Soziologie.

Christina Pauls ist Friedensforscherin und arbeitet schwerpunktmäßig zu Erinnerung, Frieden und Identität. Sie ist Geschäftsführerin des Transferzentrums Frieden Augsburg und freiberuflich als Beraterin für gesellschaftliche Konflikttransformation und soziale Bewegungen tätig, sowie als Bildungsreferentin für Globales Lernen, Friedensbildung, Kritisches Weißsein und kolonialkritische Bildung. Sie engagiert sich erinnerungsaktivistisch und setzt sich für eine Anerkennung und Aufarbeitung deutscher Kolonialgeschichte ein.

Veranstalter: Transferzentrum Frieden Augsburg, in Kooperation mit dem Evangelischen Forum Annahof und dem Fugger-und-Welser-Erlebnismuseum Augsburg.

06.03.2026
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Dynamiken sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen: Neuer Open-Access-Kurs online

Für Studierende, pädagogisch Tätige, Multiplikator*innen in Bildung und Prävention sowie alle Interessierten wurde ein neuer Open-Access-Onlinekurs zu sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen entwickelt. Er ist kostenlos zugänglich auf der Plattform der Virtuellen Hochschule Bayern (vhb).

Am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg wurde in Kooperation mit der Technischen Hochschule Augsburg ein neuer Open-Access-Onlinekurs für die Virtuelle Hochschule Bayern(vhb) entwickelt. Seit 17.02.2026 ist der Kurs für alle Interessierten auf der VHB-Plattform kostenlos zugänglich.

Nach einer Erprobungsphase mit Studierenden der Universität Augsburg geht der wissenschaftlich fundierte Onlinekurs „Dynamiken sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen: Erkennen, Verstehen und Handeln“ nun online. Der Selbstlern-Kurs kann nach der Bearbeitung aller Module mit einem Zertifikat der vhb, der Universität Augsburg und der Technischen Hochschule Augsburg abgeschlossen werden.

Der Kurs vermittelt sowohl grundlegendes als auch vertiefendes Wissen zu sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen. Er verbindet sozialwissenschaftliche und psychologische Theorien mit praxisnahen Begleit- und Präventionsansätzen und richtet sich an Studierende (u. a. der Sozialwissenschaften, Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, Sozialen Arbeit, Erziehungswissenschaften, Lehramtsstudiengänge sowie der Psychologie), an pädagogisch Tätige, Multiplikator*innen in Bildung und Prävention sowie an alle Interessierten.

Eine besondere fachliche Qualität erhält der Kurs durch die Zusammenarbeit mit Noah Dejanović, Kinderschutzaktivist, Mitglied im Betroffenenrat der Unabhängigen Bundesbeauftragten gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM) und Initiator des Projekts „Kinderschutz im Studium“, sowie mit Jennifer Raschke, Dipl.-Pädagogin und spezialisierte Fachberaterin für sexualisierte Gewalt mit Schwerpunkt Traumapädagogik und systemische Beratung. Ihre Expertise ergänzt den Kurs um wichtige praxis- und betroffenenorientierte Perspektiven. Darüber hinaus enthält der Kurs videobasierte Interviews mit Vertreter*innen der Polizei Augsburg, des Landes- und Amtsgerichts Augsburg sowie der Online-Beratungsstelle JUUUPORT, die wertvolle Einblicke in institutionelle und beratende Perspektiven im Umgang mit sexualisierter Gewalt geben.

Thematisiert werden unter anderem:

  • Begriffe, Erscheinungsformen und Häufigkeiten sexualisierter Gewalt
  • soziale Dynamiken in Gleichaltrigen-Gruppen und Partnerschaften
  • Verhalten anwesender Dritter sowie Hürden des Eingreifens
  • der Einfluss sexueller Skripte und gesellschaftlicher Mythen
  • sexualisierte Gewalt im digitalen Raum
  • rechtliche Rahmenbedingungen

Der Kurs arbeitet mit Fallbeispielen, Interviews und konkreten Handlungsimpulsen. Jedes Kapitel beginnt mit einer Check-in-Lektion zur Selbstwahrnehmung; ein begleitender Ressourcengarten bietet kurze Übungen zur Stabilisierung und Selbstfürsorge. Ergänzend werden weiterführende Literatur, Projekte und Materialien zur Vertiefung bereitgestellt.

Der Kurs wurde entwickelt von Dr. Rebecca Gulowski und Magdalena Holz, M. Sc., unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Weller (Universität Augsburg) in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Janine Linßer (Technische Hochschule Augsburg).

27.02.2026
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Vortrag und Kolloquium: Lässt sich Rassismus messen? Zahlen, Kategorien und ihre Grenzen

Wie wird Rassismus in Zahlen übersetzt – und welche Leerstellen entstehen dabei? Dr. Daniel James diskutiert am 23. März am Transferzentrum Augsburg konzeptionelle und empirische Schwierigkeiten bei der Messung von Rassismus und plädiert für ein differenzierteres Verständnis jenseits enger Ersatzkategorien.

Vortrag und Diskussion: "Lässt sich Rassismus messen? Zahlen, Kategorien und ihre Grenzen“ mit Dr. Daniel James

  1. März 2026, 18:30 Uhr

Annahof, Ernst-Troeltsch-Raum (EG) im Hollbau, Augsburg

Die Veranstaltung knüpft an die Veranstaltungsreihe des Transferzentrum Frieden zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit Veranstaltungsreihe (https://www.uni-augsburg.de/de/fakultaet/philsoz/fakultat/sozialwissenschaften/aktuelles/menschenfeindlichkeit-begegnen-handlungsorientierte-workshopreihe-wochen-gegen-rassismus/) im Jahr 2025 an und widmet sich der Frage, wie Rassismus empirisch erfasst werden kann und was dabei eigentlich gemessen wird. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass viele Schwierigkeiten weniger aus fehlenden Daten entstehen, sondern aus zu engen Begriffen und Kategorien.

Der Vortrag zeigt, warum gängige Ersatzkategorien wie der „Migrationshintergrund“ zentrale Aspekte von Rassismus verfehlen und plädiert für ein erweitertes Verständnis: Rassismus wird als Zusammenspiel mehrerer ineinandergreifender Mechanismen verstanden, die sich über Institutionen, Regeln und gesellschaftliche Bereiche hinweg stabilisieren. Diskutiert wird, wie eine solche Perspektive zu präziseren und verantwortungsvolleren Formen empirischer Erfassung beitragen kann und welche Auswirkungen sich für den Umgang mit Statistiken und Definitionen ergeben.

Dr. Daniel James arbeitet zu Sozialphilosophie und Philosophie der Sozialwissenschaften mit einem Schwerpunkt auf Rassismus, Wissensordnungen und kritischer Gesellschaftsanalyse. Ab April 2026 ist er Research Fellow am Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) an der Technischen Universität Berlin (TU Berlin).

In einem ergänzenden Termin richtet sich die Diskussion an ein wissenschaftliches Publikum. Im Fokus stehen theoretische und methodische Fragen zur Konzeptualisierung und Messung von Rassismus, insbesondere der Vorschlag, Rassismus als Bündel ineinandergreifender Mechanismen zu verstehen. Diskutiert werden Alternativen zu gängigen Proxy-Kategorien, konzeptionelle Voraussetzungen adäquater Messungen sowie das Verhältnis von empirischer Forschung, Wissensproduktion und struktureller Macht.

Veranstaltende: Das Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA) in Kooperation mit dem Evangelischen Forum Annahof und der Technischen Hochschule Augsburg (Studiengang Soziale Arbeit)

24.02.2026
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Critical Whiteness verstehen: Einstiegsworkshop zu Rassismus, Macht und Verantwortung

Der Einstiegsworkshop des Transferzentrums Frieden führt in Critical Whiteness ein und beleuchtet, wie Weißsein als unsichtbare Norm mit dem europäischen Kolonialismus entstanden und bis heute wirksam ist. Teilnehmende erhalten Impulse für selbstkritische Reflexion und verantwortungsvolles Handeln.

Der Einstiegsworkshop des Transferzentrums Frieden führt in Critical Whiteness ein und beleuchtet, wie Weißsein als unsichtbare Norm mit dem europäischen Kolonialismus entstanden und bis heute wirksam ist. Teilnehmende erhalten Impulse für selbstkritische Reflexion und verantwortungsvolles Handeln. Antirassistische Arbeit ist ein zentraler Bestandteil von Friedensarbeit. Denn Rassismus wirkt als strukturelle Gewalt fort und stabilisiert Ungleichheit, Ausgrenzung und Unterdrückung. Das Transferzentrum Frieden Augsburg versteht Friedensarbeit daher nicht nur als Konfliktbearbeitung, sondern als aktives Hinterfragen gesellschaftlicher Macht- und Normverhältnisse.

In diesem Zusammenhang bietet das Transferzentrum Frieden Augsburg am Dienstag, 17.03.2026 einen Einstiegsimpuls ins Kritische Weißsein (Critical Whiteness) an. Im Fokus stehen dabei nicht die von Rassismus betroffenen Menschen, sondern die Frage, warum Weißsein als „normal“ gilt. Diese Normalität hat einen ganz konkreten Ursprung im europäischen Kolonialismus und bringt deshalb Vorteile für manche und Nachteile für andere. So (re-)produziert diese ‚unsichtbare‘ (beziehungsweise unsichtbar gemachte) Norm kontinuierlich rassistische Strukturen. Kritisches Weißsein bedeutet, die eigene gesellschaftliche Position als weiße Person zu reflektieren, um zu verstehen, wie Rassismus funktioniert und wie Verantwortung übernommen werden kann.

Der Workshop richtet sich an weiß positionierte, interessierte Personen, die offen für selbstkritische Reflexions- und Veränderungsprozesse sind. Er eignet sich sowohl für Einzelpersonen als auch für Akteur*innen aus NGOs, Trägern, Stadtverwaltung, Bildungseinrichtungen oder zivilgesellschaftlichen Organisationen, die erste Impulse für einen rassismuskritischen Organisations- oder Praxisprozess suchen.

Mit: Kharis Ikoko & Christina Pauls (TFA)

Kharis Ikoko (Kokonelle) ist Bildungsreferentin in antirassistischen Themenpunkten, Kommunikationsdesignerin, Musikerin und Aktivistin.

Christina Pauls ist Bildungsreferentin, Beraterin für gewaltfreie Konflikttransformation und Geschäftsführerin des Transferzentrums Frieden Augsburg.

05.02.2026
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Markus Kaistra wechselt von der Forschung in die Praxis

Ende Februar 2026 verlässt Markus Kaistra den Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg, um künftig neuen praktischen Aufgaben der internationalen Zusammenarbeit und Konfliktbearbeitung nachzugehen.

Ab 1.4.2026 wird Markus Kaistra als Referent für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Berlin tätig sein. In einer Zeit, in der die Idee kooperativer internationaler Zusammenarbeit zunehmend unter Druck gerät, freut sich Markus auf diese neue berufliche Herausforderung.

Darüber hinaus widmet sich Markus Kaistra wieder verstärkt seinem Engagement als Mediator für Familien, Organisationen und Initiativen (www.markus-kaistra.de). Dabei werden ihn Erkenntnisse aus seiner Zeit als Forschender an der Uni Augsburg begleiten: Wie muss Mediation gestaltet sein, wenn Beziehungsrassismus eine Rolle spielt? Wie können Ungerechtigkeiten anerkannt und gleichzeitig Zusammenleben gestaltet werden? Dies sind bleibende Fragen, mit denen Markus sich in neuer Rolle weiter beschäftigen wird.

Das gesamte Lehrstuhl-Team dankt Markus Kaistra für die sehr erfolgreiche Zusammenarbeit im Projekt „ Partizipative Konfliktforschung zu den Wirkungen Kommunaler Konfliktberatung“ (PaWiKo) und wünscht ihm für seine bevorstehenden Tätigkeiten alles Gute!

04.02.2026
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Welche Wege führen zu mehr gerechtem Frieden? Veranstaltung am 5. Februar 2026 zur EKD-Friedensdenkschrift

Das Transferzentrum Frieden Augsburg und das Evangelische Forum Annahof laden für Donnerstag, 5.2., 19 - 21 Uhr zu einer Diskussionsveranstaltung in den Großen Saal im Ulrichseck ein. Mit Expert:innen debattieren wir die neue Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Angesichts der aktuellen Herausforderungen für den Frieden wurde in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine neue Friedensdenkschrift erarbeitet und jüngst veröffentlicht. Sie versteht sich als friedensethische Orientierungshilfe mit einer neuen Akzentsetzung beim Schutz vor Gewalt. Konkrete Themen sind u.a. die nukleare Abschreckung, Waffenlieferungen und Rüstungsexporte, die Wehrpflicht oder die Rechtfertigung von Gegengewalt.

Die Denkschrift “Welt in Unordnung - Gerechter Friede im Blick” lädt dazu ein, „Fragen neu zu stellen, die eigenen Positionen zu prüfen und das Gewissen zu schärfen“. Dafür wollen wir bei dieser Veranstaltung in der Friedensstadt Augsburg miteinander und mit den folgenden Experten ins Gespräch kommen:

  • Prof. Dr. Reiner Anselm, Vorsitzender des Redaktionsteams für diese Friedensdenkschrift, Universität München

  • Frank Kreiselmeier, Stadtdekan der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Augsburg

  • Thomas Prieto Peral, Regionalbischof des Kirchenkreises Schwaben-Altbayern der Evang.-Luth. Kirche

  • Prof. Dr. Christoph Weller, Friedens- und Konfliktforscher, Universität Augsburg

  • Michael Zipser, Evangelischer Theologe, Vorstandsmitglied bei Church and Peace, Kehl

Diese Abendveranstaltung bietet Informationen zu den friedensethischen Positionen der Denkschrift und viel Raum für Debatten und Nachfragen zum kritischen Prüfen der Argumente für gute Wege zu mehr gerechtem Frieden.

Veranstaltende: Transferzentrum Frieden Augsburg & Evangelisches Forum Annahof in Kooperation mit dem Friedensbüro der Stadt Augsburg

03.02.2026
Bild zu Mehr Dissens für gerechten Frieden. Fragen und Anstöße für die notwendige friedensethische Debatte

Mehr Dissens für gerechten Frieden. Fragen und Anstöße für die notwendige friedensethische Debatte

Mit zwölf Fragen eröffnen Christoph Picker und Christoph Weller eine Blogreihe der Friedensakademie Rheinland-Pfalz zur Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland. Zur Prüfung der vertretenen Positionen identifizieren sie zwölf Themenbereiche, in denen die Anerkennung von Dissens einen wertvollen Beitrag zum Frieden leisten könnte.

Wenn es um Frieden und Krieg geht, um Leben und Tod, um Gewaltlosigkeit und Widerstandskraft, ums Grundsätzliche also – dann melden sich zu Recht auch die Religionsgemeinschaften zu Wort. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland hat mit seiner Denkschrift „ Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“ einen umfangreichen und anspruchsvollen 147-seitigen friedensethischen Text vorgelegt. Im Vorwort formuliert die Ratsvorsitzende Bischöfin Kirsten Fehrs den Anspruch, die Denkschrift solle „zur Gewissensbildung beitragen und Orientierungspunkte geben für ein Leben aus dem Geist der Versöhnung.“ Ihr ist klar: „Die Denkschrift bietet keine fertigen Antworten an, erst recht keine einfachen Patentrezepte, sondern sie lädt dazu ein, Fragen neu zu stellen, die eigenen Positionen zu prüfen und das Gewissen zu schärfen. Denn erst auf der Grundlage einer eigenen, reflektierten Position ist eine Verständigung über den besten Weg zur dauerhaften Sicherung des Friedens möglich.“

Wir greifen die Einladung der Friedensdenkschrift zur Prüfung von Positionen und zur Formulierung von Fragen auf. In unserem Auftaktbeitrag der Debattenreihe Friedensdenkschrift fokussieren wir zwölf Themenbereiche, die der weiteren Diskussion bedürfen und in denen die Anerkennung von Dissens einen wertvollen Beitrag zum Frieden leisten könnte. Die Fragen sollen die Debatte anregen und strukturieren. Sie eröffnen eine Blogreihe der Friedensakademie Rheinland-Pfalzund laden dazu ein, sich zu beteiligen.

03.02.2026
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„Zeitenwende“ in der Friedensethik? Kritische Seitenblicke auf die EKD-Friedensdenkschrift mit Christoph Weller

Bei der öffentlichen Abendveranstaltung zur Tagung über die Denkschrift „Welt in Unordnung - Gerechter Friede im Blick“ der EKD diskutieren der Außenpolitiker Tobias Lindner, die Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst und der Friedens- und Konfliktforscher Christoph Weller am 29.1.26 in Landau über die politische Anwendbarkeit der neuen Friedensdenkschrift

Unter dem Titel »Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick« hat die Evangelische Kirche in Deutschland eine neue Friedensdenkschrift veröffentlicht. Die Verfasserinnen sehen das Dokument als »Weiterentwicklung der protestantischen Friedensethik«, die auf die veränderte weltpolitische Lage reagiert. Einige Kritikerinnen bewerten die Schrift jedoch anders: Sie sehen darin eine Anpassung an den sicherheitspolitischen Geist der »Zeitenwende« und eine stärkere Akzeptanz von militärischer Abschreckung und Aufrüstung.

Die öffentliche Abendveranstaltung "Wie wird Frieden politikfähig? Wie wird Politik friedensfähig?“ am Donnerstag, 29. Januar 2026, 20 bis 22 Uhr, Altes Kaufhaus, Landau, ist Teil der Tagung »Zeitenwende« in der Friedensethik? Kritische Seitenblicke auf die Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland«. Veranstalter*innen sind die Evangelische Akademie der Pfalz, die Friedensakademie Rheinland-Pfalz der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität und das Friedensinstitut der Evangelischen Hochschule Freiburg. Mit Unterstützung der Evangelischen Friedensarbeit im Raum der EKD und der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Die Evangelisches Akademie der Pfalz und die Friedensakademie Rheinland-Pfalz wollen den Text kritisch unter die Lupe nehmen und dabei Seitenblicke favorisieren. Deshalb kommen vorrangig Menschen zu Wort, die an der Entstehung des Textes nicht beteiligt waren. Warum äußert sich die Kirche zu friedensethischen Fragen und was bezweckt sie damit? Was an der evangelischen Friedensethik ist evangelisch oder christlich? Ist der neue Grundlagentext politikfähig? Berücksichtigt er globale Perspektiven? Hat er Auswirkungen auf die Friedensbildung? Kommt er in der öffentlichen Debatte an – oder bleibt er ein Text für kirchliche Insider? Die Tagung ist zugleich Studientag der Konferenz der Evangelischen Friedensarbeit im Raum der EKD. Kooperationspartner bei der Veranstaltung ist das Friedensinstitut der Evangelischen Hochschule Freiburg. Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz.

20.01.2026
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DVPW-Impulstagung „Weltordnung im Wandel - Politikwissenschaft in Kriegszeiten“ an der TU Chemnitz

Krieg als methodologische Herausforderung - für eine wissenschaftssoziologische Selbstreflexion der Internationalen Beziehungen" ist der Titel von Christoph Wellers Beitrag zur Impulstagung der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) am 22. - 23. Januar 2026 an der TU Chemnitz

Abstract:

Kriegszeiten steigern die Nachfrage nach politikwissenschaftlicher Expertise, nicht nur bei der Einnahme der entsprechenden Rolle in Talkshows, sondern auch bei der gerade in demokratischen Gesellschaften (noch) verbreiteten Suche nach fundierter politischer Orientierung bezogen auf hochrelevante Fragen und Entscheidungen. Wer sich bezogen auf die Bearbeitung internationaler Konflikte nicht dem jeweils hegemonialen Diskurs (oder Gegendiskurs) unkritisch anschließen, sondern eine differenzierte eigene Überzeugung entwickeln möchte, benötigt politikwissenschaftliche Stimmen, die auch ihre methodologischen und (vor-)theoretischen Annahmen transparent machen. Diese umfassen mindestens den eingenommenen Beobachtungs-Standpunkt bezogen auf epistemologische Differenzen (z.B. kolonial vs. dekolonial), die verwendete IB-Brille bezogen auf theoretische Differenzen und die vertretenen normativen Überzeugungen und Präferenzen (Menschenrechte oder nationale Interessen oder globale Gerechtigkeit etc.) hinsichtlich politischer Differenzen.

Mit dieser dreifachen Transparenz geht auch einher darüber aufzuklären, dass die Wissenschaft von der internationalen Politik über keine Möglichkeiten („Feldherrenhügel“) verfügt, bezüglich dieser drei Differenzen wissenschaftliche Wahrheiten zu generieren und unumstrittene Expertise bereitzustellen - auch nicht für die Primetime des Fernsehens! Vielmehr geht es gerade in Kriegszeiten, die von normativen Meinungsäußerungen, die differente Positionen durch Desavouierung zum Verstummen bringen wollen, stark dominiert werden, um die Anerkennung wissenschaftlicher Expertise als politischer Wissenschaft. Doch warum gelingt es dieser politischen Politikwissenschaft nur so selten, auch die Voraussetzungen ihrer jeweiligen Erkenntnisse zur Diskussion zu stellen und den politischen Streit darüber anzuzetteln, welche methodologischen und (vor-)theoretischen Annahmen für eine Politikwissenschaft in Kriegszeiten besonders geeignet sein könnten und welche vielleicht eher nicht?

Der Beitrag möchte der Dramatisierung der „Politikwissenschaft in Kriegszeiten“ mit einigen Hinweisen auf das Drama einer sich als unpolitisch verstehenden „Politikwissenschaft“ begegnen (s.o) und darauf aufbauend mit Thesen zum Verständnis dieses Dramas zu einer wissenschaftssoziologischen Selbstreflexion der Internationalen Beziehungen einladen.

16.01.2026
Bild zu Schlagseite zum Sicherheitsdenken erfährt die Kritik des Friedens- und Konfliktforschers Christoph Weller

Schlagseite zum Sicherheitsdenken erfährt die Kritik des Friedens- und Konfliktforschers Christoph Weller

Im Interview mit dem Evangelischen Pressedienst geht der Politologe Prof. Dr. Christoph Weller, der den Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg leitet, ausführlich auf die neue Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland ein: sie passe sich zu sehr dem herrschenden Diskurs an und setze zu stark auf Sicherheitsdenken, ohne konkret zu benennen, was es für gerechten Frieden braucht, kritisiert Weller.

Auf die Frage nach der Aufgabe, die Friedensforschung und Friedensethik derzeit haben, erklärt Weller:

„Wichtig ist, auf die Differenz hinzuweisen, dass Frieden etwas anderes ist als Sicherheit. Das hat der bekannte Theologe Dietrich Bonhoeffer bereits 1934 klar zum Ausdruck gebracht: 'Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit. Denn der Friede muss gewagt werden. Friede ist das Gegenteil von Sicherung.' Das hängt damit zusammen, dass alle militärischen Maßnahmen zur Herstellung der eigenen Sicherheit bei allen anderen die Unsicherheit vergrößern. Sicherheitsdenken konzentriert sich nur auf die eigene Sicherheit, während Friedensdenken auch die Sicherheit der anderen im Blick hat.

Und am Titel „Welt in Unordnung - Gerechter Friede im Blick“ der Friedensdenkschrift kritisiert Weller:

„Der Titel macht unreflektiert einen eingeschränkten Blick auf die Welt zum Ausgangspunkt des friedensethischen Nachdenkens. So kann der Eindruck entstehen, man wolle die ganze Welt entlang der eigenen Vorstellungen eines ‚Gerechten Friedens‘ ordnen. Doch wenn die Reichen dieser Welt von Ordnung reden, hat das wenig mit Gerechtigkeit zu tun.“

Das gesamte Interview mit Christoph Weller veröffentlicht der Evangelische Pressedienst, Landesdienst Bayern am 9.1.2026: https://w.epd.de/pdf/lbm_online/2026/01/09/lbm.docscape_online.2026-01-09.pdf

Über das Interview wurde berichtet:

Kritik von Friedensforscher: Ist die Friedensdenkschrift zu „angepasst“?: https://www.evangelisch.de/inhalte/251669/08-01-2026/kritik-von-friedensforscher-ist-die-friedensdenkschrift-zu-angepasst

Forscher: Militärische Gewalt führt nicht zum Frieden: https://evangelische-zeitung.de/forscher-militaerische-gewalt-fuehrt-nicht-zum-frieden

Politologe: Friedensdenkschrift passt sich zu sehr dem Diskurs an: https://www.evangelisch.de/inhalte/251655/08-01-2026/politologe-friedensdenkschrift-passt-sich-zu-sehr-dem-diskurs

„Frieden ist ein Prozess“: Politikwissenschaftler Weller über Krieg, Sicherheit und gerechte Ordnung: https://www.sonntagsblatt.de/artikel/gesellschaft/frieden-ist-ein-prozess-politikwissenschaftler-weller-ueber-krieg-sicherheit

Evangelische Friedensarbeit: https://www.evangelische-friedensarbeit.de/epd-meldungen/forscher-militaerische-gewalt-fuehrt-nicht-zum-frieden

13.01.2026
Bild zu Wissenstransfer als Beitrag zur Transdisziplinarität der Friedens- und Konfliktforschung

Wissenstransfer als Beitrag zur Transdisziplinarität der Friedens- und Konfliktforschung

Das Transferkonzept des „Transferzentrums Frieden Augsburg“ ist Thema beim Wissenstransfer-Roundtable der Konferenz "Ideen und Schnittstellen in der Friedens- und Konfliktforschung: die Bedeutung inter- und transdiziplinärer Forschung“ am 11. - 13. März in Leipzig

Beim Roundtable „Multidirektionaler Wissenstransfer als Beitrag zur Transdisziplinarität der Friedens- und Konfliktforschung“ des AFK-Arbeitskreises „Wissenschaft und Praxis“ bei der Jahres-Konferenz der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) mit dem Titel "Ideen und Schnittstellen in der Friedens- und Konfliktforschung: die Bedeutung inter- und transdiziplinärer Forschung“ am 11. - 13. März 2026 in Leipzig wird u.a. das Transferkonzept des „ Transferzentrums Frieden Augsburg“ diskutiert.

Forschungsprojekte sind heute kaum mehr vorstellbar, ohne dass auch Transfer der Forschungsergebnisse stattfindet, zumindest aber stattfinden soll. In unterschiedlichsten, vor allem nicht-traditionellen Darreichungsformen, von Videos über ganz verschiedene Formate von Social Media bis hin zu Podcasts und Speed-Dating-Events, wird wissenschaftliches Wissen für Interessierte außerhalb des Wissenschaftssystems bereitgestellt. Fördermittelgeber scheinen vor allem an der Anzahl solcher Transferereignisse interessiert, ziemlich unabhängig davon, ob der Transfer diejenigen erreicht, die mit den Forschungsergebnissen auch etwas anfangen können oder wollen.

Für ein praxisorientiertes und normativ-politisch reflektiertes Forschungsfeld wie die Friedens- und Konfliktforschung können sich mit dem breit etablierten Transfererfordernis an Forschung aber weit höhere Erwartungen verbinden. In der Transferforschung wird inzwischen von wechselseitigem, rekursivem oder multidirektionalem Transfer gesprochen, der weit über all die neuen Formate der Wissenschaftskommunikation hinausgeht, die als „Transfer“ ausgegeben werden. Stattdessen gibt es bei anspruchsvollen Transfer-Verständnissen Berührungspunkte und Überschneidungen zu Konzepten der Transdisziplinarität, etwa bei Methodologien Partizipativer Forschung oder anderen Verschränkungen der Forschung mit gesellschaftlichen Problemfeldern, etwa bei transformativer Wissenschaft.

Das Fishbowl-Panel des AK Wissenschaft und Praxis eröffnet durch die Präsentation von verschiedenen Konzepten und Erfahrungen des Wissenstransfers einen Raum, über die Spezifika des Transfers in der Friedens- und Konfliktforschung zu diskutieren. Dabei werden die Einsichten und Debatten des Workshops „Transfer - Herausforderung und Thema für die Friedens- und Konfliktforschung“ (BZeFK-Workshop Augsburg, 13./14.10.2025) fortgeführt und u.a. die Frage fokussiert: Wodurch unterscheidet sich Transfer in der Friedens- und Konfliktforschung vom Transfer in anderen Forschungsfeldern?

Impuls-Geber*innen für das Fishbowl-Panel:

Christina Pauls (Transferzentrum Frieden Augsburg)
Ginger Schmitz (Plattform Zivile Konfliktbearbeitung)
Christof Starke (Bundesnetzwerk Konfliktbearbeitung)

Moderation: Christoph Weller (Koordinator des AK Wissenschaft und Praxis)

09.01.2026
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Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung erhält weitere Förderung

Der interuniversitäre Forschungsverbund „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“ (BZeFK) der Universitäten Augsburg und Bayreuth sowie des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin mit dem „Transferzentrum Frieden Augsburg“ (TFA) wird vom BMFTR für weitere zwei Jahre großzügig gefördert.

Das „Bayerische Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“ (BZeFK) ist ein vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) seit 2022 gefördertes Regionalcluster der Friedens- und Konfliktforschung. Aufgrund seiner sehr erfolgreichen Forschungs-, Vernetzungs- und Transferarbeiten, u.a. mit dem „Transferzentrum Frieden Augsburg“, wurde dem BZeFK nun die Weiterfinanzierung bis 2028 bewilligt. Das Zentrum zielt auf die Stärkung der Friedens- und Konfliktforschung in Bayern, ihre weitere strukturelle Verankerung und den Transfer der Expertise der Friedens- und Konfliktforschung.

Zu den wichtigsten BZeFK-Aktivitäten der Universität Augsburg gehören:

  • Transfer-Workshop: Transfer beginnt in der Praxis

  • Workshops für promovierende Friedens- und Konfliktforscher:innen in Bayern

  • Das Deutungskämpfe-Konzept

  • Publikationen zu Deutungskämpfen über universale Normen und dekolonialen Erinnerungsaktivismus

  • Workshop „Postkoloniale Erinnerung und Zeitgeschichte“

  • Einrichtung des „Transferzentrums Frieden Augsburg“ (TFA)

19.12.2025
Bild zu Das Transferzentrum Frieden ist ein Projekt zum Augsburger Zukunftspreis 2025

Das Transferzentrum Frieden ist ein Projekt zum Augsburger Zukunftspreis 2025

Um das Engagement für nachhaltige Entwicklung in Augsburg sichtbar zu machen, verleiht die Stadt Augsburg jedes Jahr die Augsburger Zukunftspreise. Alle eingereichten Projekte leisten wichtige Beiträge zu den Zielen der Zukunftsleitlinie, das Transferzentrum etwa speziell zu W1.3: Wissenstranfer und Innovationsfähigkeit für Transformationen fördern.

An der Universität der Friedensstadt Augsburg ist der einzige Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung in ganz Bayern angesiedelt. Der Lehrstuhl wirkt neben seinen Aufgaben in Forschung und Lehre auch an der Friedensarbeit in der Stadtgesellschaft mit. Dieser Transfer von Expertise der Friedens- und Konfliktforschung in die Praxisfelder der Friedensstadt wurde mit der Gründung des "Transferzentrums Frieden Augsburg" (TFA) im Herbst 2023 intensiviert.

Die Aufgaben des Transferzentrums betreffen unter anderem Fragen des friedlichen Zusammenlebens, der konstruktiven Konfliktbearbeitung sowie der Prävention von Radikalisierung, Extremismus und Gewalt. Ein entsprechendes Konzept wurde von Prof. Dr. Christoph Weller entwickelt und erhielt für eine zunächst dreijährige Pilotphase die Zustimmung des Augsburger Stadtrats. Die Arbeit des Transferzentrums basiert auf einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Universität Augsburg und der Stadt Augsburg. Finanziert wird das Transferzentrum unter anderem aus Mitteln, die dem Lehrstuhl durch das BMBF-Projekt "Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang" zur Verfügung stehen.Der Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Friedens- und Konfliktforschung in die Stadtgesellschaft erfolgt in unterschiedlichen Formaten. Hierzu gehört ein öffentliches Veranstaltungsangebot mit Vorträgen und Diskussionen. Außerdem werden zielgruppenspezifische Bildungs- und Qualifizierungsangebote gemacht, insbesondere zu Kompetenzen im Bereich der Konfliktbearbeitung und Konfliktmoderation. Außerdem bietet das TFA die wissenschaftliche Begleitung städtischer Projekte zur Friedens- und Konfliktarbeit an.Das TFA erweitert die Augsburger Bildungsangebote um Expertisen aus der praxisorientierten Friedens- und Konfliktforschung, um das friedliche Miteinander in der Stadtgesellschaft zu stärken. Beispiele dieser Friedensarbeit sind etwa die handlungsorientierten Workshopreihe "Menschenfeindlichkeit begegnen" im Frühjahr 2025, die jährliche Peace Summer School oder zahlreiche Beiträge zum Jubiläumsprogramm "375 Jahre Friedensfest". Durch seine Projekte und wissenschaftliche Expertise stärkt das Transferzentrum das gesellschaftliche Friedensengagement sowie den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft. Zudem trägt das TFA damit zu Augsburgs Alleinstellungsmerkmal als bayerische Friedensstadt bei.

04.12.2025
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Konflikten intersektional begegnen – Bericht zur 9. Peace Summer School

Der in der Zeitschrift "Wissenschaft & Frieden" erschienene Bericht dokumentiert die vielfältigen Themen und Formate der 9. Peace Summer School, die 2025 zum Thema „MIND THE GAPS! Intersektionalität erleben, Gesellschaft gestalten“ stattfand.

Die 9. Peace Summer School 2025 widmete sich unter dem Titel „MIND THE GAPS!“ der Frage, wie intersektionale Perspektiven helfen können, gesellschaftliche Spannungen zu erkennen, Machtasymmetrien sichtbar zu machen und emanzipatorische Handlungsräume zu eröffnen. Der frisch in Wissenschaft & Frieden 4/2025 erschienene Tagungsbericht dokumentiert die vielfältigen Formate der dreitägigen Veranstaltung: darunter Workshops zu Fragen von Diskriminierung und Zugehörigkeit, Stadtteilarbeit und Empowerment sowie eine öffentliche Diskussion zur Teilhabe an und in der Augsburger Nachtszene. Die Peace Summer School 2025, veranstaltet vom ASKA - Alumni und Studierende der Konfliktforschung Augsburg e.V. und dem Transferzentrum Frieden Augsburg, zeigte erneut, wie wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Zugänge gemeinsam eine reflektierte Auseinandersetzung mit Konflikten der Gegenwart ermöglichen.

Die 10. Peace Summer School im Sommer 2026 ist bereits in der Vorbereitung.

Burger, Selina/Weber, Nicki/Nägele, Alexandra/Krüger, Niklas 2025: Konflikten intersektional begegnen. 9. Peace Summer School „MIND THE GAPS!“, Augsburg, 19.-31. Juni 2025, in: Wissenschaft und Frieden 43: 4, 62-63.

Der Artikel ist online verfügbar unter: https://wissenschaft-und-frieden.de/artikel/konflikten-intersektional-begegnen/

03.12.2025
Bild zu Menschenrechte: Diskussion zum Dokumentarfilm „Bêmal - Heimatlos. 10 Jahre Völkermord an den Jesiden"

Menschenrechte: Diskussion zum Dokumentarfilm „Bêmal - Heimatlos. 10 Jahre Völkermord an den Jesiden"

Am Montag, 8. Dezember um 19:00 Uhr wird im Hörsaal 1001 der Juristischen Fakultät die ARD-Dokumentation zum Völkermord an den Jesiden gezeigt. Beim anschließenden Gespräch zum Film sind beteiligt: Jihan Alomar (Protagonistin), Dr. Nicolai von Maltitz (Universität München) und Prof. Christoph Weller (Universität Augsburg).

Am Montag, 8. Dezember 2025 um 19:00 Uhr wird im Hörsaal 1001 der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg (Universitätsstr. 24) der Dokumentarfilm "Bêmal - Heimatlos. 10 Jahre Völkermord an den Jesiden" gezeigt. Der Dokumentarfilm der Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal und des Filmemachers David Körzdörfer begleitet Jesiden und Jesidinnen, die dieses Menschheitsverbrechen überlebt haben. Vier Geschwisterpaare geben uns Einblicke in die Folgen des Völkermordes und die Lebensrealität der Schutzsuchenden in Deutschland und der Zurückgebliebenen im Irak.

Nach der Vorführung des Dokumentarfilms findet eine Aussprache statt. An ihr nehmen teil: die Überlebende Jihan Alomar, aus völkerstrafrechtlicher Sicht Dr. iur. Nicolai von Maltitz LL.M. (Columbia und Universiteit van Amsterdam), Habilitand an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Lehrstuhl für Deutsches, Europäisches und Internationales Strafrecht, Strafprozessrecht sowie Wirtschaftsstrafrecht), und aus sozialwissenschaftlicher Sicht Prof. Dr. Christoph Weller, Inhaber des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg.

Eine Veranstaltung im Rahmen der KDFB-Frauenfilmreihe in Kooperation mit der Juristischen Gesellschaft Augsburg e.V., dem Katholischen Deutschen Frauenbund - Stadtverband Augsburg und dem Transferzentrum Frieden Augsburg.

02.12.2025
Bild zu Lehrstuhl und Transferzentrum wirken im Bundesnetzwerk Konfliktbearbeitung mit

Lehrstuhl und Transferzentrum wirken im Bundesnetzwerk Konfliktbearbeitung mit

Beim Auftakttreffen des neuen Netzwerks am 12. - 14.11.25 in Loccum entwickeln die Teilnehmenden neue Angebote und Strukturen für konstruktive Konfliktbearbeitung in Deutschland, bündeln die Expertise und intensivieren ihren Fachaustausch.

Pressemitteilung zum Auftakt des Bundesnetzwerks Konfliktbearbeitung

Loccum, 12.11.2025. Das Bundesnetzwerk Konfliktbearbeitung trifft sich vom 12. - 14.11.2025 in der Ev. Akademie Loccum. Dazu sind erstmalig alle eingeladen, die den Fachaustausch suchen und sich dem Netzwerk anschließen wollen. Das Netzwerk will Angebote und Expertise für Konfliktbearbeitung in Deutschland stärker bündeln und konstruktive Konfliktkultur fördern. Mitveranstalter des Treffens sind der Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung und die Evangelische Akademie Loccum.

„Konflikte werden heutzutage öffentlicher ausgetragen und das Interesse an Konfliktbearbeitung steigt“, sagt Christof Starke, Mitgründer des Netzwerks. „Parallel dazu müssen Angebote der professionellen Konfliktbearbeitung sichtbarer und weiterentwickelt werden.“ Dafür setzt sich das Bundesnetzwerk Konfliktbearbeitung ein.

Mit Wissen, Forschung und Erfahrungen aus der Praxis wird das Netzwerk künftig den Mehrwert von Konfliktbearbeitung für die Gesellschaft aufzeigen und seine Kompetenzen in den gesellschaftlichen und politischen Diskurs einbringen. Konstruktive Konfliktbearbeitung soll in Deutschland einen neuen Stellenwert bekommen. „Konflikte spalten nicht zwangsläufig. Wenn sie konstruktiv ausgetragen werden, fördern sie Verständigung und festigen den sozialen Zusammenhalt“, ist Starke überzeugt. „Durch unsere Arbeit wollen wir die konstruktive Konfliktkultur und das demokratische Miteinander in Deutschland stärken.“ Den Auftakt dafür bildet das Treffen in Loccum. Rund 80 Menschen sind gekommen, um gemeinsame Vorhaben zu planen, den Transfer zwischen Forschung und Praxis der Konfliktbearbeitung zu intensivieren und das Netzwerk auch organisatorisch auf den weiteren Weg zu bringen.

Das Bundesnetzwerk Konfliktbearbeitung wurde 2024 ins Leben gerufen und zählt aktuell rund 40 Organisationen und Personen, die sich praktisch und politisch für konstruktive Konfliktbearbeitung in Deutschland engagieren. Der Ausbau des Netzwerks erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung im Programm „Demokratie leben!“ (Entwicklung einer bundeszentralen Infrastruktur) des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. In Kürze wird das Bundesnetzwerk Konfliktbearbeitung auch im Internet präsent sein.

Kontakt: Martina Rieken, Tel.: 0151 - 224 134 76, medien@konfliktbearbeitung.org
Bundesnetzwerk Konfliktbearbeitung, c/o AGDF e.V., Endenicher Straße 41, 53115 Bonn

14.11.2025
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Keine Angst vor Konflikten! "Streiten verbindet und ist gesund"

TFA-Veranstaltung zur Stärkung von Konfliktkompetenzen am Mittwoch, 26.11. um 19:00 Uhr mit Karl-Heinz Bittl (Fränkisches Bildungswerk für Friedensarbeit), der den ATCC-Ansatz zur konstruktiven Bearbeitung von Konflikten vorstellt und seine praktische Umsetzung erläutert.

Das Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA) bietet eine weitere Veranstaltung zur Stärkung von Konfliktkompetenzen an: Unter dem Titel „Streiten verbindet und ist gesund“ erläutert am Mittwoch, 26.11.2025 um 19:00 Uhr im Atrium (Bürgermeister-Fischer-Straße 11) Karl-Heinz Bittl (Fränkisches Bildungswerk für Friedensarbeit) den von ihm mitentwickelten ATCC-Ansatz zur konstruktiven Bearbeitung von Konflikten und seine praktische Umsetzung. Der Eintritt ist frei.

Es gibt viele Gründe, sich mit den Kindern, den Partnerinnen oder den Kollegeninnen zu streiten. Es geht um lebenswichtige Themen wie geliebt zu werden, Anerkennung zu erhalten oder die Grenzen zu achten. Konflikte müssen nicht zu unendlichen Schleifen führen. Sie können konstruktiv bearbeitet werden.

Als Menschen sind wir auf Beziehungen angewiesen. Durch unsere Einmaligkeit und damit Vielfalt brauchen wir ständig Klärungsprozesse, die uns helfen, zusammenleben zu können. Im Streit geht es dabei nicht nur um personale Befindlichkeiten, die sehr wichtig sind. Es geht um strukturelle Bedingungen, die uns krank machen, uns isolieren und Gewalt ausüben. Es geht weiterhin um kulturelle Legitimationen, die jede*r von uns auf unterschiedliche Weise aufgenommen und integriert hat. Mit diesem kulturellen Anteil legitimieren wir, ob ein Streit wichtig oder nichtig ist. Damit ein Streit konstruktiv bearbeitet werden kann, braucht er eine Werteorientierung. Darin finden sich auch die Zugänge zu dem Rechtssystem, das sich an den Werten orientieren soll. Weiter ist es wichtig, dass wir über verbindende Rituale verfügen, die uns Teil einer Gemeinschaft sein lassen. Konflikte sind sehr selten persönlich, sie verfügen über einen hohen Anteil an strukturellen Themen. Wenn wir strukturelle Konflikte nur bereden wollen, landen wir in dem Kreislauf der Vergeblichkeit, der zur Erschöpfung führt.

In dem Vortrag wird der Referent den ATCC-Ansatz vorstellen, den Zugang zu den unterschiedlichen Konfliktebenen vermitteln und aufzeigen, wie Konflikte konstruktiv angegangen werden können.

Karl-Heinz Bittl-Weiler ist Dipl. Sozialpädagoge, Konfliktberater, Supervisor, Coach und Lehrbeauftragter an der EvHN. Er hat vor 20 Jahren mit seinem französischen Kollegen Hervé Ott den Ansatz zur konstruktiven Bearbeitung von Konflikten (ATCC) entwickelt. Er ist Autor von Büchern zum Thema Konfliktbearbeitung und bildet Konfliktberaterinnen sowie Jugend- und Erwachsenenbildnerinnen aus. Er leitet das Fränkische Bildungswerk für Friedensarbeit in Nürnberg.

13.11.2025
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80 Jahre Vereinte Nationen: nur eine Zwischenkriegszeit? Vortrag von Andreas Zumach

In diesem Jahr feiern die Vereinten Nationen ihren 80. Geburtstag und sind zugleich in ihrer größten Krise, weil die wichtigsten Mitgliedsstaaten das Interesse an internationaler Zusammenarbeit zunehmend verlieren. Der ehemalige UNO-Korrespondent, Journalist und Buchautor Andreas Zumach präsentiert seine Einschätzungen der aktuellen internationalen Politik.

Zweiter Weltkrieg, Holocaust und Faschismus - nach dem tiefen Zivilisationsbruch der Jahre 1933-1945 wurde in der (am 24. Oktober 1945 in Kraft getretenen) UNO-Gründungcharta das zwischenstaatliche Gewaltverbot als verbindliches Völkerrecht festgelegt. Und mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 wurden erstmals in der Geschichte individuelle Menschenrechte definiert und mit universeller Gültigkeit für alle inzwischen 193 Staaten vereinbart. 80 Jahre später sind diese zivilisatorischen Fortschritte bedroht wie nie zuvor. Die Normen des Völkerrechts werden immer häufiger verletzt und zunehmend unverhohlener in Frage gestellt - zuletzt auch von der bundesdeutschen Regierung. Die UNO ist in Folge von offener Obstruktion und mangels politischen und finanziellen Engagements ihrer Mitgliedsstaaten immer weniger in der Lage, ihre in der Charta von 1945 beschlossenen Kernaufgaben - Frieden, Menschenrechte und Entwicklung für alle Bewohner:innen dieser Erde - wahrzunehmen. Die seit den 1970er Jahren entstandene und für die internationale Sicherheit so wichtige Architektur bilateraler und multilateraler Rüstungskontroll- und Abrüstungsabkommen ist weitgehend zerstört. Zugleich erreichen die weltweiten Militärausgaben seit 2020 immer neue Rekordhöhen. Waren die letzten acht Jahrzehnte nur eine Schönwetterperiode, nur eine Zwischenkriegszeit wie die Jahre zwischen 1919 und 1939? Oder können die 1945 ff. vereinbarten völkerrechtlichen und menschenrechtlichen Normen noch gerettet werden?
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Evangelischen Forum Annahof, der Augsburger Friedensinitiative (AFI), attac Augsburg, Augsburger Forum für Aufklärung Integrität und Respekt (AuxFAIR), Augsburg für Palästina, Deutsche Friedensgesellschaft Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Gruppe Augsburg, Transferzentrum Frieden Augsburg, Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg, pax christi Diözesanverband Augsburg, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) Kreisvereinigung Augsburg

12.11.2025
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Sexuelle Bildung trifft Gewaltprävention: Workshop in Augsburg verbindet Forschung, Praxis und Engagement

Wie können Geschlechterrollen, Männlichkeitsbilder und die Rolle von Dritten zur Prävention sexualisierter Gewalt beitragen? Das Transferzentrum Frieden Augsburg lädt gemeinsam mit der TH Augsburg zu einem Workshop über sexuelle Bildung und Gewaltprävention bei Jugendlichen ein.

Am 25.11. ist Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, an dem sichtbar gemacht werden soll, dass Frauen und Mädchen überproportional von geschlechterbasierter Gewalt betroffen sind. Weibliche Jugendliche sind auch überproportional von sexualisierter Gewalt betroffen. Gleichzeitig möchten wir zeigen, dass die Einbeziehung männlicher Jugendlicher in der Prävention zentral ist: nicht nur im Hinblick auf die Ausübung, sondern vor allem als Bystander, die unterstützen, eingreifen und Schutz bieten können. Sie können zudem in ihren Peergruppen frühzeitig grenzverletzendes Verhalten markieren, benennen und problematisieren, damit aktiv an der Aushandlung von Männlichkeitsnormen mitwirken und sich anbahnendes grenzverletzendes Verhalten unterbinden.

Das Transferzentrum Frieden Augsburg veranstaltet in Kooperation mit der Technischen Hochschule Augsburg einen interaktiven Workshop. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Geschlechterrollen, Männlichkeitsvorstellungen und der Rolle von Dritten („Bystander“) –

ein Ansatz, der in der Präventionslandschaft zunehmend intensiv diskutiert wird.

Ziel des Workshops ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse mit Praxiserfahrungen zu verbinden und gemeinsam Verantwortung füreinander zu übernehmen; denn, auch wenn ein bystander bezogener Präventionsansatz auf die Dynamiken unter Jugendlichen schaut, benötigen junge Menschen Schutzräume, Orientierung und erwachsene Bezugspersonen, die informiert und handlungsfähig sind.

Der Workshop verbindet daher wissenschaftliche Erkenntnisse mit praxisnahen Methoden. Zwei Expert*innen gestalten die inhaltlichen Impulse:

Lynn Marquardt, M.A. – Expertin für Bystander-Prävention, sexualisierte Peergewalt sowie systemische Sexual- und Paarberatung

Dr. Daniel Doll – Institut für Praxisforschung und Projektberatung; promovierte zu „Jugend, sexuelle Gewalt und Männlichkeiten“

Begleitet wird die Veranstaltung von Jennifer Raschke (Dipl.-Päd.), spezialisierte Fachberaterin für sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und Expertin im Bereich Traumapädagogik und systemische Beratung.

An die Impulse schließt ein theaterpädagogischer Praxisteil an, entwickelt im vom BMBF geförderten Forschungsprojekt CHAT („Checken, Abklären und Entscheiden, Tun: Jugendliche gegen sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen stark machen“). In diesem Rollenspielformat werden realitätsnahe Situationen durchgespielt, Reflexionsprozesse angeregt und Handlungsmöglichkeiten erprobt. Gemeinsam beleuchten wir so, wie sexuelle Bildung und Prävention ineinandergreifen können – nicht nur in der Wissensvermittlung, sondern auch in der praktischen Erprobung.

Der Workshop ist Teil des Transferprojekts und des OPEN vhb-Kurses „Dynamiken sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen: Erkennen, Verstehen und Handeln“ und wird organisiert und durchgeführt von Dr. Rebecca Gulowski und Magdalena Holz (Universität Augsburg) in Kooperation mit der Technischen Hochschule Augsburg.

07.11.2025
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BZeFK-Workshop: Transfer beginnt in der Praxis

Wie kann der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft besser gelingen? Dieser Frage gingen rund 30 Expert:innen aus Politik, Praxis und Wissenschaft beim Transfer-Workshop des Bayerischen Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung (BZeFK) am 13./14. Oktober in Augsburg nach.

Transfer ist kein linearer Prozess, der bei wissenschaftlichen Erkenntnissen beginnt und dann unidirektionale Wissensverteilung über die Grenzen des Wissenschaftssystems hinaus betreibt, sondern ein wechselseitiger Austausch mit vielen Facetten. Dies war der Grundtenor des Abschluss-Workshops des vom BMFTR geförderten „Bayerischen Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“ (BZeFK), in dessen Mittelpunkt die vielfältigen Erfahrungen, aber auch Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des Transfers im Bereich der Friedens- und Konfliktforschung standen. Rund 30 Praktiker:innen, Wissenschaftler:innen und Politiker:innen diskutierten über die Zusammenarbeit von Transferbeteiligten, über geeignete Formate und Institutionen, um wissenschaftliche Expertise für die Gesellschaft relevant und verfügbar zu machen. Konkrete Impulse dafür lieferte unter anderem eine Keynote von Prof. Dr. Sebastian Büttner (Transfer Unit Wissenschaftskommunikation der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften), in der er den Transferbegriff aus der Perspektive der Wissenschaftsforschung beleuchtete.

Bereits im ersten Panel des Workshops wurde deutlich, dass Transfer keine Einbahnstraße ist. Dort formulierten Vertreter:innen aus Politik und zivilgesellschaftlicher Praxis zentrale Erwartungen an die Wissenschaft und den Transfer. Eine Teilnehmerin aus der Praxis brachte es in Richtung der anwesenden Wissenschaftler:innen so auf den Punkt: „Ohne uns wärt ihr aufgeschmissen.” Denn aus der Praxisperspektive setzt erfolgreicher Transfer voraus, dass die Wissenschaft weiß, welche Bedarfe vor Ort bestehen, wie Wissen aufbereitet werden muss und welche Formen des Austauschs wirklich produktiv sind.

Wie vielfältig Transfer dabei sein kann, zeigten die Beispielprojekte aus dem Forschungsverbund BZeFK selbst: Vorgestellt wurden künstlerische Interventionen zur Erinnerungskultur sowie eine gemeinsam mit Studierenden konzipierte Ausstellung. Gerade dort, wo experimentiert wurde, entstanden produktive Spannungen und neue Formen der Kooperation und des Transfers. Daran anschließend verdeutlichte der Roundtable zu Deutungskämpfen, dass Transfer immer auch mit Auseinandersetzungen um Bedeutung und gesellschaftliche Relevanz des Wissens einhergeht – und somit selbst Teil jener Konflikte ist, die in der Friedens- und Konfliktforschung untersucht werden.

Auch die institutionelle Ebene spielt für den Transfer eine zentrale Rolle: Vertreter:innen der Friedensakademie Rheinland-Pfalz, der Bayerischen Wissenschaftsallianz für Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung, des Transferzentrums Frieden Augsburg sowie der Forschungsverbünde TraCe und BZeFK berichteten, welche Transferstrukturen etabliert werden konnten, um mit spezifischem Wissen bestimmte Praxisfelder zu erreichen.

Die Auseinandersetzung mit Transfer blieb jedoch nicht bei Praxisbeispielen stehen. Begrenzte Ressourcen, unterschiedliche Logiken von Wissenschaft und Praxis sowie der Wunsch nach messbarer Wirkung stellen zentrale Herausforderungen dar. Gerade dort, wo unterschiedliche Perspektiven aufeinandertrafen, entstanden dabei die lebendigsten Diskussionen – jenseits der oft gezogenen Grenze zwischen Wissenschaft und Praxis: Ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Frieden und Konflikten ohne Transfer überhaupt denkbar? Welche normativen Positionierungen sind mit Transfer verbunden? Und wie stark sind die jeweiligen Perspektiven disziplinär geprägt?

Der Workshop endete bewusst offen mit einem Panel zu Fragestellungen, Themen und Ideen für zukünftige Kooperationen und zu weiteren Formaten des Austauschs. So gingen die Teilnehmer:innen mit neuen Fragen, aber auch neuen Erkenntnissen und der Aussicht auf mehr Transfer auseinander. Für die nächsten Koordinations-Schritte steht der Arbeitskreis „ Wissenschaft und Praxis“ der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) zur Verfügung.

04.11.2025
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Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien 2026 ausgeschrieben

Die Ausschreibung wendet sich an alle wissenschaftlichen Disziplinen, um in besonderer Weise interdisziplinär und innovativ angelegte Qualifikationsarbeiten von Wissenschaftler*innen auszuzeichnen, deren Forschung sich mit der interkulturellen Wirklichkeit in Deutschland und den damit zusammenhängenden Fragen und Herausforderungen auseinandersetzt.

Mit der Vergabe des Augsburger Wissenschaftspreises für interkulturelle Studien sollen Anreize für thematisch einschlägige Forschungsarbeiten gegeben und interkulturelle Fragestellungen besonders gefördert werden. Der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis wird für Dissertationen oder Habilitationsschriften vergeben, der Förderpreis in Höhe von 1.500 Euro für Master-, Diplom-, Magister- oder Staatsexamens-Arbeiten. Damit ist das Anliegen verbunden, dass die Wissenschaft Forschungsergebnisse bereitstellt, die einen Beitrag zum besseren Verständnis einer von ‚Diversity‘ geprägten Gesellschaft und den hier notwendig werdenden Gestaltungsformen leisten. Zur Ausschreibung.

Durch die Auszeichnung exzellenter Nachwuchswissenschaftler*innen wird die Bedeutsamkeit interkultureller Studien für ein friedliches Zusammenleben in offenen Gesellschaften hervorgehoben und die wissenschaftliche Entwicklung im Hinblick darauf unterstützt und vorangetrieben. Bewerbungsschluss für den Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien 2026 ist der 5. Dezember 2025.

Der Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien, der 1997 auf Initiative des Gründers von FiLL e. V., des Unternehmers und späteren Augsburger Friedenspreisträgers Helmut Hartmann, erstmals ausgeschrieben wurde, zeichnet hervorragende Leistungen von Nachwuchswissenschaftler*innen aus, deren Forschung sich mit der interkulturellen Wirklichkeit in Deutschland und den damit zusammenhängenden Fragen und Herausforderungen auseinandersetzt. Die Universität Augsburg, das Forum Interkulturelles Leben und Lernen (FiLL e.V.) und die Friedensstadt Augsburg verleihen gemeinsam den Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien.

Über die Vergabe des Augsburger Wissenschaftspreises für interkulturelle Studien entscheidet eine Jury, die sich aus Wissenschaftlerinnen der Universität Augsburg und anderer Universitäten sowie aus Vertreterinnen des FiLL e.V. und der Stadt Augsburg zusammensetzt. Beide Preise werden bei einer akademischen Festveranstaltung jeweils im Sommersemester im Goldenen Saal des Rathauses der Friedensstadt Augsburg verliehen.

24.10.2025
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"Frieden durch Demokratie" - Christoph Wellers Beitrag in der THA-Ringvorlesung

"Demokratie schützen“ lautet das Thema der Ringvorlesung an der Technischen Hochschule Augsburg im Wintersemester 25/26 mit Prof. Wellers Einführungsvortrag zum Thema „Frieden durch Demokratie“

Demokratie gerät zunehmend unter Druck, nicht nur durch autokratische Herrscher, demokratiefeindliche Parteien und die Eigenlogik digitalisierter Medien, sondern auch durch äußere Bedrohungen demokratisch regierter Staaten. Dadurch wird Sicherheit mehr und mehr als dominante Legitimation politischer Entscheidungen anerkannt und die Versicherheitlichung dringt in immer weitere Bereiche vor. Kann angesichts dieser Lage "Frieden“ eine gute und tragfähige Begründung für die Aufrechterhaltung und den Schutz der Demokratie sein? Welche Friedensvorstellungen sind damit verbunden, wenn der Zusammenhang zwischen Demokratie und Frieden stark gemacht wird?

Auf diese Zusammenhänge geht Christoph Weller in seinem Beitrag zur Ringvorlesung „Demokratie schützen“ ein. Die gesamte Ringvorlesung ist breiter angelegt und thematisiert ganz verschiedene Dimensionen des Schutzes der Demokratie. Sie beginnt am 15. Oktober mit einer Einführung zur Frage „Was ist Demokratie und was ist daran schützenswert?“

Zu den weiteren Themen der Ringvorlesung: "In den öffentlichen Diskursen zeigt sich zunehmend ein Zweifel an der Demokratie. Mächtige Länder der Welt folgen nichtdemokratischen Idealen, gestalten das internationale Zusammenleben nach Prinzipien, die wir nicht durchschauen und nicht befürworten können. Aber auch in Deutschland formt sich fundamentale Kritik an der bisher bewährten gesellschaftlichen Ordnung und an der Politik, die die Aufgabe hat, diese Ordnung zu gestalten. Einzelne Kritiken an der aktuellen Praxis der Demokratie hat es schon immer gegeben, aber ein öffentlicher Zweifel am demokratischen Prinzip war seit der Gründung der Bundesrepublik nicht wahrnehmbar. Heute bröckelt der gesellschaftliche Zusammenhalt. Wenn wir ihn wieder herstellen wollen, müssen wir uns wieder mit fundamentalen Fragen beschäftigen. Welche Grundlagen des Zusammenlebens sollten heute Bestand haben? Was ist das Schützenswerte an der Demokratie? Und wie schützen wir das Schützenswerte? Wie beeinflusst politisches Handeln den Glauben an der Demokratie? Welchen Bedrohungen ist die Demokratie heute (von innen und von außen) ausgesetzt? Welchen Einfluss haben militärische Macht, technologischer Fortschritt, Künstliche Intelligenz und autonome Systeme, fake news, Microtargeting oder Beschleunigung auf unsere Vorstellung von der Demokratie?"

Die öffentliche Ringvorlesung ist eine Kooperation der Technischen Hochschule Augsburg (THA) mit der Volkshochschule Augsburg. Die wissenschaftliche Leitung haben Prof. Dr. László Kovács, Professor für Politik, Ethik und Philosophie sowie THA-Vizepräsident für Studium und Lehre, und Dr. Markus Würmseher, Fakultät für angewandte Geistes- und Naturwissenschaften, inne. Die Technische Hochschule Augsburg und die Volkshochschule Augsburg tun sich für diese Auseinandersetzung zusammen und laden Sie ein, an der Vorlesungsreihe mitzudiskutieren

13.10.2025
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BZeFK-Abschluss-Workshop zum Thema „Transfer“ am 13./14. Oktober 2025 in Augsburg

Der Wissenstransfer von Forschungsergebnissen in die Gesellschaft steht im Mittelpunkt, wenn das Bayerische Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung (BZeFK) seinen Abschluss-Workshop veranstaltet. Er wendet sich neben den Transfer-Institutionen und Formaten auch den Adressat*innen des Transfers zu.

Der seit 2022 vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (jetzt: BMFTR) geförderte Forschungsverbund „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“ (BZeFK) veranstaltet am 13./14. Oktober 2025 seinen Abschluss-Workshop in Augsburg zum Thema „Transfer“. Wir haben interessante Forschungsergebnisse zu Deutungskämpfen erarbeitet, aber damit Gesellschaft und Politik von den Ergebnissen der Friedens- und Konfliktforschung profitieren können, muss der Transfer aus der Wissenschaft in die Praxis gelingen. Deshalb stehen Fragen, Erfahrungen und Perspektiven des (Wissens-)Transfers im Mittelpunkt unseres Abschluss-Workshops. Er greift damit auch die entsprechend des Bayerischen Hochschulinnovationsgesetzes dritte Kernaufgabe der bayerischen Hochschulen, den Wissenstransfer von Forschungsergebnissen in die Gesellschaft, auf, bündelt die vorliegenden Erfahrungen und entwickelt Perspektiven für die Zukunft des Transfers. Teilnehmen werden ca. 40 Wissenschaftler*innen und Interessierte aus unterschiedlichen Feldern (Politik, Engagement, Wissenschaft, Bildung etc.) zur Reflexion ihrer Transfererfahrungen sowie zur Diskussion innovativer Formen und Formate des Wissenstransfers und seiner Zukunft in der Friedens- und Konfliktforschung.

18.09.2025
Bild zu Dr. Michaela Zöhrer wechselt zum Projekt „Feministische Friedensforschung im deutschsprachigen Raum“

Dr. Michaela Zöhrer wechselt zum Projekt „Feministische Friedensforschung im deutschsprachigen Raum“

Seit dem 1. September 2025 arbeitet Michaela Zöhrer mit Kolleg*innen an der Hochschule Rhein-Waal an einer von der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF) geförderten „Synthesestudie mit Handlungsempfehlungen für Forschung und Hochschullehre“.

In den kommenden 18 Monaten verfolgt sie gemeinsam mit Christine Buchwald, der Projektleiterin Prof. Dr. Eva Maria Hinterhuber und studentischen Hilfskräften (aktuell: Eva-Maria Pölger und Sharon Spievak) das Ziel der Stärkung feministischer Friedens- und Konfliktforschung im deutschsprachigen Raum.

„Feministische Außenpolitik, die UN-Agenda „Frauen, Frieden, Sicherheit“, geschlechtsbasierte Kriegsgewalt, Frauenrechte als Menschenrechte – die aktuellen politischen Herausforderungen unterstreichen die Relevanz des von der feministischen Friedens- und Konfliktforschung bearbeiteten Themenspektrums. Im wissenschaftlichen Mainstream besteht dennoch eine Marginalisierung der Themen fort, wie der Bericht des Wissenschaftsrats zur Weiterentwicklung der Friedens- und Konfliktforschung in Deutschland (2019: 72) verdeutlicht.

Dessen ungeachtet hat die feministische Friedens- und Konfliktforschung im deutschsprachigen Raum in den vergangenen drei Jahrzehnten eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Den aktuellen Forschungsstand in Form einer Synthesestudie systematisch zu erheben und damit zu ihrer Stärkung beizutragen, ist das Ziel dieses Projektvorhabens. Mit Blick auf die vom Wissenschaftsrat (ebd.) geforderte Internationalisierung, Interdisziplinarität und Vernetzung zielt das Vorhaben auf Folgendes ab:

  1. Der Stand der feministischen Friedensforschung im deutschsprachigen Raum wird systematisch erhoben und mit dem internationalen Forschungsstand abgeglichen.
  2. Die Berücksichtigung von Forschung aus unterschiedlichen Fachrichtungen in der geplanten Synthesestudie macht die interdisziplinäre Ausrichtung der feministischen Friedensforschung deutlich.
  3. Die Erhebung schafft eine Übersicht über zentrale Akteur*innen im deutschsprachigen Raum, trägt zu deren Vernetzung bei
  4. und festigt so deren Sichtbarkeit auch auf internationaler Ebene.

Durch die systematische Erhebung und den Abgleich mit dem internationalen Diskurs werden Spezifika im deutschsprachigen Raum deutlich, aber auch Leerstellen herausgearbeitet. Die Vorgehensweise des Systematic Review ermöglicht zudem, auch Themenfelder zu inkludieren, die ansonsten wenig Sichtbarkeit erfahren.

Ziel des Projektes ist es, neben Ableitungen für weitere Forschungen die Ergebnisse in begrenztem Rahmen in Form von Lehrmaterialien auch für die hochschulische Lehrpraxis zugänglich zu machen und so nachhaltig den Zugang zukünftiger wissenschaftlicher Generationen zum Themenfeld der feministischen Friedensforschung zu erleichtern.“ (Quelle: DSF)

Kontakt: michaela.zoehrer[at]hochschule-rhein-waal.de

16.09.2025
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Rückblick – 3. Workshop für promovierende Friedens- und Konfliktforscher*innen in Bayern

Vom 30. Juli bis 1. August 2025 fand zum dritten Mal ein Workshop des Bayerischen Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung (BZeFK) mit dem Ziel der kollegialen (Selbst-)Stärkung des wissenschaftlichen ‚Nachwuchses‘ statt.

Im Rahmen des Forschungsverbunds „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“ (BZeFK) trafen sich in diesem Jahr 16 Nachwuchs-Wissenschaftler*innen zur Diskussion von elf Promotionsprojekten und zum Erfahrungsaustausch. Der dreitägige Workshop fand in englischer Sprache in der Jugendherberge Augsburg statt, unter Beteiligung von Post-Docs des BZeFK-Forschungsverbunds. Gemeinsam wurden Promotionsprojekte zu einer Vielfalt an Themen der interdisziplinären Friedens- und Konfliktforschung diskutiert – neben Politikwissenschaft und Soziologie auch Projekte aus der Geschichtswissenschaft, Psychologie und Mathematik.

Der Workshop ist primär Forum für die Diskussion und Weiterentwicklung individueller Promotionsprojekte, bietet daneben aber auch Raum für die kollegiale Vernetzung und den Erfahrungsaustausch unter Friedens- und Konfliktforscherinnen in Bayern und darüber hinaus. Die Reihe der „Workshops für promovierende Friedens- und Konfliktforscherinnen in Bayern“ wurde finanziell unterstützt aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).

Wie in den letzten Jahren auch, wurde das Angebot von den Teilnehmer*innen sehr positiv bewertet, insbesondere das Feedback in einer wertschätzenden und konstruktiv-kritischen Diskussionsatmosphäre wurde als große Bereicherung hervorgehoben. Details zur (didaktischen) Konzeption der Workshop-Reihe lassen sich in einem auf „Lehrgut. Ein Blog für Lehrende der Friedens- und Konfliktforschung“ Beitrag nachlesen, verfasst von Michaela Zöhrer, die die Workshops organisierte

07.08.2025
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Nachgefragt zum Friedensfest: Wie wir in Augsburg besser mit Konflikten umgehen können

Wie lässt sich gesellschaftlicher Frieden aktiv gestalten? Warum sind Konflikte dabei kein Hindernis, sondern eine Chance? Prof. Dr. Christoph Weller spricht im Interview über seine Arbeit im Transferzentrum Frieden Augsburg – und erklärt, welche Rolle Wissenschaft, Bildung und das Augsburger Friedensfest dabei spielen.

Das Augsburger Hohe Friedensfest feiert 2025 sein 375-jähriges Jubiläum – ein besonderer Anlass, um über die Bedeutung von Frieden heute nachzudenken. Prof. Dr. Christoph Weller, Professor für Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Augsburg, begleitet das Friedensfest nicht nur wissenschaftlich, sondern ist auch Initiator des Transferzentrums Frieden Augsburg. Im Interview spricht er darüber, wie konstruktive Konfliktbearbeitung in der Stadtgesellschaft gelingen kann – und welchen Beitrag die Friedens- und Konfliktforschung dazu leisten kann.

Was bedeutet Frieden für Sie persönlich – und wann empfinden Sie eine Gesellschaft als friedlich?

Wichtig ist aus meiner Sicht, Frieden nicht als Zustand zu betrachten, den wir vielleicht irgendwann erreichen. In der Friedensforschung verstehen wir Frieden als Prozess abnehmender Gewalt und zunehmender Gerechtigkeit. Für mich entsteht gesellschaftlicher Frieden dort, wo Konflikte konstruktiv bearbeitet werden, um beispielsweise mehr Gerechtigkeit zu schaffen. Konflikte sind dabei nichts Negatives, sondern ein wichtiger Teil gesellschaftlicher Entwicklung – wenn wir lernen, gut mit ihnen umzugehen.

Sie haben das Transferzentrum Frieden Augsburg ins Leben gerufen. Was ist Ihr Ziel – und was ist dabei besonders herausfordernd?

Der thematische Schwerpunkt meines Lehrstuhls wurde im Kontext des Friedensfests 2005 auf die Friedens- und Konfliktforschung hin ausgerichtet. Weil es in der Friedensstadt Augsburg eine erhöhte Aufmerksamkeit für Friedensthemen gibt, stellen wir im Rahmen des Transferzentrums die praxisrelevanten Erkenntnisse der Friedens- und Konfliktforschung, beispielsweise wissenschaftlich fundiertes Wissen über Konfliktbearbeitung, für die Stadtgesellschaft zur Verfügung. Und die Nachfrage ist hoch: Wir bekommen auch viele Anfragen von Einrichtungen und Initiativen, die sich mehr Sicherheit im Umgang mit Konflikten wünschen.

Was ist besonders herausfordernd für das Transferzentrum?

Die Herausforderung liegt häufig darin, die passenden Formate zum richtigen Zeitpunkt anzubieten – und diese auch gut zu kommunizieren. Oft hören wir: „Wenn ich gewusst hätte, dass das stattfindet, wäre ich gerne gekommen.“ Das zeigt uns, wie wichtig neben dem inhaltlichen Angebot auch die breite Information darüber ist.

Können Sie ein Beispiel nennen, wo Ihr Lehrstuhl und das Transferzentrum konkret zu einem friedlicheren Miteinander in Augsburg beigetragen haben?

Das Transferzentrum kann kein unmittelbarer Friedensstifter sein – aber es hilft dabei, Konflikte besser zu verstehen und konstruktiv mit ihnen umzugehen. Unser Ziel ist es, Menschen zu ermutigen, Konflikte nicht zu vermeiden, sondern sie als Chance für Veränderung zu begreifen. Ein Beispiel: Im Auftrag der Stadt haben wir einen Beteiligungsprozess zur Weiterentwicklung des Programms zum Friedensfest begleitet. Dabei konnten wir die Konfliktlinien sichtbar machen, die dann konstruktiv bearbeitet werden konnten.

Sie bieten mit dem Transferzentrum vielfältige Bildungs- und Qualifizierungsangebote an. Welche Zielgruppen erreichen Sie damit – und welche Formate haben sich besonders bewährt?

Wir erleben ein breites Interesse an Fragen der praktischen Konfliktbearbeitung, quer durch alle Altersgruppen und gesellschaftlichen Bereiche. Viele Menschen werden durch Konflikte verunsichert und würden sie deshalb gerne vermeiden. Unsere Workshops vermitteln ihnen Wissen und Werkzeuge, um mit Konflikten bewusster, mutiger und konstruktiver umzugehen. Besonders gefragt sind unsere Qualifizierungsangebote für pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen zur Stärkung ihrer Konfliktkompetenzen.
Diese Formate wollen wir künftig noch ausweiten – etwa auf andere Berufsfelder, in denen professionell mit gesellschaftspolitischen Konflikten umgegangen werden muss. Denkbar wären zum Beispiel auch Angebote für Journalistinnen und Journalisten, die mit ihrer Berichterstattung Einfluss auf gesellschaftliche Konfliktdynamiken nehmen.

Wie bringt sich das Transferzentrum darüber hinaus in das städtische Friedensengagement ein?

Zwei Beispiele möchte ich nennen, die es bereits seit vielen Jahren gibt: Die Peace Summer School, die jedes Jahr im Rahmen des Friedensfests angeboten wird, stand in diesem Jahr unter dem Thema „Intersektionalität“. Dabei ging es um die Überschneidung verschiedener Diskriminierungsformen – etwa aufgrund von Herkunft, Geschlecht oder sozialem Status – und darum, wie sich die damit verbundenen Konflikte sensibel und konstruktiv bearbeiten lassen.

Außerdem werden jedes Jahr die zentralen Ergebnisse des Friedensgutachtens der großen deutschen Friedensforschungsinstitute in Augsburg vorgestellt. Der aktuelle Bericht trägt den Titel „Frieden retten!“ und analysiert globale Konflikte – vom Krieg in der Ukraine, im Gazastreifen bis hin zum Krieg im Sudan. Zugleich formuliert das Gutachten konkrete Empfehlungen, wie Europa besser Verantwortung für den Frieden übernehmen kann.

Das Augsburger Friedensfest blickt auf eine lange Tradition zurück. Welche Bedeutung hat es heute – und was sind aus Ihrer Sicht die zentralen friedenspolitischen Aufgaben für die Zukunft?

Gerade in einer Zeit, in der globale Krisen und gesellschaftliche Spannungen zunehmen, kommt dem Friedensfest eine besondere Bedeutung zu. Es ist viel mehr als ein Feiertag – es ist Ausdruck einer besonderen Augsburger Friedens-Tradition, die sich nicht im Erinnern erschöpft. Diese Tradition wird beim Friedensfest immer wieder aktualisiert und ist heute mehr den je gefordert. Wir nennen das einen konstruktiven Konfliktbearbeitungs-Modus, was die Bedeutung des Friedensfests, aber auch des Transferzentrums Frieden zeigt.

Wo zeigte sich diese Tradition in diesem Jahr in besonderer Weise?

Der Deutschen Präventionstag fand in diesem Jahr in Augsburg unter der Themenstellung „Prävention und gesellschaftlicher Frieden“ statt. Auch das war Ausdruck dieser Tradition. Es ging um die Frage, was gesellschaftlichen Frieden stärken kann. Alle individuellen Bemühungen um konstruktive Konfliktbearbeitung strahlen positiv auf den gesellschaftlichen Frieden aus. Das lege ich in meiner Konzeptualisierung von „Gesellschaftlichem Frieden“ dar: Frieden ist ein Prozess, der im konstruktiven Umgang mit gesellschaftspolitischen Konflikten gestaltet wird. Auf diese Weise wird eine Gesellschaft vor der Eskalation ihrer Konflikte geschützt - und dazu trägt jede und jeder einzelne durch konstruktive Konfliktbearbeitung bei.

Zur Person

Christoph Weller ist Professor für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Augsburg. Seine Schwerpunkte sind unter anderem gesellschaftliche Konfliktbearbeitung, Friedensforschung, Gewaltprävention und politische Deutungskämpfe. Seit 2008 begleitet er das Augsburger Friedensfest wissenschaftlich und bringt friedenswissenschaftliche Expertise in die Stadtgesellschaft ein. Er ist Initiator des Transferzentrums Frieden Augsburg und Leiter des Bayerischen Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Augsburg. In seiner Forschung entwickelt er u.a. Konzepte für gesellschaftlichen Frieden, die auch in der politischen Praxis Anwendung finden.

Das Transferzentrum Frieden Augsburg

Das Transferzentrum ist eine Kooperation der Universität Augsburg mit der Stadt Augsburg. Es fördert den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, bietet Bildungsformate, begleitet kommunale Projekte und stärkt das friedliche Miteinander in der Stadt. Es wird unterstützt durch den Forschungsverbund „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung“ und geleitet von Christoph Weller; Geschäftsführung: Christina Pauls; Netzwerkkoordination: Luisa Kneer; Koordination: Alexandra Nägele.

06.08.2025
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Konfliktkompetenzen in den Praxisfeldern der Friedensstadt Augsburg stärken

Das Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA) kooperiert mit dem Amt für Kindertagesbetreuung der Stadt Augsburg zur Stärkung der Konfliktkompetenzen bei pädagogischen Fachkräften

Im Rahmen der Kooperation des Transferzentrums Frieden mit dem Amt für Kindertagesbetreuung der Stadt Augsburg werden für die städtischen Kindertageseinrichtungen verschiedene Workshopmodule zur Stärkung von Konfliktkompetenzen angeboten. Die Workshops wurde im Transferzentrum Frieden gemeinsam mit Hildegard Schwering vom Institut für Mediation, Konfliktmanagement und Ausbildung (IMKA) entwickelt. Ziel ist es, Kommunikations-, Moderations- und Konfliktkompetenzen beim Personal von Kindertageseinrichtungen zu stärken, mit besonderem Schwerpunkt auf der Konfliktbearbeitung unter Erwachsenen.

Ausgangspunkt dieses Qualifizierungsangebots war eine Bedarfsanalyse im Frühjahr 2024, die das TFA mit dem Leitungsteam der Elterninitiative Kindernest e.V. durchführte. Daraus entstand eine viermodulige Workshopreihe für pädagogische Fachkräfte. Die Module reichen von Grundlagen der Kommunikation und Moderation bis hin zur Konfliktbearbeitung in interkulturellen Kontexten. Besonderes Augenmerk liegt auf der Methode der Konfliktmoderation, die sich insbesondere zur Bearbeitung von Gruppenkonflikten bewährt hat.

Im Oktober und November 2024 wurden bereits die ersten beiden Module im Rahmen eines Pilotprojektes erfolgreich erprobt. Die Teilnehmenden des Kinderneste e.V. reflektierten darin ihre persönlichen Konfliktverständnisse, übten konkrete Moderationsmethoden – etwa für konfliktbeladene Elternabende oder Konflikte im Team – und entwickelten neue Perspektiven für ihren beruflichen Alltag. Unterstützt wurden sie dabei durch begleitende Arbeitshefte des Transferzentrums mit interaktiven Reflexionsaufgaben und weiterführenden Materialien.

2025 wurde das Workshopangebot für die städtischen Kindertageseinrichtungen ausgeweitet und seit Juni 2025 umgesetzt. Das Transferzentrum Frieden leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Konfliktbearbeitungs-Kompetenzen in Augsburg und speziell zur Reflexion von Konfliktkompetenzen im pädagogischen Alltagsbetrieb.

05.08.2025
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Materialsammlung „frieden.elementar“ eröffnet vielfältige Zugänge zur Friedensbildung an Schulen

Der Materialschuber entstand aus einer langjährigen Kooperation der Geschäftsführerin des Transferzentrums Frieden Augsburg, Christina Pauls, mit dem Friedensbüro der Stadt Augsburg und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

Der Materialschuber „frieden.elementar“ für die Friedensbildung an Schulen entstand aus einer langjährigen Kooperation der Geschäftsführerin des Transferzentrums Frieden Augsburg, Christina Pauls, mit dem Friedensbüro der Stadt Augsburg und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit.

Mit dem Erscheinen des Materialschubers „frieden.elementar“ steht bayerischen Schulen ab sofort eine umfassende und altersgerechte Sammlung zur Verfügung, um das Thema Frieden systematisch und methodisch fundiert im Unterricht zu behandeln. Entwickelt wurden die Inhalte der Materialsammlung in Zusammenarbeit mit Christina Pauls, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung und Geschäftsführerin des Transferzentrum Frieden Augsburg.

Der Materialschuber beinhaltet zwölf methodisch vielfältige Module, die zentrale Facetten von Frieden beleuchten – von Konflikt über Zugehörigkeit bis hin zu Gerechtigkeit – und richtet sich an Schülerinnen und Schüler aller Schularten. Ziel ist es, den Friedensbegriff aus individueller, gesellschaftlicher und internationaler Perspektive erfahrbar zu machen und zur kritischen Reflexion anzuregen. Die Module verbinden theoretische Grundlagen mit lebensweltlichen Bezügen und bieten damit einen innovativen Zugang zur politischen Bildung.

Allein das Modul „Frieden & Gewalt“, welches einen grundlegenden friedenstheoretischen Beitrag leistet und Bestandteil des Schubers sein sollte, wurde von der Redaktion der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit in der Endredaktion durch „Frieden & Sicherheit“ ersetzt, was Christina Pauls sehr bedauert. Dennoch lohnt sich der Einsatz des Materialschubers in der Friedensbildung an Schulen, wie auch in der außerschulischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen. Gerne können Sie das Modul „Frieden & Gewalt“ zusätzlich bei Christina Pauls per E-Mail anfragen.

Begleitend zum Materialschuber stehen im Onlinebereich der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit noch weitere ergänzende Arbeitsblätter, Präsentationen und Hintergrundinformationen zur Verfügung.

Der Materialschuber entstand im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Christina Pauls, dem Friedensbüro der Stadt Augsburg und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. Fachliche Impulse gingen unter anderem aus der gemeinsamen Lehrer*innenfortbildung „Frieden – was ist das überhaupt?“ (Juni 2021) hervor. Ab 2023 wurde kollaborativ an den konkreten Methoden gearbeitet, die im Februar 2024 in der Fortbildung „Können wir Frieden lernen?“ vorgestellt wurden.

Der Materialschuber steht auch Interessierten außerhalb Bayerns zur Verfügung und kann über folgenden Link gegen eine Schutzgebühr erworben werden: www.blz.bayern.de/materialschuber-friedenelementar

24.07.2025
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Neuerscheinung: "Deutungskämpfe: Begriffe, Konzept, Bearbeitung“ von Christoph Weller

Der Beitrag ist in der „Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung“ (ZeFKo) erschienen und konzeptualisiert den für die Forschung am Bayerischen Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung zentralen Begriff der „Deutungskämpfe“, veranschaulicht am Konflikt über Meinungsäußerungen zur israelischen Kriegführung im Gazastreifen.

Weller, Christoph 2025: Deutungskämpfe: Begriffe, Konzept, Bearbeitung, in: Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung/ZeFKo Studies in Peace and Conflict 14: 1

Abstract: Der Beitrag wendet sich dem, für die Forschung am Bayerischen Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung (BZeFK) zentralen Begriff der „Deutungskämpfe“ zu. Er verdeutlicht einleitend die Relevanz von Deutungskämpfen für die Friedens- und Konfliktforschung. Anschließend gibt der Text Einblicke in verschiedene wissenschaftliche Studien und disziplinäre Zusammenhänge, in denen der Begriff „Deutungskämpfe“ Verwendung findet und dabei jeweils Unterschiedliches hervorheben soll. Daran anknüpfend wird eine differenzierte konflikttheoretische Konzeptualisierung des Begriffs präsentiert, mit deren Hilfe die spezifischen Kennzeichen der Konfliktkonstellation des Deutungskampfes herausgearbeitet und exemplarisch am Konflikt über öffentlich akzeptable Meinungsäußerungen zur israelischen Kriegführung im Gazastreifen im Frühjahr 2024 veranschaulicht werden. Eine Friedensperspektive auf Deutungskämpfe und entsprechende Institutionen der Konfliktbearbeitung bildet den Schluss des Beitrags.

22.07.2025
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Friedensethik - Thema der Ringvorlesung „Frieden riskieren?“

In seinem Vortrag "Hat der 'gerechte Frieden' ausgedient?“ geht der Theologe Prof. Dr. Bernd Oberdorfer in der letzten Veranstaltung der Ringvorlesung auf die aktuellen Kontroversen über die protestantische Friedensethik ein.

In seinem Vortrag "Hat der 'gerechte Frieden' ausgedient?“ geht der Theologe Prof. Dr. Bernd Oberdorfer (Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Augsburg) in der letzten Veranstaltung der Ringvorlesung „Frieden risikieren?“ des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung auf die aktuellen Kontroversen über die protestantische Friedensethik ein. Veranstaltungsort: Augustanasaal, Annahof 4.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend von der klassischen Lehre vom "gerechten Krieg" distanziert und stattdessen das Leitbild des "gerechten Friedens" entwickelt. Angesichts des russischen Aggressionskriegs gegen die Ukraine wird aber kontrovers diskutiert, ob diese Positionierung heute nicht revidiert oder zumindest modifiziert werden muss. Der Vortrag und die anschließende Diskussion analysieren und kommentieren die aktuellen Debatten.

Prof. Dr. Bernd Oberdorfer ist Professor für Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Systematische Theologie und theologische Gegenwartsfragen an der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg.

04.07.2025
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Prof. Christoph Weller at the 28th IPSA-World Congress of Political Science in Seoul

Beim Welt-Kongress der International Political Science Association (IPSA) vom 12. - 16. Juli 2025 in Seoul präsentiert Christoph Weller sein aktuelles Paper „Societal Peace: a conflict-theoretical conceptualization“ im General Track „Peace and Conflict Studies“ zum Kongress-Thema „Resisting Autocratization in Polarized Societies“

Societal Peace: a conflict-theoretical conceptualisation

Christoph Weller

Paper to be presented at the 28th World Congress of Political Science (IPSA 2025), Panel “The Evolution of Homeland Security, Home Affairs, and Civil Security Policies around the World: Values vs. Resilience?”, General Track „Peace and Conflict Studies" in Seoul, 12. – 16. Juli 2025

Abstract: The paper explains a scientific understanding of “societal peace”

(„ Gesellschaftlicher Frieden“) based on theories of social conflict. This concept goes beyond the traditional idea of peace and conflict research, in which peace is understood as the opposite of violence. Instead, it focuses primarily on practice-oriented questions that are becoming more pressing than ever as socio-political disputes become more radicalised and the danger of escalation in social conflicts increases. The term “peace” is generally associated with greater expectations than just the absence of war. Thus, “societal peace” can also be expected to protect society from the escalation of its conflicts. Because the state's monopoly on the legitimate use of force plays an important role in this, the understanding of “societal peace” cannot be primarily based on the absence of violence. Instead, a way of dealing with socio-political conflicts that prevents conflict escalation is of central importance. The prevention of conflict escalation in daily social coexistence is at the centre of this conflict-theoretical consideration of “societal peace”

02.07.2025
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Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien 2026 ausgeschrieben

Die Ausschreibung wendet sich an alle wissenschaftlichen Disziplinen und will in besonderer Weise interdisziplinär und innovativ angelegte Qualifikationsarbeiten prämieren. Am 14. Juli 2025 um 19 Uhr findet in Augsburg die Verleihung des mit 5.000 € dotierten Hauptpreises und des Förderpreises (1.500 €) des Wissenschaftspreises 2025 statt.

Die Universität Augsburg, das Forum Interkulturelles Leben und Lernen (FiLL e.V.) und die Friedensstadt Augsburg verleihen seit vielen Jahren gemeinsam den Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien. Die zwei Preise für das Jahr 2025 werden am Montag, 14. Juli 2025 um 19:00 Uhr durch die Präsidentin der Universität Augsburg, die Oberbürgermeisterin der Stadt Augsburg und die Vorsitzende von FiLL e.V. im Hörsaal 1001 der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg verliehen. Dazu sind alle Interessierten eingeladen.

Der Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien, der 1997 auf Initiative des Gründers von FiLL e.V., des Unternehmers und späteren Augsburger Friedenspreisträgers Helmut Hartmann, erstmals ausgeschrieben wurde, zeichnet hervorragende Leistungen von Nachwuchswissenschaftler*innen aus, deren Forschung sich mit der interkulturellen Wirklichkeit in Deutschland und den damit zusammenhängenden Fragen und Herausforderungen auseinandersetzt.

Die Ausschreibung wendet sich an alle wissenschaftlichen Disziplinen und will in besonderer Weise interdisziplinär und innovativ angelegte Qualifikationsarbeiten prämieren. Mit der Vergabe des Preises sollen Anreize für thematisch einschlägige Forschungsarbeiten gegeben und interkulturelle Fragestellungen besonders gefördert werden. Damit ist das Anliegen verbunden, dass die Wissenschaft Forschungsergebnisse bereitstellt, die einen Beitrag zum besseren Verständnis einer von ‚Diversity‘ geprägten Gesellschaft und den hier notwendig werdenden Gestaltungsformen leisten. Durch die Auszeichnung exzellenter Nachwuchswissenschaftler*innen wird die Bedeutsamkeit interkultureller Studien für ein friedliches Zusammenleben in offenen Gesellschaften hervorgehoben und die wissenschaftliche Entwicklung im Hinblick darauf unterstützt und vorangetrieben.

Eingereicht werden können wissenschaftliche Qualifikationsarbeiten, die nicht länger als zwei Jahre vor dem jeweils aktuellen Bewerbungsschluss an einer deutschen Universität vorgelegt wurden.

Der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis wird für Dissertationen oder Habilitationsschriften vergeben, der Förderpreis in Höhe von 1.500 Euro für Bachelor-, Master-, Diplom-, Magister- oder Staatsexamens-Arbeiten.

Bewerbungen sind durch eine oder einen der betreuenden Hochschullehrerinnen bzw. -lehrer ausschließlich digital als PDF einzureichen, bestehend aus: einem Lebenslauf, einem Exemplar der Arbeit, einer von derdem Bewerberin erstellten max. vierseitigen Zusammenfassung der Studie (hinsichtlich der Kriterien 1. Motivation, 2. gesellschaftliche Relevanz und Passung zur thematischen Ausrichtung des Preises, 3. Methode, 4. Ergebnisse) sowie den beiden Gutachten der Betreuerinnen bzw. Betreuer.

Über die Vergabe des Augsburger Wissenschaftspreises für interkulturelle Studien entscheidet eine Jury, die sich aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Augsburg und anderer Universitäten sowie aus Vertreterinnen und Vertretern des FiLL e.V. und der Stadt Augsburg zusammensetzt. Beide Preise werden bei einer akademischen Festveranstaltung jeweils im Sommersemester im Goldenen Saal des Rathauses der Friedensstadt Augsburg verliehen.

01.07.2025
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Ergänzungstafel zur Welser-Tafel im Rahmen des Friedensfestprogramms enthüllt

Im Rahmen des Aktionstags „Von El Dorado nach Augsburg: Koloniale Gewalt sichtbar machen“ wurde am 18. Juni 2025 eine Gedenktafel unter der Welser-Tafel angebracht, die dem menschlichen Leid der Welser-Kolonie gedenkt.

Der Aktionstag „Von El Dorado nach Augsburg: Koloniale Gewalt sichtbar machen“fand im Rahmen des Augsburger Friedensfestes statt und thematisierte die Darstellung der Augsburger Kolonialgeschichte im öffentlichen Raum. In diesem Zuge ist eine ausführliche Broschüre mit wichtigen Erinnerungen an die Welser-Kolonie entstanden.

Außerdem wurde eine Gedenktafel erarbeitet, welche die sogenannte Welser-Tafel in der Annastraße 25 ergänzen soll. Mit ihr wird des Leids und der Gewalt durch die Kolonialunternehmungen gedacht. Diese ergänzende Gedenktafel wurde am 18. Juni um 16 Uhr am Ort der Welser-Tafel enthüllt. Die Initiatorin des Projekts, Christina Pauls, erläuterte bei der Enthüllung dieser Gedenktafel:

„Die Stadt Augsburg ist Friedensstadt, deshalb feiern wir dieses Jahr zum 375. Mal das Augsburger Hohe Friedensfest, in Bezugnahme auf den Augsburger Religionsfrieden von 1555. Die Stadt Augsburg ist aber auch Wiege des deutschen Kolonialismus, wie wir an dieser Tafel sehen können. Sie legt fest, dass Bartholomäus Welser V. öffentlich als Pionier – als Global Player – erinnert wird, der „die ersten deutschen Kolonialunternehmungen nach Südamerika“ geführt hat.

Aber diese Geschichte hat auch eine andere Seite, die sich nicht in Bilanzen, Titeln und Handelsrechten ausdrückt – sondern in menschlichem Leid, in geraubtem Land, in versklavten und verschleppten Menschen, in zerstörten Gemeinschaften.

Das sehen wir erst, wenn wir aufhören, uns um uns selbst zu kreisen und den Blick nach ‚Südamerika’ richten. Dorthin, wo indigene Völker wie die Caquetiós, die Warao oder die Wayuu leben. Dorthin, wo die Welser unter dem Namen „Klein-Venedig“ (dem heutigen Venezuela) die erste deutsche Kolonie errichteten. Dorthin, wo ihre Vertreter – mit kaiserlichem Mandat – Zwangsarbeit einführten, Dörfer niederbrannten, Menschen entführten, töteten oder zur Flucht zwangen.

In den Quellen hören wir – wenn überhaupt – nüchtern vom Verlust indigenen Lebens und der transatlantischen Überführung afrikanischer Menschen. Aber in Wahrheit geht es um die brutale Realität der kolonialen Eroberung und des transatlantischen Versklavungshandels, an dem die Welser beteiligt waren. Es gibt Schätzungen, dass die indigene Gesamtbevölkerung Südamerikas im Zuge der Eroberung insgesamt um 75 Millionen zurückging, und dass etwa 40 Millionen Afrikaner*innen im Zuge des Versklavungshandels verschleppt und versklavt wurden. Das sind Zahlen, die unbegreiflich sind. Und es sind mehr als Zahlen: es sind Menschenleben. Die Welser trugen ihren Teil zu diesem massiven Verbrechen der Menschheitsgeschichte bei.

Die Tafel, die wir heute gemeinsam enthüllen, ergänzt ein Geschichtsbild, das zu lange selbstbezogen und verzerrt war. Bereits 1992 setzten sich die Augsburger Initiativen ‚Partnerschaft Dritte Welt/Werkstatt solidarische Welt‘, die Geschichtswerkstatt Augsburg e.V. und die indigene Basisinitiative Asociación Civil Yanama aus Venezuela für eine Ergänzungstafel ein, die dieses Leid anerkennen wollte. Doch unsere Stadtregierung hat es damals, und bis heute, nicht geschafft, diesem Wunsch nach Anerkennung nachzugehen.

Heute, mehr als 500 Jahre später, ist es unsere Aufgabe, das geschehene Unrecht nicht zu relativieren oder zu vergessen – sondern es zu benennen. Diese Ergänzungstafel ist ein Schritt auf diesem Weg. Ein Versuch, das Schweigen zu brechen.

Denn weltweit – in Venezuela und Kolumbien; in Namibia und Tansania, in Papua-Neuguinea und Togo – lebt das koloniale Erbe des deutschen und des europäischen Kolonialismus weiter: In Armut, die aus Enteignung entstand. In Bildungs- und Gesundheitssystemen, die von den Wunden kolonialer Gewalt durchzogen sind. In Rassismen, die noch heute Lebens- und Beteiligungschancen ungleich verteilen. In Forderungen nach Aufarbeitung, Anerkennung, Reparation, nach Sichtbarkeit. Kurzum: Koloniale Gewalt hat Auswirkungen auf die Gegenwart. Erst wenn wir uns dieser Wirklichkeit stellen, wird es möglich, sie abzubauen.

Während wir also in Augsburg Friedensfest feiern, während wir als Friedensstadt unser Selbstbild pflegen, müssen wir uns fragen: Was heißt Frieden – wenn wir nicht bereit sind, das Unfriedliche in unserer eigenen Geschichte anzuerkennen? Was heißt Verantwortung – wenn wir Leid ignorieren, das durch Augsburger Hände verursacht wurde, selbst wenn es Jahrhunderte zurückliegt?

Diese Tafel ist kein Schlussstrich – sie ist ein Anfang. Ein Anfang der Anerkennung. Ein Zeichen für die Nachfahren Kolonisierter in aller Welt, die von Rassismus und durch Geschichtsvergessenheit von Entwürdigung betroffen sind, dass ihr Schmerz gesehen wird. Ein Zeichen für uns, dass Erinnerung niemals dort enden darf, wo sie unbequem wird.

Wir sagen heute: Auch wenn Coro, Maracaibo, Tocuyo, Bogotá – all diese Orte weit entfernt erscheinen – ihre Geschichten gehören auch hierher. Sie gehören auf unsere Straßen, in unsere Schulen, in unser kollektives Gedächtnis. Denn Erinnerung ist nicht nur ortsgebunden – sie ist eine Frage der Haltung. Und wer sich dem Frieden verschreibt, wie wir es hier in Augsburg jedes Jahr tun, muss bereit sein, sich auch der Gewaltgeschichte zu stellen, die zum Fundament dieses Friedens gehört.

ENTHÜLLUNG DER TAFEL MIT FOLGENDER INSCHRIFT:

„Zum Gedenken an das menschliche Leid durch die sogenannten Kolonialunternehmungen der Welser (1528–1556). Unzählige indigene Einwohnerinnen und 4.578 Afrikanerinnen wurden versklavt, entwurzelt, enteignet und ermordet. Wir als Friedensstadt tragen Verantwortung: Ohne Erinnerung an koloniale Gewalt und ihre Auswirkungen auf die Gegenwart kann es keine gerechte Zukunft geben“.

Ich danke allen, die sich für diese Ergänzungstafel eingesetzt haben. Ich danke den Aktivistinnen, den Wissenschaftlerinnen, den Engagierten aus der Zivilgesellschaft. Ich danke der Werkstatt Solidarische Welt, insbesondere Thomas Körner Wilsdorf und Norbert Stamm, für das unermüdliche Engagement seit den 1990er Jahren, an das wir hier voller Kraft anknüpfen dürfen. Ich danke dem Augsburger Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, dem Fugger und Welser Erlebnismuseum, und meiner Kollegin Annika Feldmeier für die Unterstützung, diesen Tag heute möglich zu machen. Und ich danke Ihnen, die Sie heute hier stehen, um dieses Zeichen mitzutragen.

Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass diese Tafel nicht nur aus Metall besteht – sondern aus Haltung. Aus einem Willen zur Gerechtigkeit. Und aus einer echten Bereitschaft, sich der kolonialen Geschichte und Gegenwart zu stellen – für eine wirklich gerechtere Zukunft. Vielen Dank.“

27.06.2025
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„Konfliktbearbeitung und Gesellschaftlicher Frieden“ - Vortrag an der Universität Münster

Prof. Christoph Weller präsentiert sein Konzept von „Gesellschaftlichem Frieden“ am 27. Juni 2025 beim Workshop „Pluralität und Konfliktbearbeitung“ des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Münster

Prof. Christoph Weller präsentiert sein Konzept von „Gesellschaftlichem Frieden“ am 27. Juni 2025 beim Workshop „Pluralität und Konfliktbearbeitung“ des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Münster

Der Vortrag erläutert ein wissenschaftliches Verständnis von "Gesellschaftlichem Frieden" auf der Grundlage von Theorien sozialer Konflikte. Ausgehend vom Anspruch der Konfliktbearbeitung wird ein Konzept des "Gesellschaftlichen Friedens“ entwickelt, das über die traditionellen Vorstellungen der Friedens- und Konfliktforschung vom Gegensatz zwischen Frieden und Gewalt hinausgeht. Stattdessen werden vor allem praxisorientierte Fragen in den Blick genommen, die uns angesichts der Radikalisierung gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen und der damit einhergehenden Eskalationsgefahren sozialer Konflikte mehr denn je bedrängen.

Mit dem Begriff des "Friedens" gehen in aller Regel größere Erwartungen einher als nur die Abwesenheit von Krieg. So darf vom "Gesellschaftlichen Frieden" auch erwartet werden, dass er die Gesellschaft bereits vor der Eskalation ihrer Konflikte schützt. Weil hierfür das Gewaltmonopol des Staates eine wichtige Rolle spielt, kann sich das Verständnis von „Gesellschaftlichem Frieden“ nicht primär an der Abwesenheit von Gewalt orientieren. Stattdessen gewinnt die konstruktive Konfliktbearbeitung im Sinne eines eskalationspräventiven Umgangs mit gesellschaftspolitischen Konflikten zentrale Bedeutung. Die Aufgaben der Konfliktbearbeitung im täglichen gesellschaftlichen Zusammenleben in Verbindung mit der entsprechenden Eskalations-Prävention stehen in dieser konflikttheoretischen Betrachtung im Zentrum "Gesellschaftlichen Friedens“.

»Die Prävention der Konflikteskalation leistet den wesentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden und ermöglicht zugleich die konstruktive Bearbeitung der wichtigen gesellschaftspolitischen Konflikte für die fortschreitende Entwicklung der Gesellschaft.«

Dieses Konzept „Gesellschaftlichen Friedens“ wird dargestellt in der Begleitschrift zum 30. Deutschen Präventionstag (DPT), die online veröffentlicht wurde.

26.06.2025
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Frieden retten! Wie kann Europa am Ziel des Friedens festhalten? Thema des Friedensgutachtens 2025

Das "Friedensgutachten 2025" wird am Mittwoch, 2. Juli in der Friedensstadt Augsburg vorgestellt. Das Transferzentrum Frieden Augsburg lädt ein zu Vortrag und Diskussion mit Dr. Claudia Baumgart-Ochse, Redaktionsleiterin des „Friedensgutachtens“

Die vier großen deutschen Friedensforschungsinstitute legen seit 1987 in jedem Jahr ihr Friedensgutachten vor. Mit seinen konkreten Handlungsempfehlungen ist es ein zentrales Medium für den Dialog zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. In diesem Jahr trägt das Friedensgutachten den Titel „Frieden retten!“, denn der Frieden ist auf dem Rückzug: Russlands Krieg in der Ukraine destabilisiert Europa, der Krieg in Gaza stürzt den Nahen Osten in Leid und Gewalt, und im Sudan hat der Konflikt die größte humanitäre Katastrophe der Welt ausgelöst. Zugleich fällt der globale Stabilitätsanker USA aus. Präsident Donald Trump baut das Land nicht nur zu einer Autokratie um, er setzt auch in der Außenpolitik auf das Recht des Stärkeren statt auf Regeln und Kooperation. Das Friedensgutachten 2025 zeigt, warum Europa selbst für seine Sicherheit und Verteidigung sorgen und zugleich am Ziel des Friedens festhalten muss.

Die Redaktionsleiterin des „Friedensgutachtens“, Dr. Claudia Baumgart-Ochse, wird die zentralen Ergebnisse der diesjährigen Ausgabe vorstellen, Prof. Christoph Weller moderiert die sich anschließende Diskussion. Veranstaltet wird die Friedensgutachten-Vorstellung vom Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA) gemeinsam mit dem Friedensbüro der Stadt Augsburg in Kooperation mit dem Evangelischen Forum Annahof und dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg.

Dr. Claudia Baumgart-Ochse ist Programmbereichsleiterin am Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF) in Frankfurt. Sie forscht zum israelisch-palästinensischen Konflikt und zur Rolle von Religion in Konflikten.

Prof. Dr. Christoph Weller leitet den Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg und das Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA).

20.06.2025
Bild zu Transferzentrum Frieden Augsburg beim 30. Deutschen Präventionstag

Transferzentrum Frieden Augsburg beim 30. Deutschen Präventionstag

„Prävention und Gesellschaftlicher Frieden“ ist das Thema des diesjährigen Präventionstags, der im Messezentrum der Friedensstadt Augsburg stattfindet. Der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung und das Transferzentrum sind u.a. mit einem Stand und einem Vortrag zu „Gesellschaftlichem Frieden“ beteiligt.

„Prävention und Gesellschaftlicher Frieden“ ist das Thema des diesjährigen Präventionstags, der im Messezentrum der Friedensstadt Augsburg stattfindet. Das Jubiläum „30 Jahre Deutscher Präventionstag“ steht unter dem Motto „Prävention & gesellschaftlicher Frieden“ und passt damit hervorragend zum 375-jährigen Friedensfest der Stadt Augsburg. Das Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA) und der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg sind nicht nur mit einem Messe-Stand, sondern auch bei verschiedenen Panels und mit einem Vortrag von Prof. Christoph Weller zu „Gesellschaftlichem Frieden“ beteiligt.

Mit dem Eröffnungsplenum um 11:00 Uhr startet der 30. Deutsche Präventionstag am Montag, 23. Juni in sein umfangreiches Programm. Um 15:00 Uhr findet der Vortrag „Gesellschaftlicher Frieden: Ein konflikttheoretisches Konzept“ von Prof. Dr. Christoph Weller statt. Am Dienstag, 24. Juni, ist der kostenfreie Publikumstag, der allen Interessierten Zugang zur Kongressausstellung und zum Augsburg Forum ermöglicht.

Im Augsburg Forum am Dienstag von 9:00 bis 14:00 Uhr werden auf einer eigenen Bühne Augsburger Leuchtturmprojekte aus den Bereichen Frieden, Nachhaltigkeit, Sport, Demokratie, Kultur und Nachtleben präsentiert, unter anderem das Projekt „Konfliktkompetenzen stärken - Fortbildungsangebote für pädagogische Fachkräfte“ mit Christina Pauls.
Die angrenzende Augsburg Lounge lädt zum Austausch und zur Vernetzung ein.

Alle Infos zum Deutschen Präventionstag in Augsburg können Sie hier nachlesen:
https://www.praeventionstag.de/nano.cms/30-dpt-uebersicht

17.06.2025
Bild zu Friedens- und Konfliktforscher Christoph Weller beim Podcast Augsburg direkt im Gespräch mit Eva Weber

Friedens- und Konfliktforscher Christoph Weller beim Podcast Augsburg direkt im Gespräch mit Eva Weber

Die Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber spricht aus Anlass des Friedensfestprogramms „375 Jahre Friedensfest“ mit Professor Christoph Weller über das Transferzentrum Frieden Augsburg, die Erwartungen der Friedensstadt an die Friedens- und Konfliktforschung und die Chancen von Konflikten und ihrer konstruktiven Bearbeitung.

Frieden als Teil der Stadtkultur fördern - dazu trägt auch der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg bei, weshalb in der aktuellen Episode des Podcasts „Augsburg direkt“ der Frieden im Mittelpunkt des Austauschs zwischen Oberbürgermeisterin Eva Weber und Prof. Dr. Christoph Weller steht:

Was bedeutet es eigentlich, Friedensstadt zu sein - über feierliche Anlässe hinaus? Wie lässt sich Frieden im Alltag leben, erforschen und in die Praxis übersetzen? Warum ist das gerade in Augsburg so spannend? Wie hat sich unser Verständnis von Frieden verändert? Und was macht das neue Transferzentrum Frieden Augsburg?

Im Gespräch zwischen Weber und Weller geht es um das Potenzial konstruktiver Konfliktbearbeitung und darum, wo sie in einer Stadtgesellschaft gefragt ist. Wie wissenschaftliche Erkenntnisse und praktisches Handeln ineinandergreifen, um Frieden als Teil einer vielfältigen Stadtkultur zu fördern. Und wie das Transferzentrum Frieden die Universität und die Stadt in der Friedensstadt Augsburg verbindet.

13.06.2025
Bild zu „Welchen Frieden brauchen wir?“ – Beitrag in der Frankfurter Rundschau in der Rubrik Friedensfragen

„Welchen Frieden brauchen wir?“ – Beitrag in der Frankfurter Rundschau in der Rubrik Friedensfragen

Michaela Zöhrer hat gemeinsam mit den beiden Mitherausgeberinnen des W&F-Dossiers 99 „Feministische Friedensforschung. Impulse für Frieden“ die Frage aufgeworfen, welchen Frieden wir brauchen, und eine Antwort aus der Perspektive feministischer Friedens- und Konfliktforschung formuliert.

Michaela Zöhrer hat gemeinsam mit den beiden Mitherausgeberinnen des W&F-Dossiers 99 „Feministische Friedensforschung. Impulse für Frieden“ die Frage aufgeworfen, welchen Frieden wir brauchen, und eine Antwort aus der Perspektive feministischer Friedens- und Konfliktforschung formuliert.

Der Beitrag ist am 26. Mai 2025 in der Printausgabe der Frankfurter Rundschau (Nr. 121) erschienen und online nachzulesen.

Das von Christine Buchwald, Patricia Rinck und Michaela Zöhrer herausgegebene Dossier „Feministische Friedensforschung. Impulse für Frieden“ ist online auf der Homepage von W&F zu lesen und zu bestellen.

12.06.2025
Bild zu Lehrstuhl und Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA) mit vier Angeboten beim "Aktionstag Prävention“

Lehrstuhl und Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA) mit vier Angeboten beim "Aktionstag Prävention“

Unser Angebot beim Aktionstag am Samstag, 21.6., 10-18 Uhr: Ein Infostand, ein Vortrag zum „Gesellschaftlichen Frieden“ und die zwei Workshops „Frieden hinter Fragen - Ein Blick auf Frieden & Krieg in der Welt“ sowie „Zusammenleben in der Stadt: Lasst uns über wirksame Konfliktbearbeitung nachdenken!“

Für die Augsburger Stadtgesellschaft findet unmittelbar vor dem zweitägigen "Deutschen Präventionstag" (DPT), der in diesem Jahr zum Thema "Präventon und gesellschaftlicher Frieden" in der Friedensstadt Augsburg stattfindet, der "Aktionstag Prävention" mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen statt. Die Stadt Augsburg präsentiert am Samstag, 21. Juni von 10 - 18 Uhr an verschiedenen Orden der Innenstadt mahr als 60 Mitmachaktionen, Vortäge und Workshops. Eröffnet wird der Aktionstag durch Oberbürgermeisterin Eva Weber um 10:30 Uhr auf der Piazza im Annahof. Die Angebote des Lehrstuhls für Politikwissenschaft Friedens- und Konfliktforschung sowie des Transferzentrums Frieden Augsburg (TFA) sind:

Ab 10:00 Uhr bieten wir auf dem "Platz der Demokratie" im Annahof einen Infostand zur Friedens- und Konfliktforschung in der Friedensstadt an.

Der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg präsentiert seine aktuellen Projekte im Themenfeld „Prävention und gesellschaftlicher Frieden“: Dazu gehören die Partizipative Konfliktforschung zu den Wirkungen kommunaler Konfliktberatung, das Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA) sowie die Forschungen im Bayerischen Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung (BZeFK).

Um 13:45 Uhr bieten wir im Hollbau (2. OG) den Workshop „Zusammenleben in der Stadt: Lasst uns über wirksame Konfliktbearbeitung nachdenken!“ an.

Angeregt durch Einblicke in die aktuelle Forschung und Praxis kommunaler Konfliktberatung möchten wir mit Ihnen über Konflikte rund ums Zusammenleben ins Gespräch kommen: Wie gehen wir mit Konflikten direkt vor unserer Haustür um und woran merkt man eigentlich, dass man dabei erfolgreich ist? Ein interaktiver Workshop zur gemeinsamen Reflexion verschiedener Formen der Konfliktbearbeitung.

Um 15:15 Uhr bieten wir im Hollbau (EG) den Workshop „Frieden hinter Fragen - Ein Blick auf Frieden & Krieg in der Welt“ an.

Was ist Frieden? Wie sieht er aus? Wo gibt es Krieg auf der Welt? Was hat das mit uns zu tun? In dem interaktiv gestalteten Workshop setzen wir uns mit einem engen Friedensbegriff auseinander und betrachten kriegerische Auseinandersetzungen in der Welt anhand des sogenannten, aus dem Globalen Lernen bekannte „Weltverteidigungsspiels“. Dabei wird der Blick vor allem auf die globale Ebene geworfen und ein Überblick über verschiedene, als „Krieg“ definierte Kontexte verschafft. Was ist der "Global Peace Index“ und welche Handlungsideen lassen sich entwickeln für weiteres Engagement in diesem Bereich?

Um 16:45 Uhr beginnt im Augustanasaal der Kurzvortrag „Gesellschaftlicher Frieden: Wissenschaftliche Hinführung zum Thema des Deutschen Präventionstages 2025“ von Prof. Dr. Christoph Weller

„Prävention und gesellschaftlicher Frieden“ ist das Rahmenthema des 30. Deutschen Präventionstags 2025 in Augsburg. Der Kurzvortrag erläutert den Begriff „Gesellschaftlicher Frieden“ aus der Perspektive der Friedens- und Konfliktforschung und liefert Anregungen für eine sich anschließende Diskussion.

06.06.2025
Bild zu Von El Dorado nach Augsburg: Koloniale Gewalt sichtbar machen. Aktionstag im Rahmen des Friedensfests

Von El Dorado nach Augsburg: Koloniale Gewalt sichtbar machen. Aktionstag im Rahmen des Friedensfests

Einladung zu einem vielfältigen postkolonialen Programm am Mittwoch, 18.06.2025 ab 14:00 Uhr mit Christina Pauls zur Augsburger Kolonialgeschichte: kolonialer Stadtrundgang, Gedenktafel-Enthüllung zur Welser-Tafel, Lecture Performance und offener Austausch

Die Kolonialgeschichte Augsburgs ist im öffentlichen Raum bis heute weitgehend unerzählt. Stattdessen prägen glorreiche Darstellungen die Wahrnehmung, wie jene der Augsburger Handelsfamilien Fugger und Welser. Ein besonders prägnantes Beispiel dafür ist die sogenannte Welsertafel in der Annastraße. Diese stellt Bartholomäus Welser als Pionier „erster deutscher Kolonialunternehmungen“ dar und verschweigt die damit einhergehende Gewalt: die Ermordung tausender Indigener und die Versklavung von 4.578 Afrikaner*innen.

Deshalb wird die Welsertafel am Aktionstag durch eine Gedenktafel ergänzt, die den Opfern der Augsburger Kolonialgeschichte gewidmet ist. Daneben wird in einem Stadtrundgang und einer Performance thematisiert, wie eng die koloniale Vergangenheit mit unserer heutigen Lebensweise und globalen Ungleichheiten verwoben ist. Anschließend gibt es die Möglichkeit zum offenen Austausch mit den Beteiligten.

Programm am Mittwoch, 18. Juni:

14:00 Uhr Kolonialer Stadtrundgang der Werkstatt Solidarische Welt (Anmeldung erforderlich)
16:00 Uhr Enthüllung der ergänzenden Gedenktafel neben der Welsertafel in der Annastraße 25
16:30 Uhr Lecture Performance Intersecciones II (Moritzplatz)
ab 18:00 Uhr Get-Together und offener Austausch im Fugger und Welser Erlebnismuseum

Die Teilnahme an nur einzelnen Programmpunkten ist jederzeit möglich. Für Fragen wenden Sie sich bitte an info@postkoloniale-friedensstadt.de

Kolonialer Stadtrundgang

Von den Römern über die Fugger und Welser bis hin zur Konsumwelt der Gegenwart ist Augsburg immer wieder Schauplatz kolonialer Einflüsse und Auswirkungen. Der Rundgang will globale wirtschaftliche und politische Zusammenhänge deutlich machen und Stadtgeschichte aus einer etwas anderen Perspektive beleuchten.

Enthüllung der ergänzenden Gedenktafel neben der Welsertafel

Aus der intensiven Beschäftigung mit der Augsburger Kolonialgeschichte im 16. Jahrhundert sind für das Friedensfest 2025 eine ausführliche Broschüre mit wichtigen Erinnerungen an die Welser-Kolonie sowie ein Text für eine Gedenktafel entstanden. Damit soll an das Leid und die Gewalt durch die Kolonialunternehmungen gedacht werden. Diese ergänzende Gedenktafel wird am 18. Juni um 16 Uhr am Ort der Welser-Tafel (Annastraße 25) enthüllt.

Lecture Performance Intersecciones II

Die Kunstschaffenden Magda Agudelo und Adelheid Schulz teilen in dieser Lecture-Performance in der Augsburger Innenstadt Perspektiven und künstlerische Reflexionen zur kolonialen Vergangenheit der Welser und ihren Spuren bis in die Gegenwart. Im 16. Jahrhundert zogen die Welservertreter gemeinsam mit spanischen Konquistadoren auf der Suche nach El Dorado durch die Region Orinoco, hinterließen eine Spur der Gewalt und wurden zu den ersten europäischen Eroberern dieser Gegend. Intersecciones II setzt sich mit den historischen und gegenwärtigen Auswirkungen dieser kolonialen Vergangenheit auseinander – insbesondere mit der Bedeutung der sogenannten Welser-Kolonie für koloniale Kontinuitäten, Erinnerung und globales Zusammenleben.

Der Aktionstag findet im Rahmen des Teilprojektes „Deutungskämpfe in der Kolonialität des Friedens“
des BMFTR-geförderten Verbundprojektes „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung“ statt.

03.06.2025
Bild zu Frieden gestalten! Zweiter Teil des Friedensfestprogramms mit drei Veranstaltungen der Ringvorlesung

Frieden gestalten! Zweiter Teil des Friedensfestprogramms mit drei Veranstaltungen der Ringvorlesung

Am Mittwoch, 11. Juni um 17:30 Uhr beginnt der zweite Teil des diesjährigen Friedensfestprogramms „375 Jahre Friedensfest“ mit einem weiteren Termin der Ringvorlesung „Frieden riskieren?“ zum Thema „Frieden schaffen ohne Kompromisse?“ Vortrag und Diskussion im Augustanasaal mit Prof. Dr. Ulrich Willems, Politologe an der Universität Münster.

Frieden schaffen ohne Kompromisse? Zur Ehrenrettung einer Technik der Konfliktregelung mit schlechtem Ruf

Prof. Dr. Ulrich Willems, Universität Münster

Abstract: Georg Simmel, einer der Gründerväter der Soziologie, hat den Kompromiss als eine der „größten Erfindungen der Menschheit“ bezeichnet. In einer Zeit, in der Konflikte zahlreicher und unerbittlicher zu werden scheinen, ist daher vermehrt der Ruf nach Kompromissen und nach Kompromissbereitschaft zu vernehmen. Aber der Kompromiss genießt keinen sonderlich guten Ruf. Kompromisse gelten vielfach als „faul“, als „Kuhhandel“, als Verrat an den verfochtenen Zielen. Zudem mehren sich die Diagnosen einer abnehmenden Fähigkeit und Bereitschaft zum Kompromiss. Der Vortrag wird zeigen, wie sich der Kompromiss heute gegen diese grundlegende Skepsis als leistungsfähige Technik zur Regelung von Konflikten rehabilitieren lässt.

Referent: Prof. Dr. Ulrich Willems ist Professor für Politische Theorie mit dem Schwerpunkt Politik und Religion an der Universität Münster. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Religionspolitik, der Umgang mit tiefgreifenden Dissensen und fundamentalen Konflikten sowie die Frage nach der Verfassung religiös, moralisch und kulturell pluraler Gesellschaften. Er ist Principal Investigator des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ an der Universität Münster und einer der drei Sprecher des vom Land NRW geförderten Forschungsprojektes „Kulturen des Kompromisses“ der Universitäten Duisburg-Essen, Münster und Bochum.


Friedensschutz durch Strafrecht? Eine juristische Perspektive

Prof. Dr. Johannes Kaspar, Universität Augsburg

Abstract: Der Vortrag behandelt die Frage, ob und wie das Strafrecht zum Schutz des "Friedens" beitragen kann. Was ist mit dem "öffentlichen Frieden" gemeint, der in manchen Strafnormen als Schutzgut genannt wird? Und dient es wirklich dem "Rechtsfrieden", wenn nach einer Straftat das Übel der Geld- oder Freiheitsstrafe verhängt wird? Oder müsste man sich gerade mit Blick auf "Friedensstiftung" nicht verstärkt um Alternativen zur Strafe bemühen?“

Referent: Prof. Dr. Johannes Kaspar ist seit 2012 Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht, Kriminologie und Sanktionenrecht der Universität Augsburg und beschäftigt sich u.a. mit straftheoretischen Grundlagenfragen. Er ist Autor eines Lehrbuchs zum Allgemeinen Teil des Strafrechts.

Erinnerung, Politik und Macht nach dem Völkermord in Ruanda

Prof. Dr. Timothy Williams, Universität der Bundeswehr München

Abstract: 1994 ereignete sich ein grauenhafter Völkermord an den Tutsi in Ruanda, bei dem in nur hundert Tagen 500.000-600.000 Menschen umgebracht wurden. Dieser Vortrag beschäftigt sich mit der Erinnerungspolitik seit dem Völkermord. Timothy Williams diskutiert, wie die Rollen von Täter, Opfer und Held politisch und gesellschaftlich zugeschrieben werden und wie die Regierung des Landes hieraus politische Vorteile gewinnt. Hierbei sind Fragen von Ethnizität, Macht, Trauma und Politik miteinander verstrickt und ergeben eine spannungsgeladene Erinnerungslandschaft.

Referent: Prof. Dr. Timothy Williams ist Friedens- und Konfliktforscher und setzt sich in seiner Forschung mit Konflikt, Gewalt und der Politik der Erinnerung auseinander. Nach seinem Studium der Politikwissenschaft in Mannheim und an der London School of Economics hat Timothy Williams seine Promotion am Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg abgeschlossen und folgte dann dem Ruf als Juniorprofessor an die Universität der Bundeswehr München, wo er zugleich auch Ko-Sprecher des Forschungszentrums RISK ist. Timothy Williams ist Vizepräsident der International Association of Genocide Scholars und war 2021-2023 Herausgeber der Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung.

30.05.2025
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"Friedenstheorie in unfriedlichen Zeiten". Vortrag von Prof. Christoph Weller an der Universität zu Lübeck

Gerade in „unfriedlichen Zeiten“ muss sich die Friedens- und Konfliktforschung mit den Bedingungen und Strukturen von Frieden in der Gegenwart beschäftigen. Dem widmet sich in diesem Sommersemester das Studium Generale „Frieden in der Theorie? Perspektiven aus Philosophie und Wissenschaft“ an der Universität zu Lübeck

Gerade in „unfriedlichen Zeiten“ muss sich die Friedens- und Konfliktforschung mit den Bedingungen und Strukturen von Frieden in der Gegenwart beschäftigen. Dem widmet sich in diesem Sommersemester das Studium Generale „ Frieden in der Theorie? Perspektiven aus Philosophie und Wissenschaft“ an der Universität zu Lübeck, zu dem Christoph Weller am 28.5. mit dem Vortrag „Friedenstheorie in unfriedlichen Zeiten“ seinen Beitrag leistet.

Abstract: Etwas als „unfriedlich“ zu bezeichnen, setzt Friedenstheorie voraus. Doch angesichts des hohen normativen Gehalts des Friedensbegriffs wird sich in der Welt immer Unfriedliches entdecken lassen. Kann aber darüber hinaus von Friedenstheorien auch erwartet werden, dass sie Wege zu mehr Frieden, zum Abbau von Unfriedlichem beschreiben oder gar ebnen können? Dieser Frage geht der Vortrag unter Rückgriff auf Konflikttheorien nach und beleuchtet Zusammenhänge zwischen Konfliktbearbeitung und Frieden, gerade auch im Hinblick auf gesellschaftlichen Frieden in diesen unfriedlichen Zeiten.

Prof. Dr. Christoph Weller leitet den Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg, hat das „Transferzentrum Frieden Augsburg“ initiiert und forscht zu Konzepten der Konfliktbearbeitung, zu Friedenstheorien und zur Geschichte der Friedens- und Konfliktforschung. Aktuell forscht er zu Deutungskämpfen im Rahmen des BMFTR-geförderten Bayerischen Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung (BZeFK) sowie zu den Wirkungen Kommunaler Konfliktberatung mithilfe einer Methodologie Partizipativer Konfliktforschung.

Jüngste Veröffentlichungen:

Weller, Christoph 2024: Frieden durch Konfliktbearbeitung: Deeskalation der Konfliktaustragung friedenstheoretisch betrachtet, in: Zeitschrift für Internationale Beziehungen 31: 1, 91-106.

Weller, Christoph 2024: Friedens- und Konfliktforschung – Herausforderung für die Internationalen Beziehungen, in: Sauer, Frank/von Hauff, Luba/Masala, Carlo (Hrsg.): Handbuch Internationale Beziehungen, Wiesbaden: Springer VS, 639-660.

Weller, Christoph 2024: Krisenkonflikte: was hilft gegen Krisenprofiteure?, Marks, Erich, Heinzelmann, Claudia, Wollinger, Gina Rosa (Hrsg.): Krisen und Prävention: ausgewählte Beiträge des 28. Deutschen Präventionstages 459-466.

Weller, Christoph 2022: Hindernisse der Verständigung – Schwarz-Weiß-Bilder des Kriegs in der Ukraine, in: Werkner, Ines-Jacqueline/Mayer, Lotta/Krüger, Madlen (Hrsg.): Wege aus dem Krieg in der Ukraine: Szenarien - Chancen - Risiken, Heidelberg: heiBOOKS, (FEST kompakt – Analysen – Stellungnahmen – Perspektiven ; 5), 103-115.

27.05.2025
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Rückblick: „Menschenfeindlichkeit begegnen!“ – Workshopreihe erfolgreich abgeschlossen

Angesichts der zunehmenden menschenfeindlichen Tendenzen in Politik, Medien und gesellschaftlichem Zusammenleben, führte das Transferzentrum Frieden Augsburg eine Veranstaltungsreihe zur Sensibilisierung für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in der Stadt Augsburg durch.

Das Konzept der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) beschreibt abwertende und ausgrenzende Einstellungen und Handlungen gegenüber Menschen aufgrund ihrer realen oder zugeschriebenen Gruppenzugehörigkeit. Diese Einstellungen und Haltungen basieren auf einer Ideologie der Ungleichwertigkeit, also der Zuschreibung einer unterschiedlichen Wertigkeit von Menschengruppen. Wenn Ungleichwertigkeit erst einmal etabliert ist, kommt es dazu, dass die Abwertung einer Gruppe oft mit der Abwertung anderer Gruppen einhergeht.
Gemeinsam mit einer Reihe an Kooperationspartner*innen, dem Büro für gesellschaftliche Integration der Stadt Augsburg, der Zentralen Antidiskriminierungsstelle der Stadt Augsburg, der Gleichstellungsstelle der Stadt Augsburg, der Technischen Hochschule Augsburg (Studiengang Soziale Arbeit) und der Petra-Kelly-Stiftung, konnte diese Veranstaltungsreihe im Frühjahr 2025 erfolgreich umgesetzt werden.

Den Auftakt bildete ein umfangreicher und inhaltlich anregender Vortrag von Prof. Dr. Andreas Zick (Universität Bielefeld, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung), der einen fundierten Einblick in das Konzept der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit und die empirischen Daten der sogenannte „ Mitte-Studie“ bot.

Im Vortrag von Prof. Zick wurde deutlich, dass rechtsextreme Tendenzen und damit einhergehende Menschenfeindlichkeit in der Mitte der Gesellschaft zunehmen – damit stellte er die Dringlichkeit der Beschäftigung mit und Sensibilisierung für die verschiedenen Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit dar.
In den darauffolgenden Wochen wurden von kompetenten und hoch engagierten Referentinnen sieben handlungsorientierte Workshops zu verschiedenen Dimensionen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit angeboten. Diese standen allen Augsburgerinnen offen und wurden entsprechend gut besucht. Obwohl nicht alle Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in der Workshopreihe abgedeckt werden konnten, thematisierten die Workshops Klassismus und Wohnungslosigkeit, antischwarzen Rassismus, Antisemitismus, Hetero-Sexismus, antimuslimischen Rassismus, Antiziganismus, sowie Verschränkungen von Rassismus, Klasse und Gender. In den interaktiven Workshops wurde – je nach Schwerpunkt – thematisiert, auf welchen Ebenen Diskriminierung stattfindet, welche historischen und gegenwärtigen Entwicklungen dahinterstehen, wie menschenfeindliche Haltungen erkannt werden können und welche Anlaufstellen es in Augsburg und darüber hinaus gibt.

Die positive Resonanz der Teilnehmenden zu den Workshops, die gelungene Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnerinnen und Referentinnen der Workshops und das große Interesse an diesen Angeboten des Transferzentrums Frieden Augsburg bestärken uns darin, weitere Angebote in diesem Themenfeld in unser Programm aufzunehmen. Dazu gehört auch die Peace Summer School 25 „ Mind the Gap: Intersektionalität erleben, Gesellschaft gestalten“.

23.05.2025
Bild zu Peace Summer School 2025: MIND THE GAPS! Intersektionalität erleben, Gesellschaft gestalten

Peace Summer School 2025: MIND THE GAPS! Intersektionalität erleben, Gesellschaft gestalten

Ab sofort ist die Anmeldung zur Peace Summer School 2025 eröffnet! Vom 19. bis 21. Juni 2025 laden der ASKA – Alumni und Studierende der Konfliktforschung Augsburg e.V. und das Transferzentrum Frieden Augsburg zum neunten Mal zur dreitägigen Summer School nach Augsburg ein – diesmal unter dem Titel: MIND THE GAPS! Intersektionalität erleben, Gesellschaft gestalten.

Ab sofort ist die Anmeldung zur Peace Summer School 2025 eröffnet! Vom 19. bis 21. Juni 2025 laden der ASKA – Alumni und Studierende der Konfliktforschung Augsburg e.V. und das Transferzentrum Frieden Augsburg zum neunten Mal zur dreitägigen Summer School nach Augsburg ein – diesmal unter dem Titel: MIND THE GAPS! Intersektionalität erleben, Gesellschaft gestalten.

MIND THE GAPS! Diesen Impuls nimmt die Peace Summer School 2025 zum Anlass, um gesellschaftliche Ungleichheiten und ihre Zusammenhänge zu erkunden. Teilnehmende erfahren, wie verschiedene Formen von Diskriminierung zusammenwirken und wie intersektionale Perspektiven helfen können, gesellschaftliche Konflikte besser zu verstehen. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Lernen: voneinander, miteinander und mit Blick auf eine Zukunft, in der die Verschiedenheit der Menschen als Stärke gedacht wird.

Das Programm beinhaltet Workshops, die Grundlagen intersektionalen Denkens mit konkreten gesellschaftlichen Herausforderungen verknüpfen: Georg Blokus (School of Political Hope) erkundet die Zusammenhänge von Arbeit, Klasse und Migration, Jermaine Irebor (Universität Erlangen-Nürnberg) lädt zum queeren Pilgern über Religion und Identität ein und Claire Rumny und Constanze Ziegler zeigen, wie kritische Soziale Arbeit und Community Organizing gesellschaftlichen Wandel ermöglichen.

Am Samstagabend findet unter dem Titel RECLAIM THE NIGHT! eine öffentliche Abendveranstaltung mit anschließender Clubnacht im Beim Weissen Lamm (Ludwigstraße 23, Augsburg) statt. Eine Diskussionsrunde beleuchtet Clubs als Räume politischer Selbstermächtigung – danach wird getanzt, gefeiert und das Erlebte in Bewegung übersetzt.

Die Peace Summer School 2025 findet im Rahmen des 375-jährigen Jubiläums FRIEDEN RISKIEREN! des Augsburger Hohen Friedensfests statt.

Die Peace Summer School 2025 findet in Kooperation mit dem Friedensbüro der Stadt Augsburg, der Petra-Kelly-Stiftung, der argon{lounge}, der Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg, dem Integrationsbeirat der Stadt Augsburg, Arbeit und Leben in Bayern, dem Evangelischen Forum Annahof und der Queersensiblen Pastoral des Bistums Augsburg statt. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Bürgerstiftung Augsburg. Gesponsert wird sie vom Rewe Team Reincke Augsburg.

21.05.2025
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„Ist Frieden kolonial?“ – Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Frieden riskieren?“

Der Vortrag „Ist Frieden kolonial? Erinnerungspolitik und Frieden in dekolonialer Perspektive“ findet am Mittwoch, 14.05.2025 um 17:30 Uhr im Augustanasaal statt und ist für alle Interessierten zugänglich.

Die Titelfrage „Ist Frieden kolonial?“ lädt dazu ein, unsere gängigen Vorstellungen von Frieden kritisch zu hinterfragen: Basiert ‚unser‘ Friedensverständnis im globalen Norden möglicherweise auf dem historisch gewachsenen Machtgefälle zum Globalen Süden, und damit auf den Langzeitwirkungen von Kolonialismus? Entsprechend greift der Vortrag die lauter werdende Kritik aus post- und dekolonialen Theoriezugängen auf: Diese kritisieren etwa, dass Frieden häufig als Zustand oder Prozess verstanden wird, der bestehende – teils kolonial begründete – Ungleichheiten ausblendet oder gar absichert. Anhand des Beispiels von Erinnerungspolitik wird dargelegt, wie koloniale Logiken bis heute in der Friedensarbeit fortwirken, etwa indem koloniale Verbrechen in der kollektiven Erinnerung ausgeblendet werden. So lädt der Vortrag zu Erkundungen der Zusammenhänge von Frieden und Kolonialismus ein und möchte zur kritischen Auseinandersetzung mit gängigen Vorstellungen von Frieden anregen.

Referentin ist Christina Pauls, M.A., Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg.

12.05.2025
Bild zu Neuerscheinung: „Claims to universal norms and the forging of transnational networks: Struggles over the meaning of gender-based and sexual violence in conflicts “

Neuerscheinung: „Claims to universal norms and the forging of transnational networks: Struggles over the meaning of gender-based and sexual violence in conflicts “

In ihrem Beitrag zum Forum „Conflicts.Meanings.Transitions / Deutungskämpfe im Übergang“ der Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung (ZeFKo) diskutieren Michaela Zöhrer, Christian Methfessel und Daniel Stahl, inwiefern Appelle an universelle Normen wie zum Beispiel Menschenrechte zur transnationalen Netzwerkbildung beitragen.

„Der Artikel analysiert, auf welche Weise die Berufung auf universelle Normen die Zusammenarbeit im Rahmen von transnationalem Aktivismus fördert oder auch behindert. Er argumentiert, dass sich das Potenzial universaler Normen nur mithilfe eines konstruktivistischen Verständnisses von Universalität analysieren lässt, das heißt nicht als etwas, das bestimmten Normen immanent ist, sondern als empirisch wirkmächtige Behauptung und strategisches Instrument. Die Argumentation stützt sich auf zwei Fallbeispiele. Das erste befasst sich damit, wie in Reaktion auf die konfliktbezogene sexualisierte Gewalt während des Bosnienkriegs sowohl Netzwerke transnationaler Solidarität gebildet werden konnten, als auch Konflikte zwischen aktivistischen Gruppen aufkamen. Das zweite Beispiel befasst sich mit Reaktionen auf die vom sogenannten Islamischen Staat im Irak im Jahr 2014 und danach begangenen Verbrechen und verdeutlicht, wie Neuerungen im Bereich der Transitional Justice und dabei insbesondere das Aufkommen von Normen, die die Belange und die Partizipation von Überlebenden in den Mittelpunkt stellen, den Aufbau von Netzwerken rund um das Recht auf Wiedergutmachung (reparation) geprägt haben.“ (deutschsprachiges Abstract)

Für den Forumsbeitrag haben eine Sozialwissenschaftlerin und zwei Historiker ihre individuellen Forschungsschwerpunkte und disziplinären Perspektiven in den gemeinsamen Austausch eingebracht. Michaela Zöhrer, Christian Methfessel und Daniel Stahl, alle Postdocs im BMBF-Forschungsverbund „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung - Deutungskämpfe im Übergang“ (BZeFK), haben damit ein zentrales Ziel des Verbunds realisiert – namentlich den produktiven interdisziplinären Austausch von sozial- und geschichtswissenschaftlichen Perspektiven in der Friedens- und Konfliktforschung.

Literatur

Zöhrer, Michaela/Methfessel, Christian/Stahl, Daniel (2024): Claims to universal norms and the forging of transnational networks: Struggles over the meaning of gender-based and sexual violence in conflicts, in: Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung (ZeFKo) 13, 417-426. Online unter: https://doi.org/10.1007/s42597-024-00138-x

30.04.2025
Bild zu Neuerscheinung: "Struggles over Memory? Decolonial memory activism as epistemic struggle against Eurocentrism"

Neuerscheinung: "Struggles over Memory? Decolonial memory activism as epistemic struggle against Eurocentrism"

Neuer Beitrag von Christina Pauls, erschienen im Forum "Conflicts.Meanings.Transitions / Deutungskämpfe im Übergang" bei der Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung, thematisiert dekolonialen Erinnerungsaktivismus in Deutschland

Neuer Beitrag von Christina Pauls, erschienen im Forum "Conflicts.Meanings.Transitions / Deutungskämpfe im Übergang" bei der Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung, thematisiert dekolonialen Erinnerungsaktivismus in Deutschland

Im Rahmen des Forschungsverbundes "Deutungskämpfe im Übergang: Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung" (https://conflicts-meanings-transitions.de) erscheint in der Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung (ZefKo) eine zweiteilige Sammlung an Forumsbeiträgen https://link.springer.com/collections/igieceeijj. Christina Pauls' Beitrag zu dekolonialem Erinnerungsaktivismus in Deutschland thematisiert ein Verständnis von Deutungskämpfen als epistemische Kämpfe. Im

Gegensatz zu Forschungsansätzen, die sich bisher auf die Inhalte kollektiver Erinnerung konzentriert haben, zeigt ihr Beitrag auf, dass dekolonialer Erinnerungsaktivismus die epistemologischen Grundlagen kollektiver Erinnerung als solcher grundlegend in Frage stellt und zu verändern sucht. Auf der Grundlage dekolonialer Theorien und einer gemeinsamen Resolution von dekolonialen Erinnerungsaktivist*innen aus Deutschland skizziert sie drei miteinander verwobene Elemente hegemonialen Wissens, die durch dekolonialen Erinnerungsaktivismus in Frage gestellt werden: Nationalismus, Zeitlichkeit und das Speichermodell von Erinnerung.

Der Beitrag zeigt, dass ein Verständnis von ‚Erinnerungskämpfen‘ deutlich an Tiefe gewinnen kann, wenn die epistemischen Dimensionen dieser Kämpfe in den Blick gerückt werden. Mit einem solchen Zugang, so argumentiert Pauls, ergeben sich neue Möglichkeiten sowohl für die Friedens- und Konfliktforschung als auch für soziale und politische Transformationen.

Pauls, Christina (2024): Struggles over Memory? Decolonial Memory Activism as epistemic struggle against eurocentrism. Zeitschrift für Friedens und Konfliktforschung (2024). https://doi.org/10.1007/s42597-024-00131-4

29.04.2025
Bild zu Ringvorlesung „Frieden riskieren?“ startet am Mittwoch, 7.5. um 17:30 Uhr mit Eröffnungsvortrag von Prof. Weller

Ringvorlesung „Frieden riskieren?“ startet am Mittwoch, 7.5. um 17:30 Uhr mit Eröffnungsvortrag von Prof. Weller

Mit einem Vortrag zu den Perspektiven der Friedens- und Konfliktforschung auf das Thema „Frieden risikieren?“ beginnt die Ringvorlesung des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung als Beitrag zum diesjährigen Friedensfestprogramm „375 Jahre Friedensfest“ in der Stadtbücherei

Die weiteren Termine der Ringvorlesung (zumeist im Augustana-Saal, Im Annahof 4):

14.05.2025, Augustanasaal

Ist Frieden kolonial? Erinnerungspolitik und Frieden in dekolonialer Perspektive

Christina Pauls, M.A., Universität Augsburg

11.06.2025, Augustanasaal

Frieden schaffen ohne Kompromisse? Zur Ehrenrettung einer Technik der Konfliktregelung mit schlechtem Ruf

Prof. Dr. Ulrich Willems, Universität Münster

18.06.2025, Augustanasaal

Friedensschutz durch Strafrecht? Eine juristische Perspektive

Prof. Dr. Johannes Kaspar, Universität Augsburg

25.06.2025, Kresslesmühle

Erinnerung, Politik und Macht nach dem Völkermord in Ruanda

Prof. Dr. Timothy Williams, Universität der Bundeswehr München

02.07.2025, Augustanasaal

Vorstellung des „Friedensgutachtens 2025“

Dr. Claudia Baumgart-Ochse, Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF), Frankfurt a.M.

09.07.2025, Augustanasaal

Hat der „gerechte Frieden“ ausgedient? Aktuelle Kontroversen protestantischer Friedensethik
Prof. Dr. Bernd Oberdorfer, Universität Augsburg

24.04.2025
Bild zu Neuerscheinung: „Gesellschaftlicher Frieden: Begriff, Bedeutung und konflikttheoretische Konzeptualisierung“

Neuerscheinung: „Gesellschaftlicher Frieden: Begriff, Bedeutung und konflikttheoretische Konzeptualisierung“

Zum Schwerpunktthema „Prävention und gesellschaftlicher Frieden“ des bevorstehenden 30. Deutschen Präventionstags am 23./24. Juni in Augsburg wurde nun die wissenschaftliche Begleitschrift veröffentlicht. Christoph Wellers Beitrag zum Thema „Gesellschaftlicher Frieden: Begriff, Bedeutung und konflikttheoretische Konzeptualisierung" erläutert das wissenschaftliche Verständnis von „gesellschaftlichem Frieden“ aus der Perspektive der Friedens- und Konfliktforschung.

Die Begleitschrift zum 30. Deutschen Präventionstag (DPT) ist online veröffentlicht und wurde von Gina Rosa Wollinger koordiniert. Darin sind sieben Expertisen enthalten, die mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven in das Schwerpunktthema des in der Friedensstadt Augsburg stattfindenden DPT einführen. Ein Kurzvideo enthält pointierte Statements der Autor*innen der Begleitschrift zum Zusammenhang von Prävention und gesellschaftlichem Frieden.

Auch das umfangreiche Kongressprogramm des 30. Deutschen Präventionstags am 23. und 24. Juni 2025 in Augsburg wurde nun veröffentlicht. Die Schirmherrschaft des DPT haben der Bayerische Ministerpräsident Dr. M. Söder und die Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber übernommen. Das vielseitige Programm findet in der Messe Augsburg statt.

In seinem Vortrag beim DPT (23.6., 15:00 Uhr) geht Christoph Weller auf die zentralen Inhalte seines Beitrags „Gesellschaftlicher Frieden: Begriff, Bedeutung und konflikttheoretische Konzeptualisierung" ein. Der Vortrag erläutert ein wissenschaftliches Verständnis von "gesellschaftlichem Frieden" auf der Grundlage von Theorien sozialer Konflikte. Er entwickelt ein Konzept des "gesellschaftlichen Friedens", das über die traditionellen Vorstellungen der Friedens- und Konfliktforschung vom Gegensatz zwischen Frieden und Gewalt hinausgeht. Stattdessen werden vor allem praxisorientierte Fragen in den Blick genommen, die uns angesichts der Radikalisierung gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen und der damit einhergehenden Eskalationsgefahren sozialer Konflikte mehr denn je bedrängen.
Mit dem Begriff des "Friedens" gehen in aller Regel größere Erwartungen einher als nur die Abwesenheit von Krieg. So darf vom "gesellschaftlichen Frieden" auch erwartet werden, dass er die Gesellschaft bereits vor der Eskalation ihrer Konflikte schützt. Weil hierfür das Gewaltmonopol des Staates eine wichtige Rolle spielt, kann sich das Verständnis von „gesellschaftlichem Frieden“ nicht primär an der Abwesenheit von Gewalt orientieren. Stattdessen gewinnt ein eskalationspräventiver Umgang mit gesellschaftspolitischen Konflikten zentrale Bedeutung. Die Aufgaben der Konfliktbearbeitung im täglichen gesellschaftlichen Zusammenleben in Verbindung mit der entsprechenden Prävention stehen in dieser konflikttheoretischen Betrachtung im Zentrum "gesellschaftlichen Friedens".

17.04.2025
Bild zu Call: Workshop für promovierende Friedens- und Konfliktforscher*innen in Bayern

Call: Workshop für promovierende Friedens- und Konfliktforscher*innen in Bayern

Auch in diesem Jahr organisiert der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung einen Workshop für Doktorand*innen der Friedens- und Konfliktforschung. Dieser findet vom 30. Juli bis 1. August 2025 in Augsburg statt. Ab sofort können sich Interessierte mit Abstracts bewerben.

Der Workshop dient der inhaltlichen und kollegialen Vernetzung von Friedens- und Konfliktforscher*innen in Bayern, die sich in verschiedenen Phasen ihrer Promotion befinden. Wie schon in den Vorjahren werden individuelle Promotionsprojekte intensiv diskutiert. Daneben gibt es Räume für den Erfahrungsaustausch. Workshop-Sprache ist Englisch. Frist zur Einreichung von Abstracts ist der 11. Mai 2025.

Der Workshop findet im Kontext des BMBF-Forschungsverbunds „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung – Deutungskämpfe im Übergang“ (BZeFK) statt.

16.04.2025
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Dynamiken sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen: Neuer Open-Access-Kurs in Entwicklung

Für die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) wird an der Universität Augsburg in Kooperation mit der Technischen Hochschule Augsburg ein neuer Onlinekurs zu sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen mit Fokus auf Prävention, Begleitung und Dynamiken entwickelt.

„Kenne ich meine eigenen Grenzen – und kann ich sie äußern? Wo verschwimmen Grenzen?“
„Was, wenn ich mich unter Druck gesetzt fühle, vor anderen? Oder verliebt bin, aber trotzdem nicht will, was gerade passiert?“
„Was, wenn Alkohol im Spiel ist auf einer Party, mit Freund*innen?“

Solche Situationen erleben viele Jugendliche.

Das Projekt "Dynamiken sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen" nimmt das Thema sexualisierte Gewalt, die innerhalb von Jugendgruppen geschieht, in den Fokus. Gemeint sind damit sexualisierte verbale, körperliche oder digitale Übergriffe, etwa unter Mitschülerinnen, Freundinnen oder (Ex-)Partnerinnen. In der Adoleszenz probieren Jugendliche sich aus, verhandeln Rollen, testen Grenzen, sodass in dieser Lebensphase das Risiko, sexualisierte Grenzverletzungen zu erleben – oder selbst zu verletzen, erheblich steigt. Über die Hälfte aller Jugendlichen haben bereits entsprechende Erfahrungen gemacht – als direkt Betroffene oder als Zeuginnen.

Genau an dieser Schnittstelle zwischen Jugendlichen und den begleitenden Personen setzt der digitale Selbstlernkurs an: Was sind typische Dynamiken sexualisierter Peer-Gewalt – und wie können wir Jugendliche dabei unterstützen, sichere, respektvolle Begegnungen zu gestalten?

Der Kurs wird von der Virtuellen Hochschule Bayern (vhb) angeboten – einem Netzwerk bayerischer Hochschulen, das hochwertige digitale Lernangebote entwickelt und koordiniert. Zugänglich ist der Kurs über die Plattform OPEN vhb, die es ermöglicht, ohne Einschreibung und kostenlos an Online-Kursen teilzunehmen. Der Kurs richtet sich an Studierende aus Bereichen wie Sozialer Arbeit, Erziehungswissenschaften, Lehramt, Psychologie und verwandten Disziplinen über pädagogisch Tätige bis hin zu Multiplikator*innen in Bildung und Prävention – und an alle Interessierten.

Entwickelt wird der Kurs von Dr. Rebecca Gulowski und Magdalena Holz unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Weller (Universität Augsburg) in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Janine Linßer (Technische Hochschule Augsburg).

Erste Einblicke werden beim Forschungstag der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg am 23. April 2025 gegeben. Weitere Formate zum Austausch und Wissenstransfer sind in Planung.

15.04.2025
Bild zu Frieden riskieren: Jubiläumsprogramm des Friedensfests 2025 wurde veröffentlicht

Frieden riskieren: Jubiläumsprogramm des Friedensfests 2025 wurde veröffentlicht

„Frieden riskieren“ ist das Thema des Programms „375 Jahre Friedensfest“ sowie der Ringvorlesung des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung zum diesjährigen Friedensfestprogramm

2025 feiern wir das Hohe Friedensfest zum 375. Mal. Zu diesem Jubiläum wird unter dem Motto FRIEDEN RISKIEREN über drei Monate hinweg ein umfangreiches Kulturprogramm in der gesamten Stadt präsentiert und mit lokalen, nationalen und internationalen Akteur*innen dem Frieden in seinen unterschiedlichen Formen und Bedeutungen nachgegangen.

Konzerte, Theaterstücke, Lesungen, Film- und Gesprächsreihen erwarten das Publikum ebenso wie Vorträge, Ausstellungen, Installationen, interaktive und partizipative Formate, die Menschen zusammenbringen und Grenzen überwinden. Mit allen Veranstaltungen wollen wir FRIEDEN RISKIEREN und ein starkes Band knüpfen, das Augsburg mit Europa verbindet.

Vom 8. Mai bis 8. August 2025 wird in vier Themenkreisen eine Brücke aus der Geschichte über das 20. Jahrhundert in die Gegenwart geschlagen und in über 140 Veranstaltungen und Projekten die große Bandbreite an gesellschaftlichen Positionen und künstlerischen Ausdrucksformen präsentiert, u.a. mit einer Ringvorlesung: Frieden risikieren? Ringvorlesung zu den wissenschaftlichen Perspektiven auf Frieden

Sieben Veranstaltungen im Rahmen von „375 Jahre Friedensfest“, Mai bis Juli 2025 in Augsburg, jeweils mittwochs von 17:30 - 19:00 Uhr

7.5.2025, S-Forum der Stadtbibliothek

Frieden riskieren? Eröffnungsvortrag zu den Perspektiven der Friedens- und Konfliktforschung

Prof. Dr. Christoph Weller, Universität Augsburg

14.5.2025, Augustanasaal

Ist Frieden kolonial? Erinnerungspolitik und Frieden in dekolonialer Perspektive

Christina Pauls, M.A., Universität Augsburg

11.6.2025, Augustanasaal

Frieden schaffen ohne Kompromisse? Zur Ehrenrettung einer Technik der Konfliktregelung mit schlechtem Ruf

Prof. Dr. Ulrich Willems, Universität Münster

18.6.2025, Augustanasaal

Friedensschutz durch Strafrecht? Eine juristische Perspektive

Prof. Dr. Johannes Kaspar, Universität Augsburg

25.6.2025, Kresslesmühle

Erinnerung, Politik und Macht nach dem Völkermord in Ruanda

Prof. Dr. Timothy Williams, Universität der Bundeswehr München

2.7.2025, Augustanasaal

Vorstellung des „Friedensgutachtens 2025“

Dr. Claudia Baumgart-Ochse, Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF), Frankfurt a.M.

9.7.2025, Augustanasaal

Hat der „gerechte Frieden“ ausgedient? Aktuelle Kontroversen protestantischer Friedensethik
Prof. Dr. Bernd Oberdorfer, Universität Augsburg

25.03.2025
Bild zu Neuerscheinung: „Mut zum Konflikt: Fixierung auf Freund-Feind-Bilder abbauen!"

Neuerscheinung: „Mut zum Konflikt: Fixierung auf Freund-Feind-Bilder abbauen!"

Christoph Weller trägt mit einem kurzen Beitrag über die notwendigen Konflikte beim Abbau von Freund-Feind-Bildern zum Forum „Für kritische Friedensforschung. Die ‚Wannsee-Erklärung‘ erneut gelesen“ der Zeitschrift „Wissenschaft und Frieden“ (43: 1) bei.

Christoph Weller trägt mit einem kurzen Beitrag über die notwendigen Konflikte beim Abbau von Freund-Feind-Bildern zum Forum „Für kritische Friedensforschung. Die ‚Wannsee-Erklärung‘ erneut gelesen“ der Zeitschrift „ Wissenschaft und Frieden“ (43: 1) bei.

1971 formulierten die Teilnehmenden einer Tagung „Zum Stand kritischer Friedensforschung“ eine „Erklärung zur Friedensforschung“, in welcher sie ihre Ansprüche und Ziele zu Papier brachten, u.a.: „Kritische Friedensforscher [und Friedensforscherinnen] lehnen eine am Status quo orientierte Befriedungsforschung ab. Indem sie helfen, politische Apathie zu überwinden, die Fixierung auf Freund-Feind-Bilder abzubauen sowie verdeckte oder ideologisch verschleierte gesellschaftliche Konflikte bewusst zu machen, tragen sie dazu bei, emanzipatorische Lernprozesse in Gang zu setzen und eine nicht manipulierbare, politisch handlungsfähige Öffentlichkeit herzustellen.“

Besitzen solche Positionierungen mehr als 50 Jahre später noch Relevanz für die aktuelle Friedens- und Konfliktforschung? „Welche Impulse können wir für den Auftrag einer heutigen kritischen Friedensforschung daraus mitnehmen? Welche Leerstellen müssten behoben werden? Was vermag noch heute zu inspirieren, was wirkt überholt?“ fragen Sabine Jaberg in David Scheuing in der Einleitung zum Sonderschwerpunkt, der Beiträge von Dieter Senghaas, Hanne-Margret Birckenbach, Mechthild Exo, Mahdis Azarmandi, María Cárdenas, Philipp Lottholz, Angelika Mikley und Christoph Weller enthält und in Heft 1/2025 der Zeitschrift W&F - Wissenschaft und Frieden erschienen ist.

Bibliographische Angaben: Christoph Weller: Mut zum Konflikt: Fixierung auf Freund-Feind-Bilder abbauen, in: Wissenschaft und Frieden 43 (2025): 1, 56-57.

17.03.2025
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Neuerscheinung: „Feministische Friedensforschung – Impulse für Frieden“, herausgegeben von Christine Buchwald, Patricia Rinck und Michaela Zöhrer

Das Dossier, das der aktuellen Ausgabe von „Wissenschaft und Frieden“ (W&F 1/2025) beiliegt, versammelt acht Beiträge, die einen Einblick in die Besonderheiten und Vielfalt feministischer Friedenforschung geben.

Das Dossier, das der aktuellen Ausgabe von „Wissenschaft und Frieden“ (W&F 1/2025) beiliegt, versammelt acht Beiträge, die einen Einblick in die Besonderheiten und Vielfalt feministischer Friedenforschung geben.

Das Dossier ist eine Initiative des 2023 gegründeten AK „Feministische Friedensforschung“ der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung e.V. (AFK). Es soll dazu beitragen, feministischer Friedens- und Konfliktforschung im deutschsprachigen Raum zu mehr Sichtbarkeit und Anklang zu verhelfen. Hierfür werden die Potentiale feministischer Perspektiven aufgezeigt, die gewissenhaft berücksichtigen, „wie Geschlecht als sozial wirkmächtige Konstruktion und Machtstruktur mit Konflikten, Gewalt und Frieden zusammenhängt“ (Buchwald/Rinck/Zöhrer 2025: 2). Wie es im Editorial des Dossiers weiter heißt: Die Beiträge des Dossiers illustrieren „auf je unterschiedliche Weise das große Erkenntnispotential, das feministische Friedensforschung – oft inspiriert von oder gemeinsam mit feministischen sozialen Bewegungen – als Forschung für Frieden birgt. Sie bieten wichtige Einblicke, die ohne die dezidierte Berücksichtigung von Geschlecht in der Analyse und ohne feministische Methodologien nicht möglich wären – und damit ‚konventioneller‘ Friedens- und Konfliktforschung verwehrt bleiben müssen“ (ebd.: 4).

Die vielfältigen Themen und Untersuchungsfelder der Friedens- und Konfliktforschung lassen sich aus feministischen Perspektiven also in anderem Licht betrachten und tiefergehend verstehen. Wie das Dossier ferner zeigt, adressieren feministische Friedensforscher*innen aktuelle politische Herausforderungen wie zum Beispiel Militarisierung und Rechtsextremismus, und auch universitäre Institutionen und Praxis sind Gegenstand feministischer Kritik und potenziell Orte der Emanzipation. So werden im Dossier nicht nur Gewalt und Missstände im Forschungs- und Lehrbetrieb diskutiert, sondern auch, wie die (Zusammen-)Arbeit im Wissenschaftssystem als feministische Praxis der Fürsorge und Solidarität zu gestalten wäre.

Das Dossier liegt dem aktuellen Heft von „Wissenschaft und Frieden“ (W&F 1/2025) bei und ist zudem online auf der Homepage von W&F zu lesen und zu bestellen. Mitermöglicht wurde die Umsetzung des Dossiers durch finanzielle Unterstützung vonseiten der AFK und des Gunda-Werner-Instituts in der Heinrich-Böll-Stiftung.

Inhalt

Christine Buchwald, Patricia Rinck und Michaela Zöhrer | Editorial: Feministische Impulse für Frieden

Rawina Trautmann | Feministische Friedensforschung. Menschenzentriert, intersektional, selbstreflexiv

Maéva Clément | Versöhnung, Gender und Emotionen

Jannis Kappelmann | Gender und Atomwaffenpolitik. Die Rolle von Geschlecht in der Repräsentation, Rezeption und dem Diskurs über Nuklearwaffen

Rita Schäfer | Feministische Friedensforschung in Afrika

Hannah Neumann | Feministische Arbeitsweisen. Für eine größere Sichtbarkeit der Care-Arbeit in Wissenschaft und Forschung

Juliana Krohn und Viktorija Ratković | (Ver-)Schweigen von/als Gewalt. Für eine feministische Friedensforschung als Praxis der Fürsorge

Claudia Brunner | Nein zum Krieg! Plädoyer für eine antimilitaristische feministische Friedensforschung

Victoria Scheyer | Antifeministische Angriffe auf die Friedenspolitik

Literatur

Buchwald, Christine/Rinck, Patricia/Zöhrer, Michaela 2025: Feministische Impulse für Frieden, in: dies. (Hrsg.): Feministische Friedensforschung. Impulse für Frieden (W&F-Dossier 99). Bonn, 2-5.

17.03.2025
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Neuerscheinungen: Augsburger Abschlussarbeiten bei Tectum

Die Abschlussarbeiten von Jakob Kratzer und Niklas Fuchs sind nun in Buchform in der Reihe „Young Academics: Politikwissenschaft“ im Tectum-Verlag, Baden-Baden, erschienen.

Mit den Bänden von Jakob Kratzer und Niklas Fuchs sind nun bereits vier von PD Dr. Ulrich Roos begleitete Abschlussarbeiten im renommierten Tectum-Verlag prominent veröffentlicht worden. Alle vier Arbeiten sind hervorragend gelungen und tragen zum aktuellen Forschungsstand bei. Oder wie es an anderer Stelle heißt: „(D)ie Reihe“ eröffnet „den Autorinnen und Autoren die Möglichkeit, ihre Forschungsbeiträge in den wissenschaftlichen Diskurs einzubringen und sie einer breiten Fachöffentlichkeit zugänglich zu machen. Zugleich will die Reihe die Leistungsfähigkeit der politikwissenschaftlichen Studiengänge dokumentieren und dient als Forum zur Weiterentwicklung der Politologie in Wissenschaft und Praxis“ (Tectum Homepage).

Marius Thomay 2021: Dekolonisation der Natur-Mensch-Beziehungen. Eine Kritik am Nachhaltigkeits- und Naturverständnis des globalen Nordens, Tectum, Baden-Baden.

„Auf kritische Weise untersucht Marius Thomay das westliche Nachhaltigkeitsverständnis mit Hilfe des Post-Development-Ansatzes sowie mit dekolonialen Theorien. Der Autor arbeitet insbesondere die diesem Verständnis zugrunde liegende Vorstellung der Natur-Mensch-Beziehung heraus. Aufbauend auf den hierdurch gewonnenen Einsichten werden die Nachhaltigkeitsverständnisse und Konzepte des Natur-Mensch-Verhältnisses beleuchtet, wie sie innerhalb jener beiden Theorieansätze debattiert und vertreten werden. Somit lädt das Buch dazu ein, andere Perspektiven kennen zu lernen und das eigene Denken und Sein zu „dekolonisieren““ (Tectum Homepage).

Lea Rahman 2021: Neokoloniale Strukturen in der internationalen Klimapolitik. Eine postkoloniale Perspektive auf den Diskurs im Rahmen der UN-Klimakonferenzen, Tectum, Baden-Baden.

„Der Klimawandel stellt nicht nur eines der zentralen Probleme dar, mit denen die Menschheit in diesem Jahrhundert konfrontiert ist, sondern ist vielmehr ein globales Gerechtigkeitsproblem: Von wenigen Staaten verursacht, trifft er nach und nach alle – ohne Rücksichtnahme auf die Schuldfrage. Die Autorin zeigt auf, wie im Rahmen der jährlich stattfindenden UN-Klimaverhandlungen um Lösungen und verbindliche Beschlüsse für den Umgang mit klimawandelbedingten Schäden und Verlusten gerungen wird und welche Regelungen sich dort schließlich durchsetzen. Anhand postkolonialer Theorieansätze untersucht sie, welche Machtverhältnisse, die seit dem Kolonialismus bestehen, sich auf der politischen, ökonomischen und epistemischen Ebene widerspiegeln“ (Tectum Homepage).

Jakob Kratzer 2024: Die feministische Außenpolitik des Auswärtigen Amtes. Eine kritische Analyse der Leitlinien, Tectum, Baden-Baden.

„Seit 2014 haben weltweit immer mehr Nationen das Label „feministische Außenpolitik“ für sich entdeckt. Seit 2021 folgt auch das Auswärtige Amt unter der Leitung von Annalena Baerbock diesen Beispielen und legt im März 2023 eigene „Leitlinien für feministische Außenpolitik“ vor. Das vorliegende Forschungsprojekt attestiert diesem politischen Konzeptpapier mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse eine deutliche Orientierung an Vorstellungen des neoliberalen Feminismus. Zwar werden verschiedene Transformationsansprüche formuliert, wie sie auch in anderen feministischen Theorien zu finden sind. Wenn es jedoch um praktische Lösungsansätze geht, bleibt das Konzept meist innerhalb etablierter Strukturen und Denkweisen“ (Tectum Homepage).

Niklas Fuchs 2025: Debattieren über Europas Zukunft . Eine Narrationsanalyse des EU-Finalitätsdiskurses im Europäischen Parlament, Tectum, Baden-Baden.

„Nach dem gescheiterten Verfassungsvertrag in den 2000er Jahren war die „Konferenz zur Zukunft Europas“ für die Politik die bedeutendste Möglichkeit, ihre Zukunftsvorstellungen zur EU zu präsentieren.
Durch eine Analyse von Reden und Anträgen des Europäischen Parlaments arbeitet der Autor verschiedene Erzählungen heraus und zeigt, wie sich diese gegenseitig verstärken und blockieren. Dabei wird erkennbar, dass sich seit Jahrzehnten bestehende Kooperationen zwischen europäischen Parteifamilien auflösen und sich neue Bündnisse formieren. Diese Diagnose fundamentaler Verschiebungen der europapolitischen Visionen ist in einer Zeit, in der die Zukunft aufgrund von Krisendiskursen überwiegend pessimistisch betrachtet wird, von mehr Belang denn je“ (Tectum Homepage).

12.03.2025
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Neuerscheinung: Franke/Roos: „Actor-Structure Problem in Public Policy“

This Living Reference Work Entry of the Encyclopedia of Public Policy deals with the term actor-structure-problem, emerging in the late twentieth century and defines the academic discussion of human action and its requirements. It refers to fundamental questions about the relationship between actors or agency, that is, the capacity to act, and structure—a topic as old as human self-reflection.

Franke. Ulrich / Roos, Ulrich 2024: Actor-Structure Problem in Public Policy, in: Minna van Gerven et al. (Hrsg.), Encyclopedia of Public Policy, Springer, https://doi.org/10.1007/978-3-030-90434-0_109-1 .

Keywords Social theory -American pragmatism -Agency -Practice -Structure of collective action -Rules for action -Crisis -Creativity -Abduction -Process

This article, co-authored with PD Dr. Ulrich Franke deals with the term actor-structure-problem, emerging in the late twentieth century and defines the academic discussion of human action and its requirements. It refers to fundamental questions about the relationship between actors or agency, that is, the capacity to act, and structure—a topic as old as human self-reflection.

The article deals with the following aspects:

  • Central Definition of the term
  • The Actor-Structure Problem in Late Twentieth-Century Sociology and Philosophy
  • The Advent of the Actor-Structure Problem in Political Science
  • A Pragmatist Answer to the Actor-Structure Problem
  • Implications of the Pragmatist Answer to the Actor-Structure Problem
  • The Actor-Structure Problem in Current Socio-Scientific Discussions
11.03.2025
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Potenziale und Grenzen partizipativer und transdisziplinärer Methoden in der Friedens- und Konfliktforschung

Zu dieser Themenstellung präsentiert Christoph Weller sein Paper „Partizipative Konfliktforschung: Chancen und Risiken in der empirischen Umsetzung“ bei der AFK-Jahrestagung „Zwischen Fake News, Demokratiefeindlichkeit und Wissenschaftsskepis: Welche Konzepte und Praxis braucht die Friedens- und Konfliktforschung?"

Die Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) trifft sich 2025 zu ihrem 56. Jahreskolloquium bei der Friedensakademie Rheinland-Pfalz in Landau. Das Panel zu den Potenzialen und Grenzen partizipativer und transdisziplinärer Methoden gibt Antworten auf die Frage nach Konzepten und Praxis der Friedens- und Konfliktforschung angesichts zunehmender Fake News, anwachsender Demokratiefeindlichkeit und spürbarer Wissenschaftsskepsis.

Christoph Wellers Paper „Partizipative Konfliktforschung: Chancen und Risiken in der empirischen Umsetzung“ präsentiert die Erkenntnisse und Erfahrungen abgeschlossener und laufender Projekte Partizipativer Konfliktforschung, insbesondere zu Fragestellungen bezogen auf Konfliktbearbeitung. Empirische Forschung zu Prozessen und Institutionen der Konfliktbearbeitung - also des intentionalen Umgangs mit einer jeweils spezifischen sozialen Konfliktkonstellation - erfordert besondere methodologische Anstrengung und Reflexion, angefangen von der Erkennbarkeit dessen, was wissenschaftlich als „Konflikt“ bezeichnet werden soll, über die Beobachtung der (De-)Eskalationsprozesse bei unterschiedlichen Konflikt-Gegenständen und Konfliktparteien bis hin zum Einfluss der Forschenden auf den Verlauf und die Beurteilung der Konfliktbearbeitung. Während traditionelle Konfliktforschung auf eine Objektivierung ihrer Forschungsgegenstände abzielt, nutzt Partizipative Konfliktforschung die Einsichten und Erkenntnisse der Konfliktbearbeitenden und des Konflikts. Hierfür werden Praktiker:innen in die wissenschaftliche Konfliktforschung integriert und gemeinsam entwickelte Fragestellungen im Modus Dialogischer Erkenntniskultivierung bearbeitet. Konzept und Methodologie Partizipativer Konfliktforschung werden in diesem Beitrag erläutert und die Vorgehensweise an zwei Beispielen Partizipativer Konfliktforschung zu Fragestellungen Kommunaler Konfliktberatung veranschaulicht. Die Projekterfahrungen können die großen Chancen für Praxis und Wissenschaft verdeutlichen, zeigen aber auch die Risiken von PartizipativerForschung in Konfliktkontexten.

27.02.2025
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„Menschenfeindlichkeit begegnen!“ – Handlungsorientierte Workshopreihe im Rahmen der Wochen gegen Rassismus

Das Transferzentrum Frieden bietet eine handlungsorientierte Workshopreihe zu ausgewählten Dimensionen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit an.

In Deutschland nehmen Vorurteile und Diskriminierung gegenüber gesellschaftlich marginalisierten Gruppen alarmierend zu, während rechte Parteien zunehmend Unterstützung gewinnen und demokratische Werte gefährden.

Das Konzept der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) beschreibt abwertende und ausgrenzende Einstellungen gegenüber Menschen, die aufgrund ihrer realen oder zugeschriebenen Gruppenzugehörigkeit diskriminiert werden. Diese Vorurteile basieren auf einer Ideologie der Ungleichwertigkeit, wodurch die Abwertung einer Gruppe oft mit der Abwertung anderer einhergeht. In Deutschland zeigt sich GMF besonders in Ausprägung wie Rassismus, Antisemitismus, Hetero-/Sexismus, Muslimfeindlichkeit, Klassismus und Antiziganismus.

Um für dieses Thema zu sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten gegen diskriminierende Einstellungen aufzuzeigen, bietet das Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA) gemeinsam mit dem Büro für gesellschaftliche Integration der Stadt Augsburg,der Zentralen Antidiskriminierungsstelle der Stadt Augsburg, der Gleichstellungsstelle der Stadt Augsburg, der Technischen Hochschule Augsburg ( Studiengang Soziale Arbeit) und der Petra-Kelly-Stiftung die Workshop-Reihe „Menschenfeindlichkeit begegnen!“ an. Sie bietet durch einen rahmenden Einführungsvortrag von Prof. Dr. Andreas Zick einen fundierten Einblick in das Konzept. Außerdem stellt die Zentrale Antidiskriminierungsstelle sich, ihre Arbeit und den Aktionsplan gegen Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit der Stadt Augsburg vor, der dieses Jahr ausgearbeitet wird. Anschließend werden in sieben Workshops zu ausgewählten Ausprägungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit praktische Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt.

📅 12.03.2025 bis 30.04.2025

📍 verschiedene Orte in Augsburg (z.B. S-Forum, Hollbau im Annahof)

🔗 Teilnahme an einzelnen Workshops oder der gesamten Reihe möglich

Öffentlicher Vortrag: Das Konzept „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“

Der Vortrag führt in die Workshopreihe „Menschenfeindlichkeit begegnen!“ ein und stellt den theoretischen und konzeptionellen Rahmen des Konzepts der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit am Beispiel der Daten der jüngsten Mitte-Studie vor.

Kurzbio: Prof. Dr. Andreas Zick ist Direktor des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld und Mitherausgeber der sogenannten ‚Mitte-Studie‘.

📅 Mittwoch 12.03.2025

18:00 -19:30 Uhr

📍Ort: S-Forum Stadtbibliothek Augsburg


Klassismus und Wohnungslosigkeit - Zahlen, Fakten und Erfahrungsberichte betroffener Personen in Augsburg
(Fabian de Hesselle, Maria Panzer)

Der Workshop gibt einen Einblick in die Lebenswelt von betroffenen Personen. Auf Basis aktueller wissenschaftlicher Literatur werden eigene Forschungsergebnisse aus der Befragung von Menschen in Wohnungsnotfallsituationen präsentiert. Abschließend werden Implikationen und Handlungsvorschläge für Praktiker*innen diskutiert.

Kurzbios: Maria Panzer. Soziale Arbeit B.A., tätig in: Fachberatung Wohnungsnotfallhilfe, Anleiterin Arbeitsgelegenheitsmaßnahme

Fabian de Hesselle, Erziehungswissenschaft B.A., tätig in: Projektleitung Clearingstelle im Übergangswohnheim f. obdachlose Männer, Bereichsleitung Straffälligenhilfe & Männerarbeit, Täter*innenarbeit häusliche Gewalt

📅 Mittwoch 19.03.2025

17:00 – 20:00 Uhr

📍Ort: Urbanus-Rhegius und Anna-Weißbrücker-Raum im Hollbau (Annahof)

Antischwarzer Rassismus (Hamado Dipama)

Der Workshop sensibilisiert für die historischen und strukturellen Dimensionen von Rassismus und zeigt seine Auswirkungen auf Schwarze Menschen in Deutschland auf. Durch interaktive Methoden und Reflexion fördert er ein kritisches Verständnis und erarbeitet Strategien für solidarisches Handeln und Antirassismusarbeit.

Kurzbio: Hamado ist Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats und engagiert sich politisch für die Rechte von Geflüchteten, Migrant*innen und insbesondere Schwarzen Menschen in Deutschland. Er ist Gründer des ArbeitskreisPanafrikanismus München e.V., war langjährig im Vorstand der AGABY tätig und ist dessen Referent für Antidiskriminierungs- und Antirassismusarbeit im Projekt weact-Bayern.

📅 Mittwoch 26.03.2025

17:00 - 20:00

📍Ort: Urbanus-Rhegius und Anna- Weißbrücker-Raum im Hollbau (Annahof)

Antisemitismus erkennen und engagiert handeln bei antisemitischen Vorfällen (Helen Sophia Müller)

Im Workshop werden unterschiedliche Formen von Antisemitismus thematisiert, darunter historische und aktuelle Formen von Antisemitismus. Zudem werdenGemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Antisemitismus und Rassismusbetrachtet. Anhand von Fallbeispielen wird die aktuelle Relevanz des Themas Antisemitismus deutlich und die Auswirkungen auf Betroffene sichtbar. Gemeinsam werden Handlungsoptionen erarbeitet, wie in diskriminierenden Situationen interveniert werden kann.

Kurzbio: Helen Sophia Müller ist politische Bildnerin mit einem Schwerpunkt auf der Verknüpfung antisemitismus- und rassismuskritischer Bildungsansätze. Sie arbeitet seit vielen Jahren in unterschiedlichen Projekten zu Antisemitismus und Rassismus. Zuvor studierte sie Politikwissenschaften in Mannheim, Istanbul und Berlin.

📅 Donnerstag 03.04.2025

17:00 - 20:00

📍Ort:Hieronymus-Wolf-Raum im Hollbau (Annahof)

Hetero-sexismus – verstehen, sehen, handeln (Lara Helena Kosch, Vorständin Queer Augsburg e.V.)

In diesem Workshop werden Teilnehmende mit Formen und Dimensionen von Diskriminierung gegenüber queeren Menschen vertraut gemacht. Bei interaktiven Übungen, Reflexion und Input lernen wir konkrete Handlungsmöglichkeiten und Maßnahmen zur Bekämpfung von Queerfeinlichkeit kennen. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Lebenswelt vieler queerer Menschen zu entwickeln und ein respektvolles, inklusives Handeln zu fördern.

Kurzbio: Lara Helena kommt aus dem background des queerfeministischen Aktivismus und arbeitet aktuell in der sozialen Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Als Vorständin von QueerAugsburg e.V. setzt sie sich mit community-naher politischer Arbeit, für die Bedarfe queerer Menschen ein. Sie spezialisiert sich im Bereich gendergerechter und queersensibler Pädagogik, für eine vielfaltsfördernde Praxis sozialer Arbeit.

📅 Mittwoch 09.04.2025

17:00 - 20:00

📍Ort: Urbanus-Rhegius und Anna-Weißbrücker-Raum im Hollbau (Annahof)


Antimuslimischen Rassismus erkennen und bekämpfen (Maiyra Chaudhry und Bianca Wagner)

In diesem interaktiven Workshop setzen wir uns intensiv mit antimuslimischem Rassismus und Islamfeindlichkeit auseinander. Antimuslimischer Rassismus und Muslimfeindlichkeit finden sich nicht nur in rechtsaffinen Parteien, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft. Muslimfeindliche Einstellungen haben zugenommen, und Menschen, die als Muslim*innen wahrgenommen werden, sehen sich zunehmend Vorurteilen und Diskriminierung ausgesetzt.

Kurzbios: Maiyra Chaudhry hat Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Augsburg studiert. Sie arbeitet als Autorin, freie Journalistin und engagiert sich ehrenamtlich im Bereich antimuslimischen Rassismus.

Bianca Wagner hat einen Master in Interdisziplinären Europastudien, ist Mitarbeiterin des Büros für gesellschaftliche Integration und ausgebildete Diversity Trainerin.

📅 Mittwoch 16.04.2025

17:00 - 20:00

📍Ort: Urbanus-Rhegius und Anna-Weißbrücker-Raum im Hollbau (Annahof)


Geschichte und Gegenwart des Antiziganismus (Marcella Reinhardt und Thomas Höhne)

In dem Workshop geht es nach einer historischen Einführung darum, die Lebensrealitäten von Sinti und Roma in Deutschland sichtbar zu machen. In der vertieften Auseinandersetzung mit den Grundstrukturen des Antiziganismus soll auch dessen Verschränkung mit anderen Ideologien betrachtet werden. Die Vorstellung der Antidiskriminierungsberatung sowie der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) Bayern schließen den Workshop ab.

Kurzbios: Marcella Reinhardt ist Vorsitzende des Regionalverbands Deutscher Sinti und Roma Schwaben. Sie arbeitet bei der Antidiskriminierungsstelle des bayerischen Landesverbands Deutscher Sinti und Roma und ist dessen stellvertretende Landesvorsitzende.

Thomas Höhne (M.A. Pädagogik/ Soziologie) ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Landesverbandes.

📅 Mittwoch 23.04.2025

17:00 - 20:00

📍Ort: Urbanus-Rhegius und Anna-Weißbrücker-Raum im Hollbau (Annahof)


Rassismus und Klasse (Betiel Berhe)

In diesem Workshop erfahren die Teilnehmenden, wie Rassismus und Klassengesellschaft zusammenwirken.

Kurzbio: Betiel Berhe, Ökonomin, Autorin und Aktivistin. Sie hält Vorträge, gibt Workshops und berät zu Social Justice Themen wie Klasse, Gender, Rassismus, Migration und Bildung. Ihr Buch "Nie mehr leise – die neue migrantische Mittelschicht“ wurde 2023 veröffentlicht und beschreibt den Zusammenhang von „Race und Class“ - im deutschen Kontext.

📅 Mittwoch 30.04.2025

17:00 - 20:00

📍Ort: Urbanus-Rhegius und Anna-Weißbrücker-Raum im Hollbau (Annahof)

21.02.2025
Bild zu Rückblick: Dreitägiger Workshop „Intersectional Pedagogy: Theories and Practices“ mit Dr. Gal Harmat

Rückblick: Dreitägiger Workshop „Intersectional Pedagogy: Theories and Practices“ mit Dr. Gal Harmat

Vom 29. bis 31. Januar 2025 haben rund 20 Personen – Studierende, Dozierende und zivilgesellschaftlich Aktive – Methoden intersektionaler Bildungsarbeit praktisch erprobt und die Potentiale und Grenzen deren Anwendbarkeit mit diversen Zielgruppen und in verschiedenen Kontexten reflektiert.

Ziel des dreitägigen englischsprachigen Workshops, der in Augsburg im Evangelischen Forum Annahof standgefunden hat, war es, die Teilnehmerinnen dazu zu befähigen, als Trainerinnen und Vermittler*innen inklusivere und gleichberechtigte (Lern-)Räume selbst zu gestalten. Dafür hat die sehr erfahrene Trainerin Dr. Gal Harmat (Senior Fellow bei Swisspeace) – die auch Autorin des Buches „Intersectional Pedagogy: Creative Education Practices for Gender and Peace Work“ ist – den Fokus gemeinsam mit der Gruppe auf Intersektionalität als praxis-anleitende Perspektive und Schlüsselkompetenz gelegt. Mit Simulationsspielen, interaktiven Übungen und Impulsen zu Intersektionalität und deren Ausdrucksformen, zum Beispiel mit Blick auf die eigene Person oder den öffentlichen und medialen Raum, wurde ein erfahrungsbasiertes Lernen ermöglicht. Zudem war Raum für die Reflexion über Anwendungsmöglichkeiten konkreter intersektional-pädagogischer Methoden in verschiedenen Lehr-Lern-Settings.

Der Workshop wurde organisiert von Dr. Michaela Zöhrer mit Unterstützung von Christina Pauls, beide Mitarbeiterinnen des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg. Zudem hat Isabella Bugdoll als studentische Hilfskraft wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen.

Realisiert werden konnte der Workshop aufgrund der finanziellen Unterstützung der Graduiertenschule für Geistes- und Sozialwissenschaften (GGS) der Universität Augsburg sowie des BMBF-Forschungsverbunds „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“. Wir sagen danke!

14.02.2025
Bild zu Das Konzept "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" - Einführungsvortrag zur Workshopreihe "Menschenfeindlichkeit begegnen!"

Das Konzept "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" - Einführungsvortrag zur Workshopreihe "Menschenfeindlichkeit begegnen!"

Prof. Dr. Andreas Zick, Direktor des Bielefelder Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung und Koautor der regelmäßig erscheinenden „Mitte-Studien“ referiert am 12. März (18 Uhr) über die Verbreitung und Hintergründe rechtsextremer, menschenfeindlicher und antidemokratischer Einstellungen in Deutschland

In Deutschland nehmen Vorurteile und extreme Einstellungen gegenüber Minderheiten alarmierend zu, begleitet von Wahlerfolgen rechter Parteien, die demokratische Werte bedrohen. Zum Verständnis solcher Einstellungen wurde das Konzept der "Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit" entwickelt, das auch den empirischen Untersuchungen der sog. Mitte-Studien zugrunde liegt. Mit „Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ sind abwertende und ausgrenzende Einstellungen gemeint, die gegenüber Menschen vorhanden sind, die nicht zur eigenen Gruppe gehören und die allein aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit bewertet werden. Dabei wird die jeweilige Gruppenzugehörigkeit von Außen zugewiesen. Diese Vorurteile besitzen als gemeinsamen Kern eine Ideologie der Ungleichwertigkeit, weshalb die Abwertung einer Gruppe zumeinst mit der Abwertung auch anderer Gruppen einhergeht. In Deutschland stark ausgeprägte Elemente von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sind Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Muslimfeindlichkeit, Klassismus, Antiziganismus.

Um für dieses Thema zu sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten gegen diskriminierende Einstellungen aufzuzeigen, bietet das Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA) gemeinsam mit Kooperationspartner*innen die Workshop-Reihe "Menschenfeindlichkeit begegnen!” an. Sie gibt einen fundierten Einblick in das Konzept und zeigt in sieben Workshops zu ausgewählten Ausprägungen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit praktische Handlungsmöglichkeiten auf.

Im Einführungsvortrag am Mittwoch, den 12.03.2025 um 18:00 Uhr im S-Forum (Stadtbibliothek) wird Prof. Dr. Andreas Zick den theoretischen und konzeptionellen Rahmen des Konzepts der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit am Beispiel der Daten der jüngsten Mitte-Studie vorstellen. Im Anschluss finden in einem wöchentlichen Rhythmus (ab 19.3., jeweils 17-20 Uhr) interaktive und praxisorientierte Workshops statt, in denen jeweils in eine besonders ausgeprägte Dimensionen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit hinein-gezoomt wird, darunter Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Muslimfeindlichkeit, Klassismus, Antiziganismus sowie intersektionale Verschränkungen.

Veranstaltende:
Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA) in Kooperation mit dem Büro für gesellschaftliche Integration der Stadt Augsburg, der Zentralen Antidiskriminierungsstelle der Stadt Augsburg, der Gleichstellungsstelle der Stadt Augsburg, der Technischen Hochschule Augsburg (Studiengang Soziale Arbeit) sowie der Petra-Kelly-Stiftung

05.02.2025
Bild zu Den Schmerz der Anderen begreifen. Veranstaltung mit Charlotte Wiedemann zur Erinnerungskultur

Den Schmerz der Anderen begreifen. Veranstaltung mit Charlotte Wiedemann zur Erinnerungskultur

Auf welchen Wegen lässt sich Erinnerungskultur im Geist globaler Gerechtigkeit neu denken und gestalten? Zu dieser Frage findet am Mittwoch, 5. Februar um 19:30 Uhr im Zeughaus eine Veranstaltung mit Charlotte Wiedemann statt, in deren Zentrum ihr Buch „Den Schmerz der Anderen begreifen: Holocaust und Weltgedächtnis“ steht.

Die weitgereiste und welterfahrende Publizistin Charlotte Wiedemann sucht in ihrem jüngsten Buch „Den Schmerz der Anderen begreifen: Holocaust und Weltgedächtnis“ nach Wegen, Erinnerungskultur im Geist globaler Gerechtigkeit neu zu denken. Dazu bringt sie zwei persönliche Anliegen in einen Dialog: Sensibilität und Verantwortung für die Shoah bewahren und eurozentrisches Geschichtsdenken überwinden. In der Veranstaltung liest Charlotte Wiedemann aus ihrem Buch und eröffnet einen Gesprächsraum über Empathie, Erinnerung und Verantwortung.

03.02.2025
Bild zu Vernetzungstreffen für Praktiker*innen mediativer Verfahren

Vernetzungstreffen für Praktiker*innen mediativer Verfahren

Das Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA) lädt für Mittwoch, 22. Januar, 17-20 Uhr zu einer Informations- und Vernetzungsveranstaltung mit interaktiven Workshop unter dem Titel „Konflikte überall? Mediative und konstruktive Verfahren in der kommunalen Konfliktbearbeitung“ ein.

Das Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA) lädt für Mittwoch, 22. Januar, 17-20 Uhr zu einer Informations- und Vernetzungsveranstaltung mit interaktiven Workshop unter dem Titel „Konflikte überall? Mediative und konstruktive Verfahren in der kommunalen Konfliktbearbeitung“ ein.

Mit seiner ersten Veranstaltung im neuen Jahr rückt das Transferzentrum Frieden Augsburg die Vernetzungsarbeit noch stärker in den Fokus und möchte an die vorhandene Expertise der Konfliktbearbeitung in der Friedensstadt Augsburg anknüpfen. Hierzu laden wir für 22. Januar zu unserer Veranstaltung „Konflikte überall? Mediative und konstruktive Verfahren in der kommunalen Konfliktbearbeitung“ ein.

Sie findet am Mittwoch, 22.01.2025 von 17:00 bis etwa 20:00 Uhr im Hollbau des Annahofes statt:

Konflikte gehören zum Alltag – auch in Ihrem Tätigkeitsfeld?

Wie gehen Sie mit Konflikten um? Welche Ansätze und Methoden nutzen Sie beruflich, um Konflikte zu bearbeiten? Wo stoßen Sie auf Herausforderungen? Und wie könnte Sie der Austausch mit anderen Berufsgruppen, die ebenfalls regelmäßig Konflikte bearbeiten, weiterbringen?

Wenn Sie sich von diesen Fragen angesprochen fühlen, laden wir Sie zu unserer Informations- und Vernetzungsveranstaltung am 22.01.2025 ein. Das Transferzentrum Frieden Augsburg möchte darin die vielfältigen Anwendungsfelder von Konfliktbearbeitung im kommunalen Raum sichten und vernetzen. Im Fokus stehen Fragen wie:

  1. Welche unterschiedlichen Verfahren und Ansätze zur Konfliktbearbeitung werden bereits in der Friedensstadt Augsburg genutzt?
  2. Wo finden sie Anwendung – ob in der Nachbarschaft, Zivilgesellschaft, städtischen Einrichtungen, Beratung, Pädagogik oder anderen Bereichen?
  3. Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich dabei?
  4. Welche Beiträge kann die Friedens- und Konfliktforschung dazu leisten?

Es erwartet Sie ein abwechslungsreiches Programm: Zunächst geben vier erfahrene Praktiker*innen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern in kurzen Impulsen Einblicke in ihre Zugänge und Erfahrungen in der Konfliktbearbeitung: Carmen Buschinger (Antidiskriminierungsstelle Augsburg), Brigitte Hörster (IMKA), Frank Pintsch (Ordnungsreferent der Stadt Augsburg) und Günter Schießl (Seniors in School). Im Anschluss haben Sie die Möglichkeit, sich in offenen Kleingruppen mit den Teilnehmenden auszutauschen, eigene Fragen und Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen. Der Abend endet entspannt mit Häppchen, Getränken und informellen Gesprächen in lockerer Atmosphäre für die weitere Augsburger Vernetzung in diesem Aufgabenfeld.

Wir freuen uns darauf, Sie und Ihre Arbeit kennenzulernen und gemeinsam neue Möglichkeiten der Vernetzung und Synergiebildung in der Konfliktbearbeitung in Augsburg zu entwickeln!

13.01.2025
Bild zu Christoph Weller mit Vortrag beim Workshop des Arbeitskreises „Theorie“ der AFK an der Universität Kiel

Christoph Weller mit Vortrag beim Workshop des Arbeitskreises „Theorie“ der AFK an der Universität Kiel

Sein Paper „Gesellschaftlicher Frieden: Begriff, Bedeutung und konflikttheoretische Herleitung“ präsentierte Christoph Weller beim Offenen Workshop des Theorie-Arbeitskreises der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) am 12.-13. Dezember 2024 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Der Beitrag setzt sich mit den Theorien sozialer Konflikte auseinander und entwickelt einen Begriff des "gesellschaftlichen Friedens", der über die traditionellen Vorstellungen der Friedensforschung vom Gegensatz zwischen Frieden und Gewalt hinausgeht. Stattdessen werden vor allem praxisorientierte Fragen in den Blick genommen, die uns angesichts der Radikalisierung gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen und der damit einhergehenden Eskalationsgefahren sozialer Konflikte mehr denn je bedrängen. Zweifellos beziehen sich Friedensvorstellungen dominant auf die Beziehungen zwischen Staaten und die Interaktionsformen in der internationalen Politik. Doch wenn Gesellschaften nicht in internationale Kriege involviert und auch keinem Bürgerkrieg ausgeliefert sind, könnte das als Grundvoraussetzung gesellschaftlichen Friedens betrachtet werden.

Mit dem Begriff des Friedens gehen jedoch in aller Regel größere Erwartungen einher als die Abwesenheit von Krieg. Vor allem darf vom gesellschaftlichen Frieden erwartet werden, dass er die Gesellschaft vor der Eskalation ihrer Konflikte zur kriegerischen Austragung schützt. Weil hierfür das Gewaltmonopol des Staates eine wichtige Rolle spielt, kann sich das Verständnis von „gesellschaftlichem Frieden“ nicht primär an der Abwesenheit von Gewalt orientieren. Stattdessen gewinnt ein eskalationspräventiver Umgang mit gesellschaftspolitischen Konflikten zentrale Bedeutung. Auf diese Weise soll die Eskalation einer Konfliktkonstellation zur gewaltsamen Konfliktaustragung möglichst verhindert werden. Das bedeutet nicht die Unterdrückung von Differenzen und Konflikten, wie dies in totalitären Herrschaftssystemen der Fall ist, sondern das Vorhandensein von Institutionen der Konfliktbearbeitung, die einen geregelten Umgang mit allen möglichen gesellschaftspolitischen Konflikten gewährleisten sollen. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit stellen beispielsweise solche Institutionen der Konfliktbearbeitung bereit, aber sie reichen für die enormen Transformationsprozesse moderner Gesellschaften längst nicht (mehr) aus. Wenn beispielsweise soziale Ungerechtigkeit, Armut und struktureller Reichtum nicht ab-, sondern zunehmen, schwächeln offenbar wichtige etablierte Institutionen der Konfliktbearbeitung, was Konflikteskalation wahrscheinlicher macht und damit den gesellschaftlichen Frieden gefährdet.
Für den gesellschaftlichen Frieden müssen also mehr gesellschaftspolitische Konflikte konstruktiv bearbeitet werden und gerade Phasen rapiden sozialen Wandels erfordern die kontinuierliche Anpassung der Institutionen der Konfliktbearbeitung an die aus den gesellschaftlichen Entwicklungen resultierenden neuen Konfliktkonstellationen. Zusätzlich erfordert die Bewahrung gesellschaftlichen Friedens, neue Institutionen der Konfliktbearbeitung zu entwickeln und dass auch Konflikte um die Veränderung der etablierten Institutionen der Konfliktbearbeitung möglich, zulässig und konstruktiv bearbeitbar sind. Die Aufgaben der Konfliktbearbeitung im täglichen gesellschaftlichen Zusammenleben der Einzelnen stehen in dieser konflikttheoretischen Betrachtung im Zentrum gesellschaftlichen Friedens.

20.12.2024
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Weller assoziierter Fellow der Bayerischen Wissenschaftsallianz für Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung

Prof. Dr. Christoph Weller, Leiter des Bayerischen Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Augsburg, wurde vom Wissenschaftlichen Leitungsgremium der Bayerischen Wissenschaftsallianz für Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung als assoziierter Fellow benannt

Die Bayerische Wissenschaftsallianz für Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung führt die langjährigen Bemühungen um eine stärkere Institutionalisierung dieses Forschungsfelds des bisher einzigen Lehrstuhls mit dem Schwerpunkt „Friedens- und Konfliktforschung“ in Augsburg an einer bayerischen Universität, etwa mit der Bayerischen Initiative für Friedens- und Konfliktforschung und dem BMBF-geförderten Regionalcluster „ Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“ (BZeFK) fort. Die Wissenschaftsallianz beschäftigt sich mit der Vernetzung von Forschungsvorhaben und Forschungsschwerpunkten der beteiligten Universitäten und Fellows, der Integration der Themen der Friedens- und Konfliktforschung in die Lehre der bayerischen Universitäten sowie dem Transfer der Expertise der Friedens- und Konfliktforschung in die Beratung von Entscheidungsträger:innen sowie in die Öffentlichkeit, wie dies etwa mit dem „ Transferzentrum Frieden Augsburg“ (TFA) von der Universität Augsburg in Zusammenarbeit mit der Friedensstadt Augsburg umgesetzt wird.

19.12.2024
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Neuerscheinung: Mayr/Nägele: »Konfliktokratie«: über Konflikt und Demokratie sprechen

Der aktuelle Beitrag von Rachel C. Mayr und Alexandra Nägele in der Zeitschrift „Wissenschaft & Frieden“ berichtet über die 8. Peace Summer School, die im Sommer 2024 unter dem Titel „Konfliktokratie“ das Verhältnis von Demokratie und Konflikten beleuchtet hat.

Die Peace Summer School 2024, die im Rahmen des Augsburger Hohen Friedensfest veranstaltet wurde, brachte erneut Wissenschaft, Praxis und Stadtgesellschaft zusammen, um in diesem Jahr besonders das Spannungsverhältnis von Konflikt und Demokratie zu reflektieren. Unter dem Titel „Konfliktokratie“ widmete sich das dreitägige Programm den Fragen, wie Konflikte als notwendige Bestandteile demokratischer Prozesse erkannt und produktiv gestaltet werden können.

Ein umfassender Tagungsbericht ist nun in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Wissenschaft & Frieden" erschienen und gibt Einblicke in die vielfältigen Veranstaltungsformate: Von einer öffentlichen Diskussionsrunde über die Rolle von Medien und Kleinkunst in der demokratischen Debatte über interaktive Workshops und einem demokratischen Stadtspaziergang durch Augsburg. Die Peace Summer School zeigt dabei, wie interaktive Bildungsangebote Demokratie und Konflikt auf erfahrbare Weise vermitteln und aktuelle gesellschaftliche Fragen aus unterschiedlichsten Perspektiven beleuchten können.

Mayr, Rachel C./Nägele, Alexandra 2024: „Konfliktokratie“: über Konflikt und Demokratie sprechen, in: Wissenschaft und Frieden 42: 4, 66-67.

Organisiert wurde die Peace Summer School vom ASKA e.V. in Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten "Transferzentrum Frieden Augsburg", das die Stadtgesellschaft mit der Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg verknüpft.
Der Bericht ist online unter folgendem Link verfügbar: https://wissenschaft-und-frieden.de/artikel/konfliktokratie-ueber-konflikt-und-demokratie-sprechen/

17.12.2024
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Prof. Dr. Christoph Weller zum Mitglied des Beirats der Friedensakademie Rheinland-Pfalz berufen

Der Präsident der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU), Prof. Dr. Malte Drescher beruft Christoph Weller für eine weitere vierjährige Amtsperiode in die nun von Prof. Dr. Janpeter Schilling als Wissenschaftlichem Leiter und Dr. Gregor Walter-Drop als Geschäftsführer geleitete Friedensakademie Rheinland-Pfalz.

Damit wird auch die Kooperation und der Erfahrungsaustausch zwischen dem Transferzentrum Frieden Augsburg und der Friedensakademie Rheinland-Pfalz als Transfereinrichtungen der Friedens- und Konfliktforschung gestärkt, die beide zum Transfer der Expertise der Friedens- und Konfliktforschung in die entsprechenden Praxisfelder beitragen.

Bereits seit 2020 wirkt Christoph Weller im Beirat der Friedensakademie Rheindland-Pfalz mit und wurde nun für eine weitere Amtszeit in dieses Gremium berufen. Die Friedensakademie Rheinland-Pfalz ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau am Campus Landau. Sie verfolgt das Ziel, bewährte Strategien der Krisenprävention und der zivilen Konfliktbearbeitung zu stärken und weiterzuentwickeln. Dazu entwickelt sie Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote und betreibt anwendungs- und lösungsorientierte Forschung zu friedenswissenschaftlichen und friedenspädagogischen Themen. Als einmalige Schnittstelleninstitution in Rheinland-Pfalz fördert sie den wechselseitigen Austausch zwischen akademischer Forschung und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Seit 2024 ist die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) an der Friedensakademie Rheinland-Pfalz angesiedelt.

17.12.2024
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Neuerscheinung: Krisenkonflikte: Was hilft gegen Krisenprofiteure? Von Christoph Weller

Ausgewählte Beiträge des 28. Deutschen Präventionstages (DPT) von 2023 wurden nun unter dem Titel „Krisen und Prävention“, herausgegeben von Erich Marks, Claudia Heinzelmann und Gina Rosa Wollinger veröffentlicht (Open Access), darunter auch Wellers Aufsatz zu Krisenkonflikten

Ausgewählte Beiträge des 28. Deutschen Präventionstages (DPT) von 2023 wurden nun open access veröffentlicht, darin u.a.:

Weller, Christoph 2024: Krisenkonflikte: Was hilft gegen Krisenprofiteure, in: Marks, Erich / Heinzelmann, Claudia / Wollinger, Gina Rosa (Hrsg.): Krisen und Prävention. Ausgewählte Beiträge des 28. Deutschen Präventionstages, Mönchengladbach: Forum Verlag Godesberg, 459 - 466.

In Krisen entstehen zusätzliche Konflikte: über besonderen Handlungsbedarf angesichts einer Krise, über Ursachen und geeignete Reaktionsweisen auf das, was als Krise bezeichnet und anerkannt wird, sowie über Aspekte, über die ohne die Krise weder debattiert worden wäre noch Differenzen überhaupt sichtbar geworden wären.
Ergänzend zur „Krise“ muss also auch Konfliktpotenzial politisch wie gesellschaftlich bearbeitet werden – und dieses Konfliktpotenzial liefert einzelnen Konfliktparteien die Möglichkeit, von Krisenkonflikten zu profitieren. Diese Dimension von Krisen wird in dem Beitrag anhand des Konzepts der Krisenkonflikte beleuchten, aber nicht nur als gesellschaftspolitische Herausforderung, sondern auch als Chance: Krisen generieren handlungsfähige Konfliktparteien und liefern zugleich Anlässe, neue Institutionen der Konfliktbearbeitung für einen aktuellen Krisenkonflikt zu etablieren. Aufgrund des Handlungsdrucks in der Krise besteht auch besonderes Interesse an der konstruktiven Bearbeitung der Krisenkonflikte, was wiederum beispielgebend für andere gesellschaftspolitische Konflikte wirken kann. In den Konflikten selbst steckt also auch das Potenzial, Krisenprofiteuren die „Rendite“ zu beschneiden.

06.12.2024
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“Keine Angst vor Konflikten! So geht Konfliktbearbeitung" - Abend-Workshop mit Prof. Christoph Weller

Eine Einführung in die Ansätze der praxisorientierten Konfliktforschung steht im Mittelpunkt eines Kursangebots der Volkshochschule im Würmtal, das am Donnerstag, 5. Dezember, 18 - 21 Uhr in Planegg angeboten wird.

Dabei geht es nicht nur um das Verstehen, sondern auch um die konstruktive Bearbeitung von Konflikten.

Konflikte bringen Belastungen, zusätzlichen Aufwand und bei eskalierenden Konflikten sogar Gefahren für unser Zusammenleben mit sich. Deshalb würden wir ihnen am liebsten aus dem Weg gehen.

Prof. Dr. Christoph Weller führt Sie in die Ansätze der praxisorientierten Konfliktforschung ein, um Konflikte besser zu verstehen und analysieren zu können. Mit diesem Verständnis lassen sich neben den Belastungen auch die Chancen von Konflikten und ihrer konstruktiven Bearbeitung erkennen.

Eine Veranstaltung der Volkshochschule im Würmtal am Donnerstag, 5.12.2024 von 18 - 21 Uhr im Kath. Pfarrzentrum St. Elisabeth in Planegg. Anmeldung erforderlich bei der VHS im Würmtal.

29.11.2024
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Partizipatives Projekt zur Weiterentwicklung des Augsburger Friedensfests erfolgreich abgeschlossen

Im Auftrag der Stadt Augsburg führte Dr. Rebecca Gulowski das partizipative Forschungsprojekt „Friedensstadt Augsburg: eine sozialwissenschaftliche (Konflikt-)Analyse als Baustein einer sozialraumorientierten Weiterentwicklung des Friedensfests und der unterjährigen Friedensarbeit in der Stadt Augsburg“ durch und präsentiert am 27.11. die Ergebnisse im Kulturausschuss.

Der Kulturausschuss der Stadt Augsburg hatte in seiner Sitzung vom 13.02.2023 die „Partizipative konzeptionelle Weiterentwicklung des Friedensbüros und des Friedensfestes" beschlossen. Mit dem Prozess sollte herausgearbeitet werden, wie künftig eine stärkere Profilierung von Augsburg als Friedensstadt möglich ist. Die Analyse unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Weller und Dr. Rebecca Gulowski folgte einem Ansatz Partizipativer Konfliktforschung und orientierte sich vor allem an konfliktanalytischen Fragestellungen, die auf die politischen Entscheidungsprozesse zur Weiterentwicklung der Friedensarbeit und des Friedensfests in Augsburg ausgerichtet waren. Das Team untersuchte, welche unterschiedlichen Vorstellungen und Positionen sich hinsichtlich der Bedeutung, Ziele und Wirkungen des Augsburger Hohen Friedensfests, der darauf bezogenen Friedensfestaktivitäten und der unterjährigen Friedensarbeit für die Friedensstadt Augsburg bei den Beteiligten erfassen lassen. Als wesentliche Ergebnisse konnten unterschiedliche Konflikte und Konfliktlinien beteiligter Akteur:innen herausgearbeitet werden.

22.11.2024
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"Demokratische Doppelqualifikation“ als Lernziel - Christoph Weller bei der Tagung des AK Curriculum & Didaktik

Mit einem Vortrag zu Zielen der Hochschullehre in der Friedens- und Konfliktforschung war Christoph Weller an der Jahrestagung des Arbeitskreises „Curriculum & Didaktik“ der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) zum Thema „Demokratie lehren und lernen“ am 7.-9. November an der Hochschule Rhein-Waal in Kleve beteiligt.

In seinem Vortrag präsentierte Christoph Weller ein Konzept gesellschaftlichen Friedens - in Abgrenzung zu Verständnissen eines internationalen Friedens - und erläuterte die Dimensionen und die Bedeutung von Partizipation für die Sicherung der Demokratie und gesellschaftlichen Friedens. Daran anknüpfend und mit Bezug auf die „Augsburger Erklärung“ des Arbeitskreises von 2017 ging er vor allem darauf ein, wie sich in der Hochschullehre Demokratie lehren lässt: Um welche Praxis-Kompetenzen geht es, wenn die Lehre der Friedens- und Konfliktforschung auf eine Demokratische Doppelqualifikation abzielt, bei der Demokratie, ihre Voraussetzungen, Gelingens-Bedingungen und Gefährdungen nicht nur als Untersuchungsgegenstand, sondern auch als Praxis-Kompetenz gelehrt wird? Welche Strukturen des aktuellen Wissenschaftssystems stehen dieser Form von Demokratie-Lehre entgegen? Ist die vorhandene Wissenschaftsfreiheit ausreichend, dass an Universitäten Demokratie überzeugend gelehrt und gelebt werden kann?

Die „Augsburger Erklärung“ des Arbeitskreises „Curriculum und Didaktik“ der AFK von 2017 sieht die spezifischen Kennzeichen der Studiengänge der Friedens- und Konfliktforschung in der Verbindung von Forschungs- und Praxiskompetenzen und fragt nach den daraus ableitbaren Konsequenzen für das Agieren der Lehrenden: „Welche Bedeutung haben die gelehrten Theorieansätze für mein eigenes Konfliktverhalten? In welchen Situationen erachte ich welche Gewaltformen als legitim? Mit welchen Friedensvorstellungen stehen meine persönlichen Ziele in Verbindung?“ Die Inhalte der Lehre in der Friedens- und Konfliktforschung strahlen auf die sozialen Interaktionen zwischen Lehrenden und Lernenden aus, das Curriculum prägt die Didaktik.

2024 gibt es gute Gründe, Fragen und Aspekten der Demokratie größere oder gar besondere Aufmerksamkeit in der Lehre der Friedens- und Konfliktforschung zu schenken, ohne damit die Relevanz von „Konflikt, Gewalt und Frieden“ schmälern zu wollen. Vielmehr lässt sich die Demokratie als eine spezifische Verbindung des Umgangs mit Konflikten und Gewalt für die Stärkung und Stabilisierung gesellschaftlichen Friedens verstehen. Auf diesem Wege gewinnt aber Demokratie nicht nur erhöhte Bedeutung als Inhalt, sondern auch als Modus der Lehre in der Friedens- und Konfliktforschung: „Wie kann sie didaktisch so gestaltet werden, dass Demokratie als Konzept nicht nur vermittelt wird, sondern auch gelebt?“ fragte der „Call for Inspiration“ des AK Curriculum und Didaktik im Jahr 2024. Die Antwort der „Augsburger Erklärung“ darauf lautete: „Aus dieser reflexiven Beschäftigung [durch Reflexion des eigenen Konfliktverhaltens, der eigenen Gewaltbewertungen und Friedensvorstellungen] mit den Theorieansätzen zu Konflikt, Gewalt und Frieden resultiert eine ‚Doppel-Qualifikation‘ der Absolvent*innen dieser Studiengänge, da Forschungs- und Praxis-Kompetenzen entsprechend eng miteinander verbunden werden; zugespitzt formuliert: Wir theoretisieren die Praxis und praktizieren die Theorie.“ Wie sich diese Perspektive, dieser Anspruch auch auf die Demokratie übertragen lassen und auf welchen Wegen die Lehre der Friedens- und Konfliktforschung zu dieser Form der „Demokratischen Doppelqualifikation“ beitragen kann, war Thema der sich anschließenden Diskussionen in Kleve.

22.11.2024
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Neuerscheinung im KomPa-Projekt: "Perspektiven auf Kommunale Konfliktberatung"

Die Erkenntnisse aus einem mehrjährigen Projekt Partizipativer Konfliktforschung zu den wesentlichen Funktionsweisen und Prozesselementen Kommunaler Konfliktberatung, verfasst vom Forschungskollektiv KomPa, wurden nun Open Access veröffentlicht.

Das Forschungskollektiv KomPa, an dem neben den Lehrstuhl-Mitarbeiterinnen Marius Thomay, Christina Pauls, Christoph Weller und Michaela Zöhrer auch die Praktikerinnen Wolfgang Dörner, Katharina Huxol und Sylvia Lustig vom Forum Ziviler Friedensdienst beteiligt waren, unterbreitet mit dieser Publikation ein Deutungsangebot zur Beantwortung der Forschungsfrage „Wie funktioniert die Kommunale Konfliktberatung des forumZFD?“. Diese Darstellung thematisiert einerseits wesentliche Funktionsweisen und Prozesselemente der Kommunalen Konfliktberatung (KKB) sowie einige der ihr zugrunde liegenden theoretischen und normativen (Grund-)Annahmen. Andererseits verdeutlicht der Text ebenfalls die im Forschungsprozess zutage getretenen vielfältigen Zugänge, Beobachtungen und Einschätzungen dazu, wie sich KKB verstehen und beschreiben lässt, was KKB ist und was sie ausmacht. Diese Vielfalt an Perspektiven fassen wir als grundlegende Ressource für das Verstehen der KKB auf, und sie ist zugleich auch ein wesentliches Merkmal der KKB.

Die Publikation ist Ergebnis des inzwischen abgeschlossenen Projekts „Kommunale Konfliktberatung und Partizipative Konfliktforschung“ (KomPa), eines partizipativen Forschungsprojekts unter Beteiligung des „Forum Ziviler Friedensdienst“ e.V. (forumZFD) und des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg. In einer etwa zweijährigen Pilotphase des KomPa-Projekts, welches von 6/2021 bis 02/2023 finanzielle Förderung durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der Europäischen Union (AMIF) im Rahmen des Projekts „Kommunale Konfliktberatung: Konflikte als Chance für eine nachhaltige Integration“ des forumZFD erhielt, wurde die Fragestellung „Wie funktioniert die Kommunale Konfliktberatung des forumZFD?“ in den Fokus gerückt.

Die Partizipative Konfliktforschung des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung zu Kommunaler Konfliktberatung wird u.a. fortgeführt im Projekt „Partizipative Konfliktforschung zu den Wirkungen Kommunaler Konfliktberatung“ (PaWiKo).

22.11.2024
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"Deutschlands (Irr-)Weg in die internationale Verantwortung von der Wiedervereinigung bis zur ‚Kriegstüchtigkeit‘?"

Vortrag und Diskussion mit Andreas Zumach, Experte für internationale Sicherheitspolitik, freier Journalist und Buchautor zur Frage: 'Pazifistisches Wolkenkuckucksheim' ade?“ Öffentliche Veranstaltung zum Thema Frieden, gemeinsam mit Augsburger Kooperationspartnern am Dienstag, 26.11.2024 um 19:30 Uhr im Annahof

Die westdeutsche Ost- und Entspannungspolitik seit Ende der 1960er Jahren hat den Menschen in der damaligen DDR humanitäre Erleichterungen gebracht, sie ermöglichte die Anerkennung der deutsch-polnischen Grenze, die Aussöhnung mit den Völkern der Sowjetunion sowie den Beitritt beider deutscher Staaten zur UNO. Schließlich führte diese Politik zum Fall der Berliner Mauer, zum Ende der globalen Blockkonfrontation und zur deutschen Wiedervereinigung. War das auf einmal alles falsch und naiv? Ist die Entspannungspolitik tatsächlich gescheitert, wie seit dem Überfall Putin-Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 fast unisono in Politik und Medien behauptet wird? Und ist die (Wieder)Herstellung deutscher "Kriegstüchtigkeit" die einzig mögliche Antwort auf die russische Aggression und die angeblich neue "Unordnung" in der Welt? Wie ließe sich die internationale Verantwortung Deutschlands stattdessen auf friedensfähige Weise wahrnehmen? Und wie könnte die Friedensbewegung effektiver als bislang dazu beitragen?

Die Veranstaltung findet im Augustanasaal des Evangelischen Forums Annahof (Im Annahof 4, 86150 Augsburg) am Dienstag, 26. November 2024 von 19:30 - 21:30 Uhr statt; Eintritt frei.

Andreas Zumach ist freier Journalist und Buchautor, war bis 2020 UNO-Korrespondent für die Berliner "tageszeitung" (taz) und andere Medien. Er ist ein exzellenter Kenner der internationalen Sicherheitspolitik, der UNO, der NATO und andere multilateraler Institutionen, Autor zahlreicher Bücher und breit anerkannter Experte für internationale Sicherheitspolitik.

14.11.2024
Bild zu „Massenvertreibung, Hungertote, Machtspiele - Warum uns der Krieg im Sudan interessieren sollte“

„Massenvertreibung, Hungertote, Machtspiele - Warum uns der Krieg im Sudan interessieren sollte“

Die Sudan-Expertin Marina Peter gibt tiefe Einblicke in die Zusammenhänge der aktuellen Krise im Sudan und ihre Folgen. Das Transferzentrum Frieden Augsburg lädt am 13.11.2024 um 19:30 im Rahmen der Augsburger Friedenswochen zu ihrem Vortrag mit anschließender Diskussion im Hollbau, Annahof ein.

Über das Kriegsgeschehen in der Ukraine und im Gazastreifen hat die westliche Welt den Krieg im Sudan fast vergessen. Der Konflikt destabilisiert eine ganze Großregion und treibt Millionen Menschen in die Flucht - innerhalb des Sudan und vor allem in die Nachbarländer. Der Sudan versinkt unaufhaltsam im Chaos. Die internationale Gemeinschaft versagt.

Marina Peter ist Beraterin für zivilgesellschaftliches Engagement, Konfliktprävention und Konfliktbearbeitung sowie Versöhnung am Horn von Afrika. Seit fast 40 Jahren arbeitet sie in unterschiedlichen Funktionen eng mit Menschen und Gruppierungen verschiedenster ethnischer Herkunft, religiöser oder politischer Zugehörigkeit in den Ländern am Horn von Afrika zusammen, die sich für Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit einsetzen. Sie hat an diversen Publikationen zur Thematik mitgewirkt, zahlreiche Aufsätze verfasst sowie Friedensgespräche auf allen Ebenen (Track 1-3) begleitet. Ehrenamtlich ist sie Vorsitzende des Sudan und Südsudanform e.V. Für ihr Engagement wurde sie im Jahr 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Datum: Mittwoch, 13.11.2024

Uhrzeit: 19:30 Uhr

Veranstaltungsort: Hollbau, Im Annahof 4, Augsburg

Veranstalter: Augsburger Friedensinitiative (AFI), Deutsche Friedensgesellschaft Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Gruppe Augsburg, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) Kreisvereinigung Augsburg, Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA), Werkstatt Solidarische Welt e.V. und in Kooperation mit dem Evangelischen Forum Annahof.

11.11.2024
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Soziologie der internationalen Beziehungen. Christoph Weller beim DVPW-Arbeitskreis

Die Entwicklung und Perspektiven der interdisziplinären Forschung zu allen Themen der internationalen Politik stehen bei der Tagung des Arbeitskreises „Soziologie der internationalen Beziehungen“ am 7./8.11. in Bielefeld im Mittelpunkt der Diskussionen

25 Jahre nach Gründung des von Christoph Weller 1999 initiierten Arbeitskreises „Soziologie der internationalen Beziehungen“ (AK SiB) der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW), zunächst als Ad-hoc-Gruppe „Ideelle Grundlagen außenpolitischen Handelns“ (Igapha), treffen sich die AK-Mitglieder zur Offenen Jahrestagung am 7./8. Noember 2024 an der Universität Bielefeld. „Einheit in Vielfalt? Soziologien(n) der Internationalen Beziehungen“ ist die Fragestellung des Roundtables, an dem neben Christoph Weller auch Tine Hanrieder (London), Jana Hönke (Bayreuth) und Linda Monsees (Prag) mitwirken. Dabei werden das Selbstverständnis des Forschungsfelds reflektiert und seine Entwicklungslinien thematisiert. Unter anderem haben in den Jahren 2000 - 2007, als Christoph Weller einer der Sprecher*innen des Arbeitskreises war, acht Arbeitstagungen stattgefunden; außerdem erschien 2005 der von Cornelia Ulbert und Christoph Weller herausgegebene Band „ Konstruktivistische Analysen der internationalen Politik“, u.a. mit dem Beitrag „ Perspektiven eines reflexiven Konstruktivismus für die Internationalen Beziehungen“ von Christoph Weller.

08.11.2024
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Zweiter Workshop für promovierende Friedens- und Konfliktforscher*innen in Bayern

Im Rahmen des BMBF-Forschungsverbunds „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“ (BZeFK) trafen sich vom 28. - 30. Oktober 17 Teilnehmer*innen zur Diskussion ihrer Promotionsprojekte und zum Erfahrungsaustausch

Der dreitägige Workshop, der wie im Vorjahr in der Franken-Akademie in Lichtenfels stattgefunden hat, ist primär ein Forum für die Diskussion und Weiterentwicklung von Promotionsprojekten. Unter Beteiligung der Post-Docs des BZeFK-Forschungsverbunds wurden Projekte zu einer Vielzahl virulenter Themen der interdisziplinären Friedens- und Konfliktforschung diskutiert, darunter die Revolution im Sudan, das Ende von UN-Peacekeeping-Missionen, die Chancen und Risiken von Konfliktmappings, die Rolle von Konfliktnarrativen, Erinnerungsaktivismus und weitere wichtige Themen.

Der Workshop dient zudem der inhaltlichen und kollegialen Vernetzung von Friedens- und Konfliktforscherinnen in der Region. Raum findet hierbei auch der Erfahrungsaustausch unter den Promovierenden und zwischen Promovierenden und Post-Docs, zum Beispiel zu Fragen des Publizierens und Netzwerkens, zu Betreuung und Finanzierung oder zur Strukturierung von Schreibprozessen und zur Work-Life-Balance.
Die Reihe „Workshop für promovierende Friedens- und Konfliktforscher
innen in Bayern“ wird von Dr. Michaela Zöhrer und Kolleg*innen vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg organisiert und aus Mitteln des BMBF-Forschungsverbunds BZeFK finanziert.

08.11.2024
Bild zu Workshop in Augsburg: „Postkoloniale Erinnerung und Zeitgeschichte"

Workshop in Augsburg: „Postkoloniale Erinnerung und Zeitgeschichte"

Anfang Oktober 2024 trafen sich in Augsburg rund 20 Wissenschaftler*innen beim zweiten „Vernetzungsworkshop der Friedens- und Konfliktforschung in Bayern“ für den intensiven Austausch, um die Vernetzung in dem interdisziplinären Forschungsfeld weiter zu stärken.

Der zweitägige Workshop „Postkoloniale Erinnerung und Zeitgeschichte“ (07. und 08.10.2024) wurde vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung und vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Augsburg im Rahmen des BMBF-Forschungsverbunds Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang (BeZFK) organisiert. Er hat Forschende aus den Geschichts- und Sozialwissenschaften sowie Personen aus der bildungspolitischen Praxis aus Bayern und darüber hinaus zusammengebracht. Der inhaltliche Schwerpunkt für den inter- bzw. transdisziplinären Austausch lag auf Deutungskämpfen um Formen und Inhalte postkolonialer Erinnerung, wobei auch die Rolle der Zeitgeschichtsforschung näher betrachtet wurde.

Im Rahmen des Workshops wurden Möglichkeiten für Austausch und Vernetzung geschaffen. Begleitet von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm (themenübergreifender Abendvortrag, postkolonialer Stadtrundgang) eröffnete der Workshop insbesondere Räume zur intensiven Diskussion aller Teilnehmenden.

In dem ersten von drei interaktiven Panels – „Was heißt ‚postkolonial‘? Sozialwissenschaftliche und zeithistorische Perspektiven“ – haben die Teilnehmenden ausgehend von Impulsen von Prof. Dr. Simone Derix (FAU Erlangen-Nürnberg) und Prof. Dr. Jana Hönke (Universität Bayreuth) zusammen zentrale Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Sozialwissenschaften und Geschichtswissenschaften, aber auch innerhalb der Disziplinen, herausgearbeitet. Deutlich wurden die unterschiedlichen Forschungsgegenstände und -perspektiven, aber auch divergierende Forschungshaltungen, die mit postkolonialer wissenschaftlicher Praxis verknüpft werden. Angesprochen wurden zudem aktuelle Herausforderungen, die mit einer häufig verkürzenden und homogenisierenden Rezeption postkolonialer Ansätze einhergehen.

Für den Abend des ersten Workshoptages hatte der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung zum Vortrag von Prof. Dr. Claudia Brunner (Universität Klagenfurt) „Erinnerung für alle? Deutungskämpfe zwischen Wissenschaftsfreiheit und Staatsräson“ mit anschließender Diskussion eingeladen.

Der zweite Workshop-Tag begann mit einem postkolonialen Stadtrundgang, bei dem Christina Pauls (Universität Augsburg) an ausgewählten Stationen der Augsburger Innenstadt Einblicke in kolonial-historische Verstrickungen und postkoloniale Kontinuitäten der Stadt gewährte – etwa an der Welsertafel und dem Hans-Jakob-Fugger Denkmal.

Auf dem sich inhaltlich anschließenden zweiten Panel „Erinnerungskultur und postkoloniales (Ver-)Lernen“ führte Prof. Dr. Tanja Seider (HSAP Berlin) in Grundlagen der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit (kollektivier) Erinnerungsarbeit und -kultur ein. Henriette Seydel, Mitbegründerin von Augsburg Postkolonial, hat über die Arbeit des Netzwerks berichtet, unter anderem über zugrundliegende Motivationen und strukturelle Herausforderungen. In der Diskussion ging es darum, wie eine mit Blick auf Ressourcen mitunter als ‚Erinnerungskonkurrenz‘ ausgetragene plurale Erinnerungskultur gestaltet werden kann: Wie können wir verschiedenen Facetten der deutschen (und global-verwobenen) Geschichte angemessen gerecht werden?

Im dritten Panel „Postkoloniale Erinnerungslandschaften, Rassismus und Antisemitismus“ wurde bereits anhand der beiden Impulse von Dr. habil. Urs Lindner (Universität Duisburg-Essen) und Dr. Sebastian Voigt (IfZ München/Berlin) deutlich, wie unterschiedlich das Verhältnis von Rassismus und Antisemitismus bestimmt werden kann – sowohl hinsichtlich begrifflich-definitorischer Fragen (z.B.: Ist Antisemitismus eine spezifische Form von Rassismus oder nicht?), als auch hinsichtlich der Wahrnehmung und Offenheit gegenüber Argumenten des jeweils anderen Forschungsansatzes in Antisemitismusforschung respektive (postkolonialer) Rassismusforschung. In der produktiv-kontroversen Diskussion wurde übergreifend der Appell und Wunsch formuliert, stärker Möglichkeiten der Zusammenarbeit gegen erstarkende geschichtsrevisionistische Kräfte im Kontext deutscher Erinnerungspolitik zu eruieren und nutzen.

05.11.2024
Bild zu Neuerscheinung: "Coloniality of Peace" in der Virtual Encyclopaedia "Rewriting Peace and Conflict"

Neuerscheinung: "Coloniality of Peace" in der Virtual Encyclopaedia "Rewriting Peace and Conflict"

Christina Pauls hat gemeinsam mit Mahdis Azarmandi eine Konzeptualisierung der ‚Kolonialität des Friedens‘ veröffentlicht. Der englisch-sprachige Text ist Open Access in der Online-Enzyklopädie, einer Zusammenstellung von Theorie, Forschung und Praxis de- und postkolonialer Ansätze in der Friedens- und Konfliktforschung erschienen.

Lehrstuhlmitarbeiterin Christina Pauls hat gemeinsam mit Mahdis Azarmandi (University of Canterbury, Neuseeland) einen Text zu ‚Coloniality of Peace‘ veröffentlicht. Damit treiben die Autorinnen die wichtigen post- und dekolonialen Auseinandersetzungen mit dominanten Friedensverständnissen voran und leisten grundlegende konzeptionelle Arbeit für ein Verständnis post- und dekolonialer Kritik an „Frieden“. Sie stellen fest, dass „Frieden“ als Werkzeug für Kolonialität verwendet wurde und weiterhin wird, aber natürlich nicht immer kolonial ist. Auf dieser Grundlage entwickeln sie ein Vokabular und eine analytische Brille, um zwischen kolonialen und emanzipatorischen – kritischen, feministischen, dekolonialen u.A. – Ansätzen von Frieden zu unterscheiden.
Azarmandi und Pauls gehen dabei in drei Schritten vor: sie verfolgen zuerst die Identifizierung, dann die Problematisierung und schließlich die Destabilisierung der ‚Kolonialität des Friedens‘. Sie argumentieren, dass Prozesse der Historisierung und der Repolitisierung dazu beitragen, die Kolonialität des Friedens zu identifizieren. Insbesondere die Geschichte der Genese der Friedens- und Konfliktforschung sowie ihre politischen Dimensionen und kolonialen Zusammenhänge sind hier ein zentraler Ansatzpunkt der Kritik. Entlang zentraler Analysekategorien dekolonialer Theorien (Macht, Wissen, Sein) problematisieren die Autor
innen die (negativen) Auswirkungen dominanter Friedenskonstruktionen in verschiedenen Bereichen. Diese Schritte könnten, so die Autor*innen, eine gute Grundlage für die Destabilisierung der Kolonialität des Friedens darstellen, aber es brauche mehr, sowohl in Bezug auf eine affektive Transformation als auch auf anderweitige Arbeit, die notwendig sei, um die Dominanz der Kolonialität des Friedens zu reduzieren.
Zum Weiterlesen:
Krohn, Juliana/Pauls, Christina (2023): Friedensbildung otherwise? Überlegungen zu einer dekolonial informierten Friedensbildung. In: Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung. DOI: https://doi.org/10.1007/s42597-023-00105-y
Krohn, Juliana/ Pauls, Christina (2023): Modern/koloniale Frieden – eine dekoloniale Perspektive auf Friedensforschung und -bildung. In: Friedensakademie Rheinland-Pfalz Blog. Online: https://rptu.de/friedensakademie/blog/alle-beitraege/modern/koloniale-frieden-eine-dekoloniale-perspektive-auf-friedensforschung-und-bildung
Pauls, Christina (2022): "Neokolonialer Frieden?! Die koloniale Unterseite modern-liberaler Friedensvorstellungen". In: Wissenschaft und Frieden 2/2022, 42 – 45.
The Virtual Encyclopaedia „Rewriting Peace and Conflict“ is a compilation of theory, research, and practice in peace and conflict studies from de- and postcolonial approaches, with an emphasis on the contributions from the collaborative network Postcolonial Hierarchies in Peace and Conflict. Conventionally, a defining feature of encyclopaedias has been their purpose of collecting knowledge and providing definitions from a universal perspective. While universalism is frequently attributed to supposedly value-free views held by European researchers and philosophers from the age of Enlightenment onwards, the Virtual Encyclopaedia goes against this notion and strives to capture and reflect concepts’ contested character and context relevance. Rather than unambiguous and all-encompassing definitions, the Virtual Encyclopaedia aims to provide readers with the tools to critically approach the field of peace and conflict studies from the lenses of postcolonial theory and decolonial thought.

25.10.2024
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Fachtagung "Kommunen im Fokus: Konflikten begegnen, Erfahrungen bündeln, Zukunft gestalten"

Im Kontext des Forschungsprojekts „Partizipative Konfliktforschung zu den Wirkungen Kommunaler Konfliktberatung“ (PaWiKo) wirkten Markus Kaistra und Christoph Weller an der Interkommunalen Fachtagung des Forum Ziviler Friedensdienst am 24./25. September im Wissenschaftspark Gelsenkirchen mit.

Gemeinsam mit Eva Hörle, Referentin für Wissenschaft & Lehre beim Forum Ziviler Friedensdienst, präsentierte Markus Kaistra auf der Fachtagung die Konzeption und Herangehensweise des partizipativen Forschungsprojekts PaWiKo. Darin forschen Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen gemeinsam zu den Wirkungen der Kommunalen Konfliktberatung in Kommunen. Es geht darum, mit wissenschaftlichen Analysen die Wirkungen solcher Beratungsprozesse zu erfassen, um die Konfliktbearbeitung in Kommunen besser zu verstehen und damit eine praxisnahe Reflexion zu ermöglichen, auf deren Grundlage eine Weiterentwicklung der Kommunalen Konfliktberatung stattfinden kann.

Der Erfahrungsaustausch mit den Teilnehmenden an der Fachtagung aus Politik, Kommunalverwaltung, Polizei, Wissenschaft und Zivilgesellschaft richtete sich vor allem auf die aktuellen Herausforderungen gesellschaftlichen Zusammenlebens und die verschiedenen praktischen Ansätze und Bemühungen, diesen Herausforderungen zu begegnen und die damit einhergehenden Konflikte in konstruktiver Weise zu bearbeiten. Kommunale Konfliktberatung leistet dazu vielfältige Beiträge, die zugleich stetige Anpassung und Weiterentwicklung erfordern, um die intendierten Wirkungen zu erzielen; dazu leistet das Partizipative Forschungsprojekt PaWiKo seine wissenschaftlichen Beiträge.

18.10.2024
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Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien 2025 ausgeschrieben

Die Ausschreibung wendet sich an alle wissenschaftlichen Disziplinen, um in besonderer Weise interdisziplinär und innovativ angelegte Qualifikationsarbeiten von Wissenschaftler*innen auszuzeichnen, deren Forschung sich mit der interkulturellen Wirklichkeit in Deutschland und den damit zusammenhängenden Fragen und Herausforderungen auseinandersetzt.

Mit der Vergabe des Augsburger Wissenschaftspreises für interkulturelle Studien sollen Anreize für thematisch einschlägige Forschungsarbeiten gegeben und interkulturelle Fragestellungen besonders gefördert werden. Der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis wird für Dissertationen oder Habilitationsschriften vergeben, der Förderpreis in Höhe von 1.500 Euro für Master-, Diplom-, Magister- oder Staatsexamens-Arbeiten. Damit ist das Anliegen verbunden, dass die Wissenschaft Forschungsergebnisse bereitstellt, die einen Beitrag zum besseren Verständnis einer von ‚Diversity‘ geprägten Gesellschaft und den hier notwendig werdenden Gestaltungsformen leisten. Zur Ausschreibung

Durch die Auszeichnung exzellenter Nachwuchswissenschaftler*innen wird die Bedeutsamkeit interkultureller Studien für ein friedliches Zusammenleben in offenen Gesellschaften hervorgehoben und die wissenschaftliche Entwicklung im Hinblick darauf unterstützt und vorangetrieben. Bewerbungsschluss für den Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien 2025 ist der 6. Dezember 2024.

Der Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien, der 1997 auf Initiative des Gründers von FiLL e. V., des Unternehmers und späteren Augsburger Friedenspreisträgers Helmut Hartmann, erstmals ausgeschrieben wurde, zeichnet hervorragende Leistungen von Nachwuchswissenschaftler*innen aus, deren Forschung sich mit der interkulturellen Wirklichkeit in Deutschland und den damit zusammenhängenden Fragen und Herausforderungen auseinandersetzt. Die Universität Augsburg, das Forum Interkulturelles Leben und Lernen (FiLL e.V.) und die Friedensstadt Augsburg verleihen gemeinsam den Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien.

Über die Vergabe des Augsburger Wissenschaftspreises für interkulturelle Studien entscheidet eine Jury, die sich aus Wissenschaftlerinnen der Universität Augsburg und anderer Universitäten sowie aus Vertreterinnen des FiLL e.V. und der Stadt Augsburg zusammensetzt. Beide Preise werden bei einer akademischen Festveranstaltung jeweils im Sommersemester im Goldenen Saal des Rathauses der Friedensstadt Augsburg verliehen.

17.10.2024
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Lange Nacht der Demokratie am 2. Oktober 2024 mit dem Transferzentrum Frieden Augsburg

„Was hält unsere Gesellschaft zusammen?" Unter dieser Leitfrage stand die diesjährige „Lange Nacht der Demokratie“: In Augsburg mit einem Info-Stand des Transferzentrums Frieden und in Planegg bei der VHS im Würmtal mit Prof. Christoph Weller, der von Schüler*innen zur Konfliktbearbeitung in der Demokratie befragt wurde.

In Augsburg beteiligte sich das Transferzentrum Frieden Augsburg mit einem Infostand an der Veranstaltung in Oberhausen. Dabei konnte Christina Pauls ausführlich über bereits durchgeführte und aktuell geplante Veranstaltungen des Transferzentrums informieren. Sie lud außerdem zum Sprechen über Frieden ein, indem Einschätzungen über notwendige Bedingungen für Frieden gesammelt wurden. Durch die intensiven Gespräche am Infostand konnten so weitere Ideen und Bedarfe für die Arbeit des Transferzentrums Frieden aus der Stadtgesellschaft eingeholt werden, die bei unserer zukünftigen Veranstaltungsplanung berücksichtigt werden.

In Planegg hatte die VHS im Würmtal für die Lange Nacht der Demokratie zu einem musikalisch-politischen Abend ins Kupferhaus eingeladen. Vier Musikschulen beteiligten sich mit unterschiedlichen Chor- und Orchester-Formationen an dem abendfüllenden Programm. In den Pausen präsentierten politische Initiativen und Institutionen den über 400 Besucherinnen die Ergebnisse ihrer Arbeit und luden zum Informations-Austausch ein. In zwei Gesprächsrunden auf der Bühne befragten drei Schülerinnen des Feodor-Lynen-Gymnasiums den Konfliktforscher Prof. Christoph Weller, wie sich mit Konflikten konstruktiv umgehen lasse. Die Konflikte in der Demokratie, so Weller, seien zwar anstrengend, aber unverzichtbar; einen produktiven Umgang mit ihnen zu lernen beginne bereits im Kindesalter und erfordere nicht nur in der Schule, sondern in allen Bereichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens anhaltendes Engagement.

14.10.2024
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Neuerscheinung: „Frieden durch Konfliktbearbeitung“, ein Beitrag zur Friedenstheorie von Christoph Weller

Der aktuelle Aufsatz erschien im jüngsten Heft der „Zeitschrift für Internationale Beziehungen“ (31. Jahrgang, Heft 1) im Rahmen eines Forums mit mehreren Beiträgen unter dem Titel „Friedenstheorie im Zeichen immer neuer Kriege. Lothar Brock zum 85. Geburtstag“, eingeleitet von Mathias Albert und Hendrik Simon: „Die Suche nach dem Frieden“.

Christoph Weller:

Frieden durch Konfliktbearbeitung

Deeskalation der Konfliktaustragung friedenstheoretisch betrachtet
in: Zeitschrift für Internationale Beziehungen 31 (2024): 1, 91-106.

Dieser Diskussionsbeitrag zum Frieden in „Zeiten des Krieges“ geht vom unzweideutig normativen Gehalt des Friedensbegriffs im öffentlichen Diskurs aus und verdeutlicht zugleich die Kontextabhängigkeit der Bezugnahmen auf Frieden und ein häufig damit einhergehendes minimalistisches Friedensverständnis. Gerade die – aktuell beobachtbaren – „Kriegs-Effekte“ auf Frieden zeigen dies und motivieren, konträr zum in der Friedens- und Konfliktforschung traditionellen Gegensatz vom Frieden zur Gewalt einen theoretischen Zugang über die Betrachtung der Beziehungen zwischen Frieden und Konflikt zu nehmen. Hierfür wird auf ein Verständnis sozialer Konflikte rekurriert, das den Umgang mit Konflikten von deren Ursachen, den Konfliktgegenständen und der Beziehungskonstellation zwischen den Konfliktparteien unterscheidet. So lässt sich ein Konzept der „Konfliktbearbeitung“ entwickeln, innerhalb dessen eine normative Unterscheidung zwischen Eskalation und Deeskalation der Konfliktaustragung möglich ist. Sind Kriege das Resultat einer fehlenden deeskalativen Bearbeitung von Konflikten, könnte dem Frieden nähergekommen werden, wenn sich die intentionale Konfliktbearbeitung ihrer deeskalativen Handlungsmöglichkeiten bewusst und Frieden als konstruktiver Modus der Konfliktbearbeitung verstanden wird.

20.09.2024
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Anregende Peace Summer School findet im Rahmen des Friedensfest 2024 statt

Am Wochenende vom 19. – 21. Juli 2024 fand die Peace Summer School 2024 im Hollbau des Annahofs statt. Die dreitägige Veranstaltung versammelte unter dem Motto „Konfliktokratie: Über Konflikt und Demokratie sprechen“ zahlreiche Personen aus der Augsburger Stadtgesellschaft und darüber hinaus.

Der Freitagabend begann mit der öffentlichen Abendveranstaltung „Stimmen der Demokratie: Wie wir heute miteinander reden“. Claudia Pichler, Literaturwissenschaftlerin und Kabarettistin, und Thomas Laschyk, vom Weblog Volksverpetzer diskutierten mit Nicki K. Weber, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung und Teilnehmenden in einer Fishbowl über die Rolle und Verantwortung von Kleinkunst, Medien und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen in der öffentlichen Debatte.

Nach einer ausführlichen Stadtführung mit Stadtführer Max am Samstagmorgen, bei dem demokratische Orte Augsburgs besucht wurden, ging der Tag in den Workshops weiter. So konnte unter der Leitung der Psychodramatikerin Julia Dieckhoff die Methode des Soziodramas erprobt werden, um gesellschaftliche Konflikte und Polarisierungsprozesse auf der Bühne und im Spiel zu erkunden. Dr. Gal Harmat, Expertin für Geschlechterfragen und Friedensförderung, analysierte mit den Teilnehmenden demokratische Prozesse aus einer intersektionaler Perspektive mithilfe von Simulationen. Der Workshop von Christina Pauls, Koordinatorin des Transferzentrums Frieden Augsburg und Friedensfachkraft Juliane Prüfert untersuchte, inwiefern soziale Bewegungen Ausdruck gesellschaftlicher Konfliktbearbeitung sind und welche Rolle Machtverhältnisse dabei spielen.

Am Sonntag wurden die Workshops weitergeführt und anschließend im Plenum die Ergebnisse präsentiert und zusammengeführt. So konnten die Teilnehmenden die unterschiedlichen Erlebnisse und Erfahrungen aus den Workshops verknüpfen. Während des gesamten Wochenendes gab es zahlreiche Möglichkeiten für Begegnungen und Austausch, die eine intensive Auseinandersetzung mit den Themen Demokratie, Konflikt und Frieden auch über die Programmpunkte hinaus anregten.

Das ASKA e.V. (Alumni und Studierende der Konfliktforschung Augsburg) veranstaltete die Peace Summer School bereits zum achten Mal, dieses Jahr in Zusammenarbeit mit dem Transferzentrum Frieden Augsburg.

Dank der Unterstützung zahlreicher Kooperationspartner und Förderer konnte die Veranstaltung im Rahmen des Kulturprogramms zum Augsburger Hohen Friedensfest 2024 realisiert werden. Die Peace Summer School 2024 zeigte erneut, wie wichtig Räume sind, die Dialog und eine aktive Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen ermöglichen und fördern.

Weitere Informationen unter www.uni-augsburg.de/peacesummerschool

03.09.2024
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Friedensfest-Programm: Demokratie und Religion - Ein Widerspruch? Der Runde Tisch der Religionen im Gespräch

Prof. Christoph Weller moderiert das Gespräch der Augsburger Vertreter*innen verschiedener Religionen zu der Frage, welche Beiträge Religionen zur Stabilisierung und Sicherung unserer Demokratie leisten können und leisten. Öffentliche Veranstaltung (Eintritt frei) vom Runden Tisch und Friedensbüro am Montag, 29. Juli um 19:00 Uhr in der Stadtbücherei, Ernst-Reuter-Platz 1

Demokratie und Religion – Ein Widerspruch? Der Runde Tisch der Religionen im Gespräch

Religion und Demokratie – passt das zusammen? Viele würden das wohl eher verneinen. Gelten doch die meisten verfassten Religionen als letzte Systeme einer Autokratie bzw. absoluten Monarchie. In der Geschichte Europas sah man in der Einheit von Thron und Altar eine über Jahrhunderte scheinbar unum­stößliche Konstante. Dies änderte sich mit der Auf­klärung und nach Revolutionen und Kriegen. Heute ist das Verhältnis von Glaubensgemeinschaften zum demokratischen Staat vielfältig und komplex. Zugleich ist die im Grundgesetz verankerte Religions­freiheit ein hohes Gut für Kirchen und Glaubensgemeinschaften.

Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionen in Augsburg werden an diesem Abend miteinander ins Gespräch kommen. Sie werden demokratische Strukturen innerhalb ihrer Religionsgemeinschaften erläutern und ihr Verhältnis zum modernen Staat beleuchten.

Veranstalter*in:
Runder Tisch der Religionen und Friedensbüro der Stadt Augsburg

Mitwirkende:
Mitglieder des Runden Tischs der Religionen aus Christentum, Islam, Judentum und Buddhismus

Moderation:
Prof. Dr. Christoph Weller, Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg

25.07.2024
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Für ein friedliches Miteinander: Das „Transferzentrum Frieden Augsburg“ ist mit vielfältigem Angebot gestartet

„Wissenschaft und Forschung in Augsburg“, die Verlagsbeilage der Augsburger Allgemeinen, berichtet in ihrer neuesten Ausgabe über den Start des Transferzentrums Frieden, dessen nächste Angebote die Peace Summer School 2024 und eine praxisorientierte Workshop-Reihe „Konfliktbearbeitung im Alltag“ sind.

Im Rahmen der Workshop-Reihe „Konfliktbearbeitung im Alltag“ werden an drei verschiedenen, interaktiv gestalteten Workshop-Abenden jeweils unterschiedliche Herangehensweisen zur praktischen Bearbeitung von Konflikten vorgestellt.

23.07.2024, 18:00 – 20:30: Workshop 1: Konflikte konstruktiv und präventiv bearbeiten: Wie der Umgang mit unterschiedlichen Werten möglich werden kann - Erfahrungen aus der Praxis der integralen Organisationsentwicklung (angeboten von https://i-m-u.de, Dr. Bernhard Ludwig und Rafaela Leirich)
25.07.2024, 18:00 – 20:30: Workshop 2: Miniinterventionen – maximale Wirkung (angeboten von IMKA Augsburg, Brigitte Hörster und Hildegard Schwering)
30.07.2024, 18:00 – 20:30: Workshop 3: Keine Angst vor Konflikten! So geht Konfliktbearbeitung (angeboten von Prof. Dr. Christoph Weller)

Weitere Informationen zu den Workshopinhalten sowie Möglichkeit zur Anmeldung: https://eveeno.com/TransferzentrumFrieden

Die Teilnahme ist kostenfrei. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Es besteht die Möglichkeit, sich entweder für einzelne Workshops oder die gesamte Workshopreihe anzumelden, je nach persönlichem Interesse. Die Veranstaltungen finden alle statt in der Neuen Grottenau (Altes Postgebäude, Leopold Mozart College of Music der Universität Augsburg), Grottenau 1, Raum 3.50 (3. OG).

19.07.2024
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Neuerscheinung: Friedens- und Konfliktforschung - Herausforderung für die Internationalen Beziehungen

Das „Handbuch Internationale Beziehungen“ mit Christoph Wellers Beitrag zur Friedens- und Konfliktforschung liegt nun in 3., vollständig überarbeiteter und erweiterter Auflage auch in gedruckter Fassung vor, herausgegeben von Frank Sauer, Luba von Hauff und Carlo Masala, erschienen bei SpringerVS.

Weller, Christoph 2024: Friedens- und Konfliktforschung - Herausforderung für die Internationalen Beziehungen, in: Sauer, Frank / von Hauff, Luba / Masala, Carlo (Hrsg.): Handbuch Internationale Beziehungen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, Wiesbaden: SpringerVS, S. 639-660.

Inhalt

1 Einleitung
2 Die Anfänge der Internationalen Beziehungen als Friedens-Forschung
3 Kriegsursachenforschung
4 Die Anfänge der bundesdeutschen Friedensforschung
5 Die Kritische Friedensforschung
6 Fazit und Ausblick: Friedens- und Konfliktforschung als Herausforderung

Zusammenfassung
Die Verhinderung weiterer Kriege mit wissenschaftlichen Mitteln bildet den Ausgangspunkt sowohl der politikwissenschaftlichen Teildisziplin „Internationale Beziehungen“ als auch der Friedens- und Konfliktforschung. Doch ihre Entwicklungen sind unterschiedlich verlaufen und die Unterscheidung der zwei Forschungsfelder spielt auch heute immer wieder eine nicht unerhebliche Rolle.

Aufgrund ihres Anspruchs nach politischer Relevanz und kritischer Reflexion ihrer Forschung und ihrer Ergebnisse setzen sich die Ansätze der Friedens- und Konfliktforschung einer ständigen Infragestellung aus. Weil bei dieser Reflexion der eigenen Perspektivität immer auch die Rolle der Wissenschaft und ihrer Erkenntnisprozesse für die Einsichten über internationale Politik, Krieg und Frieden thematisiert werden, bleiben die Internationalen Beziehungen davon nicht unberührt.

18.07.2024
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Call: Workshop für promovierende Friedens- und Konfliktforscher*innen in Bayern

Auch in diesem Jahr organisiert der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung einen Workshop für Doktorand*innen der Friedens- und Konfliktforschung. Dieser findet vom 28. bis 30. Oktober 2024 in Lichtenfels statt. Ab sofort können sich Interessierte mit Abstracts bewerben.

Der Workshop dient der inhaltlichen und kollegialen Vernetzung von Friedens- und Konfliktforscher*innen in Bayern, die sich in verschiedenen Phasen ihrer Promotion befinden. Wie schon im Vorjahr werden unter Beteiligung von Post-Docs der Sozial- und Geschichtswissenschaften individuelle Promotionsprojekte intensiv diskutiert. Daneben gibt es Räume für den Erfahrungsaustausch. Workshop-Sprache ist Englisch. Frist zur Einreichung von Abstracts ist der 11. August 2024.

Der Workshop findet im Kontext des BMBF-Forschungsverbunds „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“ (BZeFK) statt.

16.07.2024
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Konfliktbearbeitung im Alltag - praxisorientierte Workshop-Reihe

Das Transferzentrum Frieden Augsburg bietet im Rahmen des diesjährigen Friedensfestes eine abwechslungsreiche Workshop-Reihe zu praktischen Methoden der Konfliktbearbeitung im Alltag an, jeweils um 18:00 Uhr am 23., 25. und 30 Juli.

Im Alltag haben wir es ständig mit Konflikten zu tun: Konflikten in Beziehungen, im Arbeitsalltag, um Werte oder in der Gesellschaft. Eine konstruktive Bearbeitung von Konflikten kann Eskalationen und dauerhafte Belastungen vermeiden. Auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt innerhalb von demokratischen Strukturen ist eine stetige Bearbeitung von Konflikten unerlässlich. Für eine solche konstruktive Bearbeitung gibt es verschiedene Zugänge.

Im Rahmen der Workshop-Reihe „Konfliktbearbeitung im Alltag“ werden an drei verschiedenen, interaktiv gestalteten Workshop-Abenden jeweils unterschiedliche Herangehensweisen zur praktischen Bearbeitung von Konflikten vorgestellt.

23.07.2024, 18:00 – 20:30: Workshop 1: Konflikte konstruktiv und präventiv bearbeiten: Wie der Umgang mit unterschiedlichen Werten möglich werden kann - Erfahrungen aus der Praxis der integralen Organisationsentwicklung (angeboten von https://i-m-u.de, Dr. Bernhard Ludwig und Rafaela Leirich)

25.07.2024, 18:00 – 20:30: Workshop 2: Miniinterventionen – maximale Wirkung (angeboten von IMKA Augsburg, Brigitte Hörster und Hildegard Schwering)

30.07.2024, 18:00 – 20:30: Workshop 3: Keine Angst vor Konflikten! So geht Konfliktbearbeitung (angeboten von Prof. Dr. Christoph Weller)

Weitere Informationen zu den Workshopinhalten sowie Möglichkeit zur Anmeldung: https://eveeno.com/TransferzentrumFrieden

Die Teilnahme ist kostenfrei. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Es besteht die Möglichkeit, sich entweder für einzelne Workshops oder die gesamte Workshopreihe anzumelden, je nach persönlichem Interesse. Die Veranstaltungen finden alle statt in der Neuen Grottenau (Altes Postgebäude, Leopold Mozart College of Music der Universität Augsburg), Grottenau 1, Raum 3.50 (3. OG).

12.07.2024
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Heizt der Klimawandel auch Konflikte an oder ist er eine Friedens-Chance?

Im Rahmen des Friedensklima-Programms auf dem Moritzplatz laden das Transferzentrum Frieden Augsburg, pax christi Augsburg und weitere Kooperationspartner zum Vortrag und Gespräch über die Folgen des Klimawandels ein mit Prof. Dr. Tobias Ide (Perth, Australien) im Großen Moritzsaal, Moritzplatz 5

Der Klimawandel ist die zentrale Herausforderung unserer Zeit. Zunehmende Hitzewellen, Dürren, Fluten und Stürme sowie ein steigender Meeresspiegel stellen die Menschheit vor große Herausforderungen. Aber erhöht der Klimawandel auch das Risiko bewaffneter Konflikte? Oder bietet er vielmehr Chancen für Kooperation und Friedensförderung? Und wie kann unsere Gesellschaft nachhaltiger gestaltet werden, ohne neue Konflikte zu riskieren?

Um diese Fragen geht es in der Veranstaltung "Klimawandel: Konflikt-Treiber oder Friedens-Chance?“ mit Prof. Dr. Tobias Ide, zu der pax christi Augsburg, das Transferzentrum Frieden Augsburg, die Katholische Erwachsenenbildung im Bistum Augsburg und der Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Klimapolitik der Universität Augsburg für Dienstag, 16. Juli um 18:30 Uhr in den Moritzsaal einladen. Referent ist Tobias Ide, Senior Lecturer an der Murdoch-Universität in Perth, Australien und außerordentlicher Professor an der Hiroshima-Universität in Japan. Sein Spezialgebiet ist die Frage, ob Klimawandel zu Konflikten oder doch eher zu Kooperation führen wird.

09.07.2024
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Online-Vortrag zu Transgenerationaler Traumatisierung unter Russlanddeutschen

Lehrstuhlmitarbeiterin Christina Pauls hält am 11.07. im Rahmen der internationalen, interdisziplinären Vorlesungsreihe War, Peace, Reconciliation einen Vortrag über Erkenntnisse aus ihrer Masterarbeit.

Christina Pauls, aktuell Lehrstuhlmitarbeiterin am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, hält am 11.07. um 19 Uhr einen online-Vortrag zum Thema „Memory, Healing, Peace? Tending to Transgenerational Trauma. The case of German-Russians from the former Soviet Union”. Darin reflektiert sie Erkenntnisse aus ihrer Masterarbeit in Bezug auf die Erfahrungen von Russlanddeutschen hinsichtlich der Traumatisierungen durch das Kriegsfolgenschicksal während des Zweiten Weltkrieges, sowie die Rolle der Aufarbeitung und Memorialisierung im Umgang mit transgenerationalem Trauma.

Der Vortrag ist Teil einer digitalen Vorlesungsreihe zum Thema „The aftermath of wars and violence and the work for peace and reconciliation“, organisiert vom Arbeitsbereich Caritaswissenschaft der Theologischen Fakultät an der Universität Freiburg . Darin berichten internationale Fachleute aus Medizin, Theologie, Politik und Friedensforschung über die Entwicklung und Auswirkungen von Kriegen auf die Bevölkerung in ihren Heimatländern.

Die Veranstaltung findet als Webinar in englischer Sprache statt.

27.06.2024
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Zur Rolle der Sozialwissenschaften in Krieg und Frieden. Keynote von Christoph Weller zur GGS-Jahrestagung

Welche politischen Deutungskämpfe sind prägend für die sozialwissenschaftliche Auseinandersetzung mit Frieden und Krieg? Hierzu referiert Christoph Weller bei der Jahrestagung „Endlose Konflikte?“ der Graduiertenschule für Geistes- und Sozialwissenschaften (GGS) der Universität Augsburg am Montag, 24. Juni 2024 um 16 Uhr.

Für die Friedens- und Konfliktforschung sind Frieden und Kriege wichtige Forschungsgegenstände, aber auch relevante Kontexte, in denen sie forscht und ihre Ergebnisse kommuniziert. Damit hat sie es empirisch mit politischen Deutungskämpfen zu tun und leistet mit ihren Forschungsergebnissen zugleich ihre eigenen Beiträge zu diesen Deutungskämpfen. Die damit skizzierte Herausforderung betrifft jedoch nicht nur die Friedens- und Konfliktforschung, sondern die Sozialwissenschaften insgesamt, und diese Herausforderung wächst enorm in "Zeiten des Krieges“, wie u.a. auch aktuelle Debatten über die Wissenschaftsfreiheit zeigen. Welche Rollen nehmen Sozialwissenschaftler*innen bei ihrer Beschäftigung mit Frieden und Krieg ein und welche Erwartungen werden an sie gerichtet, aus der Gesellschaft, aus der Politik, aus der Wissenschaft?

Prof. Dr. Christoph Weller ist Friedens- und Konfliktforscher, studierte Politikwissenschaft, Germanistik, Philosophie und Soziologie, wurde 1999 mit einer interdisziplinären Arbeit über Feindbilder am Ende des Ost-West-Konflikts promoviert und leitet seit 2008 den Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg. Er ist Visiting Professor am International Centre for Policing and Security der University of South Wales und Projektleiter im BMBF-Forschungsverbund „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“. Seine aktuellen Forschungsschwerpunkte sind die Methodologie Partizipativer Konfliktforschung, Formen und Institutionen der Konfliktbearbeitung und wertegeleitete Konfliktforschung, Deutungskämpfe sowie die Geschichte der deutschen Friedens- und Konfliktforschung.

20.06.2024
Bild zu Michaela Zöhrer und Christoph Weller bei der Sommertagung der DGS-Sektion Politische Soziologie

Michaela Zöhrer und Christoph Weller bei der Sommertagung der DGS-Sektion Politische Soziologie

Inwieweit sind Politik und Politisches (k)ein der eigenen Forschungspraxis äußerlicher Gegenstand? Diese Fragen fokussierte die von Michaela Zöhrer initiierte Fishbowl bei der Sektionstagung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie am 14./15. Juni in Heidelberg. Christoph Weller präsentierte ein Konzept wertegeleiteter Konfliktforschung.

Mit der Fishbowl „Soziologie der Politik, politische Soziologie oder gar politisierte Sozialwissenschaften?“ waren die Teilnehmenden der Sektionstagung am Freitagabend dazu eingeladen, offen und kontrovers zu diskutieren, wie sich das Verhältnis von Soziologie und Politik/Politischem in aktueller sozialwissenschaftlicher Praxis darstellt und zukünftig gestaltet werden kann. Titelgebend ist die Beobachtung unterschiedlicher Präferenzen der Selbstbeschreibung der soziologischen Subdisziplin: So favorisieren einige Forscher*innen „Soziologie der Politik“ mit der Begründung, dass somit „Politik“ klar als Gegenstand einer Bindestrich-Soziologie ausgewiesen würde, während „politische Soziologie“ mutmaßlich Gefahr laufe, als politisierte Soziologie missverstanden zu werden. Unter interdisziplinären Vorzeichen und unter Berücksichtigung eines (neuerlichen) Trends zu mehr Gesellschafts- und Herrschaftskritik, stellt sich die Frage der Selbstbezeichnung, vor allem aber des Selbstverständnisses nochmals neu und anders, so die Annahme, die Michaela Zöhrer zur Organisation der Fishbowl bewegte. Raum bekam damit sowohl die Sorge vor Politisierung als auch die quasi spiegelbildliche ‚Sehnsucht‘ nach einer selbstbewusst-politischen Forschungspraxis.

Am Samstag machte Christoph Weller mit seinem Beitrag zu „Konfliktbearbeitung“ ein interdisziplinäres Diskussionsangebot über die Möglichkeiten und Herausforderungen einer wertegeleiteten Konfliktforschung. Zwar gilt Frieden vor allem für die zwischenstaatlichen Beziehungen als breit anerkannte, wertegeleitete Orientierung für den Umgang mit Konflikten, aber auch für das gesellschaftliche Zusammenleben und nicht zuletzt auch für zwischenmenschliche Beziehungen kann sich konfliktives Handeln wertegeleitet am - gesellschaftlichen - Frieden orientieren. Die Friedens- und Konfliktforschung betrachtet Konflikte vor allem unter diesem normativen Aspekt und hat dabei den Begriff der „Konfliktbearbeitung“ etabliert, der auf den intentionalen Umgang mit Konflikten abhebt und diesen unterschiedlich qualifizieren kann (z.B. konstruktive, deeskalative, zivile Konfliktbearbeitung, etc.). Inwiefern „Konfliktbearbeitung“ einen konzeptionellen Rahmen bereitstellt, um den Umgang mit Konflikten theorie- wie praxisorientiert zu erforschen, präsentierte Wellers Beitrag als interdisziplinäres Diskussionsangebot aus der Perspektive der Friedens- und Konfliktforschung für die Politische Soziologie.

17.06.2024
Bild zu Peace Summer School "Konfliktokratie: Über Konflikt und Demokratie sprechen"

Peace Summer School "Konfliktokratie: Über Konflikt und Demokratie sprechen"

Vom 19. - 21. Juli 2024 veranstaltet der ASKA e.V. (Alumni und Studierende der Konfliktforschung Augsburg) zusammen mit dem Transferzentrum Frieden Augsburg die dreitägigen Peace Summer School 2024 im Annahof in Augsburg. Ab sofort ist die Anmeldung zur Peace Summer School 2024 eröffnet.

Am Freitag, 19. Juli startet die Peace Summer School 2024 „Konfliktokratie: Über Konflikt und Demokratie sprechen“ mit der öffentlichen Abendveranstaltung „Stimmen der Demokratie: Wie wir heute miteinander reden“ Unter diesem Titel diskutieren Claudia Pichler, promovierte Literaturwissenschaftlerin und Kabarettistin, und Thomas Laschyk, Gründer des Weblogs Volksverpetzer, darüber, wie es um die öffentliche Debatte steht und welche Anforderungen eines respektvollen und konstruktiven Umgangs sich heute stellen. Durch den Abend führt Suzan Çakar, Moderatorin und Bildungsmanagerin.

Karten für die Abendveranstaltung gibt es für alle Interessierten online unter diesem Link oder an der Abendkasse.

Am Samstag haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in einem von vier Workshops aus verschiedenen Perspektiven mit dem Zusammenspiel von Demokratie, Konflikt und Frieden auseinanderzusetzen. Die Workshops beschäftigen sich mit der Rolle von sozialen Bewegungen für die Bearbeitung von Konflikten, untersuchen demokratische Herausforderungen aus intersektionaler Perspektive, erkunden demokratische Orte Augsburgs auf einem Stadtspaziergang oder nutzen die Methode des Soziodramas zum Erleben von gesellschaftlichen Konflikten. Am Sonntag werden die Workshopinhalte zusammengeführt und der inhaltliche Bogen zurück zum Thema der Peace Summer School geschlagen. Darüber hinaus bietet das Rahmenprogramm der Peace Summer School an allen Tagen Räume für vielfältige Begegnungen und Austausch.

Zur Teilnahme an den Workshops der Peace Summer School 2024 ist eine Anmeldung erforderlich. Details zum Programm und zur Anmeldung finden sich auf der Veranstaltungshomepage der Peace Summer School 2024 hier im Flyer .

Die Peace Summer School findet im Rahmen des Kulturprogramms zum Augsburger Hohen Friedensfest 2024 statt und kann dank der Unterstützung einer Vielzahl an Kooperationspartnern und Förderern realisiert werden.

17.06.2024
Bild zu „Konfliktbearbeitung“ - Poster-Präsentation von Prof. Christoph Weller beim DPT-Kongress am 10./11.6. in Cottbus

„Konfliktbearbeitung“ - Poster-Präsentation von Prof. Christoph Weller beim DPT-Kongress am 10./11.6. in Cottbus

„Sicherheit im Wandel“ ist das Oberthema des diesjährigen Deutschen Präventionstags (DPT29), der auf die aktuellen Herausforderungen für Prävention in Vorträgen, Workshops und Postersessions eingeht und im brandenburgischen Cottbus/Chosebuz stattfindet.

Knapp zusammengefasst bedeutet „Konfliktbearbeitung“: Anerkennung des sozialen Konflikts und das intentionale Handeln bezogen auf den weiteren Umgang mit der Konfliktkonstellation in sozialer Hinsicht. Dieses Begriffsverständnis wird ausführlich mit dem Poster veranschaulicht, das Christoph Weller, Leiter des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg beim DPT29 in Cottbus präsentiert:

Zunächst beginnt Konfliktbearbeitung damit zu erkennen, dass ein sozialer Konflikt vorliegt und man in diesen Konflikt involviert ist; man könnte auch sagen: anzuerkennen, dass man in dieser Konstellation Konfliktpartei ist. Erst auf dieser Grundlage ist es möglich, nicht nur auf die entsprechenden inhaltlichen Differenzen des Konflikts zu reagieren und darüber zu streiten, sondern auch bezogen auf den weiteren Verlauf des Konfliktgeschehens zu agieren. Alle Handlungsoptionen, von Ausweichen und Ignorieren über taktische Anpassung oder gezielte Deeskalation bis hin zu bewusster Eskalation des Konflikts bleiben damit verfügbar. In dieser Weise gezielt Einfluss auf die weitere Konflikt-Interaktion zu nehmen, setzt jedoch die Anerkennung einer inhaltlichen Differenz und die Existenz eines Konflikts als sozial herausfordernder Situation voraus.

Auf der Grundlage dieser Anerkennung des Konflikts bedeutet Konfliktbearbeitung dann, intentional bezogen auf die weitere Austragung des Konflikts zu handeln. Wie ist der Konflikt - also die inhaltliche Differenz und die andere Konfliktpartei sowie das Verhältnis zu ihr - einzuschätzen und wie soll er gestaltet und bewältigt werden? Darauf kann, unabhängig von der Beurteilung der inhaltlichen Differenz, in der Konfliktbearbeitung Einfluss genommen werden. Diese soziale Dimension des Konflikts bewusst zu gestalten, ist Kern der Konfliktbearbeitung und geht damit einher, sich größere Klarheit darüber zu verschaffen, worum es in dem Konflikt eigentlich geht, was genau umstritten ist und welchen Stellenwert diese Differenz für die betroffene Person hat.

10.06.2024
Bild zu Suche nach Frieden - Welt ohne Kompass. Veranstaltung zum "Friedensgutachten 2024"

Suche nach Frieden - Welt ohne Kompass. Veranstaltung zum "Friedensgutachten 2024"

Am 17. Juni um 18:30 Uhr stellt Prof. Dr. Conrad Schetter, Mitherausgeber des „Friedensgutachtens“, die zentralen Ergebnisse des diesjährigen Gutachtens der vier großen Friedensforschungsinstitute zum globalen Konfliktgeschehen und zu ihren Handlungsempfehlungen in einer öffentlichen Veranstaltung in der Friedensstadt Augsburg vor.

Das globale Konfliktgeschehen hat sich im vergangenen Jahr erneut verschärft: Der Krieg zwischen Israel und der Hamas in Gaza, die anhaltende Aggression Russlands gegen die Ukraine, Militärputsche und dschihadistische Gewalt in Afrika forderten zehntausende Opfer. Internationale Regeln verlieren zusehends an Bindungskraft und Gewalt droht wieder zu einem probaten Mittel der Politik zu werden. Militärische Interventionen in Konflikte zeigen dagegen kaum Erfolge, auch die Bekämpfung von Armut und Hunger stockt und die Bilanz der Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen ist mehr als ernüchternd. Überdies geraten Demokratien selbst stetig mehr unter Druck von extremistischen Bewegungen. Die Welt scheint ohne Kompass im Umgang mit Kriegen und bewaffneten Konflikten, aber auch bei den weiteren großen Herausforderungen zu sein.

Das Friedensgutachten 2024 analysiert diese Entwicklungen und empfiehlt konkrete erste Schritte, wie Gewaltspiralen beendet und Konfliktursachen bearbeitet werden können. Mit seinen Handlungsempfehlungen für Bundestag und Bundesregierung ist das jährlich erscheinende „Friedensgutachten“ ein zentrales Medium für den Dialog zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Bereits seit 1987 wird jährlich das „Friedensgutachten“ erstellt von den deutschen Friedensforschungsinstituten:

  • Bonn International Centre for Conflict Studies (BICC)

  • Institut für Entwicklung und Frieden an der Universität Duisburg (INEF)

  • Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH)

  • Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF)

Prof. Dr. Conrad Schetter ist einer der vier Herausgeber*innen des Friedensgutachtens 2024. Er ist Direktor des Bonn International Centre for Conflict Studies (BICC) und Professor für Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Bonn. Prof. Schetter forscht u.a. zu lokalen Gewaltkonflikten in Süd- und Zentralasien sowie in Ostafrika. Weitere Forschungsthemen sind gewaltsame Vertreibung und internationale Interventionsregime.

Die öffentliche Veranstaltung zur Vorstellung des Friedensgutachtens 2024 ist eine Kooperationsveranstaltung des Transferzentrums Frieden Augsburg mit dem Friedensbüro der Stadt Augsburg, dem Evangelischen Forum Annahof, Augsburg International e.V. und dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg. Veranstaltungsort: Augustanasaal (Im Annahof 4), Eintritt frei.

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Verbundprojekts „ Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung“.

05.06.2024
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„Bedingt friedensfähig? Wie können wir Zivile Konfliktbearbeitung im In- und Ausland stärken?“

Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Jahrestagung der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, zu der Prof. Christoph Weller für das Panel „Konstruktive Konfliktaustragung als Voraussetzung für die Demokratie“ eingeladen war.

Christof Starke vom Friedenskreis Halle, Karen Taylor von Each One Teach One (EOTO) in Berlin, die FDP-Bundestagsabgeordnete Linda Teuteberg und Prof. Christoph Weller vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg diskutierten unter der Moderation von Ute Finckh-Krämer (Co-Vorsitzende des Sprecherrates der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung) über die Zusammenhänge von Konfliktbearbeitung und Demokratie.

Sowohl Starke und Taylor als Praktikerinnen als auch Wellers theoretisch-wissenschaftliche Perspektive unterstrichen die große Bedeutung konstruktiver Konfliktbearbeitung als wichtige Voraussetzung für das Funktionieren und die aktuell erforderliche Stabilisierung der Demokratie, während die FDP-Bundestagsabgeordnete Teuteberg ihre Skepsis bezüglich der Notwendigkeit eines Demokratiefördergesetzes anklingen ließ. Die zunehmende Vielfalt in der Demokratie, da waren sich die Panel-Teilnehmerinnen einig, erfordert funktionierende Institutionen der Konfliktbearbeitung, um die Demokratie in Deutschland zu sichern. Am Aufbau entsprechender Netzwerke - darüber wurde zum Abschluss der Tagung informiert - sind zahlreiche Mitglieder der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung aktiv beteiligt.

03.06.2024
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Radikalisierungsprävention - Veranstaltungs-Thema mit wachsender Bedeutung für Demokratie und Frieden

Für 3. Juni, 18:30 Uhr lädt das Transferzentrum Frieden Augsburg zu einem Vortrag von Prof. Dr. Janine Linßer mit anschließender Diskussion ein. Titel der Veranstaltung: „Kommunale Radikalisierungsprävention von der Wurzel her denken – mehr Demokratie(Förderung) wagen“.

Das diesjährige Augsburger Friedensfest hat sich die Demokratie zum Themenschwerpunkt gewählt. Daran ausgerichtet organisiert das Transferzentrum Frieden Augsburg verschiedene Veranstaltungen, am 3.6., 18:30 - 20:00 Uhr in Zusammenarbeit mit dem Büro für gesellschaftliche Integration der Stadt Augsburg, dem Evangelischen Forum Annahof und der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Augsburg eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Prof. Dr. Janine Linßer zu den Zusammenhängen zwischen stabiler Demokratie und Radikalisierungsprävention auf kommunaler Ebene. Moderation: Prof. Dr. Christoph Weller, Universität Augsburg.

Radikalisierungsprävention ist längst nicht mehr alleiniger Gegenstand von Sicherheitsbehörden, sondern wird als gesamtgesellschaftliche Aufgabe aufgefasst und ausbuchstabiert. Vor dem Hintergrund zunehmender populistischer oder gar radikaler Positionen im politischen und öffentlichen Diskurs sahen und sehen sich Kommunen vor die Herausforderung gestellt, angemessene Prä- sowie Interventionsstrategien zu entwickeln. Viele haben sich hier bereits auf den Weg gemacht und entsprechende Handlungskonzepte aufgesetzt. In der Veranstaltung werden aktuelle Erkenntnisse zu kommunalen Strategien in der Prävention von Radikalisierung vorgestellt und mit der Notwendigkeit der Förderung demokratischer Beteiligungsprozesse verknüpft.

Die Referentin der Veranstaltung, Prof. Dr. Janine Linßer, ist Professorin für wissenschaftliche Grundlagen der Sozialen Arbeit an der Technischen Hochschule Augsburg und dort Leiterin des Studiengangs Soziale Arbeit. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Radikalisierungsprä- und -intervention in der Sozialen Arbeit sowie Demokratieförderung und politische Beteiligung von jungen Menschen.

Gefördert wird die Veranstaltung im Rahmen des Forschungsverbunds „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung“ (BZeFK) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

21.05.2024
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EU fördert Forschungsprojekt zu Kommunaler Konfliktberatung

Mit fast 4 Millionen Euro fördert die Europäische Union das Projekt „Kommunen im Fokus: Konflikte nutzen – Integration gestalten“ des Forums Ziviler Friedensdienst (ForumZFD), in dem gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung die Kommunale Konfliktberatung (KKB) wissenschaftlich untersucht wird. Die Gelder für das Projekt kommen aus dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds.

Der Praxistransfer zur konstruktiven Konfliktbearbeitung auf kommunaler Ebene steht im Mittelpunkt des bereits seit 2019 laufenden und nun bis 2026 geförderten Forschungsprojekts. Schwerpunkt der nun bewilligten Förderung sind insbesondere die Wirkungen der KKB auf das gesellschaftliche Zusammenleben, die Konfliktbearbeitung in Kommunen und die Sicherung des gesellschaftlichen Friedens in Deutschland. Die vom ForumZFD angebotene KKB unterstützt Städte und Kommunen durch eine mehrjährige Prozessberatung mit Fachexpertise zu Konfliktbearbeitung bei deren konstruktiver Bearbeitung gesellschaftspolitischer Konflikte.
Transfer in die Praxis

Schon seit 2019 forschen das ForumZFD und der Augsburger Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung gemeinsam zur KKB. Mit der KKB unterstützt das ForumZFD Kommunen dabei, Veränderungsprozesse und Integration erfolgreich zu gestalten und spannungsgeladene Situationen und Konflikte nachhaltig und gewaltfrei zu bearbeiten.
Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen geht es auch darum, die KKB weiterzuentwickeln: dafür werden regelmäßig in unterschiedlichen Transferformaten und Publikationen die Erkenntnisse für die Praxis zur Verfügung gestellt. „Gerade in diesem Projekt sind uns die Praxisorientierung und der Transfer unserer Forschungsergebnisse in die Praxis besonders wichtig“, sagt Prof. Dr. Christoph Weller vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung.
Seit 2021 von der EU gefördert

Seit 2021 wird KomPa finanziell gefördert aus dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der Europäischen Union (AMIF). Das Forschungsprojekt steht in der Tradition partizipativer Forschung: Es rückt die Erfordernisse und Bedarfe der Praxis in den Fokus. Ziel ist es, die Praxis der KKB gemeinsam zu reflektieren, sie wissenschaftlich weiter zu fundieren und im partizipativen Prozess – mit Perspektiven aus Praxis und Wissenschaft – weiterzuentwickeln.
Weitere Information

Weitere Informationen zum Projekt „Kommunale Konfliktberatung und Partizipative Konfliktforschung“ (KomPa) sind auf der zugehörigen Webseite zu finden.

10.05.2024
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Podiumsgespräch "Afrikas Kampf um seine Kunst“ mit Bénédicte Savoy

Am 6. Juni moderiert Nicki K. Weber, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Augsburg, das öffentliche Podiumsgespräch mit Bénédicte Savoy, die im Sommer als Gastdozentin ans Jakob-Fugger-Zentrum kommt.

Die Geschichte der Restitution kolonialzeitlicher Sammlungen europäischer Museum geht auf das "Afrikanische Jahr" 1960 zurück. Nachdem zahlreiche Staaten auf dem afrikanischen Kontinent ihre Unabhängigkeit erlangten, gewannen auch afrikanische Kulturgüter, die während des Kolonialismus zahlreich nach Europa gebracht wurden, zunehmend an Bedeutung für den Selbstbestimmungsprozess der ehemaligen Kolonialstaaten. Der Besuch von Bénédicte Savoy, Leiterin des Fachgebiets Kunstgeschichte der Moderne an der Technischen Universität Berlin, an der Universität Augsburg im Sommersemester 2024 wird sich maßgeblich mit der Frage auseinandersetzen, wo wir im Prozess der Rückgabe von Kulturgütern heute stehen.

Zusammen mit dem senegalesischen Wissenschaftler Felwine Sarr erstellte Savoy 2018 im Auftrag des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron den Bericht "Über die Restitution afrikanischer Kulturgüter“. Zuletzt erschienen von ihr das Buch "Afrikas Kampf um seine Kunst. Geschichte einer postkolonialen Niederlage“ (2021) sowie die Gemeinschaftspublikation "Atlas der Abwesenheit. Kameruns Kulturerbe in Deutschland“ (2023).

Am 6. Juni 2024, 18:30 Uhr moderiert Nicki K. Weber, Politikwissenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung, das öffentliche Podiumsgespräch "Afrikas Kampf um seine Kunst“ an der Universität Augsburg. Es diskutieren zusammen mit Bénédicte Savoy,

Drossilia Dikegue Igouwe, Universität Augsburg,
Dr. Heidrun Lange-Krach, Städel-Kooperationsprofessur Goethe Universität Frankfurt,
PD Dr. Richard Hölzl, Provenienzforschung Museum Fünf Kontinente München und
Dr. Karl Borromäus Murr, Direktor des Staatlichen Textil- und Industriemuseums Augsburg (tim).

10.05.2024
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Christoph Weller referiert am 15.5.2024, 19:30 Uhr, zum Thema "Frieden durch Konfliktbearbeitung“

Auf Einladung des Gesprächskreises „Kirche und Gesellschaft“ der Evangelischen Innenstadtgemeinde St. Ulrich in Augsburg erläutert Weller die Zusammenhänge von Konfliktbearbeitung und Frieden aus der Perspektive der Friedens- und Konfliktforschung. Öffentliche Veranstaltung im UlrichsEck (Ulrichsplatz 17, Augsburg).

Soziale Konflikte stellen eine - zumeist unangenehme - Herausforderung dar, auf der individuellen wie auf der gesellschaftlichen Ebene. Sie scheinen einem friedlichen Zusammenleben entgegenzustehen. Doch es lässt sich auch eine andere Perspektive auf Konflikte und insbesondere den Umgang mit Konflikten einnehmen, die den Gegensatz von Konflikt und Frieden auflösen kann: Frieden durch Konfliktbearbeitung.

Die Friedens- und Konfliktforschung geht davon aus, dass das menschliche Zusammenleben immer mit sozialen Konflikten einhergeht, sie also unvermeidbar sind. Daraus erwächst jedoch die Anforderung, mit diesen Konflikten möglichst konstruktiv umzugehen. Auf diese Weise kann den Eskalationsgefahren von sozialen Konflikten begegnet und zusätzlich ein Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden geleistet werden. Wie das gelingen kann, wird mit dem Konzept der Konfliktbearbeitung, das u.a. auch auf die Erhöhung der individuellen Konfliktkompetenz zielt, dargelegt.

06.05.2024
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"Transferzentrum Frieden Augsburg" bei der Langen Nacht der Wissenschaft

Am Samstag, 4. Mai 2024, 18:30 – 23:00 Uhr, ist das "Transferzentrum Frieden Augsburg" bei der Langen Nacht der Wissenschaft vertreten und stellt sich und seine geplanten Veranstaltungen für den Sommer 2024 vor.

Mit dem Projekt „ Transferzentrum Frieden Augsburg“ intensivieren die Friedensstadt Augsburg und die Universität Augsburg ihre Zusammenarbeit im Themenfeld Frieden. Das Transferzentrum Frieden Augsburg wird vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg betreut und trägt in unterschiedlichen Formaten und Kooperationsformen zum Transfer der Expertise der Friedens- und Konfliktforschung in die Praxisfelder der Friedensstadt Augsburg bei. Es leistet einen Beitrag zur ganzjährigen Friedensarbeit in der Stadt Augsburg und ist eine Plattform für Vernetzung und vielfältige Kooperationen im Themenfeld Frieden und Konfliktbearbeitung. Seine Angebote umfassen öffentliche Bildungs- und Veranstaltungsangebote, Qualifizierungsangebote sowie die wissenschaftliche Begleitung von Projekten.

Mit einem Stand bei der Langen Nacht der Wissenschaft am Samstag, 04.05.2024 von 18:30 bis 23 Uhr (Standort: Stadtbücherei) präsentiert das Transferzentrum Frieden die für den Sommer 2024 geplanten Veranstaltungen und Formate. Dabei werden auch Anfragen, Ideen und Wünsche in Bezug auf zukünftige Aktivitäten des Transferzentrums entgegengenommen.

29.04.2024
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Fachtag zum Dialogischen Konfliktmanagement im öffentlichen Raum in Dresden

Prof. Christoph Weller eröffnet mit seinem Vortrag zu den Konzepten der Konfliktbearbeitung die praxisorientierte Veranstaltung „Dialogisches Konfliktmanagement im öffentlichen Raum“ am 11./12. April 2024 der IU Internationale Hochschule in Dresden.

Konzepte der Konfliktbearbeitung sind aktuell vielfach ein bedeutsames Thema für Kommunen, Initiativen und Forschende, um angesichts wachsender Herausforderungen für die Demokratie, Polarisierungstendenzen in der Gesellschaft und eskalierender Konflikte im öffentlichen Raum neue Formen des Umgangs mit sozialen Konflikten aufzuzeigen. Die praxisorientierte Forschung des Augsburger Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung steht im regelmäßigen Austausch mit Initiativen und Einrichtungen des öffentlichen Konfliktmanagements zum Wissens- und Erfahrungsaustausch, zur Fortentwicklung anwendbarer Konzepte und zur Förderung gesellschaftlichen Friedens. In Dresden stehen die „Nacht(sch)lichter*innen und deren Einflüsse auf die Gewaltprävention und Konfliktbearbeitung im öffentlichen Raum im Mittelpunkt des fachlichen Austauschs.

Bei einer ähnlichen Veranstaltung zur Wissenschafts-Praxis-Kooperation in der kommunalen Konfliktbearbeitung am 4./5. März 2024 in Marburg stellte Prof. Christoph Weller die Verständnisse und Konzepte von Konflikt, Konfliktbearbeitung und Konfliktanalyse aus der Perspektive einer wertegeleiteten Konfliktforschung vor. Diese Fachtagung wurde von der Stadt Marburg und der Philipps-Universität Marburg gemeinsam organisiert und finanziell von der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF) unterstützt, wobei drei große Themenblöcke behandelt wurden: aktuelle Problemlagen und deren Entstehung, kommunale Konfliktberatung, Gewaltprävention und polizeiliches Konfliktmanagement sowie die kommunalen Organisationsstrukturen für Konfliktbearbeitung. Beteiligt waren Expert*innen von Behörden, Polizei, Freien Trägern sowie aus verschiedenen Disziplinen der Sozialforschung, die an einer weiteren Vertiefung von Möglichkeiten der Wissenschaft-Praxis-Kooperation interessiert sind.

Zu einem entsprechenden Vernetzungs-Treffen des bundesweiten Netzwerks Konfliktbearbeitung hatte bereits die Konfliktakademie am Institut für interdisziplinäre Konflikt-und Gewaltforschung (IKG) an der Universität Bielefeld für 22./23. Februar 2024 nach Bielefeld eingeladen, woran sich auch Christoph Weller beteiligte. Das Treffen von Expert*innen aus Forschung und Praxis diente neben der Vernetzung auch dem intensiven Austausch zum Stand der Forschung und den Vorbereitungen zur Verstetigung der Wissenschaft-Praxis-Kooperation im Themen- und Problemfeld der Konfliktbearbeitung auf lokaler Ebene.

12.04.2024
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Partizipative Konfliktforschung für Fragestellungen der Friedensforschung

Methoden Partizipativer Konfliktforschung und der Horizontale Forschungsfokus „doing peace!“ waren Themen des fachlichen Dialogs, zu dem Prof. Christoph Weller ans Hamburger Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) eingeladen wurde.

Am 6. März 2024 fand ein intensiver fachlicher Austausch am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) an der Universität Hamburg statt, in dessen Mittelpunkt partizipative Methoden in der Friedens- und Konfliktforschung und deren hohe Relevanz für wertegeleitete Forschung standen. Christoph Weller erläuterte das partizipative Forschungsprojekt „Kommunale Konfliktberatung und Partizipative Konfliktforschung“ (Kompa), welches der Augsburger Lehrstuhl gemeinsam mit dem Forum Ziviler Friedensdienst durchführt, und ging insbesondere auf die darin umgesetzte Methodologie ein. Die Hamburger Kolleg*innen stellten die verschiedenen Projekte des am IFSH umgesetzten „Horizontaler Forschungsfokus ‚doing peace!‘“ vor. Der intensive Austausch zu methodischen und theoretischen Fragen dieser wertegeleiteten Forschung verdeutlichte das große Potenzial partizipativer Methoden für Fragestellungen der Friedensforschung, wofür die Kooperation zwischen der Friedens- und Konfliktforschung in Augsburg und Hamburg weiter intensiviert werden soll.

08.04.2024
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Charlotte Rungius wurde mit ihrer Forschung zur Entstehung wissenschaftspolitischer Konzepte promoviert

Die Dissertation „Wissenschaft als Friedenshoffnung. Der Science-Diplomacy-Diskurs zwischen wissenschafts- und weltordnungspolitischen Interessen“ liefert eine wichtige Analyse des Ko-Konstitutionsverhältnisses von Wissenschaftsbegriffen, wissenschaftspolitischen Konzepten und weltordnungspolitischen Interessen.

Charlotte Rungius, 2014 bis 2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „ Reflexive Außenpolitik-Beratung“ am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, hat am 15. Dezember 2023 sehr erfolgreich ihre Dissertation „Wissenschaft als Friedenshoffnung“ verteidigt. Ihre Dissertation befasst sich mit dem aufstrebenden wissenschaftspolitischen Konzept der „Wissenschaftsdiplomatie“ (Science Diplomacy) und stellte dessen Entwicklung im europäischen Raum in Zusammenhang mit der Wahrnehmung einer sich verändernden globalen Weltordnung. Ausgehend von einem rekonstruktionslogischen Erkenntnisinteresse an der Idee und dem Verständnis von „Wissenschaft“ wurde der Science-Diplomacy-Diskurs dabei als ein wissenschaftspolitisches Narrativ untersucht. Die Untersuchungen zeigen, dass der Science-Diplomacy-Diskurs häufig auf idealisierte Wissenschaftsbegriffe zurückgreift und eine vermeintlich neutrale und unpolitische Wissenschaftsidee propagiert, während er zugleich für die Verfolgung von verschiedenen friedens-, entwicklungs- und wissenschaftspolitischen Zielen steht.

Anhand eines konkreten Falles internationaler Wissenschaftskooperation wurden die diskursiven Praktiken sowie die sozialen, institutionellen und politischen Funktionen und Wirkungen der Science-Diplomacy-Referenz analysiert und besprochen. Darüber hinaus setzten die Untersuchungen die mittels des Science-Diplomacy-Diskurses aktualisierten und reproduzierten Wissenschaftsbegriffe in Zusammenhang mit der Wahrnehmung weltpolitischer Entwicklungen und weltpolitischer Interessen. Die Dissertation liefert damit einen wichtigen Beitrag zur Beobachtung und Untersuchung des Ko-Konstitutionsverhältnisses zwischen Wissenschaftsbegriffen, wissenschaftspolitischen Konzepten und weltordnungspolitischen Interessen.

21.03.2024
Bild zu Christoph Weller mit Deutungskämpfe-Vortrag bei der AFK-Jahrestagung am 13.-15.3.24 in Darmstadt

Christoph Weller mit Deutungskämpfe-Vortrag bei der AFK-Jahrestagung am 13.-15.3.24 in Darmstadt

Zum Konferenzthema „Disziplinen der Friedens- und Konfliktforschung im Dialog“ der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) präsentierte Christoph Weller das interdisziplinäre Paper „Deutungskämpfe um Krieg“.

Im Augsburger Projektkontext des „Bayerischen Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“ (BZeFK) entstand das in Darmstadt zur Diskussion gestellte interdisziplinäre Paper „Deutungskämpfe um Krieg: Dichotomisierung als Neigung, Gefahr und Konflikt“ von Christoph Weller. Es erläutert die Dichotomisierungs-Neigung bei der Wahrnehmung kriegerisch ausgetragener Konflikte sowie die damit einhergehenden Gefahren und zeigt mithilfe des Konzepts der „Deutungskampfe“, in welcher Konfliktkonstellation über differierende Beurteilungen von Kriegen gestritten wird bzw. im Sinne konstruktiver Konfliktbearbeitung auch debattiert werden kann.

Täglich sind an verschiedenen Orten dieser Welt Opfer von Kriegen zu beklagen, die aber nur unter bestimmten Bedingungen unsere Aufmerksamkeit und den Weg in unsere deutschen Massenmedien und Diskurse finden. Zu diesen, die Aufmerksamkeit förderlichen Bedingungen gehört u.a. eine scheinbar einfache und leicht vermittelbare Unterscheidung von Tätern und Opfern, von Angriff und Verteidigung verbunden mit der entsprechenden Bewertung, um sich selbst in einem kriegerisch ausgetragenen Konflikt auf der „richtigen“ Seite (Opfer-Solidarität) positionieren zu können. Damit einher geht die Banalisierung der Konfliktkonstellation in eine Auseinandersetzung zwischen nur zwei Konfliktparteien, die erst mit dem Beginn der kriegerischen Austragung entstanden sei und welcher einfach und eindeutig zu beurteilende Differenzen bzw. Konfliktursachen zugrunde lagen. Diese Dichotomisierung bei der Wahrnehmung von eskalierenden Konfliktkonstellationen hat verschiedene Ursachen und beinhaltet erhebliche Gefahren, u.a. eine pauschalisierende Gewaltlegitimation für die Angegriffenen und die sich daraus ergebenden Eskalationsgefahren für den weiteren Verlauf der Konfliktaustragung.

Diese Expertise der interdisziplinaren Friedens- und Konfliktforschung über die Eskalationsprozesse gewaltsam ausgetragener Konflikte kann sich im offentlichen Diskurs über Kriege, der von der politischen Solidarität mit den „Opfern“ der Konflikterzählung dominiert wird, kaum Gehör verschaffen, weil er gegen die starke Dichotomisierungs-Neigung der Konflikt- Wahrnehmung ankämpfen muss. Dies wird als „Deutungskampf“ - in Abgrenzung zu einfachen Deutungskonflikten - konzeptualisiert, weil die Differenz nicht allein die Deutung des Kriegsgeschehens, sondern die verwendeten unterschiedlichen Deutungsmuster betrifft. Differenzierte Konfliktanalysen im Zusammenhang mit Kriegen verbessern nicht nur das Verständnis für die der kriegerischen Austragung zugrundeliegende Konfliktkonstellation, sondern auch für die Konflikte, die von Friedens- und Konfliktforscher*innen über die unterschiedlichen Deutungen von Kriegen ausgetragen werden (müssen).

Die Forschung für dieses Paper findet im Rahmen des vom BMBF finanzierten Forschungsverbunds „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“ statt. Das "Bayerische Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung“ (BZeFK) ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für vier Jahre gefördertes Regionalcluster der Friedens- und Konfliktforschung. Seit April 2022 bringt der Verbund Wissenschaftler*innen der Universitäten Augsburg, Bayreuth und Erlangen-Nürnberg sowie des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ) zusammen, die ihre Forschung vernetzen sowie die Friedens- und Konfliktforschung in Bayern stärken und strukturell weiter verankern.

15.03.2024
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Frieden und Zivile Konfliktbearbeitung in Zeiten eskalierender Gewalt

Prof. Christoph Weller wirkt als Experte für Zivile Konfliktbearbeitung an der 4. Konsultation der Evangelischen Kirche in Deutschland zur Weiterentwicklung der protestantischen Friedensethik in der Ev. Akademie Loccum mit.

Zivile Konfliktbearbeitung stellt eines der Fundamente der protestantischen Friedensethik dar. Bereits 2007, in der letzten Friedensdenkschrift des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland mit dem Titel „Aus Gottes Frieden leben - für gerechten Frieden sorgen“ war Zivile Konfliktbearbeitung neben internationalen Institutionen und der Orientierung an Menschlicher Sicherheit und menschlicher Entwicklung eine der zentralen politischen Friedensaufgaben. Seitdem haben sich sowohl das Konzept der Zivilen Konfliktbearbeitung als auch die entsprechenden Instrumente und Maßnahmen präzisiert und zugleich ausdifferenziert. Dem soll bei der Weiterentwicklung der protestantischen Friedensethik Rechnung getragen werden. Zugleich haben sich jedoch in den zurückliegenden Jahren die globalen Kontexte für friedenspolitische Abwägungen spürbar verändert. Spätestens mit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine im Frühjahr 2022 entstand innerkirchlich eine neue Debatte um die Friedensethik, die in mehreren Konsultationsrunden der EKD-Friedenswerkstatt in einem breit angelegten, partizipativen und konsultativen Prozess geführt werden soll. Die Veranstaltung „An den Rand gedrängt? Frieden und Zivile Konfliktbearbeitung in Zeiten eskalierender Gewalt“ ist die 4. Konsultation der EKD-Friedenswerkstatt, die in der Evangelischen Akademie Loccum am 13./14. März 2024 stattfindet.

14.03.2024
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Markus Kaistra, seit März wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung

Markus Kaistra ist seit März wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Augsburg.

Nach seinem Studium in Liberal Arts and Sciences und Development Management in Amsterdam und London sammelte Markus – inspiriert durch seinen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Thailand – zunächst Praxiserfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit. Als zertifizierter Mediator unterstützte er u.a. eine burundische Kirche bei ihren Vermittlungsbemühungen. Seine Erfahrungen prägen seine Forschungsinteressen im Bereich Konfliktmediation und ‚race‘.

Im Sommersemester bietet er ein Seminar zur Theorie und Praxis der Konfliktlösung an.

05.03.2024
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Neuerscheinung: „Repräsentationspraxis in Bewegung(en). Kritische kulturtheoretische Forschung mit und zu Repräsentation“

Der Beitrag von Michaela Zöhrer im Sammelband „Die Fabrikation von Demokratie“ widmet sich dem kultur- und machtanalytischen Verständnis politischer Repräsentation in u.a. Cultural Studies und feministisch-postkolonialer Forschung.

„Der Beitrag stellt zentrale Grundzüge kritisch-kulturtheoretischer Forschung vor, die einen konstruktivistischen bis poststrukturalistischen Begriff von Repräsentation ausbuchstabiert und zur Anwendung bringt. Plausibilisiert wird darüber ein Verständnis politischer Repräsentationspraxis, deren Relevanz für Demokratie(n) sich nicht allein an Institutionen parlamentarischer Vertretung oder Imaginationen einer Nation oder eines Volkes festmacht.“ (Abstract)

Vorgestellt und diskutiert werden in dem Beitrag von Michaela Zöhrer

  • Grundzüge kritisch-empirischer Repräsentationsanalysen, die hegemoniale Normalitätsvorstellungen wie auch dominante Selbst-, Fremd- und Weltenbilder ihrer Selbstverständlichkeit berauben und diese in Bewegung versetzen;
  • die Unterscheidung von Repräsentation als Darstellung und Vertretung und was diese in den kritisch-kulturanalytischen (empirischen) Blick rückt;
  • Anschlussmöglichkeiten kritisch-kulturtheoretischer Forschung für eine politikwissenschaftliche und demokratietheoretische Auseinandersetzung mit Repräsentation.

Kritisch-kulturtheoretische Forschung zu Repräsentation eint ein politisches Verständnis von Kultur als sozialer Konstruktionsprozess von Bedeutung und Identitäten. Ihr Interesse gilt folglich auch dem politischen ‚Gehalt‘ – der Kontingenz, Gemachtheit, Gestaltbarkeit und nicht zuletzt Machtverwobenheit – von Repräsentationspraxis, anhand derer etwa Gruppen von Menschen wirkmächtig konstruiert und sozial positioniert werden. Eine zentrale Grundannahme kritisch-kulturtheoretischer Forschung ist, dass Repräsentationpraxis stets im Kontext bestehender gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse stattfindet, diese verfestigt und legitimiert, aber auch – etwa subversiv oder emanzipatorisch – in sie intervenieren kann.

Literatur:

Zöhrer, Michaela (2024): Repräsentationspraxis in Bewegung(en). Kritische kulturtheoretische Forschung mit und zu Repräsentation, in: Voß, Jan-Peter/Schölzel, Hagen (Hrsg.): Die Fabrikation von Demokratie. Baustellen performativer politischer Repräsentation, Wiesbaden: VS Springer, 169-187.

29.02.2024
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Neuerscheinung: „Wer heute von Solidarität redet, darf von Identitätspolitik nicht schweigen? Intersektionale Konflikte in sozialen Bewegungen“

In ihrem Beitrag im Sammelband „Intersektionale Solidarität. Beiträge zur gesellschaftskritischen Geschlechterforschung“ beleuchtet Michaela Zöhrer Kritiken und Potentiale von Identitätspolitik.

Identitätspolitik ist seit einigen Jahren auch im deutschsprachigen Raum im Fokus vielgestaltiger Kritik. Der Beitrag „Wer heute von Solidarität redet, darf von Identitätspolitik nicht schweigen?“ widmet sich fundamentalen und moderaten Kritiken, die Identitätspolitik als (potentiell) „sozial spaltend“ charakterisieren, um darauf aufbauend die Bedeutung von Identitätspolitiken für den konstruktiven Umgang mit Konflikten innerhalb sozialer Bewegungen zu betonen.

Der gesamte Sammelband „Intersektionale Solidaritäten“ erscheint Open Access (PDF) und ist kostenpflichtig als Print-Ausgabe erhältlich.

Literatur:

Zöhrer, Michaela: Wer heute von Solidarität redet, darf von Identitätspolitik nicht schweigen? Intersektionale Konflikte in sozialen Bewegungen, in: Mertlitsch, Kirstin/Hipfl, Brigitte/Kumpusch, Verena/Roeseling, Pauline (Hrsg.): Intersektionale Solidarität. Beiträge zur gesellschaftskritischen Geschlechterforschung. Opladen: Barbara Budrich, 2024, 105-116.

13.02.2024
Bild zu Können wir Frieden lernen? Friedenspädagogische Fortbildung mit anschließendem öffentlichen Podiumsgespräch

Können wir Frieden lernen? Friedenspädagogische Fortbildung mit anschließendem öffentlichen Podiumsgespräch

Das Transferzentrum Frieden hat gemeinsam mit dem Friedensbüro und der Bayerischen Landeszentrale für Politische Bildung die Materialsammlung „frieden.elementar“ erarbeitet, die in einem Workshop am 27.02.2024 ab 15:30 im Annahof vorgestellt wird. Im Anschluss wird mit drei Expert*innen über Schnittstellen und Abgrenzungen von Konfliktbearbeitung und Friedensbildung diskutiert.

Die Arbeit für den Frieden ist dringlicher denn je. Dies zeigt sich beispielsweise auf weltpolitischer Ebene, im Umgang mit der Klimakrise und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Zugleich spiegeln sich diese globalen Themen immer auch im lokalen und kommunalen Raum. Gerade im eigenen Kontext – etwa in der Familie, der Nachbarschaft, an der Schule und in der Kommune – können Konflikte schnell eskalieren und Beziehungen dauerhaft auf die Probe stellen.

Die Fortbildung führt im ersten Teil (15:30 –18:00 Uhr) in das neue Unterrichtsmaterial „frieden.elementar“ ein, das die Bayerische Landeszentrale gemeinsam mit dem Friedensbüro der Stadt Augsburg und dem ‚Transferzentrum Frieden‘ des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg entwickelt hat.
Die vorgestellten Methoden laden zur aktiven Reflexion von Frieden ein. Neben der Sensibilisierung für das Thema und der Wissensvermittlung in dem Bereich zielen die Methoden darauf, die Bedeutung von Frieden in der Gesellschaft zu reflektieren, die Vielschichtigkeit des Themas aufzuzeigen und die eigene kritische Urteilsfähigkeit zu stärken.

Den zweiten Teil (18:30 – 20:00 Uhr) bildet ein Podiumsgespräch das sich folgenden Fragen widmet:
Welche Methoden und Verfahren gibt es, um Konflikte gewaltfrei zu bearbeiten? Wie können wir Frieden lernen? Und wie hängt beides zusammen?
Es diskutieren mit Ihnen:

Dr. Elisabeth Kaneza ist Politik- und Rechtswissenschaftlerin. Sie arbeitet beim Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitor des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (Berlin) als Referentin für Community Outreach an der Schnittstelle zwischen Zivilgesellschaft und Wissenschaft.
Die diplomierte Soziologin Sylvia Lustig ist Supervisorin und Seminarleiterin für Gewaltfreie Kommunikation. Seit 2010 arbeitet sie für das Forum Ziviler Friedensdienst e.V. an der Entwicklung und Umsetzung der Kommunalen Konfliktberatung.
Uli Jäger ist Senior Advisor für Friedenspädagogik bei der Berghof Foundation . Zuvor leitete er das Team zu Friedenspädagogik und Globalem Lernen und war seit 1986 Ko-Direkter des Instituts für Friedenspädagogik, Tübingen e.V. (IFT), dem Vorläufer der Berghof Foundation in diesem Bereich.

Moderation: Christina Pauls, Mitarbeiterin am Augsburger Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung im ‚Transferzentrum Frieden‘, beschäftigt sich mit Friedensverständnissen und Erinnerungsaktivismus. Außerdem ist sie Beraterin für gewaltfreie Konflikttransformation und soziale Bewegungen, und bietet Bildungsarbeit und Prozessbegleitung für herrschaftskritische Reflexionen an.

Die Kooperationspartner sind das Friedensbüro der Stadt Augsburg und die Bayerische Landeszentrale für Politische Bildung.

https://www.friedensstadt-augsburg.de/
https://www.uni-augsburg.de/de/fakultaet/philsoz/fakultat/powi-friedens-und-konfliktforschung/
https://www.blz.bayern.de

30.01.2024
Bild zu Augsburger Friedensgespräche am 30.1.2024: Gefährdete Demokratie - gefährdeter Frieden?

Augsburger Friedensgespräche am 30.1.2024: Gefährdete Demokratie - gefährdeter Frieden?

Mit Natalie Amiri und Michel Friedman kommen zwei prominente Gesprächspartner*innen zu den Augsburger Friedensgesprächen in den Goldenen Saal des Augsburger Rathauses am Dienstag, 30. Januar um 19 Uhr. Sie sprechen über die drängenden Herausforderungen unserer gefährdeten Demokratie.

Angst, Irrationalität und Abwehr bestimmen einen Teil unserer Debattenkultur. Zunehmend zweifeln Menschen an der Demokratie und wenden sich rechtsextremen und populistischen Parteien zu oder wünschen sich gar eine Diktatur. Frieden und Demokratie sind nicht selbstverständlich. Ist unsere Demokratie in Gefahr? Wie wirkt sich das auf unser Zusammenleben, auf die Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit aus? Können wir gesellschaftspolitische Krisen durch eine konstruktive Streitkultur bewältigen?

Zu diesen Fragen diskutieren Natalie Amiri (Journalistin, Diplom-Orientalistin) und Michel Friedman (Jurist, Publizist, Philosoph); Moderation: Prof. Dr. Ursula Münch (Direktorin der Akademie für politische Bildung in Tutzing); Begrüßung: Eva Weber, Oberbürgermeisterin der Stadt Augsburg.
Mit den »Augsburger Friedensgesprächen« möchten das Friedensbüro und das Büro für gesellschaftliche Integration der Stadt Augsburg, der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung und der Lehrstuhl für Ev. Religionspädagogik und -didaktik der Universität Augsburg, das Evangelische Forum Annahof und die Volkshochschule Augsburg offene Diskurse in der Friedensstadt anregen und friedenspolitische Impulse setzen.
Die Reihe »Augsburger Friedensgespräche« nimmt Bezug auf den Augsburger Religionsfrieden von 1555 und die Bezeichnung Augsburgs als Friedensstadt. Sie beschäftigt sich sowohl mit religionspolitischen Themen, als auch mit aktuellen gesellschaftlich relevanten Fragestellungen.

03.01.2024
Bild zu Dr. Rebecca Gulowski wurde erfolgreich promoviert und ist seit 1.11.23 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl

Dr. Rebecca Gulowski wurde erfolgreich promoviert und ist seit 1.11.23 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl

Gewalt und ihre wissenschaftliche Analyse sind Gegenstand der Forschungen von Frau Dr. Gulowski, die ihr entsprechendes Promotionsverfahren mit dem Titel „(Un)Eindeutig mehrdeutige Gewalt" an der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg sehr erfolgreich abgeschlossen hat.

Dr. Rebecca Gulowski hat im Oktober ihre Dissertation mit dem Titel: "(Un)Eindeutig mehrdeutige Gewalt. Über das Spannungsverhältnis zwischen sozialwissenschaftlicher Konfliktforschung und ihrer Anwendungspraxis als Oszillieren zwischen hegemonialen Gewaltordnungen und Forscher:innenselbst" erfolgreich verteidigt. Gegenstand ihrer Arbeit waren die Herausforderungen der Analyse von Gewalt im Kontext einer sozialwissenschaftlichen Konfliktforschung, die oft weniger mit dem so bezeichneten Phänomen als vielmehr mit der analytischen Beobachtung(-sweise) und unserem persönlichen Verhältnis zur jeweils analysierten Gewalt zu tun haben. Dr. Gulowskis Arbeit gibt Antworten auf die normativen, epistemologischen und methodologischen, aber auch auf ganz praktische Fragen, die insbesondere im Zusammenhang einer sozialwissenschaftlichen Forschung und Beratungspraxis, die wissenschaftlich und praxeologisch zur Reduzierung von durch Gewalt verursachtem Leid beitragen möchte, aufgeworfen werden.

22.12.2023
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Nach dem Ukrainekrieg: welche Weltordnung, welche Werte, welche Sicherheit?

Vortrag und Diskussion mit Andreas Zumach am Dienstag, 21.11.23 um 19:30 Uhr im Augustanasaal/Annahof. Gemeinsam mit Augsburger Kooperationspartnern bietet der Lehrstuhl eine Veranstaltung zu Fragen der Weltordnung an.

Welche Weltordnung auf Basis welcher Regeln wollen wir? Eine globale bipolare Konfrontation zwischen "westlichen Demokratien und der Allianz der Diktaturen China und Russland" mit massiver und kostspieliger militärischer Aufrüstung wie in den 45 Jahren des Kalten Krieges? Oder eine multipolare Ordnung, deren Akteure - zunächst einmal unabhängig von ihrer Staats- und Regierungsform - kooperieren bei der Bewältigung der Klimaerwärmung, des Hungers und anderer globaler Herausforderungen? Wäre dann Kritik an Menschenrechtsverletzungen und Diktaturen nicht mehr statthaft? Welche "Sicherheit" verspricht die "Nationale Strategie" der Bundesregierung den Menschen in Deutschland und im "Rest" der Welt?

Andreas Zumach ist Experte für internationale Politik, die Vereinten Nationen und internationale Konflikte; er ist Journalist und Buchautor sowie Träger des Göttinger Friedenspreises.

13.11.2023
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Neuerscheinung: „Krisenkonflikte und Konfliktbearbeitung“, Blog-Beitrag von Christoph Weller

Was ist in Krisen und bei ihrer Bewältigung umstritten? Eine konflikttheoretische Perspektive darauf verdeutlich, welche Konflikte im Zusammenhang mit Krisen entstehen und Wellers Beitrag plädiert für eine durchdachte Konfliktbearbeitung. Er ist in den Blog-Reihen der Friedensakademie Rheinland-Pfalz erschienen.

Krisenkonflikte und Konfliktbearbeitung

Von Christoph Weller

Dass Krisen und deren Bewältigung zu Konflikten führen können, erscheint naheliegend, aber was ist mit den Konflikten, die einer Krise vorausgehen und welche Art von Konflikten muss bearbeitet werden, wenn eine Krise zu Ende geht? Eine konflikttheoretische Perspektive auf Krisen, die mit ihnen einhergehenden Konflikte und deren Bearbeitung lässt erkennbar werden, dass schon von der Entstehung einer Krise bestimmte Akteure und Gruppen profitieren. Krisen bringen nämlich auch Vorteile mit sich, nicht für alle, aber jeweils für bestimmte Gruppen. Nicht zuletzt deshalb ist in Krisen vieles umstritten und eine durchdachte Konfliktbearbeitung angesagt.

Erschienen in: Blog der Friedensakademie Rheinland-Pfalz

09.11.2023
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"Postkoloniale Perspektiven auf Erinnerungspolitik" - Vortrag von Prof. Dr. Aram Ziai

Am Donnerstag, 16. November um 18:00 Uhr (Hörsaal 2001, Gebäude H, Juristische Fakultät) wird Prof. Dr. Aram Ziai, Experte für postkoloniale Studien an der Universität Kassel, seine Sichtweise in die erinnerungspolitische Debatte einbringen, nicht zuletzt auch im Hinblick auf aktuelle Konflikte.

Nicht zuletzt im Hinblick auf aktuelle Konflikte kann eine postkoloniale Sichtweise wichtige Aspekte in eine erinnerungspolitische Debatte einbringen und auf blinde Flecken aufmerksam machen. Diese Perspektive ist hierzulande nicht selten mit scharfer Kritik konfrontiert worden. Der Vortrag wird in diesem Kontext einige dieser Aspekte und Kritikpunkte beleuchten.

Aram Ziai ist Professor für Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien an der Universität Kassel. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik, postkoloniale und Post-Development Ansätze und Global Economic Governance.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Kolloquiums des Instituts für Sozialwissenschaften statt.

06.11.2023
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Forschungsprojekt „Appreciate the Troublemakers“ von Nora Schröder erfolgreich abgeschlossen

Am 25.10.2023 hat Nora Schröder mit der Disputation zu ihrer Dissertationsschrift „The Troublemakers: Enacting European Citizenship in the Anti-TTIP Protests“ ihr sozialwissenschaftliches Promotionsverfahren an der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät erfolgreich abgeschlossen - herzlichen Glückwunsch!

Das im Forschungsbereich „Deutungskämpfe“ des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung angesiedelte Dissertationsprojekt von Nora Schröder wurde von Prof. Dr. Christoph Weller betreut, Zweitgutachterin war Prof. Dr. Angela Oels und Prof. Dr. Kerstin Schlögl-Flierl dritte Prüferin der Disputation. Die Dissertation von Nora Schröder widmet sich der Analyse der Bedeutungszuschreibungen zum Konzept der Bürgerschaft ("citizenship") von Aktivist*innen, die an europaweiten Protesten gegen das Freihandelsabkommen TTIP teilgenommen haben. Durch die phenomenographischen Analysen von episodischen Interviews kann Nora Schröder zeigen, wie sich die selbsternannten "troublemaker" verantwortlich machen, sich kritisch und aktivistisch in die europäische Politik einzumischen. Dabei setzen sie ihre Vorstellungen von Citizenship in beobachtbare und erforschbare Praxis um, die Nora Schröder rekonstruiert.

Die Dissertation von Nora Schröder ist ein wichtiger Beitrag zur Forschung über Deutungskämpfe sowie für den Bereich der Citizenship- und Europaforschung, denn sie unterstreicht die Relevanz der Erforschung von European Citizenship, welche sich viel zu oft lediglich für die formalen Aspekte von Staatsbürgerschaft oder für die normativen Ideale "guter" Bürgerschaft aus der Perspektive der Herrschenden interessiert, während Schröders Forschung die Praktiken und Perspektiven EU-kritischer Aktivist*innen in den Fokus rückt.

03.11.2023
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Neuerscheinung: Konfliktbearbeitung erforschen - Polylog über Partizipative Konfliktforschung

In der Zeitschrift „Konfliktdynamik“ ist ein gemeinsamer Beitrag aus dem Projekt „KomPa - Kommunale Konfliktberatung und Partizipative Konfliktforschung“ erschienen, in dem die Forschungsgruppe über die Potenziale Partizipativer Konfliktforschung reflektiert.

Pauls, Christina/Dörner, Wolfgang/Huxol, Katharina/Lustig, Sylvia/Thomay, Marius/Weller, Christoph/Zöhrer, Michaela (2023): Konfliktbearbeitung erforschen. Ein erfahrungsbasierter Polylog über Partizipative Konfliktforschung. In: Konfliktdynamik 12: 3, Seite 221 - 228
doi.org/10.5771/2193-0147-2023-3-221

Das partizipative Forschungsprojekt „ KomPa - Kommunale Konfliktberatung und Partizipative Konfliktforschung" wird vom Forum Ziviler Friedensdienst e.V. (forumZFD) und dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg gemeinsam durchgeführt. Zum Abschluss der Pilotphase dieses Projekts erschien nun ein Beitrag in der Zeitschrift „Konfliktdynamik", in dem die aus Praktikerinnen der Kommunalen Konfliktberatung und Wissenschaftlerinnen der Friedens- und Konfliktforschung bestehende Forschungsgruppe ihren Forschungsprozess reflektiert und einen vielstimmigen Austausch (Polylog) über die gewonnenen Einsichten und Erfahrungen mit Partizipativer Konfliktforschung präsentiert. Dabei geht es u.a. um die Erkenntnis, dass es bei der Erforschung von und in Konfliktkonstellationen wichtig ist, gesellschaftliche (Macht-)Asymmetrien und Eskalationspotenziale im Blick zu haben und sensible wie kreative Umgangsformen mit ihnen zu finden. Der Beitrag bietet auf erfahrungsbasierter Grundlage unterschiedliche Einsichten, inwiefern sich Partizipative Konfliktforschung vor dem genannten Hintergrund als besonders geeignet für die Erforschung von Konfliktbearbeitung erweist. Dafür treten die Beteiligten des Forschungsprojekts in einem polylogischen Gesprächsformat in einen Austausch über ihre gewonnenen Einsichten und Erkenntnisse des partizipativen Forschungsprozesses.

26.10.2023
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Erster BZeFK-Workshop für promovierende Friedens- und Konfliktforscher*innen in Bayern

Von 26. bis 28. Oktober kommen in Lichtenfels 19 Friedens- und Konfliktforscher*innen zum intensiven inhaltlichen Austausch zu den Promotionsprojekten der Teilnehmenden zusammen. Die Kooperation mit der GGS Augsburg ermöglicht den zusätzlichen Schwerpunkt „Selbstfürsorge und Selbstvertrauen während der Promotionszeit stärken“.

Das Bayerische Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung - Deutungskämpfe im Übergang (BZeFK), ein vom BMBF geförderter Forschungsverbund, lädt vom 26. bis 28. Oktober 2023 in die Franken-Akademie in Lichtenfels zum ersten Workshop für promovierende Friedens- und Konfliktforscherinnen in Bayern ein. Der Workshop wird organisiert vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg und stellt den Auftakt für eine intensivierte inhaltliche und kollegiale Vernetzung von Friedens- und Konfliktforscherinnen in Bayern dar, die sich in verschiedenen Phasen ihrer Promotion befinden. Unter Beteiligung von Post-Docs des Forschungsverbunds werden individuelle Promotionsprojekte intensiv diskutiert, es werden Räume für Vernetzung und Austausch geschaffen und das Thema „Selbstfürsorge und Selbstvertrauen während der Promotionszeit stärken“ wird in einer dreistündigen Workshop-Einheit fokussiert behandelt.

Die Teilnehmer*innen haben sich auf einen im Juli 2023 veröffentlichten Call beworben. Sie repräsentieren verschiedene Fachdisziplinen im Kontext der interdisziplinären Friedens- und Konfliktforschung und kommen von acht verschiedenen bayerischen Universitäten und Forschungsinstituten.

Der Workshop wird im Rahmen des Forschungsverbunds BZeFK durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Durch die Kooperation mit der Graduiertenschule für Geistes- und Sozialwissenschaften (GGS) der Universität Augsburg kann die Workshop-Einheit „Selbstfürsorge und Selbstvertrauen während der Promotionszeit stärken“ unter Anleitung von Dr. Sarah Weber realisiert werden.

20.10.2023
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Das „Transferzentrum Frieden Augsburg“ bezieht sein Büro in der neuen Grottenau

Beim Tag der offenen Tür in der neuen Grottenau am Samstag, 21. Oktober (10 - 14 Uhr) ist das ehemalige Gebäude der Hauptpost zugänglich; dabei stellt sich auch das neu etablierte „Transferzentrum Frieden Augsburg“ in seinem dort eingerichteten Büro vor.

Mit dem Projekt „Transferzentrum Frieden Augsburg“ intensivieren die Friedensstadt Augsburg und die Universität Augsburg ihre Zusammenarbeit im Themenfeld Frieden. Das Transferzentrum Frieden Augsburg soll in unterschiedlichen Formaten und Kooperationsprojekten zum Transfer der Expertise der Friedens- und Konfliktforschung in die Praxisfelder der Friedensstadt Augsburg beitragen. Hierzu leistet das Bayerische Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung (BZeFK) mit seinem Augsburger Standort am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg wichtige Beiträge. Neben der Vermittlung von Konfliktkompetenz, Friedenskonzepten und Methoden konstruktiver Konfliktbearbeitung ist auch ein offenes Veranstaltungsangebot zu Themen wie gesellschaftlicher Frieden, Umgang mit sozialen Konflikten, Friedensbildung und praxisorientierten Ansätzen der Friedens- und Konfliktforschung geplant. Das Projekt „Transferzentrum Frieden Augsburg“ soll ein wichtiges Element der ganzjährigen Friedensarbeit und eine Gelenkstelle zwischen Friedensstadt und Universität darstellen, wie es der entsprechende Stadtratsbeschluss formuliert.

Das Büro des Transferzentrums Frieden Augsburg wird in der neuen Grottenau eingerichtet, in dem sich sowohl Räume der städtischen Verwaltung als auch der Universität befinden. In Augsburg war „die Grottenau“ bis vor wenigen Jahren als Hauptpost bekannt. Nachdem die Stadt das Gebäude erworben hatte, begannen im Juni 2017 Sanierung und Umbau des herrschaftlichen Baus durch die Wohnbaugruppe Augsburg Entwickeln.

2020 wurden die ersten Büros durch das Amt für Kinder, Jugend und Familie und den städtischen Ordnungsdienst bezogen, später folgte das Leopold Mozart College of Music mit Übungsräumen und einem Konzertsaal sowie die schulpsychologische Beratung und die Bildungsberatung der Stadt Augsburg. Beim Tag der offenen Tür in der neuen Grottenau am 21. Oktober stellen Studierende und Lehrbeauftragte, Mitarbeitende und Angestellte die Grottenau und die unterschiedlichen Nutzungen des weitläufigen Gebäudes der interessierten Öffentlichkeit vor.

20.10.2023
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Buch erschienen: "Observing Conflict Escalation in World Society“ von Richard Bösch

Kriegerischer Gewalt geht die Eskalation politischer Konflikte voraus. Die systematische Analyse der Eskalationsprozesse weltgesellschaftlicher Konflikte, u.a. in der Ukraine, ist Thema der jetzt als Buch (Open Access) erschienenen Dissertation von Richard Bösch.

How do conflicts escalate? This is one of the major questions in conflict research. To offer further answers, Richard Bösch follows a tripartite agenda: First, he develops a constructivist methodology for the study of conflict escalation embedded in a Luhmannian systems theoretical world society perspective. Bösch argues that conflicts can be observed as social systems and he looks at the process of conflict escalation by analysing communication. Second, this analysis offers two case studies: the Maidan protests in Ukraine 2013-2014 and Mali's crisis 2010-2012. Third, it gives insights on how systems theoretical research can be beneficial for Peace and Conflict Studies.

Richard Bösch: Observing Conflict Escalation in World Society: Ukraine’s Maidan and Mali’s Breakup, Bielefeld: transcript 2023, Open Access

13.10.2023
Bild zu Prof. Christoph Weller mit einem Poster zu „Partizipative Lehre !?“ am 26.9.23 bei der Tagung „Teaching for Future"

Prof. Christoph Weller mit einem Poster zu „Partizipative Lehre !?“ am 26.9.23 bei der Tagung „Teaching for Future"

Seine Erfahrungen mit partizipativen Lehrkonzepten präsentiert Weller bei der von der Schader-Stiftung und dem Arbeitskreis „Hochschullehre“ der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) in Darmstadt durchgeführten Tagung „Teaching for Future: Politikwissenschaftliche Hochschullehre am Puls der Zeit“

Die Tagung „Teaching for Future“ : Auch nach der Corona-Krise ist die politikwissenschaftliche Lehre keineswegs wieder in ruhige Bahnen zurückgekehrt. Neue und bereits bekannte Herausforderungen sind durch die Krise nochmals sichtbarer geworden: Wie können Lehrveranstaltungen dauerhaft von diesem Digitalisierungsschub profitieren? Wie umgehen mit einer heterogenen Studierendenschaft? Wie können wir akademische Forschung und berufliche Praxis in der Lehre miteinander verzahnen? Wie bereiten wir neue Lehrende auf ihre ersten Seminare vor? Welche neuen Lehrkonzepte wurden im Fach erprobt? Wie sieht politikwissenschaftliche Lehre am Puls der Zeit aus?

Dies möchte die Schader-Stiftung gemeinsam mit dem Arbeitskreis Hochschullehre der Deut­schen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) in einer Tagung eruieren. Dabei stehen interaktive Formate im Vordergrund, bei dem die Teilnehmer:innen je nach eigenem Interesse Schwerpunkte setzen können. So sind sie beim TeachingWalk unter dem Motto „Concepts & Coffee“ eingeladen, sich mit neuartigen Lehrformaten und Lehrkonzepten auseinanderzusetzen, die in Form von Postern vorgestellt werden. Prof. Christoph Weller (Universität Augsburg) präsentiert auf seinem Poster Beispiele und Thesen zur Frage „Wie lässt sich Partizipative Forschung lehren? Partizipative Lehre!?

Am Puls der Zeit ist die Tagung auch mit einer Podiumsdiskussion zum Thema, wie viel Politik die Hochschullehre verträgt. Konkret geht es angesichts deren gestiegener Umfragewerte und gleichzeitiger weiterer Radikalisierung um den Umgang mit der AfD im Rahmen der politikwissenschaftlichen Lehre und die Frage, ob die Politikwissenschaft – gerade auch in der Lehre – stärker zu ihrem Ursprung in der Bundesrepublik als Demokratiewissenschaft zurückkehren sollte.

22.09.2023
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„Konflikt schafft Kunst - Kunst schafft Konflikt“: Peace Summer School 2023 leistet Beiträge zum Friedensfestprogramm

Am 21. Juli 2023 um 16 Uhr fiel der Startschuss für ein inspirierendes Peace Summer School-Wochenende, das mit Theater, Workshops und viel kreativem Austausch ganz im Zeichen des Friedensfest-Mottos 2023 „Kreativität. Kunst schafft Frieden?“ stand.

Aus den Lautsprechern erklingen die Töne John Lennons „Give Peace a Chance“. Das Lied soll, neben noch zwanzig weiteren Songs, als Quelle der Inspiration dienen, um der Frage „Was bedeutet Frieden für dich?“ künstlerisch und kreativ nachzugehen. Einige Teilnehmenden der Peace Summer School 2023 sitzen malend vertieft vor ihrem Blatt, wieder andere sind im regen Austausch mit anderen, um ihre Vorstellung von Frieden zu teilen. Am Ende entstand ein großes Kunstwerk - eine Patchworkdecke, die verdeutlicht, wie vielfältig Frieden verstanden werden kann. Ein schöner Start in das gemeinsame Wochenende, das in den darauffolgenden Stunden und Tagen geprägt durch eine gemeinschaftliche, offene und kreative Atmosphäre war. „Ich bin inspiriert, meine Kreativität wieder mehr zu benutzen und aktiv zu werden“ schreibt eine Teilnehmerin auf das Feedback-Plakat. Dass das Wochenende eine so inspirierende und motivierende Wirkung auf die Teilnehmer:innen hatte, war einem sehr engagierten PSS-Orga-Team und nicht zuletzt den aufmerksamen und kompetenten Personen zu verdanken, die ihre Expertise zum Thema „Konflikt schafft Kunst - Kunst schafft Konflikt“ teilten.

So zeigte uns Daniele Gancheva am Freitagabend in ihrem dokumentarischen Theaterstück „Die Badewanne. Frauen im Krieg“, wie für sie Theater ein Medium sein kann, sich anders mit dem Thema Krieg auseinanderzusetzen. Begleitet von den Musiker:innen Arezou Rezaei und Hans Könnecke führte sie uns bildreich durch verschiedene Kriege und ermöglichte uns, die unterschiedlichen Erfahrungen nachzuvollziehen, denen Frauen* während dieser Zeit ausgesetzt waren und sind. Dass Kunst eine transformative Kraft innerhalb von Konflikten haben kann, verdeutlichte die anschließende spannende Diskussion auf dem Podium zwischen der Schauspieler Daniele Gancheva, dem Regisseur Elias Emmert, der Friedensforscherin Christina Pauls und der Popkulturbeauftragen der Stadt Augsburg Maria Trump. Auch das Publikum bereicherte die Diskussion mit seinen Fragen und Kommentaren. Kunst kann aber auch problematisch sein, wenn diese nicht ausreichend reflektiert betrieben wird, betonte Christina Pauls. Gekonnt und mit interessanten Fragen führte die Moderatorin Nora Schröder durch diesen zweiten Teil des ersten Abends der diesjährigen Peace Summe School.

Am Samstag erhielten die Teilnehmenden in einem von drei ganztägigen Workshops die Gelegenheit, sich aktiv und kreativ mit dem Verhältnis von Kunst, Konflikt und Frieden auseinanderzusetzen. Wie kann ich Zugang zu meiner Kreativität finden? Wie kann Kunst mir helfen, mein Gegenüber im Konflikt besser zu verstehen und wie kann Verborgenes, Verdrängtes oder gewollt unsichtbar Gehaltenes durch Kunst sichtbar und kritisierbar gemacht werden? Für all diese Fragen zeigte Layla Zami und Oxana Chi in ihrem Workshop verschiedene Methoden auf. Die Teilnehmenden schnitten Buchstaben aus Zeitungen aus, um diese inspiriert durch Herta Müller zu Gedichten zusammenzufügen. Sie schrieben eigene Texte, tanzten, reflektierten über Kunstrezeption und betrachteten und diskutierten gemeinsam die Performance der beiden Workshopleiterinnen.

In ihrem Schreibworkshop regten Fabian Lutz und Martin Jank durch zahlreiche Beispiele aus der Literatur dazu an, intensiv darüber nachzudenken und sich auszutauschen, wie Schreiben und Konflikt miteinander verknüpft sind und wie Schreiben als Werkzeug zur Konfliktbewältigung dienen kann. Während des Tages führten die Teilnehmenden nicht nur lebhafte Diskussionen, sondern verfassten auch eine Vielzahl eigener, sehr unterschiedlicher Texte. Dabei nutzten sie den gesamten Annahof, um inspirierende und ruhige Orte für das Schreiben ihrer eigenen Texte zu finden. Im Theaterworkshop unter der Leitung von Hannah Reich erfuhren die Teilnehmenden theoretisch, aber vor allem praktisch am eigenen Leib, wie interaktives Theater, insbesondere das Forumtheater, bei Konflikten und Friedensprozessen eingesetzt werden kann. Nicht nur lautes Lachen, auch eine sprühende Energie drangen aus dem Workshopraum. Die Teilnehmenden spielten unter anderem selbstgewählte Konfliktsituation nach, in welche die Zuschauenden im Laufe des Spiels eingreifen konnten. Damit können neue Handlungsmöglichkeiten im gespielten Konflikt ausprobiert werden, um zu erfahren, wie sich verschiedene Verhaltensweise auf das Geschehen auswirken. Bei einem gemeinsamen Abendessen konnten sich die Teilnehmenden auch über die einzelnen Workshops hinaus näher kennenlernen, den Workshop-Tag Revue passieren und den lauen Sommertag ausklingen lassen.

Mit großer Begeisterung teilten die Teilnehmer:innen am Sonntag ihre Erlebnisse aus den Workshops. Wer wollte, las die selbstgeschriebenen Texte vor. Einige präsentierten die aufgeklebten Gedichte und die Gruppe aus dem Theaterworkshop führte ein Statuen-Theaterstück vor. Im anschließenden Plenum-Austausch wurde deutlich, dass sich drei Schlüssel-Erkenntnisse für die Teilnehmer:innen aus den Workshops herauskristallisierten: Kunst und Kreativität eröffnen neue und alternative Perspektiven auf Konflikte, sie ermutigen zur Pause und zur Reflexion innerhalb von Konfliktsituationen und sie bringen Themen ans Licht, die sonst im Verborgenen bleiben. Wenn Konflikte Kunst schaffen, tragen Kunst und Kreativität offenbar zur konstruktiven Konfliktbearbeitung bei - womit die Teilnehmenden der Peace Summer School nochmal die Verbindung zum bevorstehenden Augsburger Hohen Friedensfest und dessen gleichzeitig startenden Kulturprogramm herstellten. Und die Veranstalter - der ASKA e.V. und der Augsburger Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung - freuen sich über eine sehr erfolgreiche Peace Summer School 2023 und die nächsten Veranstaltungen, in denen der Augsburger Stadtgesellschaft die Perspektiven der Friedens- und Konfliktforschung nähergebracht werden können.

15.09.2023
Bild zu Neuerscheinung: „Undoing Epistemic Violence in Academic Knowledge Production through Survivor’s Participation“, verfasst vom Farida Global Writing Collective

Neuerscheinung: „Undoing Epistemic Violence in Academic Knowledge Production through Survivor’s Participation“, verfasst vom Farida Global Writing Collective

Jesidische Überlebende üben Kritik an epistemischer Gewalt und fordern Teilhabe an (höherer) Bildung und Wissenschaft – und das in einem akademischen peer-reviewed Journal. Damit widmet sich der Beitrag nicht nur inhaltlich dem, was der Titel fordert, sondern ist ein erster kleiner Schritt der Realisierung des Geforderten.

Der Beitrag „Undoing Epistemic Violence in Academic Knowledge Production through Survivor’s Participation. Learning from the Experiences of Yazidi Survivors“ ist Resultat – oder besser Zwischenstand – eines intensiven partizipativen und überlebenden-zentrierten Prozesses. Er ist im von Claudia Brunner herausgegebenen Special Issue „Un/Doing Epistemic Violence“ im Journal für Entwicklungspolitik (JEP) erschienen.

Zentrale Forderungen der Überlebenden zielen auf den respektvollen Umgang mit den materiellen wie immateriellen Ressourcen von Überlebenden sowie auf den (verbesserten) Zugang zu (höherer) Bildung, Ausbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten sowie zum akademischen Diskurs. Es ist ein erster und vielversprechender Erfolg, dass Überlebende mit ihrer im Text geäußerten Kritik und ihren Vorschlägen im Rahmen des Wissenschaftssystem selbst – und vielleicht ja darüber hinaus – Gehör finden:

„For researchers and academics, for others working in the educational system, for policymakers and those with the power to contribute to changing the current system(s), and for those who simply want to be allies to our cause or to lend a friendly ear, this is a call to deeply listen to the following testimonies of epistemic violence, and to take related recommendations and proposals to improve the current system into consideration.“ (Farida Global Writing Collective 2023: 32-33)

Gleichzeitig versteht sich der Beitrag des Farida Global Writing Collective als Einladung an andere Überlebende von Menschenrechtsverletzungen: Er ist ein Appell, trotz der vielfältigen Erfahrungen der Instrumentalisierung, Ignorierung, Herabwürdigung oder sogar Auslöschung des eigenen Wissens nicht zu resignieren, sondern sich stattdessen gemeinsam dafür einzusetzen, selbstbestimmt an Prozessen von Wissensgenerierung und ‑vermittlung in Forschung und Bildung teilzuhaben:

„By our example, we hope to contribute to the change we want to see in the academic world in order to make it a truly inclusive place […]. We address all survivors who have been disappointed and disillusioned, with the hope to re-build trust and the message that a permanent and equal seat at the table of academic knowledge production is worth fighting for.“ (Farida Global Writing Collective 2023: 47)

Wer oder was ist das Farida Global Writing Collective?

Die Verbrechen des sogenannten Islamischen Staats (IS) an Jesid*innen, die am 19. Januar 2023 vom Deutschen Bundestag offiziell als Völkermord anerkannt wurden, begannen am 3. August 2014 in der Sindschar-Region im Nordirak. Die NGO Farida Global Organisation (FGO) wurde von Überlebenden dieses Völkermords gegründet, um sich gemeinsam mit diversen Bündnispartnern weltweit für den Schutz und die Rechte von Überlebenden einzusetzen, die von schwersten Menschenrechtsverletzungen und konfliktbasierter sexualisierter Gewalt betroffen waren und sind.

Das Farida Global Writing Collective bezieht sich namentlich auf die NGO und ist deren Grundprinzipien verpflichtet. So arbeitet das Schreibkollektiv etwa überlebenden-zentriert und ‑geführt, partizipativ, psychosozial- und trauma-informiert sowie kultursensibel. Dabei stellt es eine Art Unterstützungsmechanismus dar: „[it] was formed as a mechanism to support and assist individual survivors in writing their expert knowledge down and connecting it to relevant disciplines“ (Farida Global Writing Collective 2023: 31). Daher umfasst das Schreibkollektiv neben sich bei FGO engagierenden Überlebenden weitere Personen – und es ist zukünftig offen für wechselnde Autor*innenschaft und damit als solches eine Einladung zu Teilnahme und Teilhabe:

„The Farida Global Writing Collective aims at developing and expanding in the future. It is not linked to specific individual authors but is open to changing authorships, as long as the authority and authorship of survivors are acknowledged.“ (Farida Global Writing Collective 2023: 31)

Als Farida Global Writing Collective wirkten dieses Mal zusammen: Farida Khalaf, Sanaa Ali Alneamat, Intisar Oso, Christina Pesch, Saeed Qasim Sulaiman, Khalid Qasim, Miriam Weller und Michaela Zöhrer.

Kontakt

writingcollective[at]faridaglobal.org

Literatur

Farida Global Writing Collective (2023): Undoing Epistemic Violence in Academic Knowledge Production through Survivor’s Participation. Learning from the Experiences of Yazidi Survivors, in: JEP – Journal für Entwicklungspolitik XXXIX 1‑2/2023 (Special Issue: Un/Doing Epistemic Violence), 30-49.

11.08.2023
Bild zu Neuerscheinung: "Performing Cracks in Public Memory" im Special Issue zu "Un/Doing Epistemic Violence"

Neuerscheinung: "Performing Cracks in Public Memory" im Special Issue zu "Un/Doing Epistemic Violence"

Können künstlerische Interventionen an Kolonialdenkmälern zur Dekolonisierung des öffentlichen Raumes beitragen? Christina Pauls beleuchtet ihre Potentiale und Herausforderungen am Beispiel 'Bismarck-Dekolonial'.

Christina Pauls, Doktorandin am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung beschäftigt sich im Rahmen des BMBF-geförderten Verbundprojektes 'Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung' in ihrem Dissertationsprojekt mit 'memory activism' und konkreten Strategien von Erinnerungskämpfen. Auf Einladung von Yolanda Guitiérrez begleitete Christina Pauls im Sommer 2021 die Performance 'Bismarck-Dekolonial' in Hamburg, die sich mit Tanz- und Kunstperformances dem weltweit größte Denkmal Otto von Bismarcks annimmt. In ihrem Beitrag stellt die Autorin Überlegungen zur epistemischen Gewalt von Zeitvorstellungen her und interpretiert die Performance als epistemische Rissbildung (fissure). Sie bewertet schließlich die Potentiale und Herausforderungen künstlerischer Interventionen im Kontext gesellschaftlicher Auseinandersetzungen um die Dekolonisierung des öffentlichen Raumes.

Der Beitrag ist im Special Issue 'Un/Doing epistemic violence', herausgegeben von Claudia Brunner beim Journal für Entwicklungspolitik erschienen:

Pauls, Christina (2023): Performing Cracks in Public Memory: Undoing Epistemic Violence Through Artistic Interventions. In: Journal für Entwicklungspolitik XXXIX:1-2, 50-73. https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-39-1-50

Bildrechte: Yolanda Guitiérrez; Bild von Igor Sherba

10.08.2023
Bild zu Jesidische Überlebende von Farida Global Organisation bei der Augsburger Peace Summer School 2023

Jesidische Überlebende von Farida Global Organisation bei der Augsburger Peace Summer School 2023

Demokratie leben! in Augsburg ermöglichte die Teilnahme an der diesjährigen Peace Summer School von in Deutschland lebenden Jesidinnen, welche den Genozid durch den sog. Islamischen Staat (IS) überlebten. Das ist ein erster Schritt, ihrem Wunsch nach Teilhabe an Bildung zu entsprechen.

Für viele jesidische Überlebende hat die IS-Gefangenschaft bis heute gravierende Auswirkungen auf ihren Bildungs- und damit Karriereweg. Dies gilt insbesondere für Überlebende, die in jahrelanger Gefangenschaft waren. Auch wenn das Recht auf Bildung international als eines der zentralsten Menschenrechte angesehen wird: Für Überlebende von konfliktbasierter sexueller Gewalt und Genozid ist die Rückkehr an Schulen und Universitäten zumeist ein steiniger Weg, auf dem es häufig finanzielle, bürokratische und rechtliche Hindernisse zu überwinden gilt, – auch hier in Deutschland. Dabei ist die Rückkehr in Bildung und Arbeit sehr oft einer der Punkte, die nicht nur aus finanzieller und edukativer Sicht besonders wichtig sind, sondern auch mit Blick auf die mentale Gesundheit von Überlebenden und ihre Teilhabe am politischen und gesellschaftlichen Diskurs.

Die Veranstalter der Augsburger Peace Summer School – der ASKA e.V. (Alumni und Studierende der Konfliktforschung Augsburg) und der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg – freuen sich vor diesem Hintergrund umso mehr, dass drei Überlebende, die sich im Rahmen der NGO Farida Global Organisation für Menschenrechte einsetzen, in diesem Jahr die Möglichkeit hatten, an der Peace Summer School 2023 zum Thema „Konflikt schafft Kunst, Kunst schafft Konflikt“ teilzunehmen. So formuliert Dr. Michaela Zöhrer, Lehrstuhl-Mitarbeiterin und Mitglied des Organisationsteams der diesjährigen Peace Summer School: „Ich bin ungemein glücklich und auch dankbar, dass wir es mit der finanziellen Unterstützung von Demokratie leben! in Augsburg möglich machen konnten, dass ganz tollen und ungemein engagierten jungen Frauen etwas für ihre wichtige Arbeit zurückgegeben werden konnte: Und zwar nicht zuletzt Wertschätzung für ihren Einsatz, den sie in ihrer Freizeit und oft unter Inkaufnahme emotionaler und weiterer Kosten erbringen, um sich für die Rechte und Belange von Überlebenden schwerster Menschenrechtsverletzungen einzusetzen.“

Ermöglicht durch die finanzielle Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! in Augsburg hatten die Überlebenden Farida K., Sanaa A., Intisar O., begleitet von Christina P., drei Tage lang Gelegenheit am spannenden Programm der diesjährigen Summer School teilzunehmen. Sie erlebten so zugleich ein kleines Stück Teilhabe am wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs in Deutschland. Wie Farida Khalaf, Vorsitzende von Farida e.V., hervorhebt, kann die Beteiligung von Überlebenden als wichtiger Beitrag für Frieden gelten:

„Wir sind Demokratie leben! und den Organisator*innen der Sommerschule sehr dankbar, dass wir teilnehmen durften. Ich denke, die Sommerschule hat gezeigt: Überlebende haben eine Stimme und viel zu sagen zum Thema Frieden. Wir müssen an den Unis lernen, forschen und auch lehren dürfen, damit unser individuelles und gemeinsames Wissen über Konflikt und insbesondere Frieden immer weiterwächst und wir anfangen, Wege zu gehen, die Betroffene schwerster Menschenrechtsverletzungen einbeziehen – um so nachhaltig und inklusiv Frieden zu sichern.“

07.08.2023
Bild zu Call: Workshop für promovierende Friedens- und Konfliktforscher*innen in Bayern

Call: Workshop für promovierende Friedens- und Konfliktforscher*innen in Bayern

Der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung lädt im Kontext des BMBF-Forschungsverbunds Deutungskämpfe im Übergang - Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung (BZeFK) zum ersten Workshop für promovierende Friedens- und Konfliktforscher*innen in Bayern ein – vom 26. bis 28. Oktober 2023 in der Franken-Akademie in Lichtenfels.

Die Teilnehmer*innen werden individuelle Promotionsprojekte intensiv diskutieren und haben Gelegenheit sich zu vernetzen. Zudem werden im Rahmen des Workshops Fragen von Selfcare und des Umgangs mit vielfältigen Belastungen aufgegriffen, die mit der Promotion einhergehen: sowohl in Räumen für den Erfahrungsaustausch als auch angeleitet und mit Inputs einer qualifizierten Trainerin.

Frist zur Einreichung von Abstracts ist der 10. August 2023. Weitere Informationen und Details im Call (in deutscher und englischer Sprache).

19.07.2023
Bild zu Prof. Christoph Weller beim 27th World Congress of Political Science der IPSA in Buenos Aires

Prof. Christoph Weller beim 27th World Congress of Political Science der IPSA in Buenos Aires

„The Politics of Funding Peace and Conflict Research in Germany: Between Scientific Requirements and Political Expectations“ ist der Titel des von Christoph Weller beim IPSA-Kongress im Juli 2023 präsentierten Papers auf dem Panel „National Associations, the Politics of Funding, and Trajectories of the Discipline“.

The Politics of Funding Peace and Conflict Research in Germany:

Between Scientific Requirements and Political Expectations

Paper to be presented at the Panel „National Associations, the Politics of Funding, and Trajectories of the Discipline“ of the 27th World Congress of Political Science, 15-19 July 2023 in Buenos Aires.

Christoph Weller

Abstract: Under what conditions does the public funding of peace and conflict research come about, what contribution can research itself make to this and what are the political expectations associated with this funding? This paper addresses these questions in relation to Germany, which is a particularly interesting case in terms of the development of peace and conflict research since the 1950s.

From a historical perspective, there would have been many reasons why peace research was developing in Germany as early as the 1950s: A country divided by World War II on the geographical front of the Cold War and with clear anti-militarist protests as early as the 1950s were undoubtedly supportive contexts for the development of peace and conflict studies. But in the areas of tension between political expectations and scientific requirements, it was a difficult and laborious process to establish the research field of peace and conflict studies in Germany in the post-war era.

To reconstruct this development, the areas of tension between science and politics are considered in four dimensions that are particularly relevant for the politics of funding peace and conflict research in Germany:

Basic research or political practice-oriented research?
Is "peace" a political or a scientific task?
Are scientific concepts of peace suitable for socio-political discourse?
What distinguishes science from politics when it comes to questions of peace?

In every stage of development of this politicized field of research in Germany, changes in these dimensions can be seen. The multiple changes in the areas of tension between science and politics characterize also the changing politics of funding in the development of peace and conflict studies in Germany. This can be divided against this background in five stages of development.

While the first stage of development was dominated by scientific criticism of political decisions and developments (1960s), in the second stage politics influenced the development of the research field through financial support (German Society for Peace and Conflict Research, 1971-1983). In the third stage of development (1980s), the establishment of peace and conflict studies was shaped by a very pointed security policy-debate in the public and the unavoidable political positioning of political scientists. Only the end of the East-West conflict with many new research-problems and questions for peace and conflict studies opened up the space for more theory-oriented research efforts, epistemological debates and interdisciplinary cooperation without giving up the practice-oriented approach.

With its institutionalization at universities, scientific journals, study programs, textbooks and special financial support since 2000, peace and conflict studies in Germany has to a large extent followed the classic path of scientific discipline development, but without giving up its political, practice-oriented and interdisciplinary claims. Much more, these claims lead to a special openness to meta-theoretical and methodological innovations, for example in connection with constructivist, intersectional, post-colonial or participatory approaches. They can be understood as scientific efforts to continue to work on the areas of tension between science and politics and at the same time to reflect on them (self-)critically.

10.07.2023
Bild zu „Konflikt schafft Kunst – Kunst schafft Konflikt“ – Anmeldung zur Peace Summer School 2023 eröffnet

„Konflikt schafft Kunst – Kunst schafft Konflikt“ – Anmeldung zur Peace Summer School 2023 eröffnet

Vom 21. - 23. Juli 2023 veranstaltet der ASKA e.V. (Alumni und Studierende der Konfliktforschung Augsburg) zusammen mit dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung in Augsburg die dreitägigen Peace Summer School 2023.

Am Freitag startet die Peace Summer School 2023 „Konflikt schafft Kunst – Kunst schafft Konflikt“ mit dem ersten Kennenlernen und einem thematischen Einstieg. In der öffentlichen Abendveranstaltung zeigen wir um 18:30 Uhr das dokumentarische Theaterstück „Die Badewanne. Frauen im Krieg“ mit anschließender Diskussion zum Thema „Kreativität und Konflikt: Schafft Kunst Frieden?“ statt. Karten gibt es für alle Interessierten online unter diesem Link oder an der Abendkasse.

Am Samstag nehmen die Teilnehmenden an einem von drei Workshops teil, um das Verhältnis von Kunst, Konflikt und Frieden erleben zu können. Zwei Workshops beschäftigen sich mit Methoden kreativer Konfliktbearbeitung über das eigene Textschaffen & -performen und über interaktives Theater. Ein Workshop stellt sich theoretisch und praktisch die Frage, wie Kunst Konflikte in der Gesellschaft beeinflussen kann. Am Sonntag lassen wir die PSS 2023 mit einer Zusammenführung der Workshopinhalte inhaltlich ausklingen. Darüber hinaus bietet unser Rahmenprogramm an allen Tagen Räume für vielfältige Begegnungen und Austausch.

Zur Teilnahme an der Peace Summer School ist eine Anmeldung erforderlich. Details zum Programm und zur Anmeldung finden sich auf der Veranstaltungshomepage der Peace Summer School 2023.

Die Peace Summer School findet im Rahmen des Kulturprogramms zum Augsburger Hohen Friedensfest 2023 statt und kann dank der Unterstützung einer Vielzahl an Kooperationspartnern und Förderern realisiert werden.

23.06.2023
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Wissenschaftliche Perspektiven auf den Ukraine-Krieg: Friedensgutachten 2023

„Noch lange kein Frieden?“ Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zu den Folgen des Ukraine-Krieges für die internationale Politik mit Prof. Dr. Tobias Debiel, Mitherausgeber des Friedensgutachtens 2023, am 4.7. um 18 Uhr im S-Forum der Stadtbücherei.

Gemeinsam mit dem Friedensbüro der Stadt Augsburg lädt der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens und Konfliktforschung der Universität Augsburg im Rahmen des Bayerischen Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung zur Veranstaltung „Noch lange kein Frieden? Der Ukraine-Krieg und seine Folgen für die internationale Politik“ ins S-Forum der Stadtbücherei (Ernst-Reuter-Platz 1) ein für Dienstag, 4. Juli um 18:00 Uhr.

Prof. Dr. Tobias Debiel vom Institut für Entwicklung und Frieden der Universität Duisburg-Essen stellt das diesjährige „ Friedensgutachten“ vor; die sich anschließende Diskussion moderiert Janina Hentschel, Leiterin des Büros für kommunale Prävention und Geschäftsführerin des Präventionsrats der Stadt Augsburg.

Russlands Krieg gegen die Ukraine, Pandemie, Klimawandel und Extremwetterereignisse: Immer neue Krisen erschüttern die Gesellschaften weltweit. Zugleich steigt die Zahl der Gewaltkonflikte, an denen häufig nichtstaatliche, irreguläre Milizen und Rebellen beteiligt sind.

Das Friedensgutachten 2023 zeigt auf, welche Handlungsspielräume die deutsche Politik nach der »Zeitenwende« in der Friedens- und Sicherheitspolitik hat. Mit seinen konkreten Handlungsempfehlungen für Bundestag und Bundesregierung ist das Friedensgutachten ein zentrales Medium für den Dialog zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Die deutschen Friedensforschungsinstitute (BICC / HSFK / IFSH / INEF) geben das Gutachten seit 1987 heraus."

Prof. Dr. Tobias Debiel lehrt Internationale Beziehungen und Entwicklungspolitik an der Universität Duisburg-Essen. Er ist stellvertretender Direktor des Instituts für Entwicklung und Frieden (INEF) in Duisburg und baute als Geschäftsführender Direktor das 2012 gegründete Käte-Hamburger-Kolleg „Politische Kulturen der Weltgesellschaft“ mit auf. In seiner Forschung beschäftigt er sich u.a. mit Krisenprävention in Gewaltkonflikten sowie dem Wiederaufbau kriegszerrütteter Gesellschaften.

Eine Veranstaltung des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg in Kooperation mit dem Friedensbüro der Stadt Augsburg.

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Forschungsverbunds „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“.

22.06.2023
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Friedrich Glasl: Konflikteskalation und „windows of opportunity“ am Beispiel des Russland-Ukraine-Krieges

Gastvortrag des renommierten Konfliktforschers, Mediators und Begründers der „Neun Stufen der Konflikteskalation“ Prof. Dr. Friedrich Glasl am Donnerstag, 29. Juni um 18:00 Uhr im Hörsaal H 1.28 der Technischen Hochschule Augsburg (Campus am Brunnenlech) in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung.

Auf Einladung der Technischen Hochschule Augsburg und des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg im Rahmen des Bayerischen Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung kommt am 29. Juni, 18 Uhr, der renommierte Konfliktforscher, Mediator und Begründer des Modells „Neun Stufen der Konflikteskalation“, Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Glasl nach Augsburg für einen aktuellen Vortrag zum Russland-Ukraine-Krieg. Die Veranstatlung - mit kleinem Imbiss und Getränken auf Spendenbasis - findet auf dem Campus am Brunnenlech der Technischen Hochschule Augsburg (bei der Haltestelle „Haunstetter Straße) in Hörsaal H 1.28 statt.

21.06.2023
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Inception Workshop des BMBF-Forschungsverbunds „Deutungskämpfe im Übergang“

Die internationale Tagung des Forschungsverbunds „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“ (BZeFK) findet vom 21. - 23. Juni 2023 in Bayreuth statt und beginnt mit einer öffentlichen Abendveranstaltung.

Prof. Navnita Chadha Behera von der University of Delhi eröffnet mit ihrer Keynote Speech die Tagung des Forschungsverbunds Conflicts.Meanings.Transitions im Historischen Sitzungssaal des Alten Rathauses in Bayreuth. In den darauffolgenden Tagen steht der intensive inhaltliche Austausch zur Erforschung von Deutungskämpfen im Übergang im Mittelpunkt des Workshops. Daran beteiligen sich neben den Mitgliedern des Forschungsverbunds „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung" (BZeFK) von den Universitäten Augsburg, Bayreuth und Erlangen sowie vom Institut für Zeitgeschichte München-Berlin auch zahlreiche nationale und internationale Expert*innen dieses interdisziplinären Forschungsfelds.

Der interdisziplinäre Forschungsverbund hat seine Vernetzungs- und Forschungsarbeit vor etwas über einem Jahr aufgenommen und bereits Vernetzungsveranstaltungen in Augsburg durchgeführt. Ausgangsidee des Inceptions Workshops in Bayreuth mit der titelgebenden Frage „All things change the same?“ ist, dass Prozesse des Übergangs und Wandels weder uniform ablaufen noch uns einfach ‚widerfahren‘, weshalb es sich lohnt, den Blick darauf zu lenken, wie solche Prozesse (bewusst) gestaltet werden und welche Rolle umkämpfte Deutungen wie auch Kämpfe um Deutungen dabei spielen. In den fünf Panels des Workshops stehen konkrete Deutungskämpfe im Zusammenhang mit 1) Gewalt und Krieg, 2) Transitional Justice, 3) Normen und Werten in Konflikten, 4) Epistemologien und Wissensordnungen sowie 5) Friedensverständnissen im Fokus.

Das "Bayerische Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung“ (BZeFK) ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für vier Jahre gefördertes Regionalcluster der Friedens- und Konfliktforschung. Seit April 2022 bringt der Verbund Wissenschaftlerinnen der Universitäten Augsburg, Bayreuth und Erlangen-Nürnberg sowie des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ) zusammen, die ihre Forschung vernetzen sowie die Friedens- und Konfliktforschung in Bayern stärken und strukturell weiter verankern. Hierzu macht er auch Vernetzungsangebote für alle Wissenschaftlerinnen, die in Bayern Friedens- und Konfliktforschung betreiben.

16.06.2023
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Veranstaltungshinweis: Klimagerechtigkeit aus postkolonialer Perspektive

Öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Franziska Müller am Zentrum für Klimaresilienz

Im Rahmen der interdisziplinären Vortragsreihe "Klimaresilienz - Forschung und Transfer" im Sommersemester 2023 lädt das Zentrum für Klimaresilienz zu drei Gastvorträgen von Vertreter*innen aus Forschung und Praxis ein Zum Auftakt der Reihe informiert Prof. Dr. Franziska Müller von der Universität Hamburg über "Klimagerechtigkeit aus postkolonialer Perspektive".

Die Veranstaltung wird auch als Teil der interdisziplinären Veranstaltungsreihe „Sieh’s mal postkolonial“ von der universitären Arbeitsgruppe Postkolonial beworben.

Datum: 22.06. um 16 Uhr

Ort: WIWI-Fakultät, Raum J 1101/1102 und via zoom

16.06.2023
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Prevention, Deradicalization and Counter-Terrorism in Europe. EUCTER in Augsburg

The Chair for Political Science, Peace and Conflict Studies at the University of Augsburg hosts the next conference of the Jean Monnet Network on EU Counter-Terrorism (EUCTER) on 19./20. June 2023 in Augsburg.

Organized by the EUCTER Director Prof. Dr. Christian Kaunert (Dublin City University & University of South Wales) and Prof. Dr. Christoph Weller (University of Augsburg, Chair for Political Science, Peace and Conflict Studies), the members of the EUCTER-Network meet to discuss their current projects and papers and to agree on the next steps in the collaboration. The panels of the conference include „Terrorism, the State and Ontological Security“, „International Security Cooperation in the EU“, „Can the De-Escalation of Conflicts Be Trained?“ and „Global Perspectives on Terrorism and Intelligence“.

The European Counter-Terrorism Jean Monnet Research Network (EUCTER) is led by the International Centre for Policing and Security – University of South Wales and includes the University of the West of England Bristol and Cardiff University in the UK, Dublin City University in Ireland, the University of Augsburg (Chair of Political Science, Peace and Conflict Studies) in Germany, the Egmont Institute in Belgium, the University of Maastricht in the Netherlands, the University of Pisa in Italy, CIDOB Barcelona and the University of Deusto Bilbao in Spain, the University of Iasi in Romania, Prague Metropolitan University in the Czech Republic, the IDC Herzliya in Israel and the University of Jendouba in Tunisia.

At the heart of this research network is the intersection of two fundamental areas of EU policy - the Area of Freedom, Security and Justice and EU counter-terrorism policy and law. Based on conflict-theoretical perspectives, the political areas of tension are considered in connection with the prevention of radicalization, the de-escalation of conflicts and EU counter-terrorism policies. The project aims to discover and explain if and why cooperation and diplomacy in the field of counter-terrorism in the EU and its member states have increased relevance. EUCTER is a research-led excellence network, comprising fourteen partners, with the aim of advancing cutting-edge blended learning formats with a strong policy relevance in the area of the EU Counter-Terrorism. The network brings together three inter-related teaching and research areas: EU justice and home affairs, EU counter-terrorism and EU external relations.

15.06.2023
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„Krisenkonflikte“ - Prof. Wellers Vortrag beim Deutschen Präventionstag in Mannheim

„Was hilft gegen Krisenprofiteure?“ ist der Untertitel von Prof. Christoph Wellers Vortrag zum übergreifenden Thema „Krisen & Prävention“ des diesjährigen Deutschen Präventionstags (DPT28) am 12./13. Juni in Mannheim.

Neben seinem Vortrag „Krisenkonflikte - was hilft gegen Krisenprofiteure?“ präsentiert Christoph Weller beim DPT28 auch ein Poster zum Thema „Konfliktbearbeitung: Ein anspruchsvolles Konzept“, auf dem die Grundlinien und Ziele des Konzepts „Konfliktbearbeitung“ dargestellt sowie die Verbindungen zu den aktuellen Forschungsprojekten des Lehrstuhls, insbesondere zum Projekt KomPa, hergestellt werden.

13.06.2023
Bild zu Wie politisch sind esoterische Grundhaltungen? Vortrag von Prof. Dr. Nils Weidmann

Wie politisch sind esoterische Grundhaltungen? Vortrag von Prof. Dr. Nils Weidmann

Der Konstanzer Politikwissenschaftler, Konfliktforscher und Leiter der Forschungsgruppe „Communication, Networks and Contention" Nils B. Weidmann gibt methodische Einblicke in seine Forschung am Montag, 12.6. um 11:45 Uhr im Hörsaal IV (Gebäude C).

Fallstudien über Proteste gegen Covid-19 Maßnahmen haben gezeigt, dass ein Teil des Widerstands getragen war von einer Affinität zu esoterischem und anthroposophischem Gedankengut. Inwieweit lassen sich diese Momentaufnahmen generalisieren? Lässt sich ein Zusammenhang zwischen esoterischen Überzeugungen und Wahlergebnissen nachweisen? Dieser Frage geht Nils Weidmann im Rahmen seiner Bike&Talk-Tour 2023 nach, die ihn auch an die Universität Augsburg führt. Nicht zuletzt gibt er dabei auch Einblick in spannende methodische Zugänge jenseits von Befragungsdaten.

06.06.2023
Bild zu „Wo laufen sie denn?“ Loriot liefert Widerspruchs-Perspektive zu „Die Friedensforschung und der Markt“

„Wo laufen sie denn?“ Loriot liefert Widerspruchs-Perspektive zu „Die Friedensforschung und der Markt“

In einem pointierten Artikel fordert Christoph Weller konsequentere gesellschaftskritische Analysen struktureller Konflikte in der Friedens- und Konfliktforschung, in Auseinandersetzung mit dem Dossier „Quo vadis, Friedensforschung?“ der Zeitschrift „Wissenschaft und Frieden“, jetzt erschienen in W&F 2/2023, S. 36-38.

Wo laufen sie denn?“ Widerspruch zu „Die Friedensforschung und der Markt“ von Werner Ruf

Christoph Weller

in: Wissenschaft und Frieden 41 (2023): 2, 36-38

"Mit dem Loriot-Zitat im Titel dieses Textes soll zunächst die Themenstellung des gesamten Dossier 96 von Wissenschaft und Frieden kritisch kommentiert werden, ehe ich meine Widersprüche zum Beitrag »Die Friedensforschung und der Markt« darlege. Die Formel »Quo vadis?« fragt ja nicht neugierig-interessiert nach dem Weg oder danach, wohin jemand laufen möchte, und macht dann informierte oder interessante Vorschläge. Wer »Quo vadis?« fragt, lädt mit einer rhetorischen Frage dazu ein, bekenntnishafte Statements über den einen, richtigen Weg abzuliefern, der zum Sieg führen soll. Bei Pferderennen (vgl. Loriot 1972) scheint es den zu geben, aber nur für Pferde und gegebenenfalls für Spekulant*innen. Eine Wissenschaft dagegen sollte lieber nicht auf eine eingezäunte Kreisbahn geschickt und zu Prognosen über die Siegerin verführt oder nach Bekenntnissen gefragt werden. …“

weiter: https://wissenschaft-und-frieden.de/artikel/der-komplexitaet-gerecht-werden/

19.05.2023
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„The Welser Phantom“: How has the Welser Colony in Venezuela been remembered?

Die renommierte Forscherin Giovanna Montenegro stellt am 26.05. um 16 Uhr im Fugger und Welser Erlebnismuseum ihr neuestes Buch über die Erinnerung an die Welser-Kolonie vor. Sie leistet damit einen Beitrag zur Reflexion postkolonialer Erinnerungskultur in Augsburg.

Die Welser aus Augsburg bekamen zwischen 1528 und 1546 die spanische Kolonie Venezuela als „Lehen“, aber kaum jemand in Deutschland kennt diese Geschichte. Dabei handelt es sich doch um eines der ersten und gewaltvollsten Kapitel deutscher Kolonialgeschichte, dessen Aufarbeitung im Kontext aktueller Auseinandersetzungen um Kolonialismus in Deutschland umso notwendiger ist.

Diese seltsame und oft vernachlässigte Episode deutscher Kolonialgeschichte ist zentraler Forschungsgegenstand von Dr. Giovanna Montenegro. Sie beschäftigt sich auch mit der Erinnerung an die Welser und erhielt 2019 von der Latin American Studies Association eine Auszeichnung für ihren Artikel „The Welser Phantom: Apparitions of the Welser Venezuela Colony in Nineteenth and Twentieth-century German Cultural Memory“. Darin zeigt sie, dass es in der deutschen Geschichte und Gegenwart ein ‚Welser-Phantom‘ gegeben hat. Dieser Begriff spielt auf die Erinnerung an die Welser-Kolonie vor allem in der Hochphase des deutschen Kolonialismus im 19. und frühen 20. Jahrhundert an, die wichtiger Referenzpunkt für die Legitimation kolonialer Bestrebungen war. Auch deshalb war und bleibt die Erinnerung an die Welser politisch relevant und erfordert daher einen kritischen und verantwortungsvollen Blick in aktuellen Debatten um postkoloniale Erinnerung.

Ihr kürzlich bei University of Notre Dame Press erschienenes Buch „German Conquistadors in Venezuela: The Welsers' Colony, Racialized Capitalism, and Cultural Memory“ stellt einen wichtigen Beitrag in der internationalen Auseinandersetzung mit deutscher Kolonialgeschichte dar. Darin setzt sich Montenegro mit zahlreichen Primärdokumenten auseinander, und untersucht eine Geschichte massiver Gewalt gegen indigene und afrikanische Menschen. Sie richtet den Blick insbesondere darauf, wie verschiedene Generationen in Deutschland sich an die Welser-Herrschaft in Venezuela erinnert haben, und wie diese Erinnerungen politisch genutzt wurden.

Montenegro stellt in ihrem Vortrag ihr aktuelles Buch vor und stellt Bezüge zu aktuellen Diskursen um postkoloniale Erinnerungskultur her. Der Vortrag und die anschließende Diskussion finden auf englischer Sprache statt. Plätze vor Ort sind begrenzt. Wir bitten um Anmeldung unter https://www.fugger-und-welser-museum.de/veranstaltungen/. Außerdem wird der Vortrag gestreamt. Der Link wird über die Webseite des Fugger-und-Welser-Erlebnismuseums zur Verfügung gestellt.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Fugger-und-Welser-Erlebnismuseum statt im Rahmen des Projekts „Deutungskämpfe in der Kolonialität des Friedens“ des vom BMBF finanzierten Forschungsverbunds „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“.

Der Vortrag kann unter folgendem Link abgerufen werden:

https://www.youtube.com/watch?v=FF3wgZxUffI

17.05.2023
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Mamparo: Film und Gesprächsrunde zu venezolanischen Perspektiven auf Augsburger Kolonialgeschichten

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Sieh’s mal Postkolonial“ der universitären disziplinübergreifenden Arbeitsgruppe Postkolonial zeigt das Lehrstuhlprojekt „Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt Augsburg“ am 23.05.2023 den venezolanischen Dokumentarfilm „Mamparo“.

Über die Kolonialaktivitäten der Welservertreter in Venezuela zwischen 1528 und 1546 ist in der kollektiven Erinnerung Augsburgs wenig bekannt. Im Jahre 1528 wurde der Augsburger Handelsfamilie der Welser das von Spanien annektierte Gebiet ‘Klein-Venedig’ (heute als Venezuela bekannt) zugesprochen, weil der damaligeKaiser Karl V. sich bei den Welsern hoch verschuldet hatte. In diesem Zusammenhang wurde auch die Stadt Santa Ana de Coro gegründet, die bei der Gründung durch die Welservertreter „Neu-Augsburg“ genannt wurde. Noch weniger ist darüber bekannt, wie Venezolaner*innen an die Welservetreter erinnern. Der Dokumentarfilm 'Mamparo' zeigt eine vielstimmige Perspektive dieser Erinnerung, die im Rahmen des Projektes „Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt Augsburg“ betrachtet und reflektiert wird. Der Film wird von einem digitalen Interview gerahmt, das Projektmitarbeitende Gregor Büchele und Timon Bürbaumer im April 2022 mit den Filmemachern Adrían Condez und Ulises León geführt haben. Darin werden die Motivationen und weiterführenden Überlegungen der Filmemacher verdeutlicht.

In einer offenen Gesprächsrunde wird im Anschluss die Möglichkeit eröffnet zu diskutieren, was diese Perspektiven für postkoloniale Erinnerungskultur in Augsburg bedeuten könnten.

Film mit Interview (OmU, 61 Minuten) mit anschließender Gesprächsrunde. Film und Interview sind in spanischer Sprache mit deutschen Untertiteln.

17.05.2023
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ClangCampus: Was hat Friedens- und Konfliktforschung mit Musik zu tun?

Zu den Verbindungen zwischen Musik und Frieden gibt Prof. Christoph Weller Auskunft. Live am 4. Mai um 19 Uhr bei „ClangCampus Uni:versum Musik“ und ab 5. Mai online im Podcast-Gespräch unter https://www.uni-augsburg.de/clangcampus.

Im Konzertsaal des Leopold-Mozart-College of Music der Universität Augsburg (Alte Hauptpost, Grottenau 1, 86150 Augsburg) findet am Donnerstag, 4. Mai um 19 Uhr die Präsentation der Ergebnisse eines Projekts der Studierenden des MA-Studiengangs Musikvermittlung/Konzertpädagogik unter Leitung von Prof. Dr. Johannes Hoyer statt. In Interviews und musikalischen Kompositionen und Bearbeitungen werden die Verbindungen zwischen wissenschaftlichen Disziplinen und der Musik freigelegt und musikalisch kommentiert. Zu „Musik und Frieden“ befragten Katharina Schwab und Hanna Mayer den Augsburger Friedens- und Konfliktforscher Prof. Christoph Weller und produzierten daraus den Podcast „Musik und Frieden“.

Auch andere an der Universität Augsburg vertretene Fächer geben beim ClangCampus Auskunft. Die Studierenden des Masterstudiengangs Musikvermittlung/Konzertpädagogik haben im Dialog mit Vertreterinnen und Vertretern von sieben Fächern Podcasts produziert und eröffnen dabei künstlerisch-wissenschaftliche sowie unterhaltsam-informative Zugänge zu den vielfältigen und vielleicht wenig bekannten Beziehungen zwischen Musik und Wissenschaft:

Musik und Künstliche Intelligenz
Musik und Recht
Musik und Philosophie
Musik und Medien
Musik und Literatur
Musik und Mathematik
Musik und Frieden

Alle weiteren Informationen unter https://www.uni-augsburg.de/clangcampus

02.05.2023
Bild zu Studie zur Geschichte der deutschen Friedensforschung von Christoph Weller bei ESSHC in Göteborg

Studie zur Geschichte der deutschen Friedensforschung von Christoph Weller bei ESSHC in Göteborg

The paper „A Reconstruction of the Development of German Peace and Conflict Studies from a Social Science Perspective“ will be presented at the European Social Science History Conference 2023 in Gothenburg, Panel "Historical Peace Research as Social Science History: Theories and Categories, Peace Movements and International Diplomacy“.

The paper „A Reconstruction of the Development of German Peace and Conflict Studies from a Social Science Perspective“ will be presented at the European Social Science History Conference 2023 in Gothenburg, Panel "Historical Peace Research as Social Science History: Theories and Categories, Peace Movements and International Diplomacy“.

06.04.2023
Bild zu Christoph Weller beim Panel „Krieg als Brille“ der AFK-Jahreskonferenz in Berlin

Christoph Weller beim Panel „Krieg als Brille“ der AFK-Jahreskonferenz in Berlin

Seine kritische Perspektive auf das diesjährige Konferenzthema „Das Ende der europäischen und globalen Friedensordnung?“ der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) präsentierte der Augsburger Friedensforscher Christoph Weller am 1. April in Berlin

Das besondere Fishbowl-Format des Panels „Krieg als Brille: Theorien von Ende und Wandel europäischer Friedensordnungen im Kontext des Krieges in der Ukraine“ ermöglichte zum Abschluss der dreitägigen AFK-Konferenz den Beteiligten, die Theorieannahmen und Beobachtungsperspektiven zu reflektieren, die den vorangegangenen Debatten über Kriege, Zeitenwenden und Friedensordnungen zugrunde lagen. Dies betraf, darauf machten die drei einleitenden Impuls-Referate von Frank Stengel (Universität Kiel), Lotta Mayer (Universität Heidelberg) und Christoph Weller (Universität Augsburg) aufmerksam, die sehr selektiven Wahrnehmungen der verschiedenen Konflikte in Osteuropa und ihrer unzureichenden Bearbeitungsformen, die Unverbundenheit disziplinärer Einzelbefunde, wenn ein differenziertes Verständnis von Eskalationsprozessen und Krieg erforderlich ist, sowie die beschränkte Perspektivität, wenn in eurozentrischer Arroganz über eine „globale Friedensordnung“ gesprochen wird, die nur in der Theorie oder als Legitimation imperialer Ansprüche vorhanden zu sein scheint.

Die intensive und offene Diskussion im Fischbowl-Format machte anschließend deutlich, wie theorieabhängig sowohl die Rede vom Ende der europäischen oder globalen Friedensordnung als auch alle Überlegungen für eine neue Friedensordnung sind: lassen sie sich in Reaktion auf den Krieg in der Ukraine überhaupt multiperspektivisch denken („Krieg als Brille“) und welche Aspekte werden in die Konstruktion einer solchen Prognose, in die Einschätzung einerseits der Eintrittswahrscheinlichkeit und andererseits der Wünschbarkeit unterschiedlicher Szenarien und die Wege, auf denen der fragliche hypothetische Zustand erreicht werden könnte, einbezogen? Nur unter Berücksichtigung solcher Fragen - das wurde auf dem Panel deutlich - lässt sich fundiert prüfen, welche Szenarien sich auf der Basis welcher Theorieansätze entwickeln lassen, mit Bezug auf welche normativen Annahmen Friedensordnungen mehr oder weniger wünschenswert sind, und derart sowohl auf die spezifischen Blindstellen und Stärken unterschiedlicher Theorieangebote reflektieren als auch im Zusammenspiel unterschiedlicher Ansätze hypothetische Szenarien hinsichtlich einer künfitgen europäischen und/oder globalen Friedensordnung entwickeln.

04.04.2023
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Neuerscheinung: Partizipative Erforschung der Kommunalen Konfliktberatung auf Augenhöhe

In der aktuellen Ausgabe von „Spektrum der Mediation“ zeigen Michaela Zöhrer und Sylvia Lustig, wie gerade die vertrauens- und respektvolle Zusammenarbeit in einem Team aus Wissenschaft und Praxis zu allseitig relevanten Erkenntnissen führt.

In der aktuellen Ausgabe von „Spektrum der Mediation“ zeigen Michaela Zöhrer und Sylvia Lustig, wie gerade die vertrauens- und respektvolle Zusammenarbeit in einem Team aus Wissenschaft und Praxis zu allseitig relevanten Erkenntnissen führt.

In ihrem Beitrag „Partizipative Erforschung der Kommunalen Konfliktberatung auf Augenhöhe“ stellen die beiden Autorinnen das Forschungsprojekt „Kommunale Konfliktberatung und Partizipative Konfliktforschung“ ( KomPa) vor, in dessen Rahmen Mitarbeiter*innen des Forum Ziviler Friedensdienst (forumZFD) und des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg seit dem Jahr 2021 als Co-Forschende eng zusammenarbeiten.

Zöhrer und Lustig beschreiben zentrale Rahmenbedingungen, Zielsetzungen und Verfahrensweisen des Projekts. Vor allem aber gehen sie näher auf die in der partizipativen Forschungspraxis gesammelten Erfahrungen ein und stellen neben den in der Zusammenarbeit zu meisternden Herausforderungen dar, inwiefern KomPa „völlig neue Chancen [bietet], durch ein vertrauensvolles Miteinander die Praxis der Konfliktberatung respektvoll zu erforschen und fortlaufend Erkenntnisse in die Praxis zurückzuspielen“ (S. 52). Die Zusammenarbeit auf Augenhöhe eröffne zugleich einen wissenschaftlichen Zugang zu Konfliktbearbeitungspraxis, der ansonsten versperrt bliebe, und ermögliche es überdies, dass Praktikerinnen der Konfliktberatung und Konfliktforscherinnen in einen Austausch der „Dialogischen Erkenntniskultivierung“ (S. 50) treten könnten, der noch über ein wechselseitiges voneinander Lernen hinausgehe.

In der Zeitschrift mitabgedruckt ist auch das Poster zum KomPa-Projekt, das am Deutschen Präventionstag 2022 in Hannover präsentiert wurde.

Literaturangabe
Zöhrer, Michaela/Lustig, Sylvia (2023): Partizipative Erforschung der Kommunalen Konfliktberatung auf Augenhöhe, in: Spektrum der Mediation 91/2023, S. 49-52.

03.04.2023
Bild zu Interview mit Prof. Christoph Weller: "Frieden wird uns nicht geschenkt!“

Interview mit Prof. Christoph Weller: "Frieden wird uns nicht geschenkt!“

Was verstehen wir unter „Ziviler Konfliktbearbeitung“? Wo kann und muss sie zum Einsatz kommen? Und was bedeutet der Krieg gegen die Ukraine für die Zukunftsfähigkeit der Zivilen Konfliktbearbeitung? Zu diesen Fragen gibt Christoph Weller im Gespräch mit dem Forum Ziviler Friedensdienst Auskunft, erschienen im Magazin 1/23 des forumZFD.

Frieden wird uns nicht geschenkt

forumZFD-Interview mit dem Friedensforscher Christoph Weller

Was verstehen wir eigentlich genau unter „Ziviler Konfliktbearbeitung“, von der wir im forumZFD so häufig sprechen? Wo kann und wo muss sie zum Einsatz kommen, damit sie wirken und überzeugen kann? Und was bedeutet der Krieg gegen die Ukraine für die Zukunftsfähigkeit der Zivilen Konfliktbearbeitung? Darüber haben wir mit dem Augsburger Friedens- und Konfliktforscher Christoph Weller gesprochen.
Prof. Dr. Christoph Weller leitet den Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg. Er ist seit 30 Jahren in der Friedensforschung tätig, aktuell unter anderem in einem partizipativen Forschungsprojekt mit der Kommunalen Konfliktberatung des forumZFD.

...
Wo sieht der Forscher in Ihnen bis heute die Defizite oder unentdeckten Potenziale der Zivilen Konfliktbearbeitung?
Mit Blick auf die Zivile Konfliktbearbeitung in der Außen- und Entwicklungspolitik müssen wir uns die selbstkritische Frage stellen: „Ist diese Form der Zivilen Konfliktbearbeitung im Ausland nicht einfach eine neue Form von Kolonialismus?“ Wir tun so, als wenn wir den Umgang mit Konflikten irgendwie besser könnten als der Rest der Welt. Das gilt es immer wieder zu hinterfragen und das passiert ja nach meiner Wahrnehmung auch. Darum halte ich es für so wichtig, dass wir uns auch hier in Deutschland für die Zivile Konfliktbearbeitung einsetzen; da gibt es noch große unentdeckte Potenziale.

Was ist Ihnen daran so wichtig?
Frieden und Demokratie werden uns nicht geschenkt, sondern wir müssen jeden Tag daran arbeiten, dass sie erhalten bleiben. Das genau steckt so wunderbar im Begriff der Konflikt-„Bearbeitung“. Das müssen wir in den nächsten Jahren in unserem Land noch viel stärker deutlich machen, dass Konfliktbearbeitung fundamental mit dem Erhalt unserer Demokratie und dem gesellschaftlichen Frieden zusammenhängt.

24.03.2023
Bild zu Zeitstrahlmethode mit Welser-Bezug für Lehrkräfte und Multiplikator*innen

Zeitstrahlmethode mit Welser-Bezug für Lehrkräfte und Multiplikator*innen

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus wird eine Fortbildung für Lehrkräfte und Multiplikator*innen zur Nutzung der Zeitstrahlmethode 'connecting the dots' angeboten. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Die Zeitstrahlmethode ‘connecting the dots’ ist eine wirkungsvolle Methode für die politische Bildungsarbeit und die Vermittlung geschichtlichen Fachwissens . Im Rahmen des Projektes „Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt Augsburg“ wurde im letzten Jahr eine Variante dieser Methode mit ausgewählten Elementen der Augsburger Stadtgeschichte entwickelt. Bei der im Workshop angebotenen Variante geht es konkret um Geschichten und Rezeption der Augsburger Handelsfamilie der Welser. Die Welser waren bereits im frühen 16.Jahrhundert aktiv in die Kolonisierung und Ausbeutung der sogenannten ‚Neuen Welt‘ involviert. Während des Hochimperialismus im 19. und 20. Jahrhundert spielte die Erinnerung daran in Form eines „Welser-Mythos“ immer wieder eine Rolle, wie Giovanna Montenegro nachzeichnet. Und noch heute kursieren widersprüchliche Erzählungen über die Welser.

In der Methode werden zugeloste Zitate aus unterschiedlichen Epochen einem Zeitstrahl zugeordnet. Dabei geht es weniger um direkte historische Verbindungen, sondern mehr um die Reflexion von kolonialen Haltungen und Rezeptionen. Die Methode eignet sich daher vor allem für die politische Bildungsarbeit, um für koloniale Sprache, rassistische Erzählungen aber auch für widerständige Praktiken in Bezug auf die Welser zu sensibilisieren und weiterführende Reflexionen anzustellen.

Der Workshop findet im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus am 29.03.2023 von 15.00 bis 18.00 Uhr im Fugger- und Welser Museum statt (Äußeres Pfaffengässchen 23, 86152 Augsburg). Im Workshop erleben Sie die Methode aus Teilnehmendenperspektive und erhalten im Anschluss die Materialien, um die Methode auch selbst durchführen zu können.

Der Workshop richtet sich vor allem an Lehrkräfte, angehende Lehrkräfte und Multiplikator*innen der politischen Bildungsarbeit, aber auch an Interessierte und Engagierte im Bereich postkolonialer Erinnerung.

09.03.2023
Bild zu Staatszerfall, Kolonialgeschichte und sozialer Protest

Staatszerfall, Kolonialgeschichte und sozialer Protest

Mit einer interdisziplinären Tagung an der Universität Augsburg hat das Bayerische Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung seine Arbeit aufgenommen. Themen waren der Umgang mit Kolonialgeschichte, Staatszerfall und Konflikte im Zusammenhang mit sozialen Protestbewegungen. Die Staatsministerin für Kultur und Medien Claudia Roth hielt den Impulsvortrag

Über zwanzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler trafen sich kürzlich an der Universität Augsburg, um sich zum aktuellen Stand der bayerischen Friedens- und Konfliktforschung auszutauschen und zu vernetzen. Die Tagung war der erste Meilenstein des im Jahr 2022 neu gegründeten Bayerischen Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung.

Augsburg sei als Friedensstadt ein bedeutender und passender Tagungsort, sagte der städtische Referent für Kultur, Welterbe und Sport, Jürgen Enninger. Ein Beispiel dafür seien die intensivierten städtischen Bemühungen um eine Erinnerungskultur, die auch postkoloniale Dimensionen einbeziehen und in dem gemeinsamen Projekt mit dem Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung an der Universität von Prof. Dr. Christoph Weller mündeten, mit dem die Stadt generell eine sehr enge Zusammenarbeit verbinde.
Kolonialismus-Aufarbeitung leistet Beitrag zum Frieden

Impulsrednerin Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien, griff dieses Thema auf. Zu den kürzlich an Nigeria zurückgegebenen sogenannten Benin-Bronzen sagte sie: „Diese Kunstwerke und Artefakte besitzen nicht nur einen hohen kulturellen Wert, sie erzählen eine Geschichte, die geprägt ist von Gewalt, Raubzügen, Unterdrückung und Entfremdung. Eine Geschichte, aus der wir lernen können - und müssen! Die Bundesregierung hat sich zu dieser Verantwortung bekannt. Wir wollen lernen aus der Aufarbeitung unserer Kolonialgeschichte. Und wir wollen Verantwortung übernehmen.“ Nicht wenige Konflikte im globalen Süden, sagte Roth, wurzelten in der Kolonialgeschichte. Die Aufarbeitung der kolonialen und postkolonialen Vergangenheit erleichtere auch den Dialog unter Konfliktparteien und leiste somit Beiträge zum Frieden.
Kolonialgeschichte Augsburgs

Das Etablieren einer postkolonialen Erinnerungskultur knüpft inhaltlich an die Ausrichtung des Forschungsverbundes unmittelbar an. „Deutungskämpfe im Übergang“ sind hier das zentrale Thema. „Gerade in Augsburg steht die Perspektiven-Erweiterung auf die dunklen Seiten des Kolonialismus im Zusammenhang der frühen Handelsimperien der Welser und Fugger noch am Anfang“, sagte Christoph Weller.

Veranschaulicht wurde dies von Christina Pauls, Wissenschaftlerin am Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung, anhand von Perspektiven aus Venezuela, wo in völlig anderer Weise an die gewaltsame Eroberung und Plünderung des Landes durch die Welser im kolonialen 16. Jahrhundert erinnert wird. Der Film „Mamparo“, so Pauls, vermittle Perspektiven aus der venezolanischen Stadt Coro, ehemals „Neu Augsburg“. Es sei notwendig, sich in Augsburg weiter mit den venezolanischen Akteuren zu vernetzen.
Konflikte interdisziplinär betrachtet

Die insgesamt 16 wissenschaftlichen Beiträge der Tagung bildeten viele Facetten des Themas Konflikte ab: Theorien und Methoden der Konfliktanalyse oder ihre Behandlung im Kontext der Lehre waren ebenso Themen wie Konflikte im Zusammenhang sozialer Protestbewegungen, von Staatszerfall oder bei Differenzen in der Geschichtsschreibung. Die jeweils interdisziplinär zusammengesetzten Panels - beteiligt waren Forschende der Geographie, Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Regionalstudien, Sozialen Arbeit, Sozialpsychologie, Soziologie, Technikfolgenforschung und Theologie - produzierten viel Diskussionsbedarf und zugleich reichhaltige Anregungen, die jeweiligen Konflikte in disziplinär unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.
Weitere Informationen
Das Bayerische Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang

… ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für vier Jahre gefördertes Regionalcluster der Friedens- und Konfliktforschung. Seit April 2022 bringt der Verbund Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Augsburg, Bayreuth und Erlangen-Nürnberg sowie des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ) zusammen, die ihre Forschung vernetzen sowie die Friedens- und Konfliktforschung in Bayern stärken und strukturell weiter verankern. Hierzu macht der Verbund auch Vernetzungsangebote für alle Forschenden, die in Bayern Friedens- und Konfliktforschung betreiben.

Das gemeinsame Thema des interdisziplinären Forschungsverbunds mit insgesamt acht sozial- und geschichtswissenschaftlichen Einzelprojekten sind „Deutungskämpfe im Übergang“ (conflicts.meanings.transitions), also gesellschaftspolitische Konflikte um Deutungen, die besonders am Ende einer Gewaltherrschaft, beim Übergang vom Krieg zum Frieden oder im Zuge der Neubewertung gewaltvoller Vergangenheiten stattfinden. Deren Verlauf und Ergebnisse sind – so die im Verbund geteilte Ausgangsannahme – von großer Bedeutung für den aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Frieden. Im Fokus stehen verschiedene thematische Schwerpunkte wie „Deutungskämpfe um Friedensstrategien nicht-staatlicher Akteur*innen“, „Deutungskämpfe um Gewalt“ sowie „Deutungskämpfe um universale Rechte und Diversität“.

06.03.2023
Bild zu Radikalisierungsprävention - Prof. Weller bei MOTRA-K #2023 „Multiple Krisen … multiple Radikalisierung?"

Radikalisierungsprävention - Prof. Weller bei MOTRA-K #2023 „Multiple Krisen … multiple Radikalisierung?"

Zum Thema „Radikalisierungsprävention auf kommunaler Ebene“ referiert Christoph Weller bei der diesjährigen Konferenz der Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung - MOTRA am 1. März in Wiesbaden über das Forschungsprojekt zur Kommunalen Konfliktberatung KomPa.

Eine Vielzahl der Krisen, die das aktuelle gesellschaftliche Leben bestimmen, besitzen globale Dimensionen, doch die konkreten Folgen der Krisen sind vor Ort, auf kommunaler Ebene zu bewältigen. Dies betrifft insbesondere auch den Umgang mit jenen kriseninduzierten Konflikt- konstellationen, die durch die globalen Krisen hervorgebracht werden und regelmäßig mit Radikalisierungserscheinungen einhergehen, sowohl auf Seiten derer, die die Krise leugnen, als auch bei denen, die extreme Krisenreaktionen einfordern oder selbst zu extremen Maßnahmen greifen.

In der Prävention solcher Radikalisierungen spielen Institutionen der Konfliktbearbeitung auf kommunaler Ebene eine wichtige Rolle, indem dort Differenzen anerkannt werden (können), bevor sie sich radikalisieren. Kommunale Konfliktberatung unterstützt darin, die Institutionen der Konfliktbearbeitung auf kommunaler Ebene weiterzuentwickeln. Mit dem partizipativen Forschungsprojekt „KomPa - Kommunale Konfliktberatung und Partizipative Konfliktforschung“ begleitet der Augsburger Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung die Kommunale Konfliktberatung des Forum Ziviler Friedensdienst und Christoph Weller gibt mit seinem Vortrag „Analysen kommunaler Konfliktberatung in einem Partizipativen Forschungsprojekt der Konfliktforschung“ in Panel L der MOTRA-K #2023 Einblicke in den Forschungsprozess und seine Resultate.

27.02.2023
Bild zu Filmabend zeigt venezolanische Perspektive auf die Augsburger Kolonialgeschichte

Filmabend zeigt venezolanische Perspektive auf die Augsburger Kolonialgeschichte

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus zeigt das Lehrstuhlprojekt „Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt Augsburg“ am 24.03.2023 den venezolanischen Dokumentarfilm „Mamparo“ im Fugger und Welser Erlebnismuseum.

Über die Kolonialaktivitäten der Welservertreter in Venezuela zwischen 1528 und 1546 ist in der kollektiven Erinnerung Augsburgs wenig bekannt. Im Jahre 1528 wurde der Augsburger Handelsfamilie der Welser das von Spanien annektierte Gebiet ‘Klein-Venedig’ (heute als Venezuela bekannt) zugesprochen, weil der damaligeKaiser Karl V. sich bei den Welsern hoch verschuldet hatte. In diesem Zusammenhang wurde auch die Stadt Santa Ana de Coro gegründet, die bei der Gründung durch die Welservertreter „Neu-Augsburg“ genannt wurde. Noch weniger ist darüber bekannt, wie Venezolanerinnen an die Welservetreter erinnern. Dies aufzudecken und in Augsburg sichtbar zu machen, ist Anspruch des Projektes „Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt Augsburg“ im Rahmen des BMBF-geförderten Projektes „Deutungskämpfe im Übergang“.
Der Film wird von einem digitalen Interview gerahmt, das Projektmitarbeitende Gregor Büchele und Timon Bürbaumer im April 2022 mit den Filmemachern Adrían Condez und Ulises León geführt haben. Darin werden die Motivationen und weiterführenden Überlegungen der Filmemacher verdeutlicht.
In einer Gesprächsrunde mit den Organisator
innen und Geschichtsexpert*innen aus dem Fugger und Welser Erlebnismuseum wird im Anschluss die Möglichkeit eröffnet zu diskutieren, was diese Perspektiven für postkoloniale Erinnerungskultur in Augsburg bedeuten könnten.

Film mit Interview (OmU, 61 Minuten) mit anschließender Gesprächsrunde. Film und Interview sind auf spanischer Sprache mit deutschen Untertiteln.
Termin: Freitag, den 24.03.2023 von 18.00 bis ca. 20.30
Ort: Fugger- und Welser- Erlebnismuseum, Äußeres Pfaffengäßchen 23, 86152 Augsburg
Um Anmeldung wird gebeten unter christina.pauls@phil.uni-augsburg.de

Das Titelbild zeigt die Felsmalereien von La Lindosa, die eine indigene Perspektive auf die Begegnung mit Welservertretern darstellt.

20.02.2023
Bild zu Vernetzungs-Workshop der Bayerischen Friedens- und Konfliktforschung in Augsburg

Vernetzungs-Workshop der Bayerischen Friedens- und Konfliktforschung in Augsburg

Mit der Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth, hatte der Workshop des Bayerischen Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung (BZeFK) in Augsburg eine sehr prominente Impuls-Geberin zum Start in den zweiten Tag.

Über 20 Friedens- und Konfliktforscher*innen aus ganz Bayern waren für 2. und 3. Februar 2023 auf Einladung des von Prof. Christoph Weller geleiteten Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg in die Friedensstadt Augsburg gekommen, um sich über ihre aktuellen Forschungsprojekte auszutauschen und für neue Projekte zu vernetzen. Bei der Eröffnung am ersten Workshop-Tag war auch die bayerische Landtagsabgeordnete Anne Franke anwesend, die bereits 2021 die Bayerische Initiative für Friedens- und Konfliktforschung angestoßen und gemeinsam mit der Bayerischen Universitätenkonferenz zu einer Tagung in den Bayerischen Landtag eingeladen hatte.

Das Grußwort von Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber an die bayerischen Friedens- und Konfliktforscher*innen überbrachte der Referent für Kultur, Welterbe und Sport, Jürgen Enninger, zum Beginn des zweiten Workshop-Tags. Er hob Augsburgs Bedeutung als Friedensstadt hervor, die sich in akademischer Hinsicht auch in der engen Zusammenarbeit mit Wellers Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg niederschlage. Als aktuelles Beispiel verwies er auf die intensivierten städtischen Bemühungen um eine Erinnerungskultur, die auch postkoloniale Dimensionen einbezieht, und das Lehrstuhl-Projekt „Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt“ im vergangenen Jahr. Dieses Thema griff dann anschließend Claudia Roth in ihrem Impulsreferat mit Verweis auf die kürzlich erfolgte Rückgabe der Benin-Bronzen an die Bundesrepublik Nigeria unmittelbar auf:

„Diese Kunstwerke und Artefakte besitzen nicht nur einen hohen kulturellen Wert, sie erzählen eine Geschichte, die geprägt ist von Gewalt, Raubzügen, Unterdrückung und Entfremdung. Eine Geschichte, aus der wir lernen können - und müssen! Die Bundesregierung hat sich zu dieser Verantwortung bekannt. Wir wollen lernen aus der Aufarbeitung unserer Kolonialgeschichte. Und wir wollen Verantwortung übernehmen“, so die Staatsministerin für Kultur und Medien beim Vernetzungsworkshop der Friedens- und Konfliktforschung in Augsburg. Damit werden auch Beiträge zum Frieden geleistet, denn nicht wenige der Konflikte im globalen Süden, so Roth, besitzen auch koloniale Wurzeln. So könne mit der Aufarbeitung der kolonialen und postkolonialen Vergangenheit auch der Dialog unter Konfliktparteien erleichtert werden.

Prof. Weller knüpfte an die konkreten politischen Beiträge zur Etablierung einer postkolonialen Erinnerungskultur unmittelbar an und stellte sie in den Zusammenhang der inhaltlichen Ausrichtung des Forschungsverbunds, in dessen Zentrum „Deutungskämpfe im Übergang“ stehen. Gerade in Augsburg stehe die Perspektiven-Erweiterung auf die dunklen Seiten des Kolonialismus im Zusammenhang der frühen Handelsimperien der Welser und Fugger noch am Anfang. Dem pflichtete Christina Pauls, Wissenschaftlerin der Universität Augsburg, bei und veranschaulichte dies etwa anhand von Perspektiven aus Venezuela, wo in völlig anderer Weise an die gewaltsame Eroberung und Plünderung des Landes durch die Welser im kolonialen 16. Jahrhundert erinnert wird. Der für ein Augsburger Publikum mit deutschen Untertiteln versehene Film „Mamparo“ vermittle einige Perspektiven aus der venezolanischen Stadt Coro, ehemals „Neu Augsburg“ in sehr anschaulicher Weise, so Pauls. Sie betonte auch die Notwendigkeit weiterer Vernetzung mit venezolanischen Akteuren und ihrer lokalen Rezeption in Augsburg.

Die insgesamt 16 wissenschaftlichen Beiträge der Teilnehmenden des Vernetzungsworkshops waren allesamt auf das Thema Konflikte ausgerichtet. Theorien und Methoden der Konfliktanalyse oder ihre Behandlung im Kontext der Lehre waren ebenso Themen der Workshop-Panels wie Konflikte im Zusammenhang sozialer Protestbewegungen, von Staatszerfall oder bei Differenzen in der Geschichtsschreibung. Die jeweils interdisziplinär zusammengesetzten Panels - beteiligt waren Forschende der Geographie, Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Regionalstudien, Sozialen Arbeit, Sozialpsychologie, Soziologie, Technikfolgenforschung und Theologie - produzierten viel Diskussionsbedarf und zugleich reichhaltige Anregungen, die jeweiligen Konflikte in disziplinär unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.

Das „Bayerische Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang" ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für vier Jahre gefördertes Regionalcluster der Friedens- und Konfliktforschung. Seit April 2022 bringt der Verbund Wissenschaftlerinnen der Universitäten Augsburg, Bayreuth und Erlangen-Nürnberg sowie des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ) zusammen, die ihre Forschung vernetzen sowie die Friedens- und Konfliktforschung in Bayern stärken und strukturell weiter verankern. Hierzu macht er auch Vernetzungsangebote für alle Wissenschaftlerinnen, die in Bayern Friedens- und Konfliktforschung betreiben.

Die inhaltliche Klammer des interdisziplinären Forschungsverbunds mit insgesamt acht sozial- und geschichtswissenschaftlichen Einzelprojekten sind „Deutungskämpfe im Übergang“ ( conflicts.meanings.transitions), also gesellschaftspolitische Konflikte um Deutungen, die besonders am Ende einer Gewaltherrschaft, beim Übergang vom Krieg zum Frieden oder im Zuge der Neubewertung gewaltvoller Vergangenheiten stattfinden. Deren Verlauf und Ergebnisse sind – so die im Verbund geteilte Ausgangsannahme – von großer Bedeutung für den aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Frieden. Im Fokus stehen verschiedene thematische Schwerpunkte wie „Deutungskämpfe um Friedensstrategien nicht-staatlicher Akteur*innen“, „Deutungskämpfe um Gewalt“ sowie „Deutungskämpfe um universale Rechte und Diversität“.

10.02.2023
Bild zu Publikumsgespräch mit Nicki K. Weber zu „Der Drache“ am Staatstheater

Publikumsgespräch mit Nicki K. Weber zu „Der Drache“ am Staatstheater

Nach dem Theaterstück „Der Drache“ am 24. Januar auf der Augsburger Brechtbühne wirkt neben der Dramaturgin Sabeth Braun auch Nicki K. Weber vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung am Publikumsgespräch mit.

Das Publikumsgespräch mit Nicki K. Weber und der Dramaturgin Sabeth Braun findet am Dienstag, 24. Januar im Anschluss an die Aufführung des Theaterstücks „Der Drache“ auf der Augsburger Brechtbühne im Gaswerk statt.

Die 1943 geschriebene Märchenkomödie „Der Drache“ von Jewgeni Lwowitsch Schwarz (1896-1958) ist ein zeitkritisches Gleichnis auf Diktatur und Untertanengeist. Als Kritik am politischen System der sozialistischen Sowjetrepubliken verstanden, wurde es nach seinem Erscheinen jahrelang verboten. Die Umsetzung des Regisseurs Andreas Merz-Raykov stellt Bezüge zu verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Machtverhältnissen der Vergangenheit, aber auch der Gegenwart, her, auf die im Publikumsgespräch näher eingegangen wird.

Unter dem Schlagwort „Theorie & Praxis“ bietet das Staatstheater Augsburg theaterpädagogische Zusatzveranstaltungen an, die den klassischen Theaterbesuch ergänzend begleiten.

18.01.2023
Bild zu Rückschau: „(Selbst-)Reflexion angesichts gesellschaftlicher Umbrüche“, Tagungsbericht erschienen

Rückschau: „(Selbst-)Reflexion angesichts gesellschaftlicher Umbrüche“, Tagungsbericht erschienen

Zur Augsburger Tagung „Reflexive Ansätze gesellschaftspolitischer Konfliktbearbeitung“ im September 2021 ist in Heft 3/2022 der Zeitschrift „Wissenschaft und Frieden“ ein Tagungsbericht von Christina Pauls, Marius Thomay und Nicki K. Weber erschienen.

Der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung veranstaltete am 17. - 19. September 2021 in Kooperation mit dem Jakob-Fugger-Zentrum der Universität Augsburg eine international besetzte Tagung, die der Reflexion von Normativität, Positionalität und Parteilichkeit der Friedens- und Konfliktforschung angesichts gesellschaftlicher Umbrüche diente. Unter der Themenstellung „Reflexive Ansätze gesellschaftspolitischer Konfliktbearbeitung“ versammelten sich disziplinär unterschiedliche Beiträge zur Friedens- und Konfliktforschung, die aktuelle Herausforderungen gesellschaftspolitischer Konfliktbearbeitung konkret anhand laufender Forschungsprojekte aus verschiedenen Blickwinkeln betrachteten. Die Lehrstuhlmitarbeitenden Christina Pauls, Marius Thomay und Nicki K. Weber haben zu dieser Tagung einen ausführlichen Bericht verfasst, in dem sie die präsentierten Beiträge inhaltlich Revue passieren lassen und weiterführende Zusammenhänge herstellen. In der Rückschau und Zusammenfassung der Beiträge trat auch der Wert des intensiven, interdisziplinären Austausches für die Friedens- und Konfliktforschung zu Tage.

Der Tagungsbericht ist unter folgendem Link verfügbar (unterer Bereich der Website): https://wissenschaft-und-frieden.de/artikel/kongresse-und-tagungen-3/

12.01.2023
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Botschaft der Friedenstaube

Zum Jahreswechsel reflektieren Christoph Weller und Christina Pauls die Botschaft der Friedenstaube im Kontext historischer Deutungskämpfe um Frieden und stellen Bezüge zu aktuellen Entwicklungen und Projekten her.

Die Friedenstaube gehört zweifellos zu den Friedenssymbolen, die das 20. Jahrhundert maßgeblich geprägt haben. Bis heute ist die Friedenstaube ein Zeichen für das Engagement gegen Krieg und Gewalt. Diese Bedeutung besitzt verschiedene Quellen, u.a. auch die Auflassung von Tauben bei der Eröffnung Olympischer Spiele als Zeichen des Friedens. Aber entscheidend für die mit der Friedenstaube kommunizierte Botschaft war der spanische Künstler Pablo Picasso (1881-1973). Er hatte 1937 sein berühmt gewordenes Anti-Kriegs-Bild „Guernica“ geschaffen in Reaktion auf die Bombardierung der spanischen Zivilbevölkerung durch die Luftwaffe des nationalsozialistischen Deutschland in der genannten spanischen Stadt. Im Jahr 1949 besuchte ihn dann der Dichter und Friedensaktivist Louis Aragon, um für die Gestaltung des Plakats zum ersten Weltfriedenskongress in Paris eine Inspiration zu finden. In diesem Zusammenhang entstanden Picassos aus nur wenigen Linien gestalteten Friedenstauben, die im Anschluss die weitere bildliche Gestaltung von Friedenstauben prägten und so zum Symbol der antimilitaristischen Friedensbewegungen wurden. Auch Picasso kreierte für die folgenden Jahre immer wieder neue Interpretationen der Friedenstaube für den Weltfriedenskongress. Der Weltfriedenskongress war eine antimilitaristische und antiimperialistische Initiative, die von der Komintern, einem überstaatlichen Bündnis verschiedener kommunistischer Parteien, initiiert worden war. Im Kontext des Kalten Krieges zwischen der UdSSR und den USA war die kommunistische Ausrichtung des Weltfriedenskongresses Bestandteil der ideologischen Konfrontation zwischen West und Ost, denn „Frieden“ war auf östlicher wie auf westlicher Seite ein wichtiges Legitimations-Narrativ der jeweiligen Sicherheitspolitik. Als politischer Begriff ist „Frieden“ immer umstritten – und damit auch die Botschaft der Friedenstaube.

Sich mit solchen Deutungskämpfen, gerade um Frieden oder um die dominierenden Narrative in Konflikten zu beschäftigen, ist Teil der Friedens- und Konfliktforschung und einer der Schwerpunkte am Augsburger Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung. „Deutungskämpfe im Übergang“ ist auch das Thema des Bayerischen Forschungsverbunds für Friedens- und Konfliktforschung, der in diesem Jahr mit finanzieller Unterstützung des BMBF seine Arbeit aufgenommen hat.

Diese Forschung steht in besonderer Weise im Kontext multipler Krisen wie der zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen, der Klimakrise und wachsender globaler Ungleichheit. Dabei wird der Streit um Frieden in der internationalen Politik, aber auch in den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen in Deutschland und in der Friedensstadt Augsburg unter ganz verschiedenen Vorzeichen fortgeführt. An der Universität Augsburg hat die Gruppe „End Fossil“ neben Klimaneutralität auch Antimilitarismus in ihren Forderungskatalog aufgenommen und damit ganz pointiert die Debatte um den Frieden in unsere Universität hineingetragen – Anlass, sich in der kommenden Zeit gemäß dem Universitäts-Motto „Scientia et Conscientia“ auch wieder dem Frieden intensiviert zuzuwenden.

12.01.2023

Workshop in Augsburg: Interdisziplinäre Vernetzung der Friedens- und Konfliktforschung in Bayern

Am 2. und 3. Februar 2023 treffen sich in Augsburg 25 Wissenschaftler*innen für den intensiven Austausch über bestehende Forschungsschwerpunkte und Kooperationsmöglichkeiten, um die Friedens- und Konfliktforschung in Bayern weiter zu stärken.

Die Teilnehmer*innen, die aus rund zehn verschiedenen Fachdisziplinen und von genauso vielen Hochschulen oder Forschungsinstituten aus ganz Bayern stammen, werden vom BMBF-Forschungsverbund „ Deutungskämpfe im Übergang“ eingeladen, um die Vernetzung im Forschungsfeld weiter voranzutreiben. Bei diesem ersten Vernetzungs-Workshop geht es thematisch darum, die in Bayern vorliegende Konfliktexpertise zu bündeln sowie aktuelle Beiträge interdisziplinärer Friedens- und Konfliktforschung zu diskutieren, die sich gegenwärtigen gesellschaftspolitischen und konflikttheoretischen Herausforderungen annehmen ( Call for Papers zum Download ).

Der Workshop ist Teil des Verbundprogramms „ Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung“ (BZeFK) und wird vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg (Prof. Dr. Christoph Weller) organisiert. Er knüpft auch an die bereits im Oktober 2021 bei einer Veranstaltung im Bayerischen Landtag begonnene Vernetzung im Rahmen der Bayerischen Initiative für Friedens- und Konfliktforschung an.

23.12.2022

Neuerscheinung: Sammelband "Postkoloniale Staatsverständnisse"

Christina Pauls und Nicki Weber (Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung) haben gemeinsam mit Dr. Martin Oppelt den jetzt erschienenen Sammelband Postkoloniale Staatsverständnisse (Nomos-Verlag) herausgegeben.

Oppelt, Martin/Pauls, Christina/Weber, Nicki (Hrsg:) Postkoloniale Staatsverständnisse, Baden-Baden: Nomos 2022.

Der jüngst erschienene Band Postkoloniale Staatsverständnisse setzt sich kritisch mit konventionellen Verständnissen des modernen Staates auseinander. Nach einem Prolog von Achille Mbembe zum gegenwärtigen Eurozentrismus versammelt der erste Teil Überlegungen zu Staat und Postkolonie im engeren Sinn. Hier geht es um Kritik an und Widerstände gegen „klassische“ Vorstellungen moderner Staatlichkeit und die ihnen eingeschriebene eurozentristische Perspektive.

Die Beiträge des zweiten Teils versuchen territoriale, wie epistemische Gebundenheiten moderner Staatlichkeit aufzubrechen, indem sowohl die Verwobenheit von Staat und Postkolonie offengelegt als auch die die Grenzen von staatszentriertem Denken für postkoloniale Politik in den Blick genommen werden.

Der Band enthält Beiträge von Fatim Selina Diaby, Dilek Divan, Timo Dorsch, Simon Faets, Paul*A Helfritzsch, Gesche Jeromin, Ryo Kuboyama, Börries Nehe, Julian Prugger, Gustavo Robles, Dshamilja Roshani, Valerian Thielicke und Messan Tossa.

20.12.2022

Christoph Weller: Deutungskämpfe der Zeitenwende

Bei der Tagung „Repräsentationen von (Un)Sicherheit - Objekte, Bilder und Orte“ der DVPW-Arbeitskreise „Kritische Sicherheitsstudien“ und „Soziologie der internationalen Beziehungen" präsentierte Prof. Weller in Hamburg sein Paper zu den aktuellen Konflikten und Diskursen um die „Zeitenwende“.

Es war voraussetzungsreich, dass der Bundeskanzler innerhalb kürzester Zeit die Deutungshoheit über den Begriff „Zeitenwende“ gewinnen konnte und mit dem Begriff inzwischen eine grundlegende Neuausrichtung deutschen Sicherheitspolitik verbunden und legitimiert wird. Mithilfe einer Deutungskämpfe-Perspektive lässt sich zeigen, wie in diesem Fall politische Entscheidungen mit einem machtvollen Deutungswandel verbunden und dadurch der öffentlichen Debatte weitgehend entzogen wurden: Wer eine Zeitenwende ausruft, erscheint nicht als politischer Entscheider, sondern als Versprachlicher des Gangs der Geschichte und politischer Umsetzer historischer Notwendigkeiten. Die herausfordernde Konfliktkonstellation des Deutungskampfes, in dem nicht nur differierende Deutungen aufeinander treffen, sondern in dem zunächst die Wahrheit zur Deutung gemacht wird, scheint für die deutsche Sicherheitspolitik vertagt.

08.12.2022

Neuerscheinung: Richard Bösch: Observing conflict escalation in world society

In seiner jetzt Open Access erschienenen Dissertation zeigt Richard Bösch, wie sich mithilfe einer systemtheoretischen Analyse die Eskalationsprozesse in weltgesellschaftlichen Konflikten, u.a. in der Ukraine 2013-2014, besser verstehen lassen.

Bösch, Richard: Observing Conflict Escalation in World Society, Augsburg: Universität Augsburg, Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät, Open Acces

Abstract:

How do conflicts escalate? This is one of the major and overarching questions in conflict research. The present study makes a contribution in order to offer further answers to this question. Therefore, it has a tripartite agenda: First, it develops an empirical research strategy including a contructivist methodology for the study of conflict escalation. This strategy is embedded in a Luhmannian systems theoretical world society perspective; argues that conflicts can be understood as social systems in their own right; looks at the process of conflict escalation by analysing communication; follows a reconstructive approach informed by grounded theory and the documentary method. Second, to probe the plausibility of the approach, this study analyses two processes of conflict escalation prior to violent conflict within the framework of two systematic case studies (Maidan protests/Ukraine 2013-2014; Mali’s crisis/2010-2012). Third, on the basis of the case study insights gained and the experiences made with the empirical research strategy developed here, the present work gives some impulses and ideas on how this kind of systems theoretical research can further on be beneficial for Peace and Conflict Studies and conflict analysis in general.

07.12.2022

Der Ukrainekrieg – Ursachen, Folgen und Aussichten. Vortrag und Diskussion

Am Dienstag, 29.11. um 19:30 Uhr im Augustanasaal/Annahof bietet der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung gemeinsam mit Augsburger Kooperationspartnern eine weitere Veranstaltung zum Krieg in der Ukraine an: mit Andreas Zumach, Journalist und Buchautor.

Mit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine wurden unzählige Menschen getötet, unendliches Leid und Zerstörung angerichtet und Millionen Menschen zu Flüchtlingen. Die politischen Verhältnisse in Europa sind grundlegend verändert. Was sind die Ursachen dieses Krieges? Welche Interessen verbinden Russland, die Ukraine, USA und EU mit dem Krieg? Welche militärischen und wirtschaftlichen Folgen hat der Krieg? Wäre der Krieg zu verhindern gewesen und wie kann eine Nachkriegsordnung in Europa aussehen?

Andreas Zumach ist freier Journalist und Buchautor und war von 1988 bis 2020 UNO-Korrespondent mit Sitz in Genf für die Berliner „tageszeitung“ (taz) und andere Zeitungen sowie für Rundfunksender. Seine Themen sind internationale Konflikte, Sicherheitspolitik, Rüstungskontrolle, Welthandelspolitik sowie UNO, NATO und andere multilaterale Institutionen. Er hat sich als exzellenter Kenner der Materie einen Namen gemacht.

23.11.2022

Friedensforschung, Friedensbildung und (De-)Kolonialität

Abschluss der von der Deutschen Stiftung Friedensforschung geförderten Workshops zu post- und dekolonialer Friedensforschung und -bildung.

Im Juli 2022 fand an der Universität Klagenfurt ein Präsenz-Workshop zu den Herausforderungen und Chancen post- und dekolonialer Zugänge zur Friedensbildung und verwandten politischen Pädagogiken statt. Vom dortigen Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung initiiert (Claudia Brunner, Viktorija Ratković, Daniela Lehner) und gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg durchgeführt (Christoph Weller, Christina Pauls), wurden nicht nur spannende Forschungsprojekte, sondern auch geteilte Herausforderungen einer solchen Perspektive in kooperativ-kritischer Atmosphäre diskutiert. Aufbauen konnte das dreitägige Treffen auf einem zweitägigen Online-Workshop im Oktober 2021 ebenso wie auf einen allerersten Workshop zu post- und dekolonialen Perspektiven in der Friedensforschung in Wien 2016. Alle drei Begegnungen unterstützen die kollegiale Vernetzung vor allem von Nachwuchswissenschaftler*innen, deren Arbeiten das Feld der Friedensforschung und Friedensbildung bereits jetzt beleben und dies hoffentlich auch in Zukunft noch tun werden!

  • Gefördert von der Deutschen Stiftung Friedensforschung -
17.11.2022
Bild zu Neuerscheinung: Diskussion zum Planetarischen Politischen Denken

Neuerscheinung: Diskussion zum Planetarischen Politischen Denken

Christina Pauls und Nicki Weber haben gemeinsam mit Martin Oppelt eine entsprechende Debatte mit sehr renommierten Kolleg*innen (Dipesh Chakrabarty, Breny Mendoza, Claus Leggewie, Ninawa Inu Huni Kui u.A.) herausgegeben, erschienen in der Politischen Vierteljahresschrift (PVS).

Der Ruf nach einem planetarischen Denken wird angesichts der Klimakrise zunehmend drängender und überlagert alle Themen der Friedens- und Konfliktforschung. Eine planetarische Perspektive birgt aber die Gefahr, dass Verantwortung und Betroffenheit auf die homogenisierende Kategorie der ‘Menschheit’ verkürzt werden. Wie also lässt sich das Planetarische angesichts globaler und epistemischer Ungleichheiten politisch denken?

Die Lehrstuhlmitarbeitenden Nicki Weber und Christina Pauls haben gemeinsam mit Dr. Martin Oppelt eine Diskussion in der Politischen Vierteljahreszeitschrift herausgegeben, die politikwissenschaftliche Perspektiven des Planetarischen bündelt. Dabei diskutieren Dipesh Chakrabarty, Professor für Geschichte an der Universität von Chicago, Miranda Schreurs, Professorin für Umwelt- und Klimapolitik an der Technischen Universität München, Breny Mendoza, Professorin am Fachbereich Gender and Women’s Studies an der California State University in Northridge, Frederic Hanusch, Claus Leggewie, Liza Bauer, Claudia Hartl und Clemens Finkelstein vom Panel on Planetary Thinking an der Justus-Liebig-Universität Gießen, sowie Ninawa, Chief des indigenen Volkes der Huni Kui, Präsident der Huni-Kui-Föderation des brasilianischen Bundesstaats Acre sowie Wall International Indigenous Scholar an der Universität von British Columbia.

Der Debattenbeitrag ist open access verfügbar unter https://link.springer.com/article/10.1007/s11615-022-00433-3 .

15.11.2022

Neuerscheinung: Wege aus dem Krieg in der Ukraine: Szenarien - Chancen - Risiken

„Hindernisse der Verständigung - Schwarz-Weiß-Bilder des Kriegs in der Ukraine“ thematisiert der Open-Access-Beitrag von Christoph Weller in der genannten Veröffentlichung der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST)

Ines-Jacqueline Werkner, Lotta Mayer und Madlen Krüger sind die Herausgeberinnen des aktuellen Bandes in der Reihe „FEST kompakt - Analysen - Stellungnahmen - Perspektiven“, der bei heiBOOKS in Heidelberg erschienen ist, unter der Creative Commons Lizenz 4.0 veröffentlicht wurde und zum Download bereitsteht unter:

https://doi.org/10.11588/heibooks.1129.c15631

Ausgehend von sechs Szenarien, die verschiedene Formen und Wege der Beendigung des Krieges in der Ukraine skizzieren, diskutieren die Autorinnen und Autoren dieses Bandes deren jeweilige Chancen und Risiken. Verhandelt werden zentrale Fragen von Sieg, Niederlage und Verhandlungsfrieden. Die verschiedenen Szenarien werden völkerrechtlich sowie in friedens- und rechtsethischer Perspektive reflektiert. Zudem richtet sich der Blick auf die gesellschaftliche Dimension des Krieges. Dieser reicht von Einblicken in die russische Zivilgesellschaft über die Rolle der Kirchen im Kriegsgebiet bis hin zu friedenspolitischen Fragen einer künftigen Annäherung und Verständigung.

Zitierempfehlung des Kapitels:

Weller, Christoph: Hindernisse der Verständigung – Schwarz-Weiß-Bilder des Kriegs in der Ukraine, in: Werkner, Ines-Jacqueline, Mayer, Lotta und Krüger, Madlen (Hrsg.): Wege aus dem Krieg in der Ukraine: Szenarien - Chancen - Risiken , Heidelberg: heiBOOKS, 2022 (FEST kompakt – Analysen – Stellungnahmen – Perspektiven , Band 5), p. 103-115.

07.11.2022

Entwicklung der Friedens- und Konfliktforschung im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Politik

Vortrag (auch Online) von Prof. Christoph Weller am Montag, 21. November 2022 um 18:30 Uhr im Rahmen der Ringvorlesung zur Friedens- und Konfliktforschung des studium generale der Universität Ulm, Gebäude O25, H2

Der Beginn der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Frieden lässt sich auf das Ende des Ersten Weltkriegs datieren. Dem folgte in Deutschland, insbesondere seit den 1960er Jahren, eine sehr wechselvolle Geschichte, weil sich die Friedens- und Konfliktforschung im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichen Ansprüchen, interdisziplinären Herausforderungen, selbst gesetzten Zielen und politischen Erwartungen immer wieder neue Wege suchen musste. Was folgt vor diesem Hintergrund für den Umgang mit aktuellen Kriegen?

7.11.: Frieden schaffen - aber wie? Friedensstrategien im Lichte des Krieges gegen die Ukraine (Dr. Matthias Dembinski)

14.11.: Besser als ihr Ruf? - Zur Ambivalenz von Religionen in bewaffneten Konflikten (Prof. Dr. Andreas Hasenclever)

02.11.2022

Podiumsdiskussion des BMBF-Forschungsverbunds zum russischen Krieg gegen die Ukraine

Am 10. November um 18 Uhr im Institut für Zeitgeschichte in München veranstaltet der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsverbund „Deutungskämpfe im Übergang“ eine öffentliche Podiumsdiskussion.

Unter dem Titel „ Der russische Krieg gegen die Ukraine: Was bleibt vom ‚Pazifismus‘ der Bundesrepublik “ lädt der BMBF-Forschungsverbund „ Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“ für 10. November um 18 Uhr ins Institut für Zeitgeschichte in München ein zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion zum russischen Krieg gegen die Ukraine. Nach einer Einführung von PD Dr. Florian Kühn (Universität Bayreuth) diskutieren unter der Moderation von Prof. Dr. Andreas Wirsching (Institut für Zeitgeschichte München-Berlin) die Historiker*innen Dr. Corinna Hauswedell (Bonn International Center for Conflict Studies), Prof. Dr. Martin Schulze Wessel (Ludwig-Maximilians-Universität München) und Prof. Dr. Dietmar Süß (Universität Augsburg).

Welche Auswirkungen hat der Ukraine-Krieg auf pazifistische Vorstellungen in der Bundesrepublik Deutschland? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Veranstaltung, an der Vertreterinnen und Vertreter der Geschichtswissenschaft sowie der Friedens- und Konfliktforschung teilnehmen. Damit verbunden sollen Chancen und Grenzen einer Außenpolitik erortert werden, die an Abrustung und nichtmilitarischer Konfliktlosung orientiert ist. Kann uber soziale, kulturelle und okonomische Verflechtungen der Frieden gesichert werden?

28.10.2022

Prof. Weller in der Bayerischen Staatszeitung: "Die Gefahr gewaltsamer Konfliktaustragung steigt"

Im Interview mit der Staatszeitung erklärte Prof. Christoph Weller: „Zum Verständnis von Krieg, Konflikteskalation und -deeskalation ist es wichtig, die Austragungsform eines Konflikts von seinem Gegenstand, also worüber Uneinigkeit herrscht, zu unterscheiden."

BSZ: Herr Weller, hat Sie als Friedens- und Konfliktforscher der russische Angriffskrieg auf die Ukraine überrascht?
Christoph Weller: Ja. Aber die Eskalation politischer Konflikte folgt ja keinem bekannten Drehbuch, sondern sozialen Eigendynamiken und nichtvorhersehbaren politischen Entscheidungen. Daraus folgen ständig Überraschungen im Konfliktgeschehen und ernsthafte Prognosen sind unmöglich. Aus Sicht der Friedens- und Konfliktforschung gibt es Tausende von Konflikten auf der Welt, die in der Gefahr stehen, gewaltsam zu eskalieren.

Weiterlesen: https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/politik/detailansicht-politik/artikel/die-gefahr-gewaltsamer-konfliktaustragung-steigt.html#topPosition

26.10.2022

KomPa beim Deutschen Präventionstag am 4./5.10. in Hannover

Das Forschungsprojekt „Kommunale Konfliktberatung und Partizipative Konfliktforschung“ (KomPa) des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung gemeinsam mit dem forumZFD wird im Rahmen zweier Poster-Sessions beim DPT präsentiert.

Dr. Michaela Zöhrer und Prof. Christoph Weller stellen das gemeinsam mit dem Programmbereich „Kommunale Konfliktberatung“ (KKB) des Forum Ziviler Friedensdienst e.V. (forumZFD) seit 2021 durchgeführte Partizipative Forschungsprojekt KomPa am 4. und 5. Oktober beim Deutschen Präventionstag (DPT) in Hannover vor. Schwerpunkte der Vorstellung des Projekts, das sich mit den Funktionsweisen von Kommunaler Konfliktberatung beschäftigt, sind die Methodologie Partizipativer Konfliktforschung, der partizipative, von Wissenschaftlerinnen und Praktikerinnen gemeinsam verantwortete und gestaltete Forschungsprozess sowie dessen Kern, die Praxis der Dialogischen Erkenntniskultivierung, die sich beim gemeinsamen Forschen in diesem Projekt herausgebildet und bewährt hat. Vonseiten der Augsburger Friedens- und Konfliktforschung wird bei diesem Projekt das Ziel verfolgt, eine bedarfsorientierte und praxisrelevante Fragestellung mit wissenschaftlichen Methoden gemeinsam mit Praktiker*innen zu bearbeiten, um auf diese Weise Kommunale Konfliktberatung besser zu verstehen und zu deren Weiterentwicklung in der Praxis beizutragen.

04.10.2022

www.konfliktexpertise.de - Trialogischer Transfer-Workshop in Augsburg, 29./30.9.2022

Zweiter Workshop zum trialogischen Transfer von Konflikt-Expertise zwischen Praxis, Beratung und Wissenschaft, durchgeführt vom Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung und dem Büro für Kommunale Prävention der Stadt Augsburg.

Für 29. und 30. September 2022 laden der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg und das Büro für Kommunale Prävention der Stadt Augsburg Praktikerinnen kommunaler Konfliktbearbeitung, Beraterinnen im Bereich kommunaler Konflikte und Wissenschaftlerinnen der Konfliktforschung zu einem Workshop nach Augsburg ein. Ziel ist der intensivierte Austausch über die jeweils unterschiedliche Expertise zu Konfliktbearbeitung in Kommunen und die weitere Vernetzung. Expertinnen aus den drei Bereichen Konfliktforschung, Konfliktberatung und Konfliktbearbeitungspraxis tragen ihre Expertise zusammen und bringen ihre Erfahrungen, ihre Kompetenzen und ihr Wissen in einen trialogischen Austausch. Dem dient auch die Website www.konfliktexpertise.de

Dieses innovative Transferprojekt erhält finanzielle Förderung durch „WiR - Wissenstransfer Region Augsburg“.

26.09.2022

„Ich sehe was, was Du (nicht) siehst …“ im Fugger und Welser Erlebnismuseum

Am Freitag, 16.09. ab 19:00 Uhr präsentiert u.a. Nicki K. Weber (Universität Augsburg) seinen Blick auf das Museum bei der Museumsnacht des Fugger und Welser Erlebnismuseums.

Unter dem Titel „Ich sehe was, was du (noch) nicht siehst...“ stellt das Fugger und Welser Erlebnismuseum auf der diesjährigen Museumsnacht ihre überarbeitete Dauerausstellung vor, mit der zuvor nicht sichtbare Facetten der kolonialen Vergangenheit der Handelsfamilien Fugger und Welser beleuchtet werden sollen.

Bei der Museumsnacht wird auch das „Projekt SIEBEN – Ein Museum, sieben Perspektiven“ erstmalig gezeigt. In Zusammenarbeit mit Bluespots Productions erzählen sieben unterschiedliche Stimmen in Audiostationen, wie sie die Geschichte der Handelsfamilien sowie das Erlebnismuseum sehen. Am Freitag, 16.09. ab 19:00 Uhr werden diese Beiträge von den Autor*innen persönlich vorgetragen. Dabei stehen drei Fragen im Mittelpunkt: „Wer siebt die Fakten aus? Wer bestimmt die Sprache und damit die Wahrnehmung? Und was wird wohl in den kommenden sieben Jahren unsere Wahrnehmung erschüttern?“ Eine Perspektive im Projekt wird von Nicki K. Weber, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, eingebracht.

Der Eintritt zur Museumsnacht ist kostenfrei. Mehr Informationen zur Anmeldung und das Programm sind auf der Website des Museums verfügbar.

Der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung hat sich im Sommersemester 2022 in seinem Transferprojekt „Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt“ intensiv mit dem postkoloniale Erbe Augsburgs auseinandergesetzt.

13.09.2022
Bild zu Das postkoloniale Erbe Augsburgs - Transferprojekt der Friedens- und Konfliktforschung

Das postkoloniale Erbe Augsburgs - Transferprojekt der Friedens- und Konfliktforschung

Wie kann die Friedensstadt eine postkoloniale Erinnerungskultur entwickeln? Diese Frage stand im Zentrum zahlreicher Veranstaltungen des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung im Sommersemester 2022.

Nicht nur in Deutschland und nicht seit der Protestbewegung „Black Lives Matter“ wurden zuletzt Forderungen nach einer Dekolonisierung des öffentlichen Raumes – z.B. in der Auseinandersetzung mit Straßennamen und Denkmälern – sowie nach Aufarbeitung kolonialer Stadtgeschichten lauter. Es geht dabei um ein Bewusstsein für die Kontinuität kolonialer Praktiken und Beziehungsmuster sowie die Problematisierung von daraus abgeleiteten und als allgemein gültig verstandenen Narrationen, welche eine Vielzahl und Vielfalt an alternativen Perspektiven bis heute verdrängen.

Mit dem Transferprojekt Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt Augsburg wollten Mitarbeitende des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung in enger Kooperation mit lokalen Aktivist*innen an diese Dynamiken anknüpfen, um den schon länger geführten Diskurs über Augsburgs koloniale Vergangenheit aktiv weiter zu führen.

Die Stadt Augsburg, die sich in Bezugnahme den Augsburger Religionsfrieden von 1555 als ‚Friedensstadt‘ versteht, trägt in vielerlei Hinsicht eine besondere Verantwortung für eine angemessene postkoloniale Erinnerungskultur. Denn nur wenige Jahre bevor der Augsburger Religionsfrieden die friedliche Koexistenz zweier Konfessionen festschrieb, waren die einflussreichen Handelsfamilien der Fugger und Welser aktiv in die Ausbeutung, Unterwerfung und Besiedlung der Amerikas involviert. Auseinandersetzungen mit dem kolonialen Erbe der Stadt sind aber herausfordernd, weil die konkreten Umstände dieser kolonialen Begegnungen und Verhältnisse sowohl auf räumlicher als auch auf zeitlicher Ebene weit weg erscheinen. Das Transferprojekt Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt hatte zum Ziel, diese Verhältnisse im Rahmen von diversen Veranstaltungsformaten zu vergegenwärtigen und für das städtische Selbstverständnis bearbeitbar machen.

Bei der Augsburger Langen Nacht der Wissenschaft 2022 wurden die gesammelten Spuren in Form einer Broschüre der Stadtöffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Broschüre kann hier heruntergeladen werden.

In der Beilage in der Augsburger Allgemeinen „ Wissenschaft und Forschung in Augsburg“ (Ausgabe 19 – Sommer 2022) wird auch auf das Projekt aufmerksam gemacht.

Das Projekt ist Teil eines größeren Forschungsschwerpunktbereichs des Lehrstuhls zu Deutungskämpfen, das in den kommenden Jahren intensiv verfolgt wird. So wird bereits am 24.11. Prof. Dr. Aram Ziai, Leiter des Fachgebiets Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien der Universität Kassel, für eine Veranstaltung nach Augsburg kommen. Sie wird zeitnah angekündigt werden.

Weitere Informationen zum Projekt, sowie eine ausführliche Dokumentation der Veranstaltungen, finden Sie auf https://www.postkoloniale-friedensstadt.de

09.08.2022

Peace Summer School: das Verhältnis von Zusammenhalt und Konflikt

Vom 29.- 31.07.2022 wird das Thema des Friedensfestes aufgegriffen und aus Perspektive der Friedens- und Konfliktforschung beleuchtet und dabei ein Schwerpunkt auf unser Zusammenleben, unsere Identitäten und Emotionen gelegt.

Die Peace Summer School 2022 greift das diesjährige Thema des Augsburger Friedensfests „Zusammenhalt“ auf und setzt sich mit seinem Verhältnis zu Konflikten auseinander. Kon­flikte gehören zum alltäglichen Leben und sind Bestandteil zwischenmenschlicher sowie gesellschaftlicher Interaktionen und Beziehungen. Sie können für Zusammenhalt in Politik und Gesellschaft eine entscheidende Rolle spielen.

Wann entsteht aus Konflikten Zusammenhalt und wann führt Zusammenhalt zu Konflikten? Wo zeigt sich dieses Verhältnis in unserem Zusammenleben, unseren Identitäten und Emotionen?

Der ASKA e.V. (Alumni und Studierende der Konfliktforschung Augsburg) bietet einen Raum, sich diesen Fragen in unter­schiedlichen Formaten anzunähern und aus verschiedenen Perspektiven das Verhältnis zwischen Zusammenhalt und Konflikt zu betrachten. Die dreitägige Veranstaltung umfasst eine interaktive Podiumsdiskussion und drei Workshops zu den Themenfeldern „Zusammenleben“, „Identität(en)“ und „Emotio­nen“. Gerahmt wird das Programm durch eine interaktive Ent­deckungstour, ein gemeinsames Abendessen und einem Brunch sowie einem kleinen Konzert.

Es diskutieren am 29. Juli: Dr. Hendrik Hegemann (ISFH Hamburg), Prof. Dr. Christoph Weller (Inhaber des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung) und Hande Abay Gaspar, M.A. (Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt), Moderation: Nora Schröder, M.A. (Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung)

Workshops mit: Dr. Nils Zurawski (For­schungsstelle strategische Polizeiforschung an der Akademie der Polizei Hamburg), Dr. Gal Harmat (Kibbutzim Teachers College in Tel Aviv) und Dr. Robin Kurilla (Universität Duisburg-Essen)

Veranstalterin sind der ASKA – Verein der Ehemaligen, Fördernden,
Freund
innen und Studierenden der Konfliktforschung an der Universität
Augsburg e. V. in Kooperation mit der Petra Kelly Stiftung, dem Lehrstuhl
für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität
Augsburg, dem Integrationsbeirat, dem Büro für gesellschaftliche
Integration und dem Friedensbüro der Stadt Augsburg. Gesponsert durch die
Bürgerstiftung Augsburg – Beherzte Menschen.

26.07.2022

Neuerscheinung: „Forschungen für Frieden. Perspektiven sozialwissenschaftlicher Konfliktforschung“

Wer Frieden (verstehen) will, muss auch Konflikte erforschen - Sammelband, herausgegeben von Rebecca Gulowski und Michaela Zöhrer zu Ehren von Christoph Weller

Die Beiträge des Bandes widmen sich theoretischen Positionen und Anwendungsfeldern sozialwissenschaftlicher Konfliktforschung sowie der kritischen Selbstreflexion der deutschsprachigen Friedens- und Konfliktforschung in Forschung und Lehre. Sie loten verschiedene (begriffs‑)konzeptionelle Zugänge und Perspektiven der Friedens- und Konfliktforschung aus, richten den Blick auf konkrete Anwendungsfelder sozialwissenschaftlicher Konfliktforschung und reflektieren Geschichte und Gegenwart der Friedens- und Konfliktforschung als interdisziplinäres Forschungsfeld, als Forschungsgemeinschaft, Lehr- und Lernfeld.

Mit Beiträgen von

Andreas Bock, Jule Bode, Stefan Böschen, Thorsten Bonacker, Claudia Brunner, Wolfgang Dietrich, Rebecca Gulowski, Sabine Jaberg, Christian Kaunert, Thomas Nielebock, Christina Pauls, Charlotte Rungius, Stephan Stetter, Nicki K. Weber, Ori Wertmann und Michaela Zöhrer.

Literaturangabe

Gulowski, Rebecca/Zöhrer, Michaela (Hrsg.): Forschungen für Frieden. Perspektiven sozialwissenschaftlicher Konfliktforschung. Baden-Baden: Nomos 2022.

25.07.2022

Sicherheit neu denken. Informationen, Fragen und Diskussion

Das Szenario "Sicherheit neu denken: Von der militärischen zur zivilen Sicherheitspolitik“ wird am 27.7. im Annahof von Projektkoordinator Ralf Becker vorgestellt, auf dem Podium kritisch befragt und dann mit dem Publikum diskutiert.

Der Krieg in der Ukraine verdeutlicht die großen Herausforderungen für den künfitgen Frieden in Europa. Welche Optionen stehen zur Verfügung? Ist die Erhöhung der Militärbudgets, die Lieferung von Waffen in Spannungsgebiete und eine militärisch dominierte Sicherheitspolitik der beste Weg oder gibt es dazu Alternativen?

In der Evangelischen Landeskirche in Baden wurde das Konzept einer Zivilen Sicherheitspolitik entwickelt. Dieses Szenario „Sicherheit neu denken“ zeigt auf, wie Deutschland analog dem Ausstieg aus der Atom- und Kohleenergie bis zum Jahr 2040 die militärische Aufrüstung überwinden könnte. Es lädt dazu ein, eine Zukunft zu denken, in der wir pro Jahr 80 Mrd. Euro in die zivile Krisenprävention anstatt in die Bundeswehr investieren. Grundlage sind bereits erprobte und realisierte Instrumente ziviler Prävention, gerechtes Wirtschaften, die Förderung nachhaltiger Entwicklung im Nahen Osten und Afrika sowie eine Wirtschafts- und Sicherheitspartnerschaft mit Russland bzw. der Eurasischen Wirtschaftsunion.

Bei der Veranstaltung am Mittwoch, 27. Juli 2022 um 18:30 Uhr im Augustanasaal im Annahof (Im Annahof 4, Augsburg) wird Ralf Becker, Projektkoordinator der Initiative „Sicherheit neu denken“ das Szenario vorstellen. Dem schließt sich zunächst eine Podiumsdiskussion mit dem Evangelisch-Lutherischen Regionalbischof Axel Piper und Kathrin Schubert, Mitorganisatorin der Peace Summer School 2022 und Studentin der Konfliktforschung an der Universität Augsburg an, moderiert von Prof. Christoph Weller. Anschließend sind alle Teilnehmenden eingeladen, miteinander über die wesentlichen Aspekte des Szenarios und dieser Initiative ins Gespräch zu kommen.

Veranstalter sind:

  • Evangelisches Forum Annahof
  • Augsburger Friedensinitiative
  • Pax Christi Augsburg
  • Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg
19.07.2022

Frieden in Europa!? Veranstaltung mit Expert*innen zum Krieg in der Ukraine

Das Augsburger Friedensgespräch zum Thema ‚Frieden in Europa‘ mit Prof. Dr. Nicole Deitelhoff und Prof. Dr. Carlo Masala am heutigen Montag um 19:00 Uhr eröffnet das Rahmenprogramm zum diesjährigen Friedensfest.

Am Montag, 18.07.2022 um 19:00 Uhr findet das Augsburger Friedensgespräch zum Thema "Frieden in Europa?! Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf die europäische Friedensordnung" im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses statt.

Der Zusammenhalt Europas gilt als Voraussetzung für Wohlstand, Sicherheit, Zukunftsfähigkeit und Frieden auf dem Kontinent. Der russische Krieg gegen die Ukraine bedeutet millionenfaches Leid für die betroffenen Menschen und ein Versagen der aktuellen europäischen Friedensordnung. Doch welche Lehren sind daraus abzuleiten, welche Konsequenzen zu ziehen? Auf welcher Grundlage ist in Zukunft der Frieden in Europa zu gewährleisten?

Die Reihe Augsburger Friedensgespräche nimmt Bezug auf den Augsburger Religionsfrieden von 1555 und die Bezeichnung Augsburgs als Friedensstadt. Sie beschäftigt sich sowohl mit religionspolitischen Themen, als auch mit aktuellen gesellschaftlich relevanten Fragestellungen. Mit den Augsburger Friedensgesprächen möchten das Friedensbüro und das Büro für gesellschaftliche Integration der Stadt Augsburg, der Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung und der Lehrstuhl für Ev. Religionspädagogik und -didaktik der Universität Augsburg, das Evangelische Forum Annahof und die Volkshochschule Augsburg offene Diskurse in der Friedensstadt anregen und friedenspolitische Impulse setzen.

18.07.2022

Anspruch auf Versöhnung? Vortrag von Henning Melber zur kolonialen Aufarbeitung Deutschlands

Der öffentliche Vortrag im Rahmen des Projektes ‚Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt‘ richtet einen kritischen Blick auf aktuelle Entwicklungen der kolonialen Aufarbeitung.

Erst in jüngerer Zeit wird Deutschlands koloniale Vergangenheit öffentlich breit thematisiert. Das Eingeständnis, dass das Deutsche Kaiserreich in seiner Kolonie Deutsch-Südwestafrika einen Völkermord an den lokalen Bevölkerungsgruppen der Herero und Nama zu verantworten hatte, führte letztes Jahr zu einem „Versöhnungsabkommen“ mit der heutigen Regierung Namibias. Doch ähnlich wie andere Erinnerungsversuche an Deutschlands koloniale Geschichte zeigt dieses Ergebnis die Grenzen der Aufarbeitung der Vergangenheit und der Bearbeitung kolonialer Kontinuitäten. Weiterhin werden in den Begegnungen von Ansprüchen postkolonialer Staaten ungleiche Machtverhältnisse und eine Fortwirkung von Kolonialrassismus deutlich.

Der Vortrag thematisiert die kolonialen Hypotheken in der deutschen und globalen Gegenwart. Er plädiert für eine ernst gemeinte Dekolonisierung als Emanzipationsversuch von kolonialen und imperialen Weltbildern und einem neuen Versuch der Interaktionen mittels einer selbstkritischen kolonialen Spurensuche.

Henning Melber ist Professor an den südafrikanischen Universitäten von Pretoria und des Freistaats in Bloemfontein und Präsident der European Association of Development Research and Training Institutes (EADI). Er war Direktor der Namibian Economic Policy Research Unit in Windhoek, danach in Uppsala Forschungsdirektor des Nordischen Afrika-Instituts und Direktor der Dag Hammarskjöld Stiftung. Der gebürtige Schwabe zog 1967 nach Namibia und war ab 1974 Mitglied in der antikolonialen Befreiungsbewegung SWAPO (Südwestafrikanische Volksorganisation).

30.06.2022

Workshop “Friedensforschung, Friedensbildung und (De)Kolonialität”

Der zweite Teil des von der Deutschen Stiftung Friedensforschung geförderten Workshops findet vom 06.07.2022 bis zum 08.07.2022 in Klagenfurt statt.

Mit der Tagung ‘Friedensforschung, Friedensbildung und Dekolonialität’ haben sich der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg und das Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung der Universität Klagenfurt zusammengetan, um post- und dekoloniale Theorien in der Friedensforschung und Friedensbildung zu stärken.

Im Oktober 2021 fand bereits aufgrund der Pandemiebedingungen ein online-Format des Workshops statt, der nun im Juli durch einen Follow-Up Workshop komplettiert wird. Der Workshop im Oktober basierte auf den schriftlichen Einreichungen der Teilnehmenden, die sich mit verschiedenen Facetten dekolonialer Friedensbildung und Friedensforschung auseinandersetzen. Einen ausführlichen Tagungsbericht zu diesem Format hat Melanie Hussak für die Zeitschrift Wissenschaft und Frieden (2022/1) verfasst, der unter folgendem Link online zugänglich ist: https://wissenschaft-und-frieden.de/artikel/kongresse-und-tagungen/.

Mit dem Follow-Up Workshop im Juli werden die aufgeworfenen Fragen vertieft und weitergedacht, sowie die standortübergreifende Vernetzung gestärkt. Der Workshop wird gefördert durch die Deutsche Stiftung Friedensforschung. Er wurde von Claudia Brunner, Viktorija Ratković und Daniela Lehner vom Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung der Universität Klagenfurt in Zusammenarbeit mit Christina Pauls vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg konzipiert.

Info & Kontakt: decolonizepeace@aau.at

  • gefördert durch die Deutsche Stiftung Friedensforschung (DSF) -
13.06.2022

Dokumentarfilm ‚Mamparo’ beleuchtet venezolanische Perspektiven auf die Welser-Kolonie

Am 15. Juni findet im Thalia Filmtheater ein Screening vom Dokumentarfilm ‘Mamparo’ statt, das durch ein Interview mit den Filmemachern begleitet wird.

Im Rahmen des Projektes ‚Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt Augsburg‘ wird postkoloniale Erinnerungskultur in der Stadt Augsburg erkundet und gepflegt. Wie aber erinnert man sich in Santa Ana de Coro, Venezuela, an die Zeit als Welser-Kolonie im 16. Jahrhundert? Im Jahre 1528 wurde der Augsburger Handelsfamilie der Welser das von Spanien annektierte Gebiet ‘Klein-Venedig’ zugesprochen. Kaiser Karl V. hatte sich bei den Welsern hoch verschuldet und überließ ihnen die südamerikanische Kolonie mit allen Handelsprivilegien als Lehen. Im Dokumentarfilm ‚Mamparo, die Berühung zweier Welten‘ wird die Geschichte der Gründung der venezuelanischen Stadt Santa Ana de Coro während dieser Zeit aus lokaler und gegenwärtiger Perspektive erzählt. ‚Mamparo‘ bedeutet dabei so viel wie Schutz und Unterkunft. Der Begriff bezieht sich auf die anfängliche Koexistenz der spanischen Kolonialmacht unter der Führung von Juan de Ampíes und den indigenen Caquetíos. Welche Rolle spielen aber die Welser und ihre Vertreter in dieser Geschichte?

Der Film wird von einem digitalen Interview gerahmt, das Projektmitarbeitende Gregor Büchele und Timon Bürbaumer im April 2022 mit den Filmemachern Adrían Condez und Ulises León geführt haben. Es ist zentrales Anliegen dieses Filmeabends, Perspektiven aus Coro in filmischer Darstellung zuzuhören und in einer Gesprächsrunde im Anschluss gemeinsam darüber nachzudenken, was dies für postkoloniale Erinnerungskultur in Augsburg bedeuten könnte.

Film mit Interview (OmU, 61 Minuten) mit anschließender Gesprächsrunde. Film und Interview sind auf spanischer Sprache mit deutschen Untertiteln.

13.06.2022

Neuerscheinung: "Kriegerische Verhältnisse" mit Beiträgen zum Neokolonialismus (W&F 2/22)

Christina Pauls, Nicki K. Weber und Michaela Zöhrer haben für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "Wissenschaft und Frieden" (W&F) unter dem Schlagwort Neokolonialismus andauernde koloniale Machtverhältnisse in Wirtschaft, Gesellschaft und internationalen Beziehungen untersucht.

Der Beitrag von Weber versucht sich an einer umfassenderen Begriffsbestimmung des Neokolonialismus. Pauls untersucht ihn ihrem Beitrag die koloniale Unterseite modern-liberaler Friedensvorstellungen und Zöhrer beschäftigt sich mit kolonialen Kontinuitäten in unserem Wahrnehmen, Denken und Handeln.

13.06.2022

Einladung: „Augsburg diskutiert: Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt“ am 18. Mai

Diskussionsveranstaltung im Rahmen des Projektes ‘Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt’ am Mittwoch, 18.05.2022 um 19.00 Uhr im Evangelischen Forum Annahof

Die historischen Verflechtungen​​​​​​ von​ Kolonialismus und Versklavung mit dem Überseehandel seit der ‚frühen Neuzeit‘ prägen unsere ‚moderne‘ Gegenwart. Koloniale Spuren finden sich nicht nur im Augsburger Stadtbild, sondern sind auch prägend für das Selbstverständnis als Friedensstadt und die Erinnerungen an die Fugger und Welser. Daran erinnern verschiedene Aktivistinnengruppen und Wissenschaftlerinnen seit geraumer Zeit. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Frage, wie die Stadtgesellschaft den kolonialen Verflechtungen kritisch begegnen kann und wie koloniale Gegenwarten das gesellschaftliche Miteinander heute prägen. Diskutieren und reflektieren Sie mit uns, wie die Friedensstadt mit ihrem kolonialen Erbe umgehen kann und wie sich eine vielseitige Erinnerungskultur einrichten lässt, die den Ansprüchen historisch unbeachteter Perspektiven gerecht wird.

Auf dem Podium der Veranstaltung „Augsburg diskutiert: Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt“ am 18. Mai 2022, 19.00 Uhr, dürfen alle Platz nehmen und sich an der Diskussion beteiligen. So können neue Anregungen und Meinungen aus der Mitte der Stadtgesellschaft in die Diskussion aufgenommen werden.

Es diskutieren:
Martina Wild, 2. Bürgermeisterin der Stadt Augsburg
Claas Henschel, Leitung des Teilprojekts „Migration im Museum“ bei den Kunstsammlungen und Museen Augsburg
Isabella Helmi Hans, OpenAfroAux
Moderation: Nicki K. Weber, Universität Augsburg

Veranstaltung in Kooperation mit dem Evangelischen Forum Annahof.

Mehr Informationen zum Projekt ‘Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt’ auf www.postkoloniale-friedensstadt.de. Das Plakat zur Veranstaltung gibt es hier zum Download .

Das Projekt wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Augsburg.

02.05.2022

Neuerscheinung: „Frauen, Friedensforschung, Feminismus“ (W&F-Dossier 94)

Michaela Zöhrer hat gemeinsam mit Christine Buchwald ein Dossier zur Geschichte und Wirkung des „Netzwerks Friedensforscherinnen“ herausgegeben, das der Ausgabe 1/2022 der Zeitschrift „Wissenschaft und Frieden“ (W&F) beiliegt.

Gendersensible und feministische Ansätze sind aus der heutigen deutschsprachigen Friedens- und Konfliktforschung kaum noch wegzudenken. Das ist auch den Bemühungen jener Frauen zu verdanken, die sich seit den 1990er Jahren innerhalb der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) im Netzwerk Friedensforscherinnen organisieren. Das Dossier ist sowohl Dokumentation als auch kritisch-kontextualisierende Würdigung der Geschichte, Entwicklung und Wirkung dieses Netzwerks, das als ein Beispiel für Frauensolidarität und feministische Forschungspraxis unter anderen gelten kann.

Das Dossier ist Beilage des Heftes 1/2022 der Zeitschrift „Wissenschaft und Frieden“ (W&F) und steht hier bereits online (nicht-paginiert) zur Lektüre bereit.

Aus dem Inhalt:
Christine Buchwald und Michaela Zöhrer | Editorial
Ein Schatz, den es zu bergen galt
Michaela Zöhrer | Hier sind die Friedensforscherinnen!
Christine Buchwald | »Es war einmal …«
Christine Buchwald | Ein Netzwerk zum Vernetzen und für gelebte Solidarität
Michaela Zöhrer | Geschlechterbezogene Forschung

Literaturangabe
Buchwald, Christine/Zöhrer, Michaela 2022: Frauen, Friedensforschung, Feminismus (W&F-Dossier 94).

19.04.2022

Neuerscheinung: „Internationale Nichtregierungsorganisationen, humanitäre Fotografie und die Zusammenarbeit von NGOs und Fotojournalist*innen“

Der Beitrag von Michaela Zöhrer ist im dem von Elke Grittmann und Felix Koltermann herausgegebenen Sammelband „Fotojournalismus im Umbruch“ erschienen.

Er baut auf erste vorliegende wissenschaftliche Untersuchungen zum Themenkomplex „Fotojournalismus und Nichtregierungsorganisationen“ auf; zudem fließen wichtige Einsichten aus Interviews mit Mitarbeiter*innen von NGOs in die Ausführungen ein.

Zöhrer stellt zentrale Entwicklungslinien humanitärer (NGO‑)Fotografie dar, um daran anschließend auf technologische und aufmerksamkeitsökonomische Transformationen und Herausforderungen einzugehen, mit denen sich speziell NGOs konfrontiert sehen. Ferner stellt sie wesentliche Aspekte der Arbeit international tätiger NGOs mit Fotografie vor: organisatorische Rahmenbedingungen; die Quellen, aus denen NGOs Fotografien beziehen; Gründe und Formen der Zusammenarbeit von NGOs und Fotojournalistinnen; die Bedeutung, die Ethik im Rahmen der Arbeit von NGOs mit Fotografie und Fotografinnen zukommt.

Literaturangabe
Zöhrer, Michaela 2022: Internationale Nichtregierungsorganisationen, humanitäre Fotografie und die Zusammenarbeit von NGOs und Fotojournalist*innen, in: Grittmann, Elke/Koltermann, Felix (Hrsg.): Fotojournalismus im Umbruch. Hybrid, multimedial, prekär. Köln: Herbert von Halem, 136-156.

19.04.2022

Stadtrundgang zur kolonialen Geschichte Augsburgs

Das Projekt ‚Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt‘ läd ein zum Stadtrundgang „Walk OFF fame – die koloniale GEHschichte Auxburgs“ – ein Audiowalk auf Spendenbasis mit BLUESPOT PRODUCTIONS.

Beim Audiowalk "Walk OFF fame" vom Rathausplatz zum Park am Roten Tor hört das Publikum über Kopfhörer Texte, die die andere Seite der glänzenden Medaille der Augsburger Vergangenheit nachzeichnen. Welche kolonialen Spuren finden sich in Augsburgs Stadtbild? Oft Ungehörten wird eine Stimme gegeben, wahr geglaubte Lügen entlarvt und eingeprägte Denkmuster entkrustet. Die Route führt an Orte, an denen die glanzlose Vergangenheit und Gegenwart kolonialistischen Denkens und Handelns sichtbar werden. Der Blick richtet sich nicht nur zurück: Es geht auch um unseren zukünftigen Umgang mit dem kolonialen Erbe. Gemeinsam mit dem Publikum wird eine neue, reflektierte, verantwortungsbewusste Augsburger Geschichte geschrieben – der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.postkoloniale-friedensstadt.de

24.03.2022

Pandemie und Frieden. Was macht Corona mit unserer Gesellschaft?

Am Donnerstag, 24.03.2022, findet das Augsburger Friedensgespräch zum Thema Pandemie und Frieden von 19:00 – 21:00 im Goldenen Saal statt.

Das Ende der Covid-19 Pandemie ist absehbar – aber niemand weiß genau, wie es aussehen wird. Corona hat das gesellschaftliche Zusammenleben massiv verändert und uns unsere wechselseitigen Abhängigkeiten verdeutlicht. Die langfristige Eindämmung des Virus und die Folgen werden heftig diskutiert. Während es aus medizinischer Sicht konkrete Handlungsoptionen für den nachhaltigen Umgang mit dem Virus gibt, gestaltet sich für die Politik die Umsetzung der Maßnahmen als friedenspolitische Herausforderung. Konzepte sozialer Freiheit und Solidarität konkurrieren mit der Schutzwürdigkeit individueller Freiheitsrechte. Wie gehen wir gesellschaftlich mit solchen Konflikten um?

Die Reihe Augsburger Friedensgespräche nimmt Bezug auf den Augsburger Religionsfrieden von 1555 und die Bezeichnung Augsburgs als Friedensstadt. Sie beschäftigt sich sowohl mit religionspolitischen Themen, als auch mit aktuellen gesellschaftlich relevanten Fragestellungen. Mit den Augsburger Friedensgesprächen möchten das Friedensbüro und das Büro für gesellschaftliche Integration der Stadt Augsburg, der Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung und der Lehrstuhl für Ev. Religionspädagogik und -didaktik der Universität Augsburg, das Evangelische Forum Annahof und die Volkshochschule Augsburg offene Diskurse in der Friedensstadt anregen und friedenspolitische Impulse setzen.

23.03.2022

Warao. Der Prozess der Kolonialisierung

Workshop im Rahmen des Projektes ‘Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt’ am Samstag, 26.03.2022 von 11.00 bis 15.00 Uhr im Annahof.

Augsburgs historische Verflochtenheit mit Venezuela durch die Kolonialaktivitäten der Augsburger Handelsfamilie der Welser im frühen 16.Jahrhundert bietet in dieser Veranstaltung den Anlass, sich mit dem Zusammenwirken von Klimakrise, Kolonialismus und Rassismus zu beschäftigen. Der rasante Verlust des Regenwaldes und seiner biologischen Vielfalt, der Ökosysteme und der Kulturen, die ihn bewohnen, sind Symptome des modernen Zivilisationsprozesses. In dieser Veranstaltung wird eine Einführung in das Ökosystem Regenwald gegeben und einige wesentliche Ursachen der Abholzung vorgestellt. Am Beispiel der Warao-Kultur in Venezuela werden die Auswirkungen des zivilisatorischen Prozesses auf die biologische und kulturelle Vielfalt dargestellt. So werden kolonial begründete rassistische Mythen um die ‚Zivilisierung‘ Venezuelas hinterfragt und die historischen Beziehungen zwischen der westlichen Zivilisation mit dem Regenwald und seinen Bewohner*innen nachgezeichnet. Die Veranstaltung findet als Workshop statt und beinhaltet neben zahlreichen inhaltlichen Einblicken des Referenten auch die Einladung zur aktiven Teilnahme. A

Infos auch unter www.postkoloniale-friedensstadt.de

Das Projekt wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Augsburg.
Illustrationen von Nontira Kigle für das Projekt ‚Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt‘.

14.03.2022

Antirassismus und Traumasensibilität

Workshop im Rahmen des Projektes ‘Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt’ am Freitag, 18.03.2022 von 15.00 bis 19.00 Uhr im Café Tür an Tür.

Rassismus, Migration, bewaffnete Konflikte und Flucht sind langanhaltende Wirkungen der Kolonialzeit, die bis heute das gesellschaftliche Zusammenleben beeinflussen.

Der Workshop ‘Antirassismus und Traumasensibilität’ richtet sich an Menschen, die beruflich oder privat mit von Rassismus betroffenen Menschen in Beziehung stehen, Vorkenntnisse im Bereich Anti-Rassismus mitbringen, und sich in traumasensiblem Umgang mit Rassismus- und Migrations-/Fluchterfahrungen schulen wie auch austauschen wollen. Es wird einen themenbezogenen Einstieg geben, der sich aus entsprechenden Impulsen des Workshopleitungsteams, bestehend aus Dr. Isabel Kratzer-Ceylan, Isabella Hans (OpenAfroAux) und Samira Eissa (Black Community Foundation) zusammensetzt. Es soll anschließend einen vertraulichen Raum geben, um entsprechende Erfahrungen und Fallbeispiele aus dem Berufsalltag zu teilen und zu besprechen. Daher ist die Teilnehmendenzahl auf 15 Personen begrenzt.
Anmeldung werden bis zum 15.03.2022 unter info@postkoloniale-friedensstadt.de erbeten. Flyer

Infos auch unter www.postkoloniale-friedensstadt.de
Das Projekt wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Augsburg.

12.03.2022

Krieg in der Ukraine. Information und Austausch zur aktuellen Situation

Veranstaltung am Freitag, 4. März 2022 um 19:30 Uhr im Augsburger Rathaus in Kooperation mit dem Friedensbüro und dem Büro für gesellschaftliche Integration der Stadt Augsburg, der Volkshochschule Augsburg, dem Evangelischen Forum Annahof, dem Jüdischen Museum Augsburg Schwaben und dem Staatstheater Augsburg.

DenkRaum Spezial :

Der Krieg in der Ukraine beschäftigt uns alle und zeigt einen großen Bedarf an Austausch und Information. Er wirft viele Fragen auf:

Wie konnte es so weit kommen? Was wissen wir über die Hintergründe? Mit welchen Folgen ist zu rechnen?

In Augsburg leben ca. 3500 Menschen mit ukrainischen Wurzeln (davon knapp 1500 mit ukrainischem Pass) und über 9000 Menschen mit Wurzeln in der Russischen Föderation (davon 1700 mit russischem Pass). Wie geht es den Augsburgerinnen und Augsburger mit familiären und freundschaftlichen Beziehungen in die Ukraine bzw. nach Russland? Wie wird der Krieg in den Familien, am Arbeitsplatz, in den religiösen Gemeinden, der Schule diskutiert?
Viele Hilfsaktionen sind angelaufen. Wie kann ich mich beteiligen? Was wird gebraucht, welche Unterstützung ist sinnvoll?

Programm der Veranstaltung:

Grußwort: Eva Weber, Oberbürgermeisterin der Stadt Augsburg

Podium:
Prof. Guido Hausmann, Universität Regensburg
Dr. Tanja Hoggan-Kloubert, Integrationsbeirat Augsburg und Ukrainischer Verein Augsburg e.V.
Marina Sidak, Ukrainischer Verein Augsburg e.V.
Michael Gebler, Geschäftsführer des Roten Kreuz Augsburg
Michael Hegele, Stadt Augsburg, Referat für Bildung und Migration

Moderation:
Prof. Christoph Weller, Universität Augsburg, Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung

Mit dem russischen Angriff auf die gesamte Ukraine ist das schlimmste denkbare Szenario in der aktuellen Russlandkrise Wirklichkeit geworden. Der Krieg bringt unendliches Leid für die Menschen dort und hat Auswirkungen auf ganz Europa. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen rechnet mit Millionen Menschen, die ihre Wohnorte verlassen müssen und im Landesinneren der Ukraine auf Nothilfe angewiesen sein werden bzw. ins Ausland fliehen. Die Friedensstadt Augsburg zeigt Solidarität. Oberbürgermeisterin Eva Weber hat eine Koordinierungsgruppe eingerichtet, die zusammen mit dem Ukrainischen Verein, den Hilfsorganisationen und in Abstimmung mit allen weiteren beteiligten Institutionen Hilfs- und Informationsangebote sicherstellen soll.

03.03.2022

Krieg in der Ukraine - wie konnte es nur so weit kommen?

Der Augsburger Friedens- und Konfliktforscher Prof. Dr. Christoph Weller beantwortet die Fragen von watson-Chefredakteur Swen Thissen zum Umgang mit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine in einem ausführlichen Interview.

Swen Thissen (watson): Herr Weller, wie beschreiben Sie als Friedens- und Konfliktforscher die Geschehnisse in der Ukraine?

Christoph Weller: Bei der Suche nach Auswegen aus einer weiteren kriegerischen Eskalation sollten wir den Kriegsbeginn als Schritt in einer zuvor abgelaufenen Entwicklung betrachten: Es gab eine Polarisierung bei den Positionen und die Eskalation bis zur Anwendung militärischer Gewalt: ein Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine.

Warum eskalierte Ihrer Einschätzung nach dieser Konflikt?

Die zugrundeliegenden Differenzen sind sehr vielfältig, aber im Kern scheint es um einen Herrschaftskonflikt zu gehen. Umstritten sind Konfliktgegenstände, bei denen kaum Kompromisse möglich sind. Sie eskalieren häufig zu einer gewaltsamen Austragung. Dazu gehören vor allem Differenzen über territoriale Grenzen und staatliche Souveränität. Bei solchen Konfliktgegenständen kann von politischen Führungen die Anwendung von Gewalt leicht gerechtfertigt werden.

Aber Putins vermeintliche Rechtfertigung für den Angriff besteht vor allem aus Lügen.

Weiterlesen: https://politik.watson.de/international/interview/634878887-krieg-in-der-ukraine-friedens-und-konfliktforscher-schaetzt-die-situation-ein

28.02.2022

Politik praxisnah erleben

„Politikwissenschaft meets Praxis“ war der Titel des MA-Seminars von Dr. Fabian Mehring und Prof. Christoph Weller, bei dem die Studierenden auch ins unmittelbare Gespräch mit fünf prominenten Landtagsabgeordeten kamen und worüber PLENUM.TV anschließend berichtete.

Im Zentrum der Lehrveranstaltung stand das Ziel, den Studierenden einen wissenschaftlich geleiteten Blick hinter die Kulissen der Entscheidungsprozesse bayerischer Landespolitik zu eröffnen. Im Zuge dessen wurde die akademische Expertise der Teilnehmenden gezielt mit der tagespolitischen Praxis konfrontiert, um ihre fachwissenschaftliche Perspektive auf die Strukturen politischen Entscheidens um eine anwendungsorientierte Komponente zu erweitern. Die hierzu in den Fokus genommene Dualität zwischen Wissenschaft und Praxis spiegelte sich im gemeinsamen Lehrangebot eines an der Universität tätigen Politologen (Weller) und eines im Landtag tätigen Politikers (Mehring) wider. Deshalb fand der letzte Teil der Lehrveranstaltung im München im Bayerischen Landtag statt, wo den Studierenden u.a. ein Landtagsvizepräsident, ein Fraktionsvorsitzender, ein Fraktionsgeschäftsführer und ein Ausschussvorsitzender Rede und Antwort standen. Zudem konnten sie durch PLENUM.TV die Anforderungen der Mediendemokratie praxisnah erleben: https://www.plenum.tv/mediathek/video/politik-praxisnah-erleben/

25.02.2022
Bild zu Bayerische Friedens- und Konfliktforschung gestärkt

Bayerische Friedens- und Konfliktforschung gestärkt

Eines von drei durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Regionalclustern der Friedens- und Konfliktforschung kommt nach Bayern. Unter der Leitung von Dr. Christoph Weller werden mit Hilfe der Gesamtfördersumme von 2,5 Mio. Euro die interdisziplinären Forschungsbemühungen an verschiedenen Standorten vernetzt.

Ein Regionalcluster zur Friedens- und Konfliktforschung in Bayern, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), wird zum 1. April 2022 seine Arbeit aufnehmen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Weller, Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Augsburg, erhält das bayerische Antragskonsortium für das „Verbundvorhaben: Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung“ Fördermittel in Höhe von insgesamt 2,5 Mio. Euro für vier Jahre, für das Teilvorhaben Augsburg allein steht eine Million Euro zur Verfügung.

An dem interdisziplinären Vorhaben, das besonders an aktuellen gesellschaftspolitischen Themen und am Wissenstransfer interessiert ist, sind neben der Universität Augsburg das in München beheimatete außeruniversitäre Institut für Zeitgeschichte (IfZ) sowie die Universität Bayreuth und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg beteiligt. In ihrem Forschungsverbund werden die Projektpartnerinnen ihre Forschung vernetzen sowie gemeinsame Strukturen etablieren, die wirkungsvolle Transfer- und Kommunikationsformate zur Verwertung der erarbeiteten Forschungsergebnisse bereitstellen. Der Forschungsverbund (Laufzeit: bis 31.03.2026) kann zudem verschiedene Initiativen zur Stärkung der bayerischen Friedens- und Konfliktforschung zusammenführen und fortsetzen, u.a. die „Bayerische Initiative für Friedens- und Konfliktforschung“ von Universität Bayern e.V. und der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen sowie entsprechende Bemühungen des Landtagsabgeordneten Dr. Fabian Mehring.

Forschungsthema: Deutungskämpfe im Übergang

Die inhaltliche Klammer des interuniversitären Forschungsverbunds mit insgesamt acht sozial- und geschichtswissenschaftlichen Einzelprojekten sind Deutungskämpfe im Übergang, weil deren Verlauf und Ausgang von größter Bedeutung für den aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Frieden sind. Das Projektdesign dieses bayerischen Forschungsverbunds zielt einerseits auf die vergleichende Analyse unterschiedlicher Deutungskämpfe ab und fragt, unter welchen Voraussetzungen Deutungskämpfe zum Frieden beitragen. Andererseits werden wirkungsvolle Transfer- und Kommunikationsformate für Multiplikator*innen, regionale Öffentlichkeiten und die Politikberatung sowie die nachhaltige Strukturbildung der bayerischen Friedens- und Konfliktforschung in den Blick genommen.

Diese Praxisorientierung der Friedens- und Konfliktforschung auf gesellschaftliche Herausforderungen und den Wissenstransfer ist ein besonderes Kennzeichen auch des bisher einzigen bayerischen Lehrstuhls für Friedens- und Konfliktforschung, der 2008 an der Universität der Friedensstadt Augsburg eingerichtet wurde. Die nun bewilligte Förderung aus Bundesmitteln stärkt nicht nur den Augsburger Forschungsschwerpunkt, sondern auch die weitere wissenschaftliche Profilierung der Friedensstadt Augsburg. Die bereits etablierte Zusammenarbeit des Lehrstuhls von Prof. Weller mit verschiedenen Einrichtungen in der Friedensstadt - u.a. dem Friedensbüro und dem Kulturamt der Stadt Augsburg, der Augsburger Außenstelle der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, der Augsburg Peace Summer School etc. - erhält auf diesem Wege neue Impulse und Möglichkeiten, die Augsburg als Standort der Friedens- und Konfliktforschung stärken werden.

Glückwünsche von Universität und Politik

Über die positive Nachricht dieser Förderung der Friedens- und Konfliktforschung in Bayern freut sich auch Wissenschaftsminister Bernd Sibler. Er betonte: „Die Friedens- und Konfliktforschung leistet einen unverzichtbaren Beitrag zum Verständnis großer gesellschaftlicher Herausforderungen. Besonders wichtig ist dabei, dass die Erkenntnisse auch in die Gesellschaft hineingetragen werden. Die Beteiligten des bayerischen Antragskonsortiums unter Leitung von Professor Weller haben sich genau dies zum Ziel gesetzt und werden damit einen mustergültigen Beitrag zum Wissenstransfer in diesem so wichtigen Forschungsbereich leisten. Dank der eingeworbenen Förderung ist der Weg für ein interdisziplinär aufgestelltes Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung nun frei. Ich freue mich sehr, dass das innovative Konzept Anklang beim Bund gefunden hat und bin mir sicher, dass der Forschungsverbund das Feld der Friedens- und Konfliktforschung von Bayern aus national und international bereichern wird. Das ist ein toller Erfolg für den gesamten Wissenschaftsstandort Bayern.“ Universitätspräsidentin Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel schließt sich dieser Bewertung an: „Wir freuen uns sehr, dass mit diesem Projekt die Friedens- und Konfliktforschung an unserer Universität, aber auch in der Friedensstadt Augsburg eine Würdigung erhält und wir in diesem wichtigen wissenschaftlichen Thema weiterhin federführend wirken können."

Glückwünsche übersandte auch Eva Weber, Oberbürgermeisterin der Stadt Augsburg: „Die Friedensstadt Augsburg wünscht dem "Bayerischen Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung" einen guten Start und dankt den Initiatoren dieses interdisziplinären Projekts, allen voran Prof. Dr. Christoph Weller. Die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem Friedensbüro der Stadt und dem Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung erfährt mit dem wegweisenden Projekt neue Impulse an der Schnittstelle zwischen der Wissenschaft und der Handlungsebene zur Stadtgesellschaft. Zugleich freuen wir uns über die mit der Ausstattung verbundene Aufwertung des Lehrstuhls in der Friedensstadt Augsburg, die neue Vorhaben für dieses Exzellenzcluster ermöglichen wird.“

Hintergrund

Die Evaluation der Friedens- und Konfliktforschung durch den Wissenschaftsrat 2019, veranlasst durch den Deutschen Bundestag, führte zu dem Resultat: „Die Friedens- und Konfliktforschung leistet einen unverzichtbaren Beitrag zum Verständnis und zur Bearbeitung großer gesellschaftlicher Herausforderungen“ (Wissenschaftsrat: Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Friedens- und Konfliktforschung, Köln 2019: 8). Vor diesem Hintergrund stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung nun über 30 Mio. Euro für die thematische und regionale Vernetzung dieses wichtigen Forschungsfelds zur Verfügung, die auch zur Stärkung der bayerischen Friedens- und Konfliktforschung beitragen werden. Unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Weller (Universität Augsburg) konnte ein bayerisches Antragskonsortium über 2,5 Mio. Euro einwerben (ca. 1 Mio. € für die Universität Augsburg), um in den kommenden vier Jahren ein Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung (BZeFK) zu etablieren

Kooperationspartner*innen des Forschungsverbunds:

  • Prof. Dr. Christoph Weller, Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, Universität Augsburg
  • Prof. Dr. Jana Hönke, Lehrstuhl Soziologie Afrikas, Universität Bayreuth
  • Prof. Dr. Andreas Wirsching, Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin
  • Prof. Dr. Simone Derix, Lehrstuhl für Neueste Geschichte, Universität Erlangen-Nürnberg
  • Prof. Dr. Dietmar Süß, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte, Universität Augsburg
  • Dr. Julia Eichenberg, Forschungsgruppenleiterin am Institut für Fränkische Landesgeschichte
16.02.2022

Radikalisierung im transnationalen Raum

Mit kritischen Ansätzen zum Umgang mit Radikalisierung und der Rolle der Digitalisierung im transnationalen Raum beschäftigt sich die Online-Tagung am 05.02.2022, die in Kooperation mit der Petra-Kelly-Stiftung, der Ev.Stadtakademie München und der Professur für Unsicherheitsforschung der Universität der Bundeswehr stattfindet.****

Die Digitalisierung hat unsere Leben wie kaum eine andere Entwicklung fundamental verändert, da das Internet einen Raum bietet, in dem sich alle mehr oder weniger ohne Zugangsbeschränkungen teilnehmen und miteinander kommunizieren können.

Auch im Bereich Sicherheit hat die Digitalisierung tiefe Spuren hinterlassen und wir können hier zunehmend auch Radikalisierungsprozesse im Kontext von Bürgerkriegen und Terrorismus beobachten, die auf Interaktionen im digitalen Raum zurückzuführen sind. Beispielsweise wurden europäische Jugendliche in Foren durch Aktivistinnen des Islamischen Staates angesprochen und mit jihadistischen Ideen konfrontiert, sodass einige als Kämpferinnen ausgereist sind. In anderen Foren werden rassistische und antisemitische Verschwörungsmythen diskutiert und tragen
zur rechtsextremen Radikalisierung bei. Radikalisierungen im Netz sind aber besonders schwer vorzubeugen, da die Foren und Plattformen sowie die Art der digitalen Interaktion sich regelmäßig verändern. Auch finden diese Prozesse im transnationalen, digitalen Raum statt, sodass Staaten kaum noch alleine agieren können.

In dieser Tagung diskutieren wir aktuelle Erkenntnisse zu Radikalisierung im digitalen Zeitalter sowie Herausforderungen und Möglichkeiten eines sinnvollen Umgangs damit.

Mit:

Dr. Kerstin Eppert
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld (IKG). Als Soziologin forscht sie zu transnationalen Gewaltdynamiken, u.a. mit Fokus auf UN Interventionspraktiken, rechtssoziologische Perspektiven auf Versicherheitlichung, Terrorismus und Radikalisierung , sowie die Herstellung von Wissen in der gerichtlichen Aufarbeitung transnationaler ziviler Unterstützung des Islamischen Staat. Von 2017 bis 2020 koordinierte sie am IKG den BMBF-Forschungsverbund X-SONAR zur vergleichenden Erforschung jihadistischer und extrem rechter Radikalisierung online und offline.

Dr. Christoph Günther
wurde an der Universität Leipzig in Islamwissenschaft promoviert. Seit 2017 leitet er die Nachwuchsforschergruppe Dschihadismus im Internet: Bilder und Videos, ihre Aneignung und Verbreitung an der Universität Mainz. Seine Forschungsinteressen gelten religiös-politischen Bewegungen im Nahen und Mittleren Osten, visueller Kultur und Ikonographie sowie religionssoziologischen Fragestellungen. Zuletzt erschien in Co-Herausgeberschaft der Sammelband Jihadi Audiovisuality and its Entanglements: Meanings, Aesthetics, Appropriations (Edinburgh University Press, 2020). Christoph Günther hat umfassend zum sog. Islamischen Staat und seinen Vorgängergruppierungen publiziert, unter anderem in Sociology of Islam, International Journal of Contemporary Iraqi Studies und International Journal of Communication. Sein Buch Entrepreneurs of Identity: The Islamic State’s Symbolic Repertoire ist im Januar 2022 bei Berghahn Books erschienen.

Dr. Brigitte Naderer
wissenschaftliche Mitarbeiterin (Post-Doc) am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der Ludwigs-Maximilians- Universität München. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Medienkompetenz und Medienwirkungsforschung. Aktuell arbeitet sie in einem EU-geförderten Projekt das sich mit der Prävention von Online-Radikalisierung bei Jugendlichen beschäftigt.

Dr. Daniela Pisoiu
ist Senior Researcher am Österreichischen Institut für Internationale Politik und Mitglied im Advisory Board des Radicalisation Awareness Network. Sie forscht zu den Themen Radikalisierung, Terrorismus und Extremismus an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis. Sie ist Autorin mehrerer Bücher und Artikel zu diesen Themen.

02.02.2022

Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt

Mit finanzieller Unterstützung des Kulturamts der Stadt Augsburg werden am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung verschiedene Projektstränge gemeinsam mit unterschiedlichen Kooperationspartner*innen verfolgt, um weitere postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt zu erarbeiten und in die Stadtgesellschaft zu tragen.

Welche postkolonialen Spuren gibt es in Augsburg? Wie geht die Friedensstadt mit ihrem kolonialen Erbe um? Welche Perspektiven blieben bisher unbeachtet? Mit solchen Fragen beschäftigt sich das Projekt „Postkoloniale Perspektiven auf die Friedensstadt“ des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, das in eine Veranstaltungsreihe im Frühjahr 2022 münden wird und durch das Kulturamt der Stadt Augsburg finanziell gefördert wird. In enger Zusammenarbeit mit lokalen Aktivist:innengruppen werden postkoloniale Spuren in Augsburg gesichtet und gesammelt, um diese der Stadtgesellschaft zur Verfügung zu stellen und einen gemeinsamen Umgang mit diesem kolonialen Erbe in der Friedensstadt Augsburg zu finden.

In Anbetracht der historischen Verflechtungen der Stadt Augsburg mit der Stadt Santa Ana de Coro (Venezuela), welche im 16. Jahrhundert stark durch die Kolonialaktivitäten der Welser geprägt wurden, soll ein inhaltlicher Schwerpunkt darin liegen, Perspektiven aus Coro und Venezuela einzuladen und sie in die Augsburger Stadtgesellschaft zu tragen, beispielsweise mit dem Dokumentarfilm ‚Mamparo’ und weiteren Stimmen aus Venezuela. Es ist mithin zentrales Anliegen postkolonialer Perspektiven, epistemische Perspektivwechsel zu generieren, um so Gesellschaften in den kolonialen ‚Zentren‘ zum Zuhören, Verstehen und Handeln anzuregen. So zielt das Projekt auf ein neues Selbstverständnis in der Stadt für eine friedvollere Ausrichtung an einer postkolonialen Erinnerungskultur im 21. Jahrhundert, die sich nicht nur an lokal marginalisierten, sondern auch an translokal bisher wenig gehörten Stimmen ausrichtet. Weitere thematisch fokussierte Veranstaltungen werden für das Frühjahr 2022 vorbereitet.

23.12.2021

Kommunale Konfliktberatung und Partizipative Konfliktforschung (KomPa)

In einem EU-finanzierten Forschungsprojekt des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung gemeinsam mit dem Forum Ziviler Friedensdienst (forumZFD) forschen Mitarbeiter*innen der beiden Einrichtungen auf der Grundlage einer partizipativen Methodologie zu der sowohl theoretisch wie praktisch relevanten Fragestellung: Wie funktioniert Kommunale Konfliktberatung?

Projektbeschreibung:

Mit dem Ziel, Kommunale Konfliktberatung (KKB) besser zu verstehen und weiterzuentwickeln, arbeiten Mitarbeiter*innen der Kommunalen Konfliktberatung des Forums Ziviler Friedensdienst (forumZFD) und Mitglieder des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg seit 2019 zusammen, aktuell im Projekt „Kommunale Konfliktberatung und Partizipative Konfliktforschung“ (KomPa). Die Kooperation schließt daneben auch universitäre Lehrveranstaltungen zur KKB und andere Transferformate ein.

Das KomPa-Projekt erhält seit 6/2021 finanzielle Förderung durch den Asyl‑, Migrations- und Integrationsfonds der Europäischen Union (AMIF) im Rahmen des Projekts „Kommunale Konfliktberatung: Konflikte als Chance für eine nachhaltige Integration“ des forumZFD.

22.12.2021

Friedens- und Konfliktforschung in Bayern stärken

Zum Symposium der Bayerischen Initiative für Friedens- und Konfliktforschung „Krisen vorbeugen - Konflikte lösen. Friedens- und Konfliktforschung in Bayern stärken“ im Bayerischen Landtag am 1. Oktober 2021, u.a. mit der OSZE-Generalsekretärin Helga …

Zum Symposium der Bayerischen Initiative für Friedens- und Konfliktforschung „Krisen vorbeugen - Konflikte lösen. Friedens- und Konfliktforschung in Bayern stärken“ im Bayerischen Landtag am 1. Oktober 2021, u.a. mit der OSZE-Generalsekretärin Helga Schmid und dem DSF-Vorsitzenden Prof. Ulrich Schneckener, ist nun eine Dokumentation erschienen.

10.12.2021

Rezension: „Holper/Kirchhoff: ‚Friedensmediation‘“

Christoph Weller blickt in seiner Rezension des Bandes „Friedensmediation - Spannungsfeld aus Methodik, Macht und Politik“ kritisch auf den Begriff der Friedensmediation und sieht im genannten Spannungsfeld Herausforderungen und Chancen.

Ist „Friedensmediation“ überhaupt ein Verfahren, welchem die Prinzipien der Mediation zugrundeliegen, oder nicht viel mehr ein außenpolitisches Instrument, das sich zu seiner Legitimation des Friedens-Begriffs bedient, aber primär an der Durchsetzung eigener Interessen orientiert ist? Das „Konzept Friedensmediation“ des Auswärtigen Amts, welches auch im rezensierten Band abgedruckt wird, formuliert unmissverständlich: „Wir agieren nicht nur aus altruistischen Motiven als Mittler, sondern aufgrund eigener Interessen und Wertüberzeugungen“. Insofern verspricht der Untertitel des genannten Bandes nicht zuviel, wenn vom „Spannungsfeld aus Methodik, Macht und Politik“ geschrieben wird.

Dieses Spannungsfeld nicht nur auszuleuchten, wie es der genannte Band leistet, sondern zum Treiber zukünftiger deutscher Außenpolitik zu machen, ist politisch wie wissenschaftlich Herausforderung und Chance zugleich: Die sorgfältige Analyse der offensichtlichen Differenzen zwischen eigener Interessenspolitik und den Prinzipien der Mediation in den bevorstehenden oder bereits aktuellen internationalen Konflikten wird die Möglichkeiten und zugleich die Grenzen der Friedensmediation aufzeigen. Daraus entstehen jedoch zwangsläufig erweiterte Handlungsoptionen, die einer neuen deutschen Außenministerin ermöglichen, sich von der bisherigen Außenpolitik zu unterscheiden und zugleich ihren eigenen Beitrag zum genannten Spannungsfeld zu leisten.

Christoph Wellers Rezension des Bandes ist erschienen in: Zeitschrift für Konfliktmanagement 24 (2021), Heft 5, Seite 209.

25.11.2021

Neuerscheinung: "Dekolonisation der Natur-Mensch-Beziehung"

Die Bachelorarbeit „Dekolonisation der Natur-Mensch-Beziehung: Eine Kritik am Nachhaltigkeits- und Naturverständnis des globalen Nordens“ von Marius Thomay ist beim Tectum Verlag als zweiter Band in der Reihe „Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Nachhaltigkeitswissenschaft“ erschienen.

Auf kritische Weise untersucht Marius Thomay das westliche Nachhaltigkeitsverständnis mit Hilfe des Post-Development-Ansatzes sowie mit dekolonialen Theorien. Der Autor arbeitet insbesondere die diesem Verständnis zugrunde liegende Vorstellung der Natur-Mensch-Beziehung heraus. Aufbauend auf den hierdurch gewonnenen Einsichten werden die Nachhaltigkeitsverständnisse und Konzepte des Natur-Mensch-Verhältnisses beleuchtet, wie sie innerhalb jener beiden Theorieansätze debattiert und vertreten werden. Somit lädt das Buch dazu ein, andere Perspektiven kennen zu lernen und das eigene Denken und Sein zu „dekolonisieren“.

22.11.2021

Gesellschaftlicher Frieden durch Konfliktbearbeitung

Bei der Interkommunalen Fachtagung des Forum Ziviler Friedensdienst am 10./11.11. in Hildesheim beleuchtete Christoph Wellers Beitrag die wissenschaftliche Perspektive auf Konfliktanalysen in der Kommunalen Konfliktberatung.

Die Tagung fand im Rahmen des Projektes „Kommunale Konfliktberatung – Konflikte als Chance für eine nachhaltige Integration“ des Forum Ziviler Friedensdienst e.V. (forumZFD) statt. Im intensiven Austausch zwischen Vertreterinnen von Kommunen, Initiativen, Polizei, Beraterinnen der Kommunalen Konfliktberatung und Wissenschaftler*innen wurde erörtert,, welche Mechanismen und Strukturen der Konfliktaustragung und -bearbeitung es auf kommunaler Ebene aktuell gibt, und dabei erkundet, welche neuen Formen der Konfliktbearbeitung entwickelt werden (können). Beiträge aus der Wissenschaft sowie aus der Praxis der Kommunalen Konfliktberatung lieferten zahlreiche Hinweise und Impulse für die weitere Beratungsarbeit und Gelegenheiten zum intensiven Erfahrungsaustausch.

Die Mitwirkung an der Tagung stand auch im Zusammenhang des aktuellen Forschungsprojekts „ KomPa“ am Lehrstuhl. Mit dem Ziel, Kommunale Konfliktberatung besser zu verstehen, arbeiten Mitarbeiterinnen der Kommunalen Konfliktberatung (KKB) des Forums Ziviler Friedensdienst (forumZFD) und Mitglieder des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg seit 2019 zusammen, aktuell im Projekt „Kommunale Konfliktbearbeitung und Partizipative Konfliktforschung“ (KomPa, Laufzeit: 6/2020 – 9/2022). KomPa steht in einer Tradition partizipativer Forschung, in der großer Wert auf die gleichberechtigte und aktive Einbindung von professionellen Praktikerinnen in den gesamten Forschungsprozess gelegt wird. Ziel der Zusammenarbeit von Praktikerinnen und Wissenschaftlerinnen in den verschiedenen Phasen des Forschungsprozesses ist nicht zuletzt das wechselseitige Empowerment: Im Rahmen des KomPa-Projekts gestalten Konfliktpraktikerinnen und Konfliktforscherinnen gemeinsam einen Prozess des Von- und Miteinander-Lernens, schaffen Räume für die produktive wechselseitige Irritation und vor allem für Dialog, in dessen Kontext neue Erkenntnisse gemeinsam ‚kultiviert‘ werden können. So verfügen die Praktikerinnen unmittelbar über die gemeinsamen Forschungsergebnisse und die Wissenschaftlerinnen gewährleisten die Praxisrelevanz ihrer Forschung. Das Projekt erhält durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der Europäischen Union (AMIF) im Rahmen des Projekts „Kommunale Konfliktberatung: Konflikte als Chance für eine nachhaltige Integration“ des forumZFD finanzielle Förderung. Es ist Teil einer umfassenderen Kooperation des forumZFD mit dem Augsburger Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, die u.a. auch universitäre Lehrveranstaltungen zur KKB und andere Transferformate einschließt.

18.11.2021

Prof. Weller, ist eine Welt ohne Krieg realistisch? In 2000 Zeichen?

Die Redaktion des Studierenden-Magazins „audimax campus“ stellte 100 Fragen und bat Prof. Christoph Weller, mit maximal 2000 Zeichen die Frage zu beantworten, ob eine Welt ohne Krieg realistisch ist. Die kurze Antwort ist erschienen in audimax campus 03-WS 2021, S. 28.

Ist eine Welt ohne Krieg realistisch?

von Christoph Weller

Wenn wir mit „Krieg“ ausschließlich die gewaltsame, militärische Auseinandersetzung unmittelbar zwischen zwei Staaten und ihren militärischen Verbänden bezeichnen, ist eine Welt ohne Krieg sehr realistisch! Fast keiner der knapp 200 Staaten auf der Welt führt aktuell einen solchen zwischenstaatlichen Krieg gegen einen anderen Staat. Aber in nicht wenigen Staaten herrschen Bürgerkriege. Dabei kämpft eine organisierte, bewaffnete Opposition oder unterdrückte Gruppe gegen eine Regierung, die ihre Herrschaft durch Rückgriff auf die staatlichen Gewaltapparate (Militär, paramilitärische Verbände, Polizei, Geheimdienste) aufrechterhält. Häufig handelt es sich dabei auch um internationalisierte Gewaltkonflikte und Bürgerkriege, weil sich andere Staaten einmischen und einzelne Konfliktparteien, häufig auch militärisch, unterstützen, ohne dass die Bürgerkriege dadurch allerdings zu zwischenstaatlichen Kriegen eskalieren.

Eine Welt ohne zwischenstaatlichen Krieg ist realistisch, aber dass es auch keine Bürgerkriege mehr gibt, ist aus meiner Sicht eher unwahrscheinlich. Die Herrschenden stehen ständig in der Gefahr, die ihnen gegebene Macht für eigene Interessen und Bedürfnisse auszunutzen und zu überdehnen. In Staaten stehen den Herrschenden zur Sicherung ihrer Macht die staatlichen Gewaltapparate zur Verfügung. So mussten Anfang Januar 2021 zehn ehemalige US-Verteidigungsminister den abgewählten Präsident Trump davor warnen, zur Fortsetzung seiner Präsidentschaft das Militär zu nutzen, das verfassungsgemäß unter dem Oberbefehl des US-Präsidenten steht. Diese staatliche Herrschaftsstruktur wird Konflikte zwischen Herrschenden und Beherrschten, zwischen autoritär regierenden Machthabern und benachteiligten oder unterdrückten Bevölkerungsgruppen immer wieder eskalieren lassen und zu Bürgerkriegen führen. Und dies passiert, obwohl die Friedens- und Konfliktforschung zeigen kann, dass gewaltfreier Widerstand mittel- und langfristig viel erfolgreicher ist für die Etablierung einer demokratischen Herrschaftsform als der gewaltsame Kampf gegen eine autoritär regierende Machtelite. Aber je früher den Entwicklungen zu autokratischen Herrschaftsformen entgegengetreten wird, um so eher lässt sich der Bürgerkrieg vermeiden und in Zukunft vielleicht auch eine Welt ohne Bürgerkriege realisieren.

15.11.2021

Staatszerfall und neue Kriegsgefahr - Diskussionsveranstaltung mit Andreas Zumach

Am 16. November um 19:30 Uhr findet im Augustanasaal (Im Annahof 4) die Veranstaltung „Nordafrika und der Nahe Osten: Staatszerfall und neue Kriegsgefahr“ mit dem Journalisten und Buchautor Andreas Zumach statt, durchgeführt von einem Veranstalternetzwerk im Rahmen der Augsburger Friedenswochen 2021.

In Syrien und in Libyen herrscht auch nach dem Ende der offenen Kriegshandlungen weiterhin eine sehr unstabile Lage. Beide Länder sind weiterhin Schauplatz von Konflikten ausländischer Akteure. Die drohende Teilannexion der Palästinensergebiete durch Israel erzeugt weitere Spannungen in dem seit Jahrzehnten dauernden Konflikt im Nahen Osten. Die Terrororganisation "Islamischer Staat" reorganisiert sich. Ob das Abkommen zum Nuklearprogramm des Iran nach den dortigen Präsidentschaftswahlen im Juni gerettet werden kann, oder ob der Konflikt weiter und möglicherweise bis zu einem Krieg eskaliert, ist offen.

Wie hat sich die Lage in Nordafrika und im Nahen Osten entwickelt und wohin führt die Entwicklung? Welche Ziele verfolgen Deutschland, die EU, die Türkei, die USA, Russland, China und die Anrainerstaaten in diesen Krisengebieten? Andreas Zumach gibt einen Überblick und eine Einschätzung über die politischen Entwicklungen.

Andreas Zumach, geboren 1954 in Köln, ist freier Journalist und Buchautor und war von 1988 bis 2020 UNO-Korrespondent mit Sitz in Genf für die Berliner "tageszeitung" (taz) und andere Zeitungen sowie für Rundfunksender. Seine Themen sind internationale Konflikte, Sicherheitspolitik, Rüstungskontrolle, Welthandelspolitik sowie UNO, NATO und andere multilaterale Institutionen. Er hat sich als exzellenter Kenner der Materie einen Namen gemacht.

Veranstalternetzwerk: Augsburger Friedensinitiative (AFI), Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Gruppe Augsburg, Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg, pax christi Diözesanverband Augsburg, Tür an Tür miteinander wohnen und leben e.V., Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) Kreisvereinigung Augsburg, Werkstatt Solidarische Welt e.V. und in Kooperation mit dem Evangelischen Forum Annahof. Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Augsburg. Eintritt frei, Spenden erbeten.

08.11.2021

Kanzelrede "anzünden statt austreten“ von Prof. Weller am 7.11. um 19 Uhr in Heilig Kreuz

Der erste Ökumenische Hochschulgottesdienst in diesem Wintersemester findet am Sonntag, 7. November um 19:00 Uhr in der Evangelischen Heilig-Kreuz-Kirche (Heilig-Kreuz-Str. 7, 86152 Augsburg) statt. Die Kanzelrede zum Thema „anzünden statt austreten“ hält der Friedens- und Konfliktforscher Prof. Dr. Christoph Weller.

Die Augsburger Ökumenischen Hochschulgottesdienste sind Gottesdienste für alle. Sie stehen unter der Schirmherrschaft der Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber, der Präsidentin der Universität Augsburg, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, der Stadtdekane Helmut Haug und Michael Thoma sowie des Präsidenten der Hochschule Augsburg, Prof. Dr. Thomas Gordon Rohrmair. Alle weiteren Infos unter: https://www.hochschulgottesdienste.de

04.11.2021

Nicki K. Weber, seit September wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung

Nicki K. Weber ist seit September wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Augsburg.

Nach seinem Studium der Politischen Wissenschaft und der Philosophie in München, promoviert er an der Hochschule für Philosophie mit einer Arbeit zu politisch-philosophischen Konzeptionen zwischen europäischem Existenzialismus und Black existentialism (Schwarzer Existenzialismus). Ein weiterer Forschungsschwerpunkt von Nicki K. Weber sind Postkoloniale Theorie- und Kritikansätze.

Im Wintersemester bietet er einen Grundkurs Politikwissenschaft I an.

25.10.2021

Absolvent*innen-Feier des ASKA für die Master-Studierenden

Am Samstag, 16. Oktober 2021, verabschiedet der Verein „Alumni und Studierende der Konfliktforschung Augsburg“ (ASKA) Absolvent*innen der Masterstudiengänge „Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung“ und „Sozialwissenschaften: Konflikte in Politik und Gesellschaft“.

Die Festrede hält Janina Hentschel, Leiterin des Büros für Kommunale Prävention (BKP) in Augsburg. Die feierliche Zeugnisübergabe erfolgt im Anschluss durch Prof. Dr. Christoph Weller. Mit einem gemeinsamen Abendessen klingt der Abend aus.

15.10.2021

Workshop “Friedensforschung, Friedensbildung und (De)Kolonialität”

Deutsche Stiftung Friedensforschung fördert Workshop zu „Friedensforschung, Friedensbildung und (De)Kolonialität“ online von 27.10.2021 bis 29.10.2021

12.10.2021

Reflexive Ansätze gesellschaftspolitischer Konfliktbearbeitung

Zum Abschluss der Gastprofessur für transnationale Forschung von Prof. Christian Kaunert und des Research Fellowships des Jakob-Fugger-Zentrums der Universität Augsburg von Prof. Christoph Weller fand am 17.-19. September 2021 ein Workshop in Augsburg statt.

Um die Zwischenergebnisse der Zusammenarbeit im Rahmen des am Jakob-Fugger-Zentrum angesiedelten Projekts „ Reflexive Ansätze gesellschaftspolitischer Konfliktbearbeitung“ zu präsentieren, die erfolgreich beantragten Projekte vorzustellen und den inhaltlichen Austausch mit anderen Forscherinnen im bearbeiteten Themenfeld zu intensivieren, hatte der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung mit Unterstützung des Jakob-Fugger-Zentrums der Universität Augsburg 17 Kolleginnen aus fünf Ländern für drei Tage nach Augsburg eingeladen. Den passenden Rahmen für den ersten Präsenz-Workshop seit Beginn der Pandemie bot der Seminarraum „Weitblick“ im Hotel am alten Park, der trotz corona-bedingter Abstände intensive Debatten und viele anregende Vernetzungen ermöglichte.

12.10.2021

Neuerscheinung: „Kompetenzen für den Frieden lernen. Universität als Kreativwerkstatt“

In ihrem für das Themenheft „Frieden lernen, aber wie?“ der Zeitschrift Wissenschaft und Frieden (W&F 3/2021) gemeinsam verfassten Artikel diskutieren Verena Brenner, Tatjana Reiber und Michaela Zöhrer, „wie Friedenskompetenzen in der universitären Ausbildung von Friedens- und Konfliktforscher*innen berücksichtigt und erworben werden können – und warum das wichtig ist“ (Brenner et al. 2021: 17).

In ihrem Beitrag stellen die Autorinnen ihr Verständnis von Friedenskompetenzen vor, welche kognitives Wissen, Können und Einstellungen umfassen. Sie fragen nach den Bedingungsmöglichkeiten für ein „ganzheitliches und umfassendes Friedenslernen im Kontext universitätsspezifischer Herausforderungen“ (Brenner et al. 2021: 17) und stellen universitäre Lehr-/Lernräume als „Kreativwerkstätten des Friedens“ vor, „in denen friedenskompetentes Handeln auf fehlerfreundliche Weise ausprobiert, erlebt, reflektiert und eingeübt werden kann“ (Brenner et al. 2021: 18).

Die Autorinnen sind Initiatorinnen und Redakteurinnen des seit 2016 bestehenden Blogs „Lehrgut. Ein Blog für Lehrende der Friedens- und Konfliktforschung“, der zum Mitmachen einlädt!

Brenner, Verena/Reiber, Tatjana/Zöhrer, Michaela (2021): Kompetenzen für den Frieden lernen. Universität als Kreativwerkstatt, in: W&F 3/2021, S. 17-19.

04.10.2021

Neuerscheinung: „Wenn es knallt. Konfliktforschung und Konfliktberatung im Dialog.“

In ihrem gemeinsamen Beitrag für den Sammelband „An Konflikten wachsen oder scheitern? Beiträge zur Reflexion eines komplexen Phänomens“ (herausgegeben von Katrin Großmann et al.; Open Access/Creative Commons CC-BY-SA4.0) verdeutlichen Sylvia Lustig, Christina Pauls, Christoph Weller und Michaela Zöhrer, welche Potentiale der Dialog zwischen Konfliktforschung und Konfliktberatungspraxis birgt.

Zu Beginn ihres ‚Multilogs‘ schreiben die Autor*innen hierzu:

„Forschung und Praxis können sich befruchten, anregen und irritieren, sowie im Austausch und Konflikt voneinander lernen und aneinander wachsen. So stellt im konkreten Fall Kommunale Konfliktberatung den Gegenstand und bietet die Praxiserfahrung und den Reflexionsraum, um mit der Friedens- und Konfliktforschung in einen auf Erkenntniszuwachs ausgerichteten Dialog zu gehen, Begrifflichkeiten abzugleichen und wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischer Erfahrung in Verbindung zu bringen.“ (Lustig et al. 2021: 173)

Fragen, die unter anderem diskutiert werden, sind: Wie unterscheiden sich Konfliktaustragung und (Institutionen der) Konfliktbearbeitung – und warum ist diese Differenzierung potentiell hilfreich? Stellen ein Sich-Trennen, das Verlassen oder Vermeiden eines Konfliktkontextes (wünschenswerte) Formen der Konfliktaustragung dar?

Lustig, Sylvia/Pauls, Christina/Weller, Christoph/Zöhrer, Michaela (2021): Wenn es knallt. Konfliktforschung und Konfliktberatung im Dialog, in: Großmann, Katrin/Budnik, Maria/Haase, Annegret/Hedtke, Christoph/Krahmer, Alexander (Hrsg.): An Konflikten wachsen oder scheitern? Beiträge zur Reflexion eines komplexen Phänomens. Erfurt, S. 173-190.

Open Access erhältlich (Creative Commons CC-BY-SA4.0) unter: https://www.migrachance.de/publikationen/

04.10.2021

Transgenerationales Trauma: Videobeitrag von Christina Pauls

Anlässlich des 80. Jahrestages der Deportation der Russlanddeutschen in der ehemaligen Sowjetunion hat Christina Pauls einen Videobeitrag zum Projekt ‚Schweigeminuten‘ veröffentlicht. Sie reflektiert darin die Bedeutung von familiären Leidensgeschichten in der Gegenwart und regt zu einer vielstimmigen und sensiblen Erinnerungskultur an.

Im Sommer 2021 jährt sich das Kriegsfolgenschicksal russlanddeutscher Familien in der ehemaligen Sowjetunion zum 80. Mal. Dies nahm das Kulturreferat für Russlanddeutsche am Museum für Russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold zum Anlass, unter dem Titel ‚Schweigeminuten‘ Beiträge zu einer vielstimmigen Erinnerungskultur zusammenzutragen. Die Lehrstuhlmitarbeiterin Christina Pauls hat einen Videobeitrag mit Reflexionen aus ihrer eigenen Forschungsarbeit verfasst. Der Beitrag ist als Video mit Transkription unter diesem Link zugänglich: www.russlanddeutsche.de/de/kulturreferat/projekte/schweigeminuten/beitrag-christina-pauls.html

06.09.2021

Einladung zur Peace Summer School 2021: DO YOU CARE?

Vom 23. - 25. Juli 2021 findet zum genannten Thema die diesjährige Augsburger Peace Summer School statt mit drei Workshops und vielfältigem Programm. Eine Veranstaltung des Vereins „Alumni und Studierende der Konfliktforschung Augsburg“ (ASKA) im Rahmen des Kulturprogramms zum Augsburger Hohen Friedensfest 2021.

In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, dem Friedensbüro der Stadt Augsburg, dem Diözesanverband Augsburg von pax christi und dem Evangelischen Forum Annahof veranstaltet der ASKA (Alumni und Studierende der Konflktforschung Augsburg e.V.) zum fünften Mal die Peace Summer School in Augsburg.

05.07.2021

"Konfliktbearbeitung ist der Klebstoff der Demokratie"

Neuerscheinung (Open Access CC BY-NC-ND 3.0) von Christoph Weller bei den Kurzdossiers „Zuwanderung, Flucht und Asyl: Aktuelle Themen“ der Bundeszentrale für politische Bildung zum Themenfeld „Zugehörigkeit und Zusammenhalt in der Migrationsgesellschaft“

In seinem kurzen Beitrag für die bpb erläutert der Autor die Bedeutung von Konfliktbearbeitung für eine immer heterogener werdende, demokratische Gesellschaft: Unterschiedliche Lebensstile, Weltanschauungen und politische Überzeugungen – die Vielfalt in modernen Gesellschaften nimmt spürbar zu. Darin liegen große Chancen, aber auch Herausforderungen für die Demokratie und ihren Zusammenhalt. Gerade im Umgang mit dieser Vielfalt steckt das produktive Potenzial sozialer Konflikte, wenn sie bewusst bearbeitet werden. So wird Konfliktbearbeitung zum Klebstoff der Demokratie.

01.07.2021

2. EUCTER Virtual Conference: Terrorism in a Changing Landscape

The Jean Monnet Research Network EUCTER, coordinated by Prof. Dr. Christian Kaunert, Director of the International Centre for Policing and Security, University of South Wales and at present Visiting Professor for Transnational Studies at the Jakob-Fugger-Zentrum of Augsburg University, holds its second virtual conference.

With 11 panels, 55 papers and more than 500 participants from all over the world, the second EUCTER-conference of the European Counter-Terrorism Jean Monnet Research Network took place on June 14th - 16th. This virtual EUCTER conference aims to continue to explore the main challenges posed by terrorism at EU and international level. The conference seeks to explore how terrorism is adapting to a changing landscape and to map the current research at resilience, financing, radicalisation and gender level. While Prof. Christian Kaunert was the Discussant on the Panel „Memory, Ontological Security and Hybrid Warfare“, Prof. Christoph Weller, Chair for Political Science, Peace and Conflict Studies at Augsburg University and Visiting Professor at the International Centre for Policing and Security, University of South Wales, chaired the Panel „Recidivism and Radicalisation“ at the 2. virtual EUCTER-conference.

Based at the University of South Wales, under the coordination of Prof. Kaunert, EUCTER provides research-led excellence in teaching and learning at the intersection of two fundamental areas of EU policy – the Area of Freedom, Security and Justice (formerly known as Justice and Home Affairs) and EU counter-terrorism policy and law (also within the CFSP, notably in relation to counter-terrorist financing) – through an international cross-section of doctoral, post-graduate and graduate students. The objective is pursued by advancing cutting-edge blended learning formats, distance-learing, strong inter-disciplinarity, policy relevance. The project brings together three inter-related teaching and research areas: EU justice and home affairs, EU counter-terrorism and EU external relations. While the EU has progressively become an actor in international security in its own right thanks to its increased powers in the field of external relations (i.e. trade policies), the Lisbon Treaty has also underlined the need for more increased cooperation in the field of EU counter-terrorism. Focusing and analysing on EU counter-terrorism cooperation and diplomacy is the objective of EUCTER. The project aims to discover and explain if and why EU counter-terrorism cooperation, as well as external relations (i.e. CFSP/CSDP, human rights, legal dimensions, etc.) have added to an increased relevance, and if and why diplomacy can add to the counter-terrorism tool set in the EU’s cooperation with third partners via its own delegations at the bilateral and multilateral levels.

17.06.2021

Weltpolitik - was dürfen wir von der UNO erwarten?

Beim Themen-Samstag im Digitalen Pop-up-Store "Friedenssicherung und Menschenrechtsschutz durch die UN“ am 29. Mai 2021, 10:00 - 11:30 Uhr referiert Prof. Dr. Christoph Weller zu den Erwartungen an die UNO sowie ihren Schwächen und Stärken angesichts der zunehmenden Zahl globaler Probleme.

Anlässlich des „Tags der Friedenssicherungskräfte der Vereinten Nationen“ widmen sich drei Augsburger Dozenten den Fragen nach Friedenssicherung und dem Schutz von Menschenrechten im Rahmen eines digitalen Themensamstags.

Friedenssicherung durch UN-Blauhelme: Eine Erfolgsgeschichte feiert Geburtstag
Im Rahmen dessen referiert um 10.00 Uhr Prof. Dr. Thilo Rensmann vom Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht über „Friedenssicherung durch UN-Blauhelme: Eine Erfolgsgeschichte feiert Geburtstag“. In seinem Vortrag zeichnet er nach, wie ein Instrument, das bei der Gründung der Vereinten Nationen gar nicht vorgesehen war, zum Aushängeschild der Weltorganisation geworden ist.

Menschenrechtsschutz als Bestandteil des Friedensschutzes
Ab 10.30 Uhr befasst sich Dr. Stefan Lorenzmeier (Dekanat der Juristischen Fakultät) mit dem Menschenrechtsschutz als Bestandteil des Friedensschutzes, der zu den vordringlichsten Aufgaben der Vereinten Nationen gehört. Der Vortrag gibt einen kurzen Überblick über das System des UN-Menschenrechtschutzes und seine Durchsetzbarkeit für Privatpersonen.

Weltpolitik - was dürfen wir von der UNO erwarten?
Zum Abschluss des Thementags beschäftigt sich Prof. Dr. Christoph Weller vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung mit der Frage "Weltpolitik – was dürfen wir von der UNO erwarten?“ Die zunehmende Zahl globaler Probleme lässt die Erwartungen an die UNO ständig steigen und führt regelmäßig zu Enttäuschungen. Wie sind die Schwächen und Stärken der UNO politikwissenschaftlich einzuschätzen und was ist in Zukunft von ihr zu erwarten?

20.05.2021

Tim Bausch, wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen der Universität Jena im Sommersemester in Augsburg

Tim Bausch bietet in Form eines Lehrauftrages und in Vertretung für PD Dr. Ulrich Roos ein Lehrforschungsprojekt zum Weltklimagipfel 2021 in Glasgow an.

Dabei werden sowohl performative Widerstandspraktiken als auch regierungsamtliche Staatsnarrative in den Blick genommen. Tim Bausch forscht in seinem Disserationsprojekt zu Formen performativen Widerstandes unter besonderer Berücksichtigung deren ästhetischer Dimension sowie zu sozialen Bewegungen und Protest im Allgemeinen.

29.04.2021

Lehrer*innenfortbildung “Frieden - was ist das überhaupt?"

In dieser Fortbildung, die von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit und dem Friedensbüro der Friedensstadt Augsburg gemeinsam organisiert und durchgeführt wird, beleuchtet Frau Christina Pauls, den vielfältigen Begriff „Frieden“ durch einen wissenschaftlichen Fachvortrag. Im Anschluss werden verschiedene Möglichkeiten des Zugangs zu Frieden und Friedensbildung im Schulkontext vorgestellt.

Ob im (Schul-)Alltag, in der Literatur, im Film oder in der internationalen Berichterstattung - der Begriff „Frieden“ taucht häufig auf und dabei verständigt man sich jedoch selten darüber, was wir eigentlich unter „Frieden“ verstehen. In dieser Fortbildung wird der vielfältige Begriff „Frieden“ durch einen wissenschaftlichen Fachvortrag von Frau Christina Pauls, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg, genauer beleuchtet.
Dabei werden unterschiedliche Dimensionen und Definitionen von Frieden aufgezeigt. Anschließend werden in Kleingruppen verschiedene didaktische und methodische Ansätze vorgestellt, um das Thema Frieden konkret in der Praxis mit Jugendlichen zu behandeln. Die zweistündige Fortbildung gibt somit einen vertiefenden fächerübergreifenden Einblick in die Thematik und bietet direkte Anregungen für die Umsetzung im Unterricht.
Die Veranstaltung der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit wird in Zusammenarbeit mit dem Friedensbüro der Friedensstadt Augsburg entwickelt und durchgeführt. Sie zeigt dabei unter anderem Möglichkeiten auf, das Augsburger Hohe Friedensfest im Unterricht zu thematisieren.

21.04.2021

Neuerscheinung: Re-Storying a Past that lies between us

Die Masterarbeit von Christina Pauls ist bei innsbruck university press in der Reihe 'Masters of Peace' erschienen. Sie beschäftigt sich darin mit Narrativen Russlanddeutscher Zweiter Generation in Zusammenhang mit transgenerationaler Traumatisierung.

Die Reise dieses Buches beginnt mit Irritationen über Zugehörigkeit, verstummte Familiengeschichten und auferlegte Namensänderungen. Die Segel setzend erkundet Christina Pauls Narrative von Russlanddeutschen zweiter Generation, die heute in Deutschland leben. Sie möchte verstehen, wie Familiengeschichten in der Sowjetunion noch heute die Nachkommen von Minderheiten beeinflussen. Ausgehend von der Annahme kollektiver Traumatisierung entfaltet sich eine Route anhand der analytischen Zugänge über Zeitlichkeit, Unsagbarkeit und Viktimisierung. Durch die Vermächtnisse transgenerationaler Traumatisierung erkundet Christina Pauls gemeinsam mit sechs GesprächspartnerInnen Möglichkeiten, die Gewaltformen der Vergangenheit in einer erweiterten Gegenwart neu zu erzählen. So lässt sich am Horizont ein Ort erahnen, an dem es erträglicher wird, diese Familiengeschichten zu hören.

14.04.2021

CfP Workshop „Friedensforschung, Friedensbildung & (De-)Kolonialität“, 27.-29. Oktober 2021, Klagenfurt (oder online)

Der Workshop widmet sich einer vertieften Beschäftigung mit feministischen, post- und dekolonialen Ansätzen der Friedens- und Konfliktforschung sowie der Friedensbildung (Friedenspädagogik). Er richtet sich an Forschende ebenso wie an fortgeschrittene Studierende. Wir freuen uns auch auf Vorschläge von Personen, die nicht primär in der wissenschaftlichen, sondern auch in zivilgesellschaftlich-sozialarbeiterischer Friedensarbeit tätig sind.

Kooperationspartner des Zentrums für Friedensforschung und Friedensbildung am Institut für Erziehungswissenschaften und Bildungsforschung der Universität Klagenfurt ist der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg. Das Organisationsteam freut sich auf spannende Beitragsvorschläge bis 15. Mai an decolonizepeace@aau.at

14.04.2021

Polizei- und Sicherheitsforscher Prof. Kaunert im Sommer am Lehrstuhl

Die Gastprofessur für transnationale Forschung des Jakob-Fugger-Zentrums der Universität Augsburg wird im Sommersemester 2021 von Prof. Dr. Christian Kaunert, Direktor des International Centre for Policing and Security at the University of South Wales, UK, und Jean Monnet Chair in EU Counter-Terrorism wahrgenommen.

31.03.2021

IB-Einführungsvorlesung im Sommersemester von Dr. Alexander Reichwein

In Vertretung von PD Dr. Ulrich Roos wird die Vorlesung „Einführung in die Internationalen Beziehungen“ sowie drei Grundkurse des BA-Basismoduls „Grundlagen der Politikwissenschaft II“ bzw. des Lehramt-Aufbaumoduls „Politikwissenschaft“ im Sommersemester 2021 von Dr. Alexander Reichwein angeboten.

Dr. Alexander Reichwein ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Er vertritt im Sommersemester die Stelle von PD Dr. Ulrich Roos und übernimmt in diesem Rahmen neben Grundkursen zur Einführung in die politikwissenschaftliche Teildisziplin Internationale Beziehungen (IB), deren Thema "Krieg für Menschenrechte? "Humanitäre" Intervention, die Schutzverantwortung und hegemoniale Projekte“ lautet, auch die IB-Einführungsvorlesung. Sie vermittelt am Beispiel der internationalen Politik grundlegende sozialwissenschaftliche Kenntnisse und gibt insbesondere Einblick in die Themen, Fragestellungen, Forschungsansätze und unterschiedlichen Theorieperspektiven der IB. Die Vorlesung findet in einem synchronen Online-Format mittwochs von 12:15 bis 13:45 Uhr über Zoom statt. Begleitend zu dieser Einführungsvorlesung werden auch zwei Tutorien angeboten. Die Anmeldung zu allen Veranstaltungen erfolgt über den Digicampus.

24.03.2021

Studie zur Etablierung der Friedensforschung in der Friedensstadt erschienen

Neuerscheinung: Die Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben hat in ihrem 113. Band die Studie von Andreas Rau und Christoph Weller, „Die Etablierung der Friedens- und Konfliktforschung in der Friedensstadt Augsburg“, veröffentlicht.

Andreas Rau / Christoph Weller
Die Etablierung der Friedens- und Konfliktforschung in der Friedensstadt Augsburg
In: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben, 113. Band (2021), S. 337-360, Augsburg: Wißner-Verlag.

Abstractum

Augsburgs Bezeichnung als Friedensstadt besitzt historische sowie aktuelle und zukunftsbezogene Dimensionen. Hierzu gehört, dass in der Universitätsstadt Augsburg seit Anfang der 2000er Jahre die Friedens- und Konfliktforschung beheimatet ist. Wie es zu dieser Profilbildung der Sozialwissenschaften kam, ist die Fragestellung dieses Aufsatzes, der zunächst beschreibt, dass alle früheren Bemühungen, in Bayern die wissenschaftliche Friedensforschung zu etablieren, erfolglos waren. Erst eine spezifische Konstellation von Akteuren, Interessen und Ereignissen, beginnend mit zivilgesellschaftlichen Aktivitäten gegen zunehmende Ausländerfeindlichkeit über die Initiativen einzelner Hochschullehrer*innen der Universität Augsburg bis hin zum Restrukturierungsdruck der Universität aufgrund ministerieller Erwartungen aus München eröffneten ein window of opportunity, welches zur Etablierung der Friedens- und Konfliktforschung in der Friedensstadt führte.

22.03.2021

Augsburger Friedensgespräche am 24. März um 19:00 Uhr (online)

Religiös begründeter Antisemitismus - Ursachen, Wirkungen und aktuelle Strategien zur Prävention. Über dieses Thema sprechen beim aktuellen Augsburger Friedensgespräch Prof. Dr. Margot Käßmann, Dr. Henry G. Brandt, Dr. Josef Schuster und Ahmad Mansour. Das Gespräch wird live online übertragen.

In Deutschland wie in vielen europäischen Gesellschaften spielt die Religion nur noch eine untergeordnete Rolle. Das bedeutet aber nicht, dass der religiös begründete Antijudaismus bzw. religiös geprägte Antisemitismus verschwunden wären. Antisemitismus steht als Sammelbegriff für eine Weltanschauung, die in der Existenz der Juden und Jüdinnen die Ursache aller Probleme sieht, und baut neben den religiösen auf rassistischen, ökonomischen oder antizionistischen Diskriminierungsmustern auf.

Auf welchen Narrativen basiert seit dem frühen Christentum die christliche Theologie der Verachtung des Judentums? Welche religiösen Inhalte speisen den Antisemitismus im Islam? Wie wirken die christlichen und islamischen Religionsvertreterinnen und Religionsvertreter diesen Narrativen entgegen? Die erste Online-Ausgabe der Augsburger Friedensgespräche möchte diesen Fragen nachgehen und erörtern, welchen Beitrag heute die Vertreter*innen von Christentum und Islam gegen Judenhass, Antijudaismus und Antisemitismus leisten können.

Podium und Statements:

Dr. Henry G. Brandt, Rabbiner und u.a. Vorsitzender des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und Vorsitzender der Allgemeinen Rabbinerkonferenz (ARK): „Religiös geprägter Antisemitismus ist ein rätselhaftes Phänomen, das sich weder einer Logik noch anderen gesellschaftlichen Wissenschaften eröffnet. Über viele Jahrhunderte hat er sich in vielen Mutationen erhalten. Ihn auszumerzen helfen weder Gesetz noch Gewalt, sanfter Sirenengesang, noch dicke Folien der Forschung. Können wir einen kleinen Schritt zu einer Lösung näherkommen?“

Prof. Dr. Margot Käßmann, evangelisch-lutherische Theologin und ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland: „Als Christin bin ich mir der historischen Verantwortung meiner Glaubensgemeinschaft für Antijudaismus und Antisemitismus sehr bewusst. Aber ich bin zutiefst überzeugt, dass der jüdisch-christliche Dialog, der inzwischen bis auf die Ortsebene geführt wird, ein Miteinander auf Augenhöhe, gegenseitigen Respekt, Interesse an der unterschiedlichen Sicht auf die Quellen unserer jeweiligen Religion mit sich bringt.“

Ahmad Mansour, deutsch-israelischer Psychologe und Autor: „Auch wenn Antisemitismus herkunftsübergreifend in unserer Gesellschaft auftritt, so ersetzen Lippenbekenntnisse nicht die Notwendigkeit, sich mit Antisemitismus in den eigenen Reihen auseinanderzusetzen. Auch über muslimischen Antisemitismus muss deutlich gesprochen werden, ohne sich in Relativierungen, Verharmlosungen und Tabuisierungen zu verlieren. Denn auch diese Art von Antisemitismus kostet hier in Europa Menschenleben und da, wo Antisemitismus herrscht, stirbt die Demokratie.“

Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland: „Zu den Formen der Judenfeindschaft zählen der religiöse Antisemitismus und der Antijudaismus. Es gilt, diesen Judenhass zu thematisieren und ihm zu begegnen. Religionsgemeinschaften können einen wichtigen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben unserer Gesellschaft leisten.“
Moderation: Shahrzad Eden Osterer (Bayerischer Rundfunk)

Veranstalter: Friedensbüro der Stadt Augsburg in Kooperation mit dem Büro für gesellschaftliche Integration der Stadt Augsburg, Universität Augsburg, Volkshochschule Augsburg, Evangelisches Forum Annahof und Verein Rabbi Brandt. Brücken Bauen für Interreligiöse Verständigung e.V.

Info Augsburger Friedensgespräche: In der Vortragsreihe „Augsburger Friedensgespräche“ widmen sich Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik, Kultur, Sport und Religion in Vorträgen und Diskussionen dem Themenkomplex Interkulturalität, Migration, Integration, Diversity und interreligiösem Dialog. Die Augsburger Friedensgespräche nehmen Bezug auf den Augsburger Religionsfrieden von 1555 und beschäftigen sich mit aktuellen gesellschafts- und religionspolitischen Themen. Siehe: www.friedensstadt-augsburg.de

10.03.2021

Prof. Christoph Weller erhält Research-Fellowship des Jakob-Fugger-Zentrums

Im Sommersemester 2021 ermöglicht ein Fellowship des Jakob-Fugger-Zentrums Prof. Weller, sein Forschungsprojekt „Reflexive Ansätze gesellschaftspolitischer Konfliktbearbeitung“ in Kooperation mit dem International Centre for Policing and Security voranzutreiben.

Für das Sommersemester 2021 gewährt das Jakob-Fugger-Zentrum - Forschungskolleg für transnationale Studien der Universität Augsburg Prof. Dr. Christoph Weller ein Research-Fellowship, um sein Forschungsprojekt „ Reflexive Ansätze gesellschafspolitischer Konfliktbearbeitung“ im JFZ-Themenfeld „Gesellschaftliche Transformationsprozesse“ in Kooperation mit dem International Centre for Policing and Security der University of South Wales im Hinblick auf einen Drittmittelantrag fortzuführen. Das Jakob-Fugger-Fellowship geht mit einer Ermäßigung der Lehrverpflichtung und der Einrichtung einer Gastprofessur im genannten Forschungsschwerpunkt einher.

25.02.2021

Kooperationsprojekt zur Kommunalen Konfliktbearbeitung erhält Förderung

Gemeinsam mit dem Forum Ziviler Friedensdienst hat der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung Mittel eingeworben, um Prozesse Kommunaler Konfliktberatung mit einer partizipativen Methodologie zu erforschen.

In Kooperation mit dem Forum Ziviler Friedensdienst (forumZFD) hat der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung EU-Mittel des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der Europäischen Union eingeworben, um in einem partizipativ mit Beraterinnen der Kommunalen Konfliktberatung zu gestaltenden Prozess sein Forschungsprojekt zu Institutionen der Konfliktbearbeitung voranzutreiben. Im Rahmen dieser Partizipativen Konfliktforschung werden gleichzeitig theoretische, methodologische und praxisorientierte Ziele verfolgt, zum Beispiel die Konzeptualisierung und Weiterentwicklung von Institutionen kommunaler Konfliktbearbeitung oder die Qualifizierung der Beraterinnen.

Dieses Kooperationsprojekt wird gefördert durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der Europäischen Union im Rahmen des Projekts „Kommunale Konfliktberatung: Konflikte als Chance für eine nachhaltige Integration“ des forumZFD.

08.02.2021

Friedenspolitische Online-Tagung am 23.1.2021: Frieden und Sicherheit in Afrika

Welchen Beitrag kann die EU-Außenpolitik zu Frieden und Sicherheit in Afrika leisten? Zu dieser Frage lädt der Lehrstuhl zu zwei interaktiven Workshops und Inputs von Wissenschaftler*innen und Politiker*innen im Rahmen einer digitalen Tagung ein.

Friedenspolitische Online-Tagung am 23.1.2021: Frieden und Sicherheit in Afrika - Was leistet die EU-Außenpolitik?
Europa versteht sich als Friedensmacht. Wie prägt dieses Selbstverständnis die wichtiger werdende Rolle der EU als Akteur in der Weltpolitik? Von besonderer Bedeutung ist die Beziehung zum Nachbarkontinent Afrika. Welchen Beitrag kann eine EU-Außenpolitik zu Frieden und Sicherheit in Afrika leisten? Welche Interessen und welche Ziele bestimmen die europäische Außenpolitik in und zu den Ländern und politischen Organisationen Afrikas? Welche Perspektiven haben hier die EU, die Mitgliedstaaten und die Partnerstaaten in der Afrikanischen Union? Seitenblicke auf die Außenpolitiken Chinas, Russlands und der USA vertiefen das Verständnis der EU-Außenpolitik.

In der Veranstaltung wollen wir insbesondere auch die Instrumente und Institutionen der EU zur Krisenprävention beleuchten, die im Kontext von Frieden und Sicherheit von besonderem Interesse sind. Es stellt sich dabei die Frage, wie paternalistisch dieser Politikansatz ist oder inwieweit er verdeckt, welche Rolle die EU in den Konflikten spielt.

Wir freuen uns, dass wir ein breites Spektrum an Expert:innen aus Arbeitsfeldern in der EU und aus wissenschaft- lichen Institutionen in Afrika gewinnen konnten, um die Rolle der EU in der Friedens- und Sicherheitspolitik zu verstehen und zu bewerten. Abschließend soll mit der Politik diskutiert werden, wie den Bedürfnissen der Menschen in Afrika nach einem auskömmlichen Leben in Sicherheit aktuell begegnet werden kann.

21.12.2020

Neuerscheinung: Wissenschaftsethische Herausforderungen der Internationalen Beziehungen

Christoph Weller verdeutlicht in seinem neuesten Beitrag in der „Zeitschrift für Internationale Beziehungen", dass die Notwendigkeit ethischer (Selbst-)Reflexion von Forschungsprozessen früher einsetzt sowie später endet, als hier und da erwartet wird.

Der Beitrag thematisiert jene wissenschaftsethischen Herausforderungen der akademischen Beschäftigung mit internationaler Politik, die bereits vor dem unmittelbaren Eingreifen in das empirische Forschungsfeld auftauchen und welche nach der Datenerhebung und -auswertung auch noch nicht als abgeschlossen betrachtet werden können. Als einer auf den internationalen Frieden hin ausgerichteten Wissenschaft unterliegen die Internationalen Beziehungen spezifischen ethischen Anforderungen, die es angesichts wachsender globaler und epistemologischer Herausforderungen verstärkt zu reflektieren gilt. Hierzu will dieser Forumsbeitrag anregen und wendet sich dafür den folgenden drei Themenfeldern zu: wissenschaftsethisch fundierten Theorieentscheidungen, den Anforderungen einer gesellschaftspolitisch relevanten Politikwissenschaft und Fragen nach der Kommunikation wissenschaftlicher Ergebnisse und deren wissenschaftsethischen Dimensionen. Damit soll knapp und pointiert verdeutlicht werden, dass die Notwendigkeit ethischer (Selbst-)Reflexionen über den im engeren Sinne empirischen Forschungsprozess hinausgeht und früher einsetzt sowie später endet als hier und da erwartet wird.

Abstract:

This article discusses those ethical challenges of research in International Relations (IR) that occur even before entering the empirical field and that do not end with the finalisation of data collection and analysis. As a scientific discipline that focuses on international peace, IR have a particular ethical concern that reflect increasingly global and epistemological challenges. This contribution seeks to stimulate such a debate by discussing three issues: ethically grounded theoretical decisions, the requirements for a political science that has socio-political relevance, and questions of communication of scientific insights and the ethical dimensions in this process. The article aims to outline trenchantly that the necessity of ethical reflections goes far beyond the empirical process of data generation but starts earlier and ends later as often expected.

20.12.2020

Opening of EUCTER - Jean Monnet Network on EU Counter-Terrorism

Mit einer Keynote von Federica Mogherini, der ehemaligen Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, begann am 15.12.2020 der dreitägige Eröffnungs-Workshop des EUCTER-Network, zu dessen 14 Projektpartnern auch der Lehrstuhl von Christoph Weller gehört.

EUCTER is a research-led excellence network, comprising fourteen partners, with the aim of advancing cutting-edge blended learning formats with a strong policy relevance in the area of the EU Counter-Terrorism. The project brings together three inter-related teaching and research areas: EU justice and home affairs, EU counter-terrorism and EU external relations.

The network is led by the International Centre for Policing and Security – University of South Wales and includes the University of the West of England Bristol and Cardiff University in the UK, Dublin City University in Ireland, the University of Augsburg (Chair of Political Science, Peace and Conflict Studies) in Germany, the Egmont Institute in Belgium, the University of Maastricht in the Netherlands, the University of Pisa in Italy, CIDOB Barcelona and the University of Deusto Bilbao in Spain, the University of Iasi in Romania, Prague Metropolitan University in the Czech Republic, the IDC Herzliya in Israel and the University of Jendouba in Tunisia.

Opening of Jean Monnet Network EUCTER

Mit einer Keynote von Federica Mogherini, der ehemaligen Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik begann am 15.12.2020 der dreitägige Eröffnungs-Workshop des EUCTER-Network, zu dessen 14 Projektpartnern auch der Lehrstuhl von Christoph Weller gehört.

Themenstellung des Augsburger EUCTER-Beitrags:

Prävention von Radikalisierung und gewaltsamer Eskalation des Konfliktaustrags

Terroristischer und rechtsextremer Gewalt liegen Radikalisierungsprozesse zugrunde, in denen Legitimationsmuster der Gewaltanwendung hervorgebracht werden. So kann die rechtsextreme Radikalisierung als einflussreicher Faktor für die zunehmende Gewalt in den gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen europäischer Demokratien gelten. Dabei wird gesellschaftliche Heterogenität mit Ausgrenzung, Abwertung, Feindbildern und nationalistischer Identitätsbildung beantwortet, weil vielfach die demokratischen Institutionen der Konfliktbearbeitung angesichts zunehmender gesellschaftlicher Differenzen und politischer Radikalisierung nicht mehr greifen. Prävention von Radikalisierung und gewaltsamer Eskalation des Konfliktaustrags setzt an der Funktionsfähigkeit vorhandener Institutionen der Konfliktbearbeitung an und wendet sich aus Perspektive der Friedens- und Konfliktforschung vor allem der institutionellen Weiterentwicklung von Konfliktbearbeitung zu ( Reflexive Ansätze gesellschaftspolitischer Konfliktbearbeitung), u.a. auch den Herausforderungen der Polizei, wie sie mit den ihr zur Verfügung stehenden Handlungsmöglichkeiten zur Deeskalation des Konfliktaustrags bei steigendem gesellschaftspolitischem Konfliktpotenzial beitragen kann.

16.12.2020

Neuerscheinung: "Kreative Konfliktbearbeitung“ von Christoph Weller

Im Interview mit „Gemeinde creativ“, dem Magazin für engagierte Katholiken (November-Heft), erläutert Christoph Weller, warum Konflikte wichtig sind und welch zentralen Beitrag eine konstruktive Konfliktbearbeitung für den Frieden leistet.

Zum Themenschwerpunkt „ Frieden leben“ von „Gemeinde creativ“ wurde Prof. Christoph Weller zum Frieden in der Welt, dem Konfliktpotenzial der Corona-Pandemie, zu erfolgversprechenden Strategien der Konfliktbearbeitung, dem Zusammenhang von Frieden und Gerechtigkeit, zu religiösen Konflikten und dem Beitrag jeder und jedes Einzelnen für den Frieden befragt. Eine ausführliche Fassung des Interviews erscheint auf www.gemeinde-creativ.de

Christoph Weller: Kreative Konfliktbearbeitung in: Gemeinde creativ. Magazin für engagierte Katholiken, 63. Jahrgang, November-Dezember 2020, S. 12-13.

19.11.2020

Neuerscheinung: Eine „unbrauchbare Perspektive“ kritisiert Christoph Weller in der Zeitschrift „Forschung & Lehre“

Regelbrüche und Illegalitäten können - so die kritisierte organisationssoziologische Perspektive - das Funktionieren von Hochschulen stabilisieren. Doch werden sie damit legitimiert? Der Beitrag ist erschienen in: Forschung & Lehre 27 (2020): 11, 921

Regelbrüche und Illegalitäten können - so die in dem Beitrag kritisierte organisationssoziologische Perspektive - das Funktionieren von Hochschulen stabilisieren. Doch werden sie damit legitimiert? Von der Zeitschrift „Forschung & Lehre“ wäre - so Weller - zum Thema „Regelbrüche an Hochschulen“ doch eher eine Perspektive zugunsten derer zu erwarten, die Strukturen verbessern wollen, weil ihnen gerechte Verfahren und wissenschaftsethische Grundsätze wichtiger sind als das reibungslose Funktionieren einer Organisation.

Christoph Weller: Unbrauchbare Perspektive. Widerspruch zur Propagierung „Brauchbarer Illegalitäten“ in „Forschung & Lehre“, in: Forschung & Lehre 27 (2020): 11, 921.

05.11.2020

Neuerscheinung: „Nachhaltigkeit, Postwachstum, Transformation“

Ulrich Roos und sechzehn Augsburger Ko-Autor*innen veröffentlichen Sammelband bei Springer VS.

Der Band versammelt zentrale Befunde abgeschlossener Forschungsarbeiten zur Frage der Transformation des Nachhaltigkeitsdiskurses. Welche Narrative, Strategien, Ziele und Werte bestimmen den Kampf um Definition und Ausgestaltung nachhaltiger Politik? Wird die bisherige Hegemonie schwacher Nachhaltigkeitspolitik auf Ebene der Handlungslogiken und mentalen Infrastrukturen bereits tiefgreifend herausgefordert? Und welche Muster lassen sich durch die Beobachtung verschiedener transformativer Praktiken und Kämpfe erkennen?

Roos, Ulrich (Hrsg.) (2020): Nachhaltigkeit, Postwachstum, Transformation. Eine Rekonstruktion wesentlicher Arenen und Narrative des globalen Nachhaltigkeits- und Transformationsdiskurses, Springer VS, Wiesbaden, 546 Seiten.

02.11.2020

Neuerscheinung: "Demokratiebildung in der Lehre" von Nora Schröder

Der Blog-Beitrag von Nora Schröder reflektiert die Seminarerfahrungen von demokratischer Praxis anhand der Demokratiebildungsmethode "Betzafta"

Nora Schröder hat auf dem Lehrgut-Blog, einem Blog für Lehrende in der Friedens- und Konfliktforschung, einen Beitrag zu der Demokratiebildungsmethode "Betzafta" veröffentlicht. Unter dem Titel "Demokratiebildung in der Lehre" reflektiert sie die Herausforderungen und Chancen der Methode in der praktischen Umsetzung eines Seminars an der Universität Augsburg. Wer erfahren möchte, wie "demokratisch" die Diskussion über Demokratie wirklich ablief und wie der Reflexionsraum genutzt werden kann, der sich durch die Diskrepanz zwischen Demokratie-Idealen und Demokratie-Praxis ergibt, kann den Beitrag hier nachlesen.

05.10.2020

Neuerscheinung: „How do we teach the world? A conversation about decolonization, processes of unlearning and ‚aha moments‘ in institutions of higher education“

Gemeinsam mit Zeynep Gülşah Çapan und Sebastian Garbe diskutiert Michaela Zöhrer Wege, die sie als Dozent*innen in sozialwissenschaftlicher Hochschullehre (in Deutschland) einschlagen, wenn es darum geht, post- und dekoloniale Ansätze und weitere Kritiken gegenüber u.a. eurozentrischer Wissen(schaft)spraxis gewissenhaft zu berücksichtigen.

Der Artikel erscheint im Rahmen des Themenschwerpunkts „How do we know the world? Collective engagements with the (de)coloniality of development research and teaching“ in Acta Academia mit dem Convivial Thinking Writing Collective als Gastherausgeber*in. Convivial Thinking ist eine kollektive Plattform, die Grenzen der Herkunft, professioneller Zugehörigkeiten und akademischer Disziplinen überschreitet, um einen Raum für inklusive, interdisziplinäre und alternative Zugänge zu Mainstream-Methoden der Wissensproduktion nicht zuletzt im Kontext von ‚Entwicklung‘ zu eröffnen.

Literatur:

Çapan, Zeynep Gülşah/Garbe, Sebastian/Zöhrer, Michaela (2020): How Do We Teach the World? A Conversation about Decolonization, Processes of Unlearning and Aha Moments in Institutions of Higher Education, in: Acta Academica 52: 1, 76-88. Open Access.

01.10.2020

Peace Summer School 2020: #Rituale

Auch in diesem Jahr gibt es wieder wie seit 2017 eine Peace Summer School in der Friedensstadt Augsburg, am 31. Juli und 1. August zum Thema #Rituale, veranstaltet vom ASKA e.V.

Utopie · Freiheit · Rituale

Seit 2017 findet die Peace Summer School jährlich im Hollbau in Augsburg statt und ist der Ort des Augsburger Hohen Friedensfestes, wo die wechselnden Themen* wissenschaftlich aufgegriffen und erlebbar bearbeitet werden. Die Peace Summer School wird seit 2018 durch den ASKA e.V. veranstaltet und ist Ausdruck des Vereinsziels, Kompetenzen in der Gestaltung von Frieden zu vermitteln und Wissen über den Wert von Konflikten zu schaffen.
Als wiederkehrendes Projekt fördert die Peace Summer School gesellschaftlichen Zusammenhalt und die
individuelle Kompetenzen, sich selbstbewusst in die Gestaltung von Gemeinschaft einzubringen und anderen als Gleiche:r unter Gleichen zu begegnen.

Veranstalter:innen:

ASKA e.V. Verein der Ehemaligen, Fördernden, Freunde/-innen und Studierenden der Konfliktforschung
Augsburg e.V. In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg, dem Evangelischen Forum Annahof, dem Friedensbüro Augsburg und der Petra-Kelly-Stiftung.
Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Augsburg und im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“

09.07.2020

Neuerscheinung: „Frieden ist keine Lösung: Ein bescheidener Friedensbegriff für eine praxisorientierte Konfliktforschung“

Christoph Weller plädiert in seinem Beitrag zum Themenheft „Frieden begreifen" der Zeitschrift „ Wissenschaft und Frieden“ (2/2020) für einen Friedensbegriff, der sich nicht an der Abwesenheit von Gewalt, sondern am Umgang mit Konflikten orientiert

Für eine praxisorientierte Konfliktforschung muss die geregelte Konfliktbearbeitung im Mittelpunkt stehen, was mit einem prozessorientierten Friedensverständnis zu verbinden ist.

Christoph Weller: Frieden ist keine Lösung: Ein bescheidener Friedensbegriff für eine praxisorientierte Konfliktforschung, in: Wissenschaft und Frieden 38: 2 (2020), 15-18.

Das Wort »Frieden« taucht an vielen Stellen unserer Alltagskommunikation auf und führt zu einem scheinbar gemeinsamen intuitiven Verständnis. Von wenigen Ausnahmen abgesehen bezeichnet »Frieden« positiv bewertete soziale Verhältnisse, die in der Zukunft liegen. Doch welche Forschungsergebnisse benötigt die Praxis, beispielsweise die Kommunale Konfliktberatung, um heute Schritte in eine friedliche Zukunft zu gehen? Dafür könnte ein Friedensbegriff, der sich nicht an der Abwesenheit von Gewalt, sondern am Umgang mit Konflikten orientiert, hilfreich sein. Für ein solches prozessorientiertes Friedensverständnis wird in diesem Beitrag argumentiert und die Bedeutung geregelter Konfliktbearbeitung hierfür hervorgehoben.

05.06.2020

Virologen - ein neues Feindbild?

Kulturzeit, das Fernsehfeuilleton von ZDF, ORF, SRF und ARD befragte Prof. Christoph Weller zu den Entstehungsbedingungen und Funktionen von Feindbildern in der Corona-Krise. Kulturzeit-Sendung vom 19.5.2020

Zu den Entstehungsbedingungen und Funktionen von Feindbildern in der Corona-Krise gab Prof. Dr. Christoph Weller Auskunft auf der Grundlage seiner Studien:

  • Weller, Christoph 2009: Feindbilder: zwischen politischen Absichten und wissenschaftlichen Einsichten, in: Neue politische Literatur 54: 1, 87-103.

  • Weller, Christoph 2002: Warum gibt es Feindbilder?, in: Hippler, Jochen/Lueg, Andrea (Hrsg.): Feindbild Islam oder Dialog der Kulturen, Hamburg: Konkret-Literatur-Verl., 49-58.

  • Weller, Christoph 2001: Feindbilder: Ansätze und Probleme ihrer Erforschung (InIIS-Arbeitspapier 22) , Bremen: Institut für Interkulturelle und Internationale Studien.

19.05.2020

Polizei- und Sicherheitsforscher Prof. Kaunert im Sommer am Lehrstuhl

Der Aufenthalt von Prof. Dr. Christian Kaunert, Direktor des International Centre for Policing and Security at the University of South Wales, UK, und Jean Monnet Chair in EU Counter-Terrorism in Augsburg im Rahmen des Gastdozentenprogramms wird aufgrund der Einschränkungen der Corona-Pandemie ins Wintersemester 2020/21 verschoben.

Prof. Dr. Christian Kaunert, Direktor des International Centre for Policing and Security at the University of South Wales, UK, und Jean Monnet Chair in EU Counter-Terrorism wird im Rahmen des Gastdozentenprogramms voraussichtlich im Wintersemester 2020/21 an den Forschungsprojekten des Lehrstuhls und dem MA-Lehrprogramm mitwirken.

Lassen Sie mich meine Person vorstellen. Ich bin ursprünglich aus Augsburg und habe meinen Abiturabschluss am Holbein-Gymnasium Augsburg gemacht. Ich bin derzeitig Full Professor of Policing and Security, sowie Director, International Centre for Policing and Security, University of South Wales. Ich bin auch Inhaber des Jean Monnet Lehrstuhls EU Counter-Terrorism (2018-2021). Ich war zuvor Professor of International Politics und Inhaber des Jean Monnet Lehrstuhl’s EU’s Area of Freedom, Security and Justice (2013-2016) an der University of Dundee in Großbritannien und auch an der Vrije Universiteit Brussel. Ich habe 2006 an der University of Wales Aberystwyth in Großbritannien in International Relations promoviert, der ältesten und besten Universität im Bereich der Internationalen Politik seit 1919. Dort graduierte ich auch 2002 mit einem Master (MScEcon) in EU Politik.

Prof. Dr. Christian Kaunert is Chair of Policing and Security, as well as Director of the International Centre for Policing and Security at the University of South Wales. He is also the Leader of the Cognate Research Group on Policing and Security at the University of South Wales. Previously, he served as an Academic Director and Professor at the Institute for European Studies, Vrije Universiteit Brussel, a Professor of International Politics, Head of Discipline in Politics, and the Director of the European Institute for Security and Justice, a Jean Monnet Centre for Excellence, at the University of Dundee. Prof Kaunert has researched and taught in many international universities, such as University of Shandong, Jinan, China, IBEI Barcelona, Spain, Diplomatic Academy Yerevan, Armenia – United Nations Development Mission, University of Cairo, Egypt, Collegio Carlo Alberto, Turin, Italy, Ecole nationale d’administration Paris, European Institute of Public Administration Maastricht, Netherlands, European Studies Institute (ESI) at Moscow, University of Porto, Portugal, Universidad de Antioquia Medellin, Universidad de La Sabana Bogota, and Universidad Santiago de Cali, Colombia, University of Berkeley, California, Metropolitan University of Prague, University of Catania, Italy, Charles Sturt University, Sidney, Australia, Olympia Summer Academy, Nafplion, Greece, NATO Counter-Terrorism Centre of Excellence, Ankara, Turkey, and the IDC Herzliya, Israel, etc. He was previously Senior Lecturer at the University of Dundee, Marie Curie Senior Research Fellow at the European University Institute Florence, and Senior Lecturer in EU Politics & International Relations, University of Salford. He has been awarded with a prestigious Jean Monnet Chair in EU Justice and Home Affairs Policy and EU Counter-Terrorism (2012, 2013, 2017 and 2018), and received a prestigious Marie Curie Career Integration Grant (from 2012-2016), the latter held at the University of Dundee. He is currently the Editor of the Journal of Contemporary European Studies, International Conflict and Cooperation and the Edward Elgar Book Series ‘European Security and Justice Critiques’. He has also previously been the Editor of the Journal of Contemporary European Research (JCER), on the Executive Committee member of the University Association for Contemporary European Studies (UACES), and an Expert for the European Parliament. He is also on the editorial board of the journal European Politics and Society (EPS) and the Journal of European Integration (JEI). His successful application for a Marie Curie Senior research fellowship at the EUI was ranked in the top 1% of all applications received (98.5% as total score). Prof. Kaunert holds a PhD in International Politics & an MSc in European Politics from the University of Wales Aberystwyth, a BA (Hons) European Business from Dublin City University, ESB Reutlingen and a BA (Hons) Open University.
His research has a clear focus on Policing and International Security, especially in the area of EU Counter-Terrorism, including its external dimension, Terrorism and Counter-terrorism, and International Relations more generally. He is the author of several articles on EU counter-terrorism, EU asylum and migration, EU Justice and Home Affairs and wider global security matters. His articles have appeared in journals, such as European Security, Journal of European Integration, Journal of European Public Policy, Terrorism and Political Violence, Studies in Conflict and Terrorism, Intelligence and National Security, Perspectives on European Politics and Society, European Political Science, and the Cambridge Review of International Affairs, amongst many others. His monograph ‘European Internal Security: towards supranational governance’ has been published with Manchester University Press (2010), while a second book with Dr Kamil Zwolski on the ‘EU as a Global Security Actor’ has been published with Palgrave (2013).
His experience as supervisor is directly reflected by the organization of numerous PhD Summer Schools, twelve international conferences, member of fourteen conference panels, participation in ninety two conferences as a guest speaker, supervision of about eighty Master theses, supervisor of twelve completed PhD theses and several ongoing PhD theses; five postdocs have been supervised successfully at the time of writing. He has frequently commented for UK and international media (Al-Jazeera, USA Today) on terrorism issues.

RESEARCH INTERESTS:

• Policing, Criminal Justice, Terrorism and Counter-terrorism

• European Security: EU Justice and Home Affairs, or the EU’s Area of Freedom, Security and Justice;

• European Union Politics and European Foreign Policy;

• International Relations Theory and International & Supranational Organisations;

• Asylum, Migration, and Borders;

Supervision:
I can supervise students interested in the following topics: Policing and security, terrorism and counter-terrorism; international security; European Union and wider European security; refugees and migration; international relations;
I have successfully supervised the following PhD students:

Dr Kamil Zwolski (Viva passed 2011): ‘The Role of the EU as an International Security Actor’ (supervised with Dr. Sarah Leonard); External Examiner: Prof. Richard Whitman, University of Bath;

Dr Hailong Li (2009): ‘EU-US Transatlantic Relations’ (supervised with Dr. Sarah Leonard);

Dr Sergei Mudrov (Viva passed 2012): ‘The Role of Churches and Religion in European Integration’ (supervised with Dr. Sarah Leonard); External Examiner: Dr Lucian Leustan, Aston University;

Dr Alexander MacKenzie (Viva passed 2012): ‘The External Dimension of the EU Counter-terrorism Policy’ (supervised with Dr. Sarah Leonard); External Examiner: Dr Oldrich Bures, Metropolitan University Prague;

Dr Stephen Rozee (Viva passed 2013): ‘The European Union as a Comprehensive Actor in Policing’ (supervised with Dr. Sarah Leonard); External Examiner Prof John Occhipinti, Canisius College, Buffalo;

Dr Ulrike Hoffmann (Viva passed 2013): ‘The Influence of Pro-Migrant Groups within the Shaping Process of the EU Asylum and Migration Policy’ (supervised with Dr. Sarah Leonard); External Examiner Dr James Hampshire, University of Sussex

Dr Edwin Edzeokafor (Viva passed 2014): West Africa and securitization theory (supervised with Dr. Cameron Ross); External Examiner Dr Georgios Karyotis, University of Glasgow.

Dr. Briony Callander (Viva passed October 2015): The Role of the EU in Aviation Security (supervised with Dr. Sarah Leonard); External Examiner Dr Javier Argomaniz, University of St Andrews.

Dr Ikrom Yakubov (Viva passed 2017): Terrorism, Securitization and Intelligence in Europe and the USA (supervised with Dr. Sarah Leonard); External Examiner Dr Jonathan Colman, UCLAN, UK.

Dr Nikolaos Nikolakakis (Viva passed 2017): EU and the European Left Parties (supervised with Dr. Richard Dunphy); External Examiner Dr Luke March, University of Edinburgh, UK.

Dr Eric Halford (Viva passed 2017): Geographical Profiling Within Volume Crime and its Potential for Everyday Use within UK Policing (supervised with Dr. Sarah Leonard);

Dr Dele Kogbe (PhD submission November 2019): Regional Integration Africa (ECOWAS) and Europe compared (supervised with Dr. Sarah Leonard; Prof Cameron Ross). External Examiner Dr Toni Haastrup, University of Stirling.

Experience

Full-Time Appointments in Academia:

(1) Teaching Staff (part-time) International Politics & Assistant Warden, University of Wales Aberystwyth, UK (01/01/02 – 31/08/05);

(2) Lecturer in European Politics, University of Wales Aberystwyth, UK (01/09/05 – 31/08/06);

(3) Lecturer in International Relations and European Foreign Policy, Universiteit Maastricht, the Netherlands (01/09/06 – 31/12/06);

(4) Lecturer in EU Politics and International Relations, University of Salford, UK (01/01/2007 – 30/06/2011);

(5) Senior Lecturer in EU Politics and International Relations, University of Salford, UK (01/07/2011 – 30/09/2012);

(6) Marie Curie Senior Research Fellow, European University Institute, Florence, Italy, (01/10/2010- 30/09/2012); funding awarded: € 165,739.40 (top 1% of all applications made).

(7) Senior Lecturer in International Relations and Politics, University of Dundee, UK (01/10/2012 – 31/12/2013)

(8) Professor of International Politics, University of Dundee, UK (01/01/2014 – 09/2016)

(9) Professor of Political Science & Academic Director, Institute for European Studies, Vrije Universiteit Brussels (09/2016 – 12/2017)

Visiting Appointments in Academia:

(1) Invited Visiting Professor: University of Shandong, Jinan, China (November 2007);

(2) Research Fellow/Professor: IBEI Barcelona, Spain (01/02/2010 – 30/09/2010);

(3) Invited Visiting Professor: Diplomatic Academy Yerevan, Armenia – United Nations Development Mission (UNDP) (April/May 2011);

(4) Invited Visiting Professor: University of Cairo, Egypt (October/November 2011);

(5) Visiting Research Fellow/Professor: Collegio Carlo Alberto, Turin, Italy (01/05/2012 – 31/07/2012).

(6) Invited Visiting Professor: Ecole nationale d’administration (ENA) Paris, France (April 2013)

(7) Invited Visiting Professor: European Institute of Public Administration (EIPA) Maastricht, Netherlands – (October 2013)

(8) Invited Visiting Professor: European Studies Institute (ESI) at Moscow State Institute of International Relations (University) (MGIMO), in collaboration with the College of Europe (Bruges, Belgium), Moscow, Russia (November 2013)

(9) Invited Visiting Professor: University of Porto, Portugal (May 2014)

(10) Invited Visiting Professor: Universidad de Antioquia Medellin, Universidad de La Sabana Bogota, and Universidad Santiago de Cali, Colombia (August & September 2014)

(11) Invited Visiting Professor: University of Cairo, Egypt (November 2014);

(12) Research Fellow/Professor: United Nations University Institute on Globalization, Culture and Mobility (UNU-GCM), Barcelona, Spain (01/04/2015 – 31/08/2015);

(13) Invited Visiting Professor: University of Tunis, Tunisia (October 2015);

(14) Invited Visiting Professor: University of Cairo, Egypt (November/December 2015);

(15) Invited Visiting Professor: University of Berkeley, California, USA (December 2016);

(16) Invited Visiting Professor: Charles University of Prague & Metropolitan University of Prague, Czechia, Feb. 2017);

(17) Invited Visiting Professor: ESB Reutlingen, Germany (March 2017);

(18) Invited Visiting Professor: University of Catania, Italy (June 2017)

(19) Invited Visiting Professor: Renmin University China (December 2017 & June 2018)

(20) Invited Visiting Professor: Olympia Summer Academy, Nafplion, Greece (July 2018)

(21) Invited Visiting Professor: Charles Sturt University, Sidney, Australia (November 2018)

(22) Invited Visiting Professor: Dutch Police Academy, Apeldoorn, Netherlands (May 2019)

(23) Invited Visiting Professor: NATO Counter-Terrorism Centre of Excellence, Ankara, Turkey (September 2019)

(24) Invited Visiting Professor: IDC Herzliya, Israel (September & December 2019)

(25) Invited Visiting Professor: University of Pisa, Italy (May 2020)

(26) Invited Visiting Professor: University of Augsburg, Germany (June, July and August 2020)

(27) Invited Visiting Professor: NATO Counter-Terrorism Centre of Excellence, Ankara, Turkey (September 2020)

Non-Academic Work Experience:

(1) Marketing, Ceric France, Paris: 01/06/1998 – 31/07/1998;

(2) Development Finance, Economic Development Bank for Puerto Rico, San Juan, Puerto Rico: 01/08/1998 – 30/09/1998;

(3) Corporate Finance and Consulting, Deloitte & Touche Dublin, Ireland: 01/04/1999 – 31/08/1999;

(4) Consulting, Plaut Strategy Consulting, Munich, Germany: 15/06/2000 – 31/08/2000.

17.05.2020

#PEACE. Was wäre wenn … Tagung im Juni wurde abgesagt

Die für 26.-28.6.2020 in der Ev. Akademie Tutzing geplante Tagung „#PEACE. Was wäre wenn … es Krieg, Rassismus und Diskriminierung nicht gäbe?“ musste aufgrund des coronabedingten Veranstaltungsverbots leider abgesagt werden.

15.05.2020

#PEACE. Was wäre wenn … Save the Date: 26.-28.6.2020

Einladung zur Junges-Forum-Tagung in der Ev. Akademie Tutzing am Starnberger See im Sommersemester. Veranstaltung für Studierende mit dem Titel „#PEACE. Was wäre wenn … es Krieg, Rassismus und Diskriminierung nicht gäbe? Ist das Streben nach Frieden unser aller Ziel, auch in Politik und Forschung? Wo erleben wir Vertrauen und Solidarität - virtuell und analog?“

06.02.2020

Frieden durch Konfliktbearbeitung

Prof. Christoph Weller referiert im Rahmen des Schwerpunkts „Herausforderung Frieden“ der Katholischen Erwachsenenbildung am Dienstag, 14. Januar 2020 um 19:30 Uhr im Haus Sankt Ulrich zu den Zusammenhängen zwischen Konflikten, Frieden und gesellschaftlicher Entwicklung

14.01.2020

"Braucht der Frieden die Kirchen?" Kirche der Zukunft - Zukunft der Kirche

Veranstaltung der neuen Reihe „Augsburger Friedensgespräche“ am Mittwoch, 08. Januar 2020 im Goldenen Saal, Rathaus Augsburg mit Dr. Heinrich Bedford-Strohm und Dr. Reinhard Marx

Skandale, massenhafte Austritte und Glaubwürdigkeitsverlust - die Kirchen haben mit vielen Negativschlagzeilen zu kämpfen. Dennoch leisten sie wichtige Aufgaben für den Frieden in der Gesellschaft. Am 08. Januar 2020 diskutieren die beiden obersten Repräsentanten der röm.-kath. und der evang. Kirche in Deutschland um 19:30 Uhr im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses unter der Moderation von Prof. Dr. Ursula Münch (Direktorin der Akademie für Politische Bildung Tutzing): Wie geht es weiter? Haben die Kirchen eine schwere Zukunft vor sich oder nutzen sie die Krise als Chance? Braucht der Frieden die Kirchen (noch)?

Im Rahmen der Vortragsreihe Augsburger Friedensgespräche widmen sich Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik, Kultur, Sport und Religion in Vorträgen und Diskussionen dem Themenkomplex Interkulturalität, Migration, Integration, Diversity und interreligiösem Dialog. Die Augsburger Friedensgespräche nehmen Bezug auf den Augsburger Religionsfrieden von 1555 und beschäftigen sich mit aktuellen gesellschafts- und religionspolitischen Themen. Mit den Augsburger Friedensgesprächen möchte das Kooperationsnetzwerk politische Impulse in die Friedensstadt tragen.

02.01.2020

Dr. Michaela Zöhrer erhält den Mieczysław Pemper-Forschungspreis der Universitätsstiftung Augsburg

Auf der zentralen Promotionsfeier der Universität Augsburg 2019 hat Dr. Michaela Zöhrer für ihre Doktorarbeit „Repräsentation ferner Wirklichkeiten“ den diesjährigen Mieczysław Pemper-Forschungspreis verliehen bekommen.

Die Arbeit beleuchtet, wie das Sprechen über Andere, Ferne und Fremde, im Zuge dessen sie einzig als Objekte, nicht aber als Subjekte benannt und anerkannt werden, ebenso fragwürdig wird wie ein stellvertretendes Sprechen für Andere, das die Sichtweisen und Forderungen der vorgeblich Repräsentierten außenvorlässt oder gar zum Schweigen bringt. Ein wichtiger Fokus der Arbeit von Michaela Zöhrer liegt auf kritischen Auseinandersetzungen mit den Bilderwelten und Weltenbildern internationaler Hilfs- und Entwicklungs-NGOS, die bis heute mit teils drastischen und/oder rassistischen Fotografien um Spenden werben. Der Umstand, dass heute jedoch weit weniger schockierende „Hungerkind“-Bilder von Hilfsorganisationen im Umlauf sind – und dies trotz unleugbar trauriger Aktualität von Hungersnöten und -krisen weltweit –, ist nicht zuletzt Resultat einer seit mehreren Jahrzehnten andauernden kritischen Auseinandersetzung mit der Repräsentation ferner Wirklichkeiten im humanitären Kontext.

Mieczysław Pemper (1920-2011), Namensgeber des Forschungspreises und Ehrenbürger der Stadt Augsburg, war zentraler Unterstützer der von Oskar Schindler ermöglichten Rettung von mehr als 1000 jüdischen Zwangsarbeiter_innen. Seine Erinnerungen sind in dem Buch „Der rettende Weg. Schindlers Liste – Die wahre Geschichte“ dokumentiert.

18.12.2019

Neuerscheinung: "Die Krise des Wachstumsdogmas. Ein Plädoyer für eine intervenierende Sozialwissenschaft" von Ulrich Roos

Die Redaktion der Blätter für deutsche und internationale Politik legt neuen Reader zur Klimakrise unter dem Titel "Unsere letzte Chance" vor. Mit Beiträgen von Naomi Klein, Greta Thunberg, Bill McKibben, u.v.a.

„Die drohende Klimakatastrophe lässt sich nicht mehr ignorieren. Immer deutlicher wird: Die Erhitzung unseres Planeten ist eine Bedrohung ungekannten Ausmaßes – für die gesamte belebte Natur und damit auch für die menschliche Zivilisation. Dennoch hält sich bei vielen hartnäckig der bequeme Glaube, die Krise des Weltklimas ließe sich unter Rückgriff auf das Altbekannte bewältigen. Dabei liegen gangbare Alternativen längst auf dem Tisch. Für Resignation und Fatalismus ist es daher deutlich zu früh: Noch haben wir als Menschheit eine Chance, die Klimakatastrophe abzuwenden – auch wenn diese Chance unsere letzte sein könnte.

Mit Beiträgen von: Naomi Klein, Greta Thunberg, Bill McKibben, Jonathan Safran Foer, Christiane Grefe, Julia Fritzsche, Harald Welzer, Ulrich Brand, Markus Wissen, Jürgen Scheffran, Wolfgang Streeck, Kate Raworth, Tanja Busse, Gregor Hagedorn, Elmar Altvater, Wolfgang Sachs, Anton Hofreiter, Jürgen Tallig u.v.a.“

19.11.2019

Sollen Roboter über Leben und Tod entscheiden?

Kampfmaschinen der Zukunft und wie man sie verhindern kann. Vortrag und Diskussion mit PD Dr. Jürgen Altmann am Dienstag, 05.11.2019 um 19:30 Uhr im Hollbau (Annahof 4)

Unbemannte Flugzeuge, seit Jahrzehnten zur Aufklärung benutzt, werden seit 2001 auch mit Waffen ausgerüstet. USA und Großbritannien nutzen sie für ferngesteuerte Angriffe u.a. in Afghanistan und Pakistan, wobei immer wieder auch Unbeteiligte getötet werden. Perspektivisch sollen unbemannte Kampfflug- und -fahrzeuge die anzugreifenden Ziele selbst auswählen, ein Mensch würde nicht mehr entscheiden. Ohne ein internationales Verbot würde sich dieser Trend auf viele Staaten ausweiten, was erhebliche Gefahren für das Kriegsvölkerrecht, die internationale Sicherheit und den Frieden bringen würde. Sowohl Friedensorganisationen als auch Staaten sind beunruhigt. Wie kann ein Verbotsvertrag gestaltet werden?

Referent: PD Dr. Jürgen Altmann

Physiker und Friedensforscher an der Technischen Universität Dortmund. In seiner Forschung beschäftigt er sich, unter anderem, mit neuen Militärtechnologien, den damit verbundenen Gefahren und Möglichkeiten präventiver Rüstungskontrolle. Jürgen Altmann ist ein stellvertretender Sprecher des International Committee for Robot Arms Control

31.10.2019

Visiting Professor at the University of South Wales

Ab dem Wintersemester 2019/20 ist Christoph Weller Visiting Professor at the University of South Wales. In Cardiff intensiviert er die Kooperation mit dem dortigen International Centre for Policing and Security im Rahmen des Lehrstuhlprojekts „Reflexive Ansätze gesellschaftspolitischer Konfliktbearbeitung“.

In seinem Forschungssemester bietet Prof. Weller folgende Sprechstundentermine an:

Donnerstag, 21. November, 12:00 Uhr

Dienstag, 10. Dezember, 14:30 Uhr

Dienstag, 7. Januar, 14:30 Uhr

Donnerstag, 20. Februar, 12:00 Uhr

Die Eintragung in die Liste an der Bürotür ist unbedingt erforderlich!

16.10.2019
Bild zu Friedens- und Konfliktforschung

Friedens- und Konfliktforschung

Der Bayerische Landtag und die Friedensstadt Augsburg unterstützen neue Projekte des Augsburger Lehrstuhls mit Anschubfinanzierungen.

Augsburg/ChW/KPP – Mit insgesamt 51.000 Euro wird der Augsburger Friedensforscher Prof. Dr. Christoph Weller – Inhaber des nach wie vor einzigen Lehrstuhls an einer bayerischen Universität, der explizit auf die Friedens- und Konfliktforschung ausgerichtet ist – vom Bayerischen Landtag und vom Kulturamt der Stadt Augsburg dabei unterstützt, seine Studien zur Rekonstruktion der Entstehung und Entwicklung der Friedensforschung in Deutschland und speziell in Bayern sowie in der Friedensstadt Augsburg voranzutreiben. Parallel hierzu entwickelt Wellers Lehrstuhl-Team einen interdisziplinären DFG-Antrag zu reflexiven Ansätzen gesellschaftspolitischer Konfliktbearbeitung.

„Wir arbeiten derzeit an zwei größeren Forschungsanträgen, um mit Drittmitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Deutschen Stiftung Friedensforschung und weiterer Geldgeber die finanzielle Ausstattung des Forschungsschwerpunkts Friedensforschung an der Universität der Friedensstadt Augsburg zu verbessern. Dafür, dass er unsere Anstrengungen mit einer Förderung in Höhe von 45.000 Euro unterstützt, sind wir dem Bayerischen Landtag sehr dankbar“, so Weller. Ähnlich erfreulich sei die Unterstützung von Seiten des Kulturamts der Stadt Augsburg, das sich ebenfalls an der Finanzierung einer Studie zur Etablierung der Friedens- und Konfliktforschung in Augsburg beteiligt.
Politischer Rückenwind für die Friedens- und Konfliktforschung

Der Augsburger Friedens- und Konfliktforscher sieht darin einerseits eine Bestätigung der Beschlusslage des Deutschen Bundestages, der bereits Anfang 2017 die Friedens- und Konfliktforschung für „unverzichtbar“ erklärt hatte. Andererseits bestehe aber noch weit größerer Bedarf an finanzieller Förderung für die Friedens- und Konfliktforschung angesichts wachsender Herausforderungen durch sich verschärfende Konfliktlagen – global wie lokal. Dies bestätigten in sehr eindeutiger Weise auch die jüngst vom Wissenschaftsrat beschlossenen „Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Friedens- und Konfliktforschung“, die auf einer umfassenden Evaluation dieses Forschungsfeldes basieren. Vor über zwei Jahren hatte der Bundestag diese Evaluation in Auftrag gegeben, die von einer international zusammengesetzten Arbeitsgruppe durchgeführt wurde.
Weiterentwicklung der Friedens- und Konfliktforschung

Das zentrale Evaluationsergebnis des Wissenschaftsrats lautet: „Die Friedens- und Konfliktforschung leistet einen unverzichtbaren Beitrag zum Verständnis und zur Bearbeitung großer gesellschaftlicher Herausforderungen“. Um diesen Beitrag auch tatsächlich leisten und den entsprechenden gesellschaftspolitischen Erwartungen entsprechen zu können, sei die vom Wissenschaftsrat empfohlene Weiterentwicklung dringend notwendig, so Weller. Er verweist dabei u. a. auf die Unterfinanzierung und darauf, dass vom Wissenschaftsrat neben dem Bund insbesondere jene Länder adressiert werden, in denen das Forschungsfeld bisher kaum vertreten ist. Zitat aus dem Gutachten: „Die Länder sind daher aufgerufen, die universitären Zentren des Forschungsfelds und die landesfinanzierten außeruniversitären Einrichtungen in die Lage zu versetzen, kontinuierlich Forschung zu selbstgewählten Themen durchzuführen.“

Dass Bayern hier noch erheblichen Nachholbedarf hat, ist für Weller offensichtlich. Und dass die Friedensstadt Augsburg ein geeigneter Standort für die Weiterentwicklung der Friedens- und Konfliktforschung in Bayern ist, unterstreicht er durch seine Bemühungen um weitere externe Forschungsförderung. „Mit den beiden neuen Projekten, die wir am einzigen bayerischen Standort unseres Forschungsfelds in Angriff genommen haben, setzen wir zwei zentrale Forderungen, die von der Friedens- und Konfliktforschung immer wieder verlangt werden, unmittelbar um: Praxisorientierung und Interdisziplinarität.“
Reflexive Ansätze gesellschaftspolitischer Konfliktbearbeitung

Was und wie kann die Friedens- und Konfliktforschung ganz praktisch zur konkreten Bearbeitung gegenwärtiger und künftiger gesellschaftspolitischer Konflikte beitragen? Von dieser Frage geleitet, soll das Forschungsvorhaben „Reflexive Ansätze gesellschaftspolitischer Konfliktbearbeitung“ mit Methoden partizipativer Forschung in Kooperation mit Praxispartnerinnen und -partnern die Vielfalt all jener Institutionen, die gesellschaftspolitische Konflikte bearbeiten, erforschen. So soll herausgefunden werden, wie und wodurch die konstruktive Bearbeitung gesellschaftspolitischer Konflikte gesichert werden und welchen Beitrag Reflexivität dazu leisten kann. Grundlage für diese praxisorientierte Herangehensweise sind soziologische, pädagogische und politikwissenschaftliche Theorieansätze.
Wechselseitiger Wissenstransfer und Perspektivenwechsel

Etablierte Institutionen der Konfliktbearbeitung geraten zunehmend unter Druck, und für neuartige Konfliktkonstellationen fehlen anerkannte Institutionen. Weil aber soziale Konflikte ein unvermeidbarer Teil gesellschaftlichen Zusammenlebens und – sofern sie konstruktiv bearbeitet werden – zugleich die Motoren gesellschaftlicher Entwicklung sind, ist die Qualifizierung von Personen und Prozessen durch Reflexivität im Sinne wechselseitigen Wissenstransfers und Perspektivenwechsels gefragt. Weller: „Was wir mit diesem Projekt anstreben, ist die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis in Form eines reflexiv gestalteten, also wechselseitigen Lernprozesses mit Blick auf die Erarbeitung, auf die Erprobung und auf die wissenschaftliche Begleitung von Erkenntnissen, die praxisrelevant für gelingende gesellschaftspolitische Konfliktbearbeitung sind.“
Entstehung und Entwicklung der Friedensforschung

Wissenschaftshistorisch und wissenschaftssoziologisch ausgerichtet ist das Forschungsvorhaben „Entstehung und Entwicklung der Friedensforschung“: Befindet sich die Friedens- und Konfliktforschung aktuell in einem ähnlichen Transformationsprozess, wie er sich für die Entstehungsphase am Ende der 1960er und am Beginn der 1970er Jahre identifizieren lässt?

„Um diese Fragestellung zu bearbeiten, müssen wir einerseits die Anfangsphase der Friedensforschung in der Bundesrepublik Deutschland wissenschaftshistorisch beschreiben, wobei wir auf eigene Studien der vergangenen Jahre aufbauen können. Dann“, so Weller weiter, „wird es darum gehen, diese Anfangsphase mit Entwicklungen der vergangenen zehn bis zwanzig Jahre mithilfe wissenschaftssoziologischer Methoden zu vergleichen.“
Exemplarisch: die Friedensstadt Augsburg

Hervorragend nachvollziehen lassen sich diese Entwicklungen an der Friedensstadt Augsburg, in der es seit den 1970er Jahren mehrmals Versuche gab, die Friedensforschung an der Universität Augsburg anzusiedeln, – Versuche, die dann im Kontext des 450. Jahrestages des Augsburger Religionsfriedens von 1555 zum Erfolg führten. Wie voraussetzungsreich die Einrichtung des bisher in Bayern einzigen Lehrstuhls für Friedens- und Konfliktforschung war, wird durch Archivstudien und Zeitzeugen-Interviews rekonstruiert. Diese Recherchen zu den Hintergründen und Zusammenhängen dieses Teils der jüngsten Augsburger Stadt- und Wissenschaftsgeschichte liefern sehr aufschlussreiche Einblicke in das Zustandekommen der Entscheidungen für die Einrichtung des Augsburger Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, über seine Vorgeschichte, über erkennbare Einflüsse, über die an den Entscheidungsprozessen Beteiligten sowie über die damit verbundenen Ziele, Erwartungen und ggf. auch Widerstände.

„Wir werden mit diesen aufwändigen Recherchen und exemplarischen Analysen am Beispiel Augsburg eine solide Grundlage für einen interessanten Drittmittelantrag zu unserem Gesamtprojekt zur Entstehung und Entwicklung der Friedensforschung in Deutschland schaffen“, ist Weller sich sicher. Und nochmals betont er seine Freude über die Anschubfinanzierung durch den Bayerischen Landtag und die Stadt Augsburg, um zu versichern, dass sie einer Stärkung des Forschungsschwerpunkts Friedensforschung an der Universität der Friedensstadt Augsburg zugute kommen werde.

14.10.2019

Neuerscheinung: „Does Intercultural Dialogue matter?“ by Fatemeh Kamali-Chirani

New book, based on her dissertation (Augsburg University) about the role of Intercultural Dialogue in the Foreign Cultural Policy of Iran and Germany with Forewords by Mohammad Khatami and Kurt-Jürgen Maaß

"Intercultural dialogue" between Western and Muslim countries is often presented as a way to reduce conflict. In this view, dialogue will lead to a better understanding, which in turn will contribute to a more peaceful coexistence. On the other hand, "intercultural dialogue" for more than two decades also has been part of Foreign Cultural Policy, an instrument of the foreign policy of governments.
This book describes and analyzes how and why "intercultural dialogue" has been a part of German-Iranian relations. It was pursued by heads of states, government ministries, parastatal organizations, NGOs, and committed individuals from both countries. Fatemeh Kamali-Chirani discusses whether this approach was merely symbolic or decorative, or whether is actually mattered, politically and culturally.

Fatemeh Kamali-Chirani: Does Intercultural Dialogue matter? The Role of Intercultural Dialogue in the Foreign Cultural Policy of Iran and Germany, Reihe "Außenpolitik - Diplomatie - Sicherheit/International Relations - Diplomacy - Security“, Bd. 5, 2019, 248 S., 34.90 EUR, 34.90 CHF, br., ISBN 978-3-643-80295-8
Fatemeh Kamali-Chirani holds a PhD from Augsburg University, Germany. She was born in 1982 in Rasht (Iran), and received a BA in Journalism and a MA in North American Studies from the University of Tehran, Iran. She lives in Duisburg, Germany.

Fatemeh Kamali-Chirani: Intercultural Dialogue between Western and Muslim Countries : an analysis of the role(s) of intercultural dialogue in the foreign cultural policy of Iran and Germany towards each other between 1998 and 2013 (Dissertation Universität Augsburg), Augsburg 2018.

05.08.2019

Eröffnung des Friedensfestprogramms mit Nora Schröder und Joachim Gauck

Nora Schröder, Mitarbeiterin am Lehrstuhl, befragte am vergangenen Mittwoch bei der Eröffnung des Friedensfestprogramms Bundespräsident a. D. Joachim Gauck über Europa.

Nach einem Auftaktvortrag zum Thema "Freiheit und Verantwortung" sprach Joachim Gauck mit Augsburgerinnen und Augsburgern über deren gesellschaftspolitisches Engagement bei Fridays for Future, Tür an Tür, beim Stadtjugendring, beim Stadtheater und bei den Wirtschaftsjunioren.

Im Gespräch mit Nora Schröder zu Europa war das Thema des diesjährigen Friedensfests "Freiheit" zentral: Welche Bedeutung hat "Freiheit" im heutigen Europa, das Joachim Gauck einmal ein "Freiheitsprojekt" genannt hatte? Welche Unfreiheit erfahren wir, trotz zunehmender Mobilität und Flexibilisierung innerhalb Europas? Wo muss Freiheit eingeschränkt werden? Welche Bedingungen müssen gegeben sein, um wirklich frei zu sein?

Ein weiterer wichtiger Gesprächspunkt war der Wunsch nach einer Demokratisierung der EU: Wie kann man das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Europäische Demokratie stärken - besonders angesichts der überraschenden "Wahl" der neuen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen? Brauchen wir wirklich mehr Vertrauen in die EU oder schlichtweg mehr Mitbestimmung? Joachim Gauck zeigte sich besorgt angesichts der derzeitigen Stimmung in Europa und der Ungleichheiten innerhalb der Europäischen Union, sprach aber auch von den Potenzialen, die die Europäische Union ihren Bürger*innen vor allem in Bezug auf Freiheit biete.

01.08.2019

Finanzielle Förderung der Friedens- und Konfliktforschung

Der Wissenschaftsrat appelliert an die Länder, zur Weiterentwicklung der Friedens- und Konfliktforschung die entsprechenden Zentren besser auszustatten. Das Lehrstuhl-Projekt „Etablierung der Friedens- und Konfliktforschung in Bayern“ wird gefördert durch den Bayerischen Landtag und das Kulturamt der Friedensstadt Augsburg.

Vor über zwei Jahren hat der Deutsche Bundestag den Wissenschaftsrat damit beauftragt, „eine umfassende Evaluation des Forschungsfeldes ‚Friedens- und Konfliktforschung‘ unter Berücksichtigung aller relevanten Einrichtungen in Deutschland durchzuführen.“ Dafür hat eine international zusammengesetzte Arbeitsgruppe vielfältige Daten erhoben und Befragungen durchgeführt, auf deren Grundlage nun „ Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Friedens- und Konfliktforschung“ vom Wissenschaftsrat beschlossen wurden.

Das zentrale Evaluationsergebnis lautet: „Die Friedens- und Konfliktforschung leistet einen unverzichtbaren Beitrag zum Verständnis und zur Bearbeitung großer gesellschaftlicher Herausforderungen“ (S. 8). Hierfür wird ihr auch eine insgesamt große Leistungsfähigkeit attestiert, aber zugleich die Notwendigkeit betont, dass eine Weiterentwicklung notwendig ist, „damit das Forschungsfeld sein Potential noch besser ausschöpfen kann“ (S. 10). Hierfür werden neben dem Bund insbesondere jene Länder adressiert, in denen das Forschungsfeld bisher kaum vertreten ist: „Die Länder sind daher aufgerufen, die universitären Zentren des Forschungsfeldes und die landesfinanzierten außeruniversitären Einrichtungen in die Lage zu versetzen, kontinuierliche Forschung zu selbstgewählten Themen durchzuführen“ (S. 10, ähnlich S. 59).

Wie die Friedens- und Konfliktforschung in Bayern etabliert werden konnte, ist Gegenstand des Forschungsprojekts „ Etablierung der Friedens- und Konfliktforschung in Bayern“, das im Kontext unserer wissenschaftssoziologischen und wissenschaftshistorischen Analyse der Entstehung und Entwicklung der Friedensforschung in Deutschland angesiedelt ist. Während der Beitrag Bayerns zum Scheitern der Deutschen Gesellschaft für Friedens- und Konfliktforschung (DGFK) 1983 vielfach untersucht und beschrieben wurde, sind die Anstrengungen zur Etablierung gerade der Augsburger Friedensforschung weitgehend unerforscht. Der 450. Jahrestag des Augsburger Religionsfriedens 2005 gab den Anstoß für die Entscheidung, einen politikwissenschaftlichen Lehrstuhl der Universität Augsburg auf den Schwerpunkt „Friedens- und Konfliktforschung“ hin auszurichten. Doch was im Vorfeld dieser Entwicklung erforderlich war und unter welchen Bedingungen die entsprechenden Prozesse erfolgreich sein konnten, lässt sich nur mithilfe von Zeitzeugenberichten und intensiven Archivrecherchen rekonstruieren.

Diese Forschung leistet einen Beitrag zum besseren Verständnis der Entwicklungen dieses praxisbezogenen, interdisziplinären Forschungsfelds, aber auch zur jüngsten Augsburger Stadt- und Wissenschaftsgeschichte. Denn die Friedensstadt Augsburg sieht sich nicht nur in einer historischen Dimension mit dem Thema „Frieden“ verbunden, sondern weit mehr noch in einem aktuellen und zukunftsbezogenen Sinne. Das Augsburger Hohe Friedensfest verweist zwar einerseits auf eine seit 1650 bestehende Tradition, aber dessen Aufnahme in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes (UNESCO) basiert andererseits vor allem auf der stetigen Aktualisierung dieses kulturellen Erbes der Regelung des konfessionellen Konflikts des 16. und 17. Jahrhunderts. Neben Politik und Kultur, vielen städtischen Einrichtungen, den Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie vielfältigen gesellschaftlichen Initiativen leistet auch die Wissenschaft relevante Beiträge zum Thema „Frieden“ in Augsburg. Unter welchen Voraussetzungen dies etabliert werden konnte, wird in diesem Forschungsprojekt interdisziplinär aus wissenschaftssoziologischer und geschichtswissenschaftlicher Perspektive rekonstruiert, finanziell gefördert durch den Bayerischen Landtag und das Kulturamt der Friedensstadt Augsburg.

25.08.2019

Fridays for Future

"Schülerprotest oder Menschheitsthema?“ war Titel der diesjährigen Festveranstaltung der Societas Annensis, die Prof. Weller mit einem Vortrag zu den aktuellen Schulstreiks aus Perspektive der Konfliktforschung eröffnete.

Das diesjährige Jahrestreffen der Ehemaligen-Vereinigung des Gymnasiums bei St. Anna am 30. Juni 2019 stand ganz im Zeichen der jungen Generation: So widmete sich die Festveranstaltung der Societas Annensis einer höchst aktuellen Thematik, die sich Jugendliche in den letzten Monaten zu eigen gemacht haben: der Klimafrage, die unser aller Zukunft betrifft. Die darum kreisende Podiumsdiskussion mit Schüler*innen, die bei „Fridays for Future“ engagiert sind, stand unter dem Motto „Schülerprotest oder Menschheitsthema? Ein Dialog über Fridays for future“. Moderiert wurde die Diskussion von einem Experten für Ressourcenkonflikte, Herrn Prof. Dr. Christoph Weller, der den Augsburger Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung innehat und auch das einleitende Impulsreferat hielt.

Nach einer kurzen Rekapitulation der Stationen der Klimapolitik, angefangen bei der UN-Klimarahmenkonvention 1992 über das Kyoto-Protokoll des Jahres 1997 bis hin zum 2016 ratifizierten Pariser Klimaschutzabkommen, zeigte Herr Prof. Dr. Weller Konfliktlinien der internationalen Politik auf, die gesellschaftspolitisch gesehen auch einen Generationenkonflikt bedingen. Gerade er sorge für Gesprächsbedarf zwischen den Generationen bis hin zur offenen Auseinandersetzung, berge also jenes Konfliktpotential, das die Chance für notwendige ökologische wie ökonomische Veränderungsprozesse eröffnen könne. Mittels Regelverstößen zwingen die Schülerproteste die Erwachsenen zur Positionierung – in der Klimafrage selbst. Und da die junge Generation die Wählerinnen und Wähler von morgen stellt, ist auch die Politik hellhörig geworden. Die Klimaproteste scheinen der Seismograph der Qualität unserer Zukunft und unseres gesellschaftlichen Miteinanders. Dies kommt im Laufe der Podiumsdiskussion ebenso zum Ausdruck wie die Verdrängungsversuche und das Schuldbewusstsein vieler Erwachsener einerseits und die notwendige Institutionalisierung des Veränderungsprozesses andererseits – ein Appell an die Jugendlichen, die transnationalen Proteste nach den Sommerferien zügig wieder aufzunehmen. (Gymnasium bei St. Anna Augsburg)

02.07.2019

Peace Summer School Augsburg 2019: „wirklich frei sein“, 1. - 4.8.19

Die dritte Auflage der Peace Summer School Augsburg bietet einen Ort, um das Motto „Freiheit“ des Friedensfestes 2019 praktisch werden zu lassen, speziell für Studierende mit Interesse an der Friedens- und Konfliktforschung.

Von Donnerstag, 01. August, bis Sonntag, 04. August, gibt es im Hollbau (Im Annahof 4, 86150 Augsburg) vielfältige Angebote, speziell für Studierende mit Interesse an der Friedens- und Konfliktforschung.

Die Peace City Summer School Augsburg ist eine Veranstaltung im Rahmen des Kulturprogramms zum Augsburger Hohen Friedensfest und wird veranstaltet vom ASKA - dem Verein der Ehemaligen, Förderern, Freunden-/innen und Studierenden der Konfliktforschung an der Universität Augsburg e.V. - in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg und weiteren Kooperationspartner*innen.

27.06.2019

Neuerscheinung: "Außenpolitikberatung als post-positivistischer Forschungsgegenstand“ von Charlotte Rungius und Christoph Weller

Beitrag in: ZPol, Online First: https://doi.org/10.1007/s41358-019-00187-2

Wird Politikberatung zum Gegenstand politikwissenschaftlicher Forschung, leistet die Wissenschaft einen dreifachen Beitrag zu dessen Konstitution: sie deutet bestimmte Formen von wissenschaftlicher Kommunikation als Beratung, unterscheidet hierfür die Sphäre der Politik vom Bereich der Wissenschaft, in dem die Forschenden zugleich selbst tätig sind, und bringt darüber auch weitere Grenzziehungen wie etwa diejenige zwischen Forschung und wissenschaftlicher Politikberatung hervor. Diese Konstitutionsleistungen werden sichtbar, wo der Politikberatung als post-positivistischem Forschungsgegenstand begegnet wird. Der Beitrag argumentiert, dass eine solche Perspektive methodologische Konsequenzen hat. Sie geht mit einer rekonstruktionslogischen Forschungsperspektive einher, bei der interpretative Verfahren eine wesentliche Rolle spielen. Im Zentrum der Untersuchung wissenschaftlicher Politikberatung steht dann die Frage, wie die beteiligten Akteure diese Denkfigur selbst hervorbringen. Dies wird am Beispiel der Außenpolitikberatung in diesem Beitrag dargestellt. Zu den von uns rekonstruierten Ergebnissen gehört beispielsweise, dass Beratende wissenschaftliche Politikberatung als exklusiven Bereich einer forschenden Tätigkeit abgrenzen von dem, was etwa Journalistinnen oder administratives Personal in der Kommunikation mit Politikerinnen tun. Das Interpretieren von Transkripten der Interviews mit Politikberatenden reflektiert zugleich den eigenen Beitrag zu dieser Abgrenzungsarbeit und disziplinären Selbstverständigung, sowohl in der Interview-Situation als auch hinsichtlich der fragestellungsabhängigen Perspektivität bei der Interpretationsarbeit.

Rungius, Charlotte / Weller, Christoph 2019: Außenpolitikberatung als post-positivistischer Forschungsgegenstand: Zur Konstitution wissenschaftlicher Politikberatung in der Politikwissenschaft, in: Zeitschrift für Politikwissenschaft 29:2, 307-324 (https://doi.org/10.1007/s41358-019-00187-2)

24.06.2019

Neuerscheinung: Ulrich Roos: "Die Krise des Wachstumsdogmas. Ein Plädoyer für eine intervenierende Sozialwissenschaft"

"Die Krise des Wachstumsdogmas. Ein Plädoyer für eine intervenierende Sozialwissenschaft" ist der Beitrag von PD Ulrich Roos in den Blättern für deutsche und internationale Politik 6/19

Neuerscheinung: Roos, Ulrich/Franke, Ulrich (2018): Eine pragmatistische Analyse und Kritik der pragmatischen Globalstrategie der Europäischen Union. Zugleich der Versuch einer Aktualisierung der Ethiken von Charles Sanders Peirce und John Dewey

in: Koch, Bernhard/Merkl Alexander (Hrsg.): Die EU als ethisches Projekt im Spiegel ihrer Außen- und Sicherheitspolitik, Baden-Baden: Nomos 2018, S. 147-179

Abstract:

Der Beitrag hat zum Ziel, den ethischen Gehalt der im Sommer 2016 vorgestellten außen- und sicherheitspolitischen Globalstrategie der Europäischen Union (EU) zu bestimmen. Konkret geht es um die Frage, inwiefern das darin vorgeschlagene Konzept eines "principled pragmatism" mit der Philosophie des klassischen amerikanischen Pragmatismus in Zusammenhang steht. Hierzu werden in drei Schritten zunächst i) Elemente einer an Peirce und Dewey orientierten pragmatistischen Ethik entwickelt und sodann ii) Ausschnitte der Globalstrategie (EUGS) und ihrer Rechtfertigung mittels rekonstruktiver, von der Philosophie des Pragmatismus inspirierter Methoden sequentiell analysiert. Im Lichte der vorgeschlagenen pragmatistischen Ethik erfolgt im letzten Schritt schließlich iii) die Bewertung der EUGS und ihres "principled pragmatism". Aufgrund eines recht starr auf Sicherheit und Wohlstand der EU-Bürger*innen statt auf die Sicherung des Überlebens der Menschheit und den Erhalt der Biosphäre gerichteten Fokus steht am Ende der Befund, dass das Konzept des "principled pragmatism" der EU-Globalstrategie kaum Übereinstimmungen mit einer pragmatistischen Ethik aufweist.

19.06.2019

Friedenspolitische Tagung zur Münchner Sicherheitskonferenz 2019 in München

„Friedensabkommen - und dann? Vom schwierigen Zusammenleben nach Bürgerkriegen“ ist Thema der friedenspolitischen Tagung am 26. Januar 2019 in München, mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, in der Ev. Stadtakademie.

Bürgerkriege und bewaffnete Konflikte innerhalb einzelner Staaten werden oft mit besonderer Unerbittlichkeit und Brutalität geführt. Nach Ende des Krieges bleiben verfeindete Gruppierungen sowie tief gespaltene, trauma­tisierte Bevölkerungen zurück. Die Grenzen zwischen Opfern und Tätern sind dabei häufig nicht klar zu ziehen, die Rechtsprechung ist besonders problematisch. Transitional Justice Maßnahmen, die meist mit Hilfe der Internatio­nalen Gemeinschaft initiiert werden, sollen dabei helfen die Vergangenheit aufzuarbeiten und ein friedliches, ver­söhntes Zusammenleben zu ermöglichen. Hierunter zählen Kriegsverbrechertribunale (z.B. Jugoslawien, Ruanda, Kambodscha), Wahrheitskommissionen (Südafrika, Ost-Timor), sowie Prozesse, wie die Reintegration von (Kinder-) Kämpfergruppen, die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt oder die Umverteilung staatlicher Ressourcen.

Diese Prozesse sind allerdings weder einfach noch unumstritten: Nicht nur steht Strafgerechtigkeit häufig im Kontrast zu Versöhnung und Stabilität, vielmehr stellt sich auch die Frage, wer und nach welchen Kriterien überhaupt angeklagt wird. Wie definiert man die Schuld von z.B. Kindersoldaten? Was können Tribunale, Wahr­heitskommissionen und Reintegrationsprojekte wirklich leisten? Wann konfligieren lokale Normen mit denen der internationalen Gebergemeinschaft? Wer ist Opfer, wer ist Täter?

Die friedenspolitische Tagung am 26. Januar 2019 in München in der Ev. Stadtakademie wird vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, mitveranstaltet.

07.01.2019

Neuerscheinung: Friedensforschung und Gewalt

Friedensforschung und Gewalt: Zwischen entgrenzter Gewaltanalyse und epistemischer Gewaltblindheit

Christoph Weller/Stefan Böschen:

Friedensforschung und Gewalt: Zwischen entgrenzter Gewaltanalyse und epistemischer Gewaltblindheit
in: Zeithistorische Forschungen – Studies in Contemporary History 15: 2, S. 358-368

ZF-Themenheft 2/2018: Gewaltabkehr als gesellschaftliches Projekt in der Bundesrepublik Deutschland, herausgegeben von Thomas Schaarschmidt, Winfried Süß und Peter Ulrich Weiß

Von einer "Gewaltabkehr" zu sprechen mag irritieren angesichts einer Vielzahl von Gewaltereignissen, mit denen die Gesellschaft der Bundesrepublik in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer wieder konfrontiert war und weiterhin ist. Die Autorinnen und Autoren vertreten deshalb keineswegs die These, Gewalt sei generell rückläufig. Sie fragen vielmehr für verschiedene Bereiche - wie die Heimerziehung, die Familie, die Schulen, den Sport etc. - nach dem Wandel von Gewaltformen und den damit verbundenen Debatten, nach Wegen der Gewaltprävention und nach der Ambivalenz des Umgangs mit Gewalt.

www.zeithistorische-forschungen.de

15.11.2018

Jahrestagung des AK Curriculum und Didaktik in Innsbruck

Die diesjährige Jahrestagung des AK "Curriculum und Didaktik" der AFK (Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung) findet vom 15.-17. November 2018 in Innsbruck statt. Im Vordergrund stehen die Themen ‚Involviert-Sein in der Lehre’ und die standortübergreifende Vernetzung.

Veranstalter*innen der Tagung sind die Universität Augsburg, Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, der AK Curriculum & Didaktik und die Universität Innsbruck. Den Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung werden Michaela Zöhrer und Nora Schröder in Innsbruck vertreten.

Die Tagung wird dankenswerterweise von der Deutschen Stiftung Friedensforschung unterstützt.

13.11.2018

Neuerscheinung: Ulrich Roos

Beitrag von Ulrich Roos zu rekonstruktiv-interpretativen Designs im "Handbuch Methoden der Politikwissenschaft"

Der Beitrag macht sich zentrale Eigenschaften rekonstruktiv-interpretativer Forschungsdesigns sowie deren handlungs-, sozial- und erkenntnistheoretische Prämissen zum Inhalt. Gemäß der für ein solches Design grundlegenden Philosophie und Gesellschaftstheorie des klassischen Pragmatismus wird das Soziale dabei als Welt der Zeichen eingeführt. Die Rekonstruktion der Bedeutung dieser Zeichen kommt ohne das Operationalisieren von Großtheorien und das Bilden messbarer Variablen aus. Mithilfe der gleichrangig konzipierten Schlussverfahren Deduktion, Induktion und Abduktion können ex ante behauptete Theorien über den Gegenstand überprüft und verfeinert sowie neue Hypothesen gebildet werden. Vor diesem Hintergrund wird schließlich eine rekonstruktiv-interpretative Position zu Gütekriterien wie Reliabilität, Validität und Repräsentativität formuliert, für die das Konzept der Muße zentral ist.

08.11.2018

Der Nahe Osten - Ein Pulverfass mit brennenden Lunten

Vortrag und Diskussion mit Andreas Zumach, Dienstag, 06.11.2018, 19:30 Uhr, Augustanasaal, Im Annahof 4, Augsburg

In Syrien führen die Nachbarn und die Weltmächte Krieg. Die Situation in anderen Ländern des Nahen Ostens und Nordafrika ist hochexplosiv, die Spannungen zwischen Iran, Israel, Saudi-Arabien nehmen bedrohlich zu und die Regierungschefs der beteiligten Staaten zündeln kräftig weiter. Aber wie geht es den Leidtragenden? Wer könnte löschen oder zur Deeskalation beitragen? Welche Ziele verfolgt Deutschland und die EU? Welche Ambitionen hat die dritte Grpßmacht China?

Andreas Zumach gibt einen Überblick über die politischen Entwicklungen und diskutiert sachkundig über ein Pulverfass mit brennenden Lunten.

25.10.2018

Neuerscheinung: Gastkommentar von Rebecca Gulowski in Many Peaces Magazine Vol. 8

"THE ABSURDITY OF VIOLENCE AND PEACE WORK"

Angesichts des unumgänglichen Zustands menschlicher Verletzlichkeit, scheint es (nahezu) absurd, von der Idee getrieben zu sein, gewalttätigen Strukturen in der Welt durch Friedensarbeit etwas entgegensetzen zu wollen und damit die eigene körperliche, emotionale und psychologische Integrität zu riskieren. Dieser Kommentar will jedoch anregen, neben der Vernunft der Aufklärung, die Absurdität anzuerkennen und existieren zu lassen, um so Kritische TheoretikerInnen, Poststrukturalistinnen und postkoloniale DenkerInnen nicht ausschließlich über diese, die vermeintliche Vernunft und damit westlich dominante Interpretation zu lesen.

19.09.2018

Neuerscheinung: Privatisierung von Sicherheit

Das jüngste Heft der "Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung" (ZeFKo) enthält einen Themenschwerpunkt "Privatisierung von Sicherheit in Deutschland".

03.09.2018

Dissertation von Fatemeh Kamali Chirani

Publikation: Fatemeh Kamali Chirani: Intercultural Dialogue between Western and Muslim Countries: an analysis of the role(s) of intercultural dialogue in the foreign cultural policy of Iran and Gerrmany towards each other between 1998 and 2013, Dissertation, Augsburg (2018)

30.07.2018

Neuerscheinung: Buchrezension von Fatemeh Kamali Chirani

Kamali Chirani, Fatemeh (2018): The Internet and the 2016 Presidential Campaign, by Jody C. Baumgartner and Terri L. Towner (eds.). Review, in: International Journal of Communication 12, S. 2940–2943.

26.07.2018

Publikation: Fabian Mehring

Funkenschlag zwischen Wissen und Macht

Fabina Mehring: Funkenschlag zwischen Wissen und Macht. Eine Rekonstruktion der Prozesse, Wirkungen und Herausforderungen wissenschaftlicher Policy-Beratung deutscher Außenpolitik. Dissertation. Augsburg 2018

25.07.2018

Neuerscheinung: Julika Bake

„Interventionsalltag. Zu den Selbst- und Fremdverständnissen deutscher Intervenierender in Kriegs- und Krisengebieten.“

»Frieden schaffen« ist das gemeinsame große Ziel vieler internationaler Akteure in Kriegs- und Krisengebieten. In der Praxis sind sie jedoch mit unterschiedlichsten Aufgaben betraut. Basierend auf qualitativen Interviews mit zurückgekehrten Praktiker_innen entwickelt Julika Bake ein vielschichtiges, dichtes Bild des Interventionsalltags. Sie zeigt auf, wie sich Angehörige verschiedener Berufsfelder in ihren Erzählungen über die Arbeit vor Ort positionieren, und geht der Frage nach, inwieweit die Unterscheidung von Intervenierenden in die Kategorien »zivil« und »militärisch« zu einem besseren Verständnis von internationalen Interventionen beiträgt.

24.07.2018

"Kein Frieden ohne Konflikte" - Eröffnungsvortrag von Prof. Christoph Weller zur Peace City Summer School 2018

Die Peace City Summer School 2018 „Anfangen, Utopien zu leben“ wird am 2.8.2018 um 18.00 Uhr eröffnet mit einem öffentlichen Vortrag von Prof. Dr. Christoph Weller zum Thema „Kein Frieden ohne Konflikte - die Perspektive der Friedens- und Konfliktforschung“ im Hollbau des Ev. Forums Annahof, Im Annahof 4, 86150 Augsburg

23.07.2018

Noch freie Plätze bei der Peace City Summer School 2018

Vom 02. - 07. August wird dieses Jahr der ASKA e.V. das erfolgreiche Konzept der Peace Summer School des letzten Jahres weiterführen: Fünf Seminare, zwei Themenabende, ein Vortrag und ein Ausflug erwarten die Teilnehmer.

Vom 02. - 07. August wird dieses Jahr der ASKA e.V. das erfolgreiche Konzept der Peace Summer School des letzten Jahres weiterführen: Fünf Seminare, zwei Themenabende, ein Vortrag und ein Ausflug erwarten die Teilnehmer.

Besonders ist dieses Jahr, dass die Seminare blockweise Freitag/Samstag und Sonntag/Montag/Dienstag stattfinden. So wird es möglich, auch nur an einem der fünf Seminare teilzunehmen.

Mediation, Argumentations- und Demokratietraining weisen noch einige begehrte Plätze auf. Einfach reinschauen und geschwind beim Leitungsteam anmelden!

18.07.2018

Neuerscheinung: "Zugehörigkeiten. Neuvermessung des Politischen"

Neues Themenheft des Mittelweg 36, Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung erschienen

Während der »Flüchtlingsstreit« weiter das politische Tagesgeschäft bestimmt, unternehmen die AutorInnen des Heftes gemeinsam mit den HerausgeberInnen Rebecca Gulowski und Martin Oppelt Probebohrungen im normativen Fundament einer Politik, die Zugehörigkeit in der exklusiven Form der Staatsbürgerschaft regelt und demokratische Vergemeinschaftung nur im nationalstaatlichen Rahmen denken kann, und machen den Versuch neuer demokratischer Selbstverortungen.

26.06.2018

Ist da Resilienz im Spiel?

Forschungsergebnisse spielerisch vermitteln, wie geht das? Gemeinsam mit KollegInnen aus dem bayerischen Forschungsverbund ForChange hat Charlotte Rungius federführend eines von 3 Spielen entwickelt, die nun im Schulunterricht eingesetzt werden. Das Thema der Spiele ist gesellschaftlichen Wandel erlebbar machen.

Der Titel des Spiels lautet Balance of Civilization. Dabei wird aus einem einfachen Spielgedanken schnell ein komplexes Gefüge, das dem einen oder der anderen schon Knoten in die Hirngewinde geknüpft hat.

Nebenbei veranlasst das Spiel dazu, sich mit den folgenden Fragen auseinanderzusetzen:

Wie planbar und steuerbar ist gesellschaftlicher Wandel?
Wie hängt gesellschaftliche Entwicklung mit Entwicklungen in anderen Gesellschaften zusammen?
Habe ich ein Interesse, die Entwicklung anderer Gesellschaften zu behindern oder schadet dies am Ende allen?
Was bedeutet gesellschaftliche Entwicklung überhaupt?

Infos zum Spiel:

http://www.forchange.de/ergebnisse/resilienzspiele/beschreibung-der-spiele/balance-of-civilization/

Spielanleitung

Das zweite Spiel "Lorem Ipsum" setzt sich in Labyrinthform mit fake news und dem Gebrauch journalistischer Informationen auseinander. Was ist Wahrheit? Soll mir da etwa ein O für ein U vorgemacht werden und wie finde ich das heraus? Wem kann ich vertrauen?

"Resilience Earth" ist ein Spiel, in dem es um Umweltschutz und ein globales Gleichgewicht geht. Wie sollte mit den unterschiedlichen Ressourcen umgegangen werden, die uns zur Verfügung stehen?


In diesem kurzen Video stellen wir die Idee vor, die hinter der Entwicklung der Spiele steht und natürlich die drei Spiele selbst:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=31&v=VkxPjCvO9uY

Weitere Informationen zur Entstehungsgeschichte der drei Spiele im Verbund:

http://www.forchange.de/ergebnisse/resilienzspiele/entstehungsgeschichte/

18.06.2018

Neuerscheinung: Beiträge von Nora Schröder und Robin Tapkan in "Welt im Umbruch. ASPR Report No1"

Der langersehnte Band aus dem Young Researchers' Workshop der letzten Sommerakademie des Austrian Study Centre for Peace and Conflict Resolution (ASPR) ist erschienen.

In ihren Beiträgen beschäftigen sich Nora Schröder (Perspektiven der Friedens- und Konfliktforschung auf Europa: Konflikte und ihr Potenzial für die Konkrete Utopie einer europäischen BürgerInnenschaft) und Robin Tapkan (Konkrete Utopien und Kreative Handlungsoptionen) mit der Frage nach Perspektiven für europäische Friedenspolitik in Europa zwischen Handlungsoptionen und Konkreter Utopie.

Das Thema der Sommerakademie 2017 auf der Friedensburg Schlaining war "Welt im Umbruch: Perspektiven für europäische Friedenspolitik".

Die erste Ausgabe der neuen Publikationsreihe ASPR Reports "Die Welt im Umbruch: Perspektiven für Friedenspolitik in Europa zwischen konkreten Handlungsoptionen und realistischer Utopie" kann hier heruntergeladen werden:

https://www.friedensburg.at/uploads/files/2018_01_Welt_im_Umbruch.pdf

13.06.2018

Peace City Summer School 2018 - Infos und Anmeldung

Von Donnerstag, 02.08.2018 bis Dienstag, 07.08.2018, findet in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung, die Peace City Summer School Augsburg unter dem Titel "anfangen, Utopien zu leben" statt.

04.06.2018

Fünfzig Jahre Friedens- und Konfliktforschung

Mit starker Augsburger Beteiligung feierte die Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) ihr 50-jähriges Bestehen in Berlin

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth gratulierte mit einer engagierten Rede und forderte, die Disziplin besser auszustatten und systematisch zu stärken, Rebecca Gulowski und Natalie Gehringer präsentierten ihre Forschungsergebnisse unter dem Titel „Gewaltbegegnungen: Transgressionen zwischen Gewalt- und Friedensforschung“, Prof. Christoph Weller wirkte am Panel „Wissenstransfer und Transferwissen in den Studiengängen der Friedens- und Konfliktforschung“ mit und Nora Schröder leitete das Treffen des AFK-Arbeitskreises „Curriculum und Didaktik“, dessen „Augsburger Erklärung“ Bezugspunkt der Berliner Diskussionen an ganz verschiedenen Stellen war.

Dass sie selbst aus der Friedensstadt Augsburg kommt, war sicher nicht der einzige Grund, weshalb Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth als Gratulantin des Parlaments bei der 50. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) an die sieben Jahre zwischen 2010 und 2016 erinnerte, in denen die AFK-Geschäftsstelle an der Universität Augsburg angesiedelt war: Aus ihrer Sicht war dies eine entscheidende Zeit für die gesamte Friedens- und Konfliktforschung in Deutschland. Entsprechende Studiengänge wurden etabliert, die Verbandsarbeit wurde professionalisiert und nicht zuletzt wurde unter der Mitherausgeberschaft des Augsburger Friedensforschers und AFK-Vorstandsmitglieds Prof. Dr. Christoph Weller die wissenschaftliche „Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung“ (ZeFKo) gegründet.

Das Rahmenthema des 50. AFK-Kolloqiums, das Mitte April 2018 in Berlin stattfand lautete "Frieden – Konflikt – Wissenschaft. Reflexionen zu Forschung und Praxis". Anlässlich des Jubiläums befassten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jahrestagung 2018 mit grundsätzlichen Fragen ihrer Disziplin: Wie kann Friedens- und Konfliktforschung den eigenen Ansprüchen und Herausforderungen entsprechen, um wissenschaftliche Beiträge zum Frieden zu leisten? Wie geht sie mit dem selbstgestellten Anspruch um, methodisch und theoretisch inter- und transdisziplinär vorzugehen? Wie bleibt die Friedens- und Konfliktforschung praxisrelevant bei der beständigen Gefahr, sich politisch instrumentalisieren zu lassen?

Mehr als Politikberatung
In ihrer Gratulationsadresse blickte die Bundestagsvizepräsidentin nicht nur zurück, sie formulierte auch klare Erwartungen an die weiteren Entwicklungen: „Die Friedensforschung sollte auch in Zukunft nicht auf die Politikberatung reduziert werden, sondern zunächst einmal in die Lage versetzt werden, ihre grundlegende und interdisziplinäre Forschungsaufgabe bestmöglich zu erfüllen. Beides nämlich geht Hand in Hand: Die Politik ist auf wissenschaftlich fundierte Informationen und Empfehlungen angewiesen, die Friedens- und Konfliktforschung darauf, unter förderlichen Bedingungen ihre Arbeit machen zu können – und daraus dann politische Handlungsempfehlungen abzuleiten", so Claudia Roth.

Im Mittelpunkt: dekoloniale und postkoloniale Ansätze
Welche Erwartungen an die Ergebnisse der Friedens- und Konfliktforschung gerichtet werden dürfen, war Thema verschiedener Panels des Berliner AFK-Kolloquiums. Die Erfordernisse der Praxis, etwa des Peacebuilding, der Transitional Justice, der Krisenprävention oder des Wissenstransfers in die Politik wurden dabei ebenso (selbst-)kritisch und anspruchsvoll diskutiert wie methodologische, forschungsethische und historische Dimensionen der Friedens- und Konfliktforschung. Dekoloniale und postkoloniale Ansätze nahmen dabei eine herausgehobene Rolle ein, zumal der gerade neu erschienene zweite, von Dr. Cordula Dittmer herausgegebene ZeFKo-Sonderband präsentiert werden konnte, der sich ausschließlich mit de- und postkolonialen Perspektiven in der Friedens- und Konfliktforschung auseinandersetzt.

Die „ Augsburger Erklärung “: Bezugspunkt für Forschungsansätze und Lehrkonzepte
Wo sich die Tagung um die Nachwuchsförderung in der Friedens- und Konfliktforschung sowie um die Forschungsperspektiven zu aktuellen Fragestellungen – z. B. zu Ressourcenkonflikten, zum Rassismus, zu Bürgerkriegen oder zur Friedensarbeit – drehte, wurde immer wieder auf die „Augsburger Erklärung“ verwiesen, die Ende 2017 auf einer Tagung des AFK-Arbeitskreises „Curriculum und Didaktik“ an der Universität Augsburg erarbeitet worden war. Indem sie konzise darlegt, mit welchem Selbstverständnis die Lehrenden der Studiengänge im Bereich der Friedens- und Konfliktforschung unterrichten, ist sie aktueller Bezugspunkt für Forschungsansätze und Lehrkonzepte. „Da jede Lehrsituation, gerade bei der Beschäftigung mit Frieden und Gewalt, auch von sozialen Konflikten beeinflusst ist", so heißt es in dieser Erklärung, "erfolgt die Auseinandersetzung mit den genannten Themen reflexiv mit entsprechenden Konsequenzen für die didaktische Ausgestaltung der Lehre in der Friedens- und Konfliktforschung.“

Bessere Ausstattung und systematische Stärkung
Bei aller Anerkennung der beeindruckenden 50-jährigen Entwicklungsgeschichte der AFK wurden aktuelle Herausforderungen und Probleme nicht verschwiegen: die prekäre finanzielle Ausstattung der „Deutschen Stiftung Friedensforschung“ (DSF), die Kluft zwischen zu geringen Studienplatz- und steigenden Bewerbungszahlen oder die den öffentlichen Diskurs prägende Sicherheitslogik, die kaum Raum für präventive, „friedenslogische“ oder herrschaftskritische Ansätze lässt. Vor allem aber waren es die Krisenhaftigkeit der Welt, neue Bedrohungen und eskalierende Konflikte sowie eine vielfach beobachtbare politische Unvernunft im Umgang mit diesen Herausforderungen, die als Argument für mehr Forschung zu Fragen von Frieden und Krieg vorgebracht wurden und Bundestagsvizepräsidentin Roth zu einem klaren Statement kommen ließ: „Für mich persönlich ist deshalb klar: Wir müssen die Friedensforschung besser ausstatten und systematisch stärken, denn nur so erhält sie den Freiraum, den es braucht, in einer sich wandelnden Welt nicht nur Schritt zu halten, sondern bestenfalls voranzugehen.“


Die Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK)
... wurde 1968 als deutsche Wissenschaftsvereinigung von Friedens- und Konfliktforscherinnen und -forschern aus allen akademischen Disziplinen gegründet. Derzeit zählt die sie über 300 Mitglieder. Die AFK fördert wissenschaftliche Arbeiten, die zu einem Verständnis der Ursachen von Frieden und Krieg beitragen und Grundlage für eine am Frieden orientierte politische Praxis sein sollen. Im Zentrum ihrer Aktivitäten veranstaltet die AFK jedes Jahr ein Kolloquium (im Frühjahr). Dieses Kolloquium steht jeweils unter einem inhaltlichen Rahmenthema und dient sowohl dem internen wissenschaftlichen Austausch als auch der Vermittlung der Friedens- und Konfliktforschung in die Öffentlichkeit. Diese Öffentlichkeitsfunktion übernimmt auch das seit 2012 von der AFK herausgegebene peer-reviewed Journal "Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung" (ZeFKo).“ Mehr auf https://afk-web.de/

30.04.2018

Rebecca Gulowski und Natalie Gehringer nehmen am XIX ISA World Congress of Sociology teil

Gleich zweimal ist der Lehrstuhl auf dem 19. World Congress of Sociology (ISA) vom 15.7.-21.7. 2018 in Toronto, Kanada vertreten. Rebecca Gulowski und Natalie Gehringer diskutieren ihre Projekte „Making the Invisible Visible".

The Intersectional Discrimination in Law Governing Sexual Offenses“ und „Doing Memory of Violent Experiences. A Performative Approach“ über Grenzerfahrungen durch Gewalterfahrungen und Institutionalisierungsprozesse mit internationalen Fachkolleginnen.

30.04.2018

"Augsburger Erklärung" des AK "Curriculum und Didaktik" der AFK

Bei der Jahrestagung des Arbeitskreises "Curriculum und Didaktik" der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) im November 2017 in Augsburg wurde von den Teilnehmenden die "Augsburger Erklärung" zum Selbstverständnis des Arbeitskreises und der Studiengänge im Bereich der Friedens- und Konfliktforschung erarbeitet.

Sie zeichnen sich durch ein spezifisches Profil aus, woraus sich besondere inhaltliche und didaktische Anforderungen an die Lehrenden in der Friedens- und Konfliktforschung ergeben. Deren Qualifizierung stellt einen wesentlichen Beitrag zur Nachwuchsförderung in der Friedens- und Konfliktforschung dar.

12.04.2018

"Der NSU-Komplex. Rechter Terror, staatliches Versagen und ein Mammut-Prozess - wieviel Aufklärung ist möglich?"

Vortrag von Prof. Dr. Tanjev Schultz am 16.04.2018 um 19:30 Uhr im Augustana-Saal, Im Annahof 4

"Der NSU-Komplex. Rechter Terror, staatliches Versagen und ein Mammut-Prozess - wie viel Aufklärung ist möglich?" ist das Thema der nächsten Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft , mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung. Dazu spricht Prof. Dr. Tanjev Schultz am Montag, 16. April 2018 um 19:30 Uhr, im Augustana-Saal, Im Annahof 4

09.04.2018

Verleihung des Mietek-Pemper-Preises 2018

Am 25. April 2018 um 20:00 Uhr wird im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses der Mietek Pemper Preis der Universität Augsburg für Versöhnung und Völkerverständigung an die kolumbianische Menschenrechts-Aktivistin Teresita Gaviria, Gründerin und Vorsitzende des Vereins Caminos de Esperanza. Madres de la Candelaria verliehen.

Die Laudatio auf die Preisträgerin hält Barbara Lochbihler, MdEP, Außen- und menschenrechtspolitische Sprecherin der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament und Vizepräsidentin des EP-Menschenrechtsausschusses.

05.04.2018

Neuerscheinung: Rebecca Gulowski

Gulowski, Rebecca (2018): On the Flesh of Violence. The (Phenomenological) Dilemma in Researching on Violence and Its Transrational Transformation

Gulowski, Rebecca (2018): On the Flesh of Violence. The (Phenomenological) Dilemma in Researching on Violence and Its Transrational Transformation, in Josefina Echavarría Alvarez /Daniela Ingruber/Norbert Koppensteiner (Hrsg.): ‘Transrational Resonances: Echoes to the Many Peaces. Houndsmill, Palgrave Macmillan, 167-191.

Abstract:

This essay is the reflection of my thoughts and experience as a violence researcher. It is an attempt to describe an alternative approach on violence research by combining the phenomenological ontology of Maurice Merleau-Ponty, particularly his notion of the term flesh with the transrational ontology elaborated by Wolfgang Dietrich (2015). Based on recent findings in cognitive science George Lakoff and Mark Johnson (1999) show that “the mind is inherently embodied. Thought is mostly unconscious. Abstract concepts are largely metaphorical” (Lakoff/Johnson 1999, 3). These discoveries call the central ideas and anthropologies of the Western philosophical tradition as well as its conceptions of truth and reasonableness relating thereto, into question. Even a solely phenomenological way of researching on experience leads, as this paper will elaborate, into an impasse. On the one hand phenomenological research is able to generate a rich theory of the structure of experience, but on the other hand there is a lack of an empirical foundation of knowledge of the cognitive unconscious and thus of the majority of our thoughts (Lakoff/Johnson 1999, 5).

By sketching two main traditions in violence research, (1) the research into the causes of violence and (2) researching discursively-interpretatively, which both lead to an impasse, I (3) elucidate why we do need to follow a third one, a phenomenological approach on the one hand, but which also leading us into a dilemma on the other hand. But in contrast to the two first mentioned approaches, which cover the paradoxical Gestalt of violence, a phenomenological perspective reveals it, although it does not overcome it. With (4) the conception of the flesh of violence, I elaborate the paradoxical Gestalt of violence and conclude (5) with the attempt to transform this dilemma by applying Wolfgang Dietrich’s ideas on the Elicitive Conflict Mapping (2015).

19.03.2018

Neuerscheinung: Lena von Naso: The Media and Aid in Sub-Saharan Africa. Whose News?

Dr. Lena von Naso: "The Media and Aid in Sub-Saharan Africa. Whose News?" Series: Routledge Contemporary Africa, Routledge, 2018

Dr. Lena von Naso: " The Media and Aid in Sub-Saharan Africa. Whose News?" Series: Routledge Contemporary Africa, Routledge, 2018

Abstract:

Closely examining the relationship between foreign correspondents of international news media and humanitarian organisations, Lena von Naso shows how the aid and media sectors cooperate in Africa in a unique way. Based on more than 70 interviews with foreign correspondents and aid workers operating across Africa, the book argues that the changing nature of foreign news and of aid is forcing them to form a deep co-dependency that is having a serious and largely unnoticed effect on Western news coverage.

15.03.2018

Neuerscheinung: Buchrezension von Fatemeh Kamali Chirani über "The Iranian Political Language"

Neuerscheinung: Die Demokratie im Iran steht im Zentrum der Buchrezension von Fatemeh Kamali Chirani über "Yadullah Shahibzadeh: The Iranian Political Language: From the late Nineteenth Century to the Present", erschienen in " Middle East Media and Book Reviews Online" 6:1

06.02.2018

"Ein Ball. Ein Spiel. Ein Team - Integration durch Fußball"

Diskussion mit Cacau und Andreas Luthe am Donnerstag, 25.01.2018 um 19.30 Uhr im SWA-Vortragssaal, Hoher Weg 1, Augsburg

Im Rahmen der Augsburger Reden - Vortragsreihe zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft findet am 25. Januar 2018 von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr unter dem Thema "Ein Ball. Ein Spiel. Ein Team - Integration durch Fußball" ein Gespräch mit dem DFB- Integrationsbeauftragten und ehemaligen Nationalspieler Cacau und dem ehemaligen FCA Torhüter Andreas Luthe im Stadtwerkesaal Augsburg, Hoher Weg 1, statt.

23.01.2018

Neuerscheinung: Conflict Escalation

Neuerscheinung: Bösch, Richard: Conflict Escalation, in: Oxford Research Encyclopedia of International Studies, Oxford: Oxford University Press/International Studies Associations

11.01.2028

"Zäune für Afrika - Migrationsbewegungen in und aus Afrika": Friedenspolitische Tagung

Unter dem Titel "Zäune für Afrika - Migrationsbewegungen in und aus Afrika" findet am 27. Januar 2018 eine friedenspolitische Tagung mit veranstaltet vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, in München statt.

08.01.2018

Neuerscheinung: Reflexive Politikberatung. Wandel erforschen und gestalten

Neuerscheinung: Weller, Christoph/Rungius, Charlotte (2017): Reflexive Politikberatung. Wandel erforschen und gestalten, in: Bayerischer Forschungsverbund ForChange (Hrsg.): Ergebnisse und Handlungsempfehlungen, München 2017, 30-31

21.12.2017

Neuerscheinung: A Civic Studies Perspective on European Citizens: In Search for Potential in the Conflict surrounding TTIP

Neuerscheinung: Schröder, Nora Sophie (2017): A Civic Studies Perspective on European Citizens: In Search for Potential in the Conflict surrounding TTIP, in: European Societies and Politics, published online: 16.08.2017.

20.12.2017

Tagungsbericht über die Peace Summer School in der Wissenschaftszeitschrift "Wissenschaft & Frieden"

Über die Peace Summer School "Frieden verstehen - Konflikte gestalten", die in diesem Sommer in Augsburg stattfand, ist in der aktuellen Ausgabe der W&F (Interdisziplinäre Wissenschaftszeitschrift "Wissenschaft & Frieden" ein Tagungsbericht erschienen.

Der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität
Augsburg organisierte dieses erstmalig stattfindende Qualifizierungsangebot für Studierende
und Interessierte an der Friedens- und Konfliktforschung. Der Artikel bietet einen Rückblick
auf dieses Angebot der Auseinandersetzung mit Fragen des friedlichen Zusammenlebens und
Umgang mit Konflikten in der Friedensstadt Augsburg.

11.12.2017

Workshop "Friedens- und Konfliktforschung - Jetzt erst recht!?" am 08.12.2017 in Augsburg

Am 08. Dezember 2017 führt uns die Workshopreihe zum Abschluss nach Augsburg! In Kooperation mit dem Alumniverein Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung Augsburg e.V. (ASKA) freut sich das Sprecher*innenteam der Jungen AFK, zum Abschluss in diesem Jahr die Frage "Friedens- und Konfliktforschung - Jetzt erst recht!?" stellen zu können.

Wir laden herzlich ein, im Rückblick auf die vergangenen Stationen der Workshopreihe in
diesem abschließenden Workshop den Blick noch einmal auf die Kontroversen und
Spannungsfelder zwischen den Erwartungen junger Wissenschaftlerinnen,
Friedensbewegten, Konfliktforscher
innen und den erlebten Realitäten zu richten. Auch in
diesem Workshop soll ähnlich wie zu Beginn der Reihe die Selbstreflexion der Akteure in
diesem Forschungsfeld im Fokus stehen. Führen Probleme und unterschiedliche Ansichten
über Forschung, Interessenfelder und Zugänge zu Wissensproduktionen zu Resignation oder
werden solche Herausforderungen mit dem Slogan "Jetzt erst recht!" beantwortet?

29.11.2017

Der ASKA lädt zur Weihnachtsfeier am 07. Dezember 2017 ab 19.30 Uhr ein

Liebe Freund*innen, Interessierte und Alumni der Friedens- und Konfliktforschung,

wir laden herzlich zu unserer Weihnachtsfeier ein. Am Donnerstag, 07. Dezember 2017, ab
19.30 Uhr treffen wir uns bei Kerzenlicht und Fackelschein vor dem Gebäude Y der
Universität und stimmen uns bei winterlichen Temperaturen auf unsere musikalisch wie
dekorativ wundersame Weihnachtsfeier ab 20.30 Uhr im Gebäude Y ein. Selbstgebackene
Plätzchen werden uns den Abend versüßen und eigens produzierter Glühwein und
Kinderpunsch halten uns warm.
Wir freuen uns auf euer Kommen, anregende Gespräche und darauf, alte wie neue
Freund*innen zu treffen.
Bis nächste Woche
Euer ASKA

29.11.2017

Reflexive Politikberatung: Rungius/Weller präsentieren ihre Forschungsergebnisse am 16.11.2017 beim Abschlusssymposium

"Streitfrage Resilienz: Wie wir Zukunft gestalten können" lautet der Titel des Symposiums des Forschungsverbunds ForChange zum Abschluss seiner vierjährigen Laufzeit. Am 16.11.2017 von 9 - 18 Uhr präsentieren alle 13 Projekte ihre Ergebnisse in der Carl-Friedrich-von Siemens-Stiftung in München.

13.11.2017

Neuerscheinung: Resilienz - Macht - Hoffnung. Der Resilienzbegriff als diskursive Verarbeitung einer verunsichernden Moderne

Neuerscheinung: Resilienz - Macht - Hoffnung. Der Resilienzbegriff als diskursive Verarbeitung einer verunsichernden Moderne, von Charlotte Rungius, Elke Schneider und Christoph Weller, in: Karidi/Schneider/Gutwald (Hrsg.): Resilienz, Wiesbaden: Springer 2017, 33-59

30.10.2017

Deutsche Stiftung Friedensforschung bewilligt finanzielle Förderung

Die Deutsche Stiftung Friedensforschung bewilligt die finanzielle Förderung für das Tagungsprojekt des Lehrstuhls in Kooperation mit dem AK "Curriculum und Didaktik" der AFK zur wissenschaftlichen Nachwuchsförderung im Bereich der Friedens- und Konfliktforschung am 23. - 25. November 2017 in Augsburg.

26.10.2017

11th Pan-European Conference der European International Studies Association (EISA)

Charlotte Rungius und Nora Schröder nahmen vom 12.09. - 16.09.2017 an der 11th Pan- European Conference der European International Studies Association (EISA) teil, die dieses Jahr in Barcelona stattfand.

Im Rahmen des NachwuchswissenschaftlerInnen-Workshops "Knowing what and how:
research methods in complex environments" präsentierte Charlotte Rungius ein Papier mit
dem Titel "Making sense of scientific policy advice in a post-factual world - an
epistemological inquiry".
Nora Schröder stellte ihren Beitrag "The Anti-TTIP-protests from a Civic Studies
perspective" im Panel "Civiv activism and agency from an IR perspective" vor.
Die jährlich stattfindende Konferenz mit WissenschaftlerInnen aus den Internationalen
Beziehungen und angrenzenden Disziplinen stand dieses Jahr unter dem Thema "The Politics
of International Studies in an Age of Crisis".

26.10.2017

7. Jahrestagung zum Augsburger Religionsfrieden am 23.10.2017, 17.00 Uhr

"Bekenntnisse zur Friedensstadt Augsburg - Vielfalt heute erleben" ist der Titel der 7. Jahrestagung zum Augsburger Religionsfrieden, die in diesem Jahr als informative Straßenbahnfahrt von 17.00 Uhr - 20.00 Uhr stattfindet. Treffpunkt ist ab 16.30 …

"Bekenntnisse zur Friedensstadt Augsburg - Vielfalt heute erleben" ist der Titel der 7.
Jahrestagung zum Augsburger Religionsfrieden, die in diesem Jahr als informative
Straßenbahnfahrt von 17.00 Uhr - 20.00 Uhr stattfindet. Treffpunkt ist ab 16.30 Uhr vor St.
Ulrich/Afra (Ulrichsplatz 19). Verschiedene Expertinnen von Behindertenbeirat,
Seniorenbeirat, Integrationsbeirat, Gleichstellungsstelle und Stadtjugendring sowie
Vertreter
innen von Religionsgemeinschaften werfen einen Blick auf die Vielfalt in der Stadt
und geben Auskunft über die Herausforderungen und Bedarfe, über Errungenes und ihre
Wünsche für die Friedensstadt Augsburg.

11.10.2017

Augsburg Peace Summer School - Eröffnung am Montag, 31. Juli um 13:30 Uhr durch Thomas Weitzel, Kulturreferent der Stadt Augsburg.

"Frieden verstehen - Konflikte gestalten" ist das Thema der Augsburg Peace Summer School, die vom 31.7. bis 5.8. im Hollbau (Im Annahof 4) stattfindet, veranstaltet vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung in Kooperation mit dem ASKA, dem Ev. Forum Annahof und dem Friedensbüro der Stadt Augsburg.

"Von den vielen Frieden zur elizitiven Konflikttransformation" ist der Titel der ersten
Abendveranstaltung der Augsburg Peace Summer School am Montag, 31. Juli um 19:00 Uhr
im Hollbau/Annahof 4. Referent: Dr. Norbert Koppensteiner, UNESCO Chair for Peace
Studies der Universität Innsbruck.

28.07.2017

Kirchenasyl und Flüchtlingshilfe in Geschichte und Gegenwart

"Kirchenasyl und Flüchtlingshilfe in Geschichte und Gegenwart" ist das Thema der 26. Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft, mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung. Dazu spricht Stephan Theo Reichel am Dienstag, 27. Juni 2017 um 19:30 Uhr im Annahof (Hollbau).

22.06.2017

Das Nein zum Frieden: Konflikt und Friedensvertrag in Kolumbien

Vortrag von Dr. Josefina Echavarria Alvarez (Universität Innsbruck) am 20.06. um 19 Uhr im Annahof, gefördert durch die Stiftung Quid Verum.

In diesen Tagen haben die Kämpfenden der Farc in Kolumbien rund 2000 Waffen an die Vereinten Nationen
ausgehändigt. Präsident Juan Manuel Santos sprach von einem "historischen Tag“. Bis morgen, den 20.6. sollen die
Farc alle restlichen Waffen übergeben haben, die im Anschluss daran zerstört werden sollen. Dies ist Teil des
Friedensabkommens der jahrelangen Verhandlungen zwischen Farc und der kolumbianischen Regierung.
Die kolumbianische Friedensforscherin Dr. Josefina Echavarria Alvarez wird morgen in ihrem Vortrag „Das Nein
zum Frieden: Konflikt und Friedensvertrag in Kolumbien“ die Problematik um den Friedensvertrag und den daran
beteiligte Akteur*innengruppen analysieren und erklären. Im Anschluss daran haben Sie die Möglichkeiten Fragen zu
stellen und mit ihr über die Situation in Kolumbien zu diskutieren.
Der Vortrag ist die 2. Auftaktveranstaltung der Augsburgrt PEACE SUMMERSCHOOL.

19.06.2017

Frieden – wissenschaftlich betrachtet. Vortrag von Prof. Christoph Weller

Frieden – wissenschaftlich betrachtet. Vortrag von Prof. Christoph Weller am Mittwoch, 14.6. um 17:30 Uhr (Hörsaal 3) zur Entwicklung der Friedens- und Konfliktforschung in Deutschland. Auftaktveranstaltung zur Augsburger Peace Summer School "Frieden verstehen – Konflikte gestalten"

30.05.2017

Ni una muerte más! - Nicht eine Tote mehr!

Vortrag und Diskussion über das NiUnaMenos-Kollektiv mit Live-Schaltung nach Argentinien

Die argentinische Feministin und Journalistin Mariana Carbajal spricht über die Bewegung
“#NiUnaMenos“ (#nicht eine weniger) in Argentinien und Lateinamerika. Seit vielen Jahren
protestieren Menschen mit dem Ruf „Ni una muerte más!” („Nicht eine Tote mehr!“) in
Buenos Aires und vielen weiteren Städten Lateinamerikas. Die Wut richtet sich gegen die
unzähligen Fälle von Frauenmorden, sexualisierter Gewalt und deren Straflosigkeit. In ihrem
Vortrag berichtet Mariana Carbajal, die bereits mehrfach für ihr Engagement im Kampf um
Frauen- und Menschenrechte ausgezeichnet wurde, sowohl von dem Schweigen der
Gesellschaften und der Tatenlosigkeit von Behörden als auch von dem emanzipatorischen
Kampf der Befreiung und Solidarität. Der Protest der “#NiUnaMenos“ hat sich über das
Internet verbreitet und vernetzt und Mariana Carbajal ist das Gesicht der Bewegung und
offizielle Sprecherin des „NiUnaMenos“-Kollektivs´.
Ab 19:00 h lädt die Netzwerkinitiative Genderemanzipation zum sommerlichen
Abendausklang bei Wein, Musik, Live-Painiting und Theater in den kleinen Innenhof beim
Hörsaalzentrum.

18.05.2017

RAPE REVISITED - Grenzen, Respekt und Konsens: Workshop mit Dr. Mithu Sanyal

Die neu gegründete Netzwerkinitiative Genderemanzipation der Universität Augsburg veranstaltet mit Gewaltforscherin Rebecca Gulowski, Mitarbeiterin am Lst. für Friedens-und Konfliktforschung einen Workshop mit Mithu Sanyal Autorin der Bücher "Vulva. Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts und "Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens"

Sanyal schreibt über Vergewaltigung, dass es für „alle ein aufgeladenes Thema ist und
weitaus mehr Auswirkungen auf unser Leben hat als andere Verbrechen. Es gestaltet unsere
inneren Stadtpläne und bestimmt, an welchen Orten wir uns zu welchen Zeiten aufhalten oder
eben nicht aufhalten. Die Informationen, die wir über Vergewaltigung bekommen, sind nicht
nur Informationen über Vergewaltigung, sondern immer auch über unser Geschlecht, das
Verhältnis der Geschlechter zueinander und sogar über Sexualität. Und keine dieser
Informationen ist erfreulich“.
Vor diesem Hintergrund wird sich in diesem Workshop vor allem erfahrungsgebunden dem
Thema sexualisierter Gewalt genähert. Es geht um die sensible und sensibilisierende
Diskussion über Diskurse, theoretische Konzepte und Begriffe, um die sich gerade in
vermeintlichen Grauzonen und Grenzbereichen, erbitterte Kämpfe um Deutungshoheiten
entzünden.
Mittwoch 10.05.2017, 9:30 - 16:00 Uhr
Anmeldung per Email bis 4.Mai an: rebecca .gulowski@phil.uni-augsburg.de
Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt.
All gender welcome!
Im Anschluss an den Workshop findet ein öffentlicher Vortrag Mithu Sanyals im Rahmen der
von Martin Oppelt organisierten Vortragsreihe Souveränität, Gewalt und die
Herausforderungen der Demokratie durch die Flüchtlingsfrage unter dem Titel
„PostKölnialismus - zu den Debatten über sexualisierte Gewalt und Rassismus“ statt - HS III,
17:30 Uhr.

28.04.2017

"Krisenprävention bedarf reflexiver Formen der Außenpolitikberatung“

Neuerscheinung von Christoph Weller im PeaceLab 2016 des Auswärtigen Amts zur Entwicklung neuer Leitlinien der Bundesregierung für Krisenengagement und Friedensförderung.

04.04.2017

"Die Türkei nach dem Referendum - Vorgeschichte und Auswirkungen auf die deutsch-türkische Community"

ist das Thema der 25. Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft, mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung. Dazu spricht Prof. Dr. Haci Halil Uslucan am Donnerstag, 20. April 2017 um 19:30 Uhr, im Annahof (Hollbau)

03.04.2017

Embodied Peacework as a Creative Process

Workshop vom 20.-22. März an der Uni Augsburg

Gemeinsam mit Karin Michalek vom UNESCO Chair for Peace Studies, Innsbruck möchten
wir durch gezielte Körperarbeit wie Theaterpädagogik, Gestalttherapeutische Ansätze,
Methoden gewaltfreier Kommunikation und Kreativitätstechniken Introspektionen und
Selbstreflexionen anregen. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wer bin ich als Autor/in und
was bedeutet es für einen selbst, sich mit den Themen Frieden, Konflikt, Gewalt und
Ungleichheit gerade auch in einem internationalen Kontext auseinanderzusetzen. Konkret
wird es darum gehen, Themen für Haus- oder Abschlussarbeiten in einem kreativen Prozess
der Bewegung und Collagenarbeit zu entwickeln und zu stärken.
Der Workshop richtet sich explizit an alle, insbesondere internationale Studierende im Master
Programm Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung und im Master Programm
Sozialwissenschaften der Universität Augsburg.

28.02.2017

Workshop: Weil ein #aufschrei nicht reicht am 6. März 2017

Sensibilisieren - Analysieren - Aktivieren. Ein emanzipatorischer Workshop mit Anne Wizorek

Unter dem Hashtag #aufschrei wurde die feministische Autorin und Bloggerin Anne Wizorek
deutschlandweit bekannt, indem sie tausenden von Frauen die Möglichkeit gegeben hat, sich
öffentlich über Erfahrungen mit Alltagssexismus zu äußern. Die starke Resonanz macht
deutlich: Sexismus und sexualisierte Gewalt sind Bestandteile alltäglicher Erfahrung.
Der Workshop setzt daher bei der geteilten Erfahrung an und nähert sich über Begriffe,
Fakten und Zahlen einer gemeinsamen Analyse aktueller Debatten. Darauf aufbauend werden
Aktionsformen gegen sexualisierte Gewalt vorgestellt und gemeinsam reflektiert.
Wir bitten um rechtzeitige und verbindliche Anmeldung per Email an:
rebecca.gulowski@phil.uni-augsburg.de bis spätestens 26. Februar 2017. Die
TeilnehmerInnenzahl ist begrenzt!

23.02.2017

Neuerscheinung: Gulowski, Rebecca (2017): Negotiating Narratives: R2P and the Conundrum of the Monopoly of Legitimized Use of Force in:

in: Abu Bakarr Bah (Hrsg.): International Security and Peacebuilding. Africa, the Middle East, and Europe. Bloomington: Indiana University Press, 26-48.

06.02.2017

Fernsehsender n-tv befragt Prof. Christoph Weller, warum wir so anfällig für Feindbilder sind

Die Politik der Populisten basiert auf Feindbildern - und findet Anklang. Warum?

23.01.2017

Neuerscheinung: "Konfliktkompetenz lehren" ist der Beitrag von Christoph Weller

im Blog "Lehrgut" überschrieben, der zu einer Debatte einlädt über die Voraussetzungen, an Universitäten Konfliktkompetenz zu vermitteln.

19.01.2017

Augsburger Analysen zur jüngsten Entwicklung deutscher Außenpolitik erschienen

In einem von Ulrich Roos herausgegebenen Sammelband werden die Ergebnisse einer ganzen Reihe von Forschungsarbeiten zur jüngeren Entwicklung deutscher Außenpolitik präsentiert, die allesamt aus der Feder "Augsburger" AbsolventInnen stammen.

18.01.2017

Erster Band der neuen Reihe "Rekonstruktive Weltpolitikforschung" erschienen

Im NOMOS-Verlag erscheint fortan die neue Reihe "Rekonstruktive Weltpolitikforschung", die von Ulrich Roos, Akademischer Rat am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung gemeinsam mit Ulrich Franke (Universität Bremen) herausgegeben wird. Der erste Band "Multinationale Unternehmen in der Weltpolitik" von Matthias Hofferberth (University of San Antonio, TX) ist Anfang Januar erschienen.

18.01.2017

Neuerscheinung von Charlotte Rungius

TTIP und die transatlantischen Beziehungen in einer geo-ökonomischen Weltordnung, in: Roos, Ulrich (Hrsg.): Deutsche Außenpolitik. Arenen, Diskurse und grundlegende Handlungsregeln, Wiesbaden

17.01.2017

Gibt es einen Weg aus Gewalt und Krieg?

Andreas Zumach, internationaler Korrespondent der tageszeitung, thematisiert in seinem Vortrag mit anschließender Diskussion die Situation in Nordafrika und dem Nahen Osten. Dienstag, 29.11. um 19:30 Uhr im Augustanasaal des Ev. Forums Annahof, Im Annahof 4

29.11.2016

Im Resilienztunnel - Bitte nehmen Sie mal die Brille ab!

Ist der Titel von Christoph Wellers Reaktion auf Michael Meyens Beitrag „Von den Verheißungen der Resilienz: Zur Epistemologie von Rungius und Weller" im Blog „Resilienz“ des bayerischen Forschungsverbunds ForChange.

03.11.2016

Konflikte analysieren - wie, was und wozu?

Einladung zur Tagung "Konflikte analysieren - wie, was und wozu?" im Augsburger Zeughaus am 28./29. Oktober. Erföffnung mit Keynote von Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Glasl am Freitag um 13:30 Uhr.

21.10.2016

„Epistemische Gewalt, Kolonialität und die Geopolitik des Wissens“

"Epistemische Gewalt, Kolonialität und die Geopolitik des Wissens" ist der Titel der MALehrveranstaltung von Dr. Claudia Brunner (Wien), im Wintersemester Gastwissenschaftlerin an der Phil.-Soz.-Fakultät. Auf Einladung des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedensund Konfliktforschung kommt im Wintersemester 2016/17 Dr. Claudia Brunner, Assistenzprofessorin am Zentrum für Friedensforschung und Friedenspädagogik der Alpen- Adria-Universität Klagenfurt und Leiterin des Projekts "Epistemische Gewalt" an der Universität Wien für einen Gastaufenthalt an die Universität Augsburg.

20.10.2016

„Religiöse Identität in der pluralen Gesellschaft“

"Religiöse Identität in der pluralen Gesellschaft" ist Thema der 6. Jahrestagung zum Augsburger Religionsfrieden am Mittwoch, 26.10. ab 17 Uhr im Annahof, mit veranstaltet vom Lehrstuhl und der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK).

19.10.2016

Dreiundzwanzigste „Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft“

mitveranstaltet von der Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK): Prof. Dr. Herfried Münkler spricht zum Thema "Religiöse Pluralität als Herausforderung der liberalen Demokratie" am 18. Oktober 2016, 19:00 Uhr, im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses

13.10.2016

Neuerscheinung von Nora Sophie Schröder

Alternativen zur Alternativlosigkeit: Europa-Visionen als Chance in Krisenzeiten?, in: Soziologie-Magazin BLOG, am 5.09.2016

15.09.2016

Verleihung des Mietek Pemper Preises

der Universität Augsburg für Versöhnung und Völkerverständigung an Don Luigi Ciotti am 20.Oktober 2016 um 19:00 Uhr im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses. Die Laudatio auf den Preisträger hält Petra Reski, Schriftstellerin und Journalistin

12.09.2016

Neuerscheinung: "Resilienz - Macht - Hoffnung: Der Resilienz-Begriff als diskursive Verarbeitung einer verunsichernden Moderne"

Beitrag im Blog „Resilienz“ des bayerischen Forschungsverbunds ForChange von Charlotte Rungius, Elke Schneider und Christoph Weller

25.07.2016

Epistemische Gewalt, Kolonialität und die Geopolitik des #Wissens" ist der Titel der MA-Lehrveranstaltung von Gastwissenschaftlerin Dr. Claudia Brunner (Wien), im Windersemester an der Phil.-Soz.-Fakultät

Auf Einladung des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung kommt im Wintersemester 2016/17 Dr. Claudia Brunner, Assistenzprofessorin am Zentrum für Friedensforschung und Friedenspädagogik der Alpen-Adria-Universität …

Auf Einladung des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung kommt im Wintersemester 2016/17 Dr. Claudia Brunner, Assistenzprofessorin am Zentrum für Friedensforschung und Friedenspädagogik der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und Leiterin des Projekts "Epistemische Gewalt" an der Universität Wien für einen Gastaufenthalt an die Universität Augsburg. Ihre Forschungsschwerpunkte, die sich auch in der Themenstellung der in Augsburg angebotenen Lehrveranstaltung widerspiegeln, sind Frauen- und Geschlechterforschung, Wissen(schaft)stheorie, politische Gewalt/Terrorismus und Diskursforschung.

14.07.2016

Call for Papers and Panels für den internationalen AFK-Kongress im März 2017

„Peace and Conflict Studies form the margins to the center. Rethinking Europe in an unequal world“

Ist der Call for Papers and Panels überschrieben, mit dem die
Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) gemeinsam mit der
European Peace Research Association (EuPRA) zum internationalen AFK-Kongress im
März 2017 in die Akademie Villigst bei Dortmund einladen.

11.07.2016

Resiliente Brexit-Reaktionen?

"Resiliente Brexit-Reaktionen?" ist der Titel eines Beitrags von Christoph Weller, der nun im Blog „Resilienz“ des bayerischen Forschungsverbunds ForChange gepostet wurde.

"Resiliente Brexit-Reaktionen?" ist der Titel eines Beitrags von Christoph Weller, der nun
im Blog „Resilienz“ des bayerischen Forschungsverbunds ForChange gepostet wurde.

07.07.2016

Einundzwanzigste "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft" mit Aydan Özoğuz

Einundzwanzigste "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft", mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung: Aydan Özoğuz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, am 15. Juli 2016, 19:30 Uhr im Annahof (Augustanasaal)

07.07.2016

Verleihung des Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien 2016 heute um 18:30 Uhr im Goldenen Saal

Verleihung des Augsburger Wissenschaftspreises für interkulturelle Studien (FiLL-Preis) an Dr. Donja Amirpur sowie des Förderpreises an Romy Schulze am 07. Juli 2016 um 18:30 Uhr im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses.

13.06.2016

Standortübergreifende Ringvorlesung am Montag 06.06. "Critical Security Studies: Zur Konstruktion von Unsicherheit durch Terrorismus"

"Critical Security Studies: Zur Konstruktion von Unsicherheit durch Terrorismus" ist das Thema der nächsten Sitzung einer standortübergreifenden Ringvorlesung "Terrormiliz IS/Daesh – Verstehen, Einordnen und Bewerten", zu dem am Montag, 06. Juni (18:15 Uhr) Prof. Dr. Thomas Diez (Tübingen) den Vortrag halten wird. An der Universität Augsburg wird der Livestream dieser Vorlesung in Raum 2105 übertragen - Interessierte aller Studiengänge sind hierzu eingeladen.

01.06.2016

Montag, 23.05.16: "Grenzen und Sideeffects der militärischen Bekämpfung des 'Islamischen Staats'" - Vortrag von Prof. Dr. Andreas Bock

HEUTE (Montag, 23.05.) um 18:15 Uhr: "Grenzen und Side-effects der militärischen Bekämpfung des 'Islamischen Staats'" - Vortrag von Prof. Dr. Andreas Bock (Berlin/Augsburg) im Rahmen der Standortübergreifenden Ringvorlesung "Terrormiliz IS / Daesh - Verstehen, Einordnen und Bewerten" - Der Livestream der Vorlesung und der anschließenden Diskussion wird in Raum D-2105 gezeigt. |

23.05.2016

"War, Coercion and Intellicende Strategic Studies: An American Perspective" Vortrag von Dr. Ryan Grauer (Universität Pittsburth) am Mittwoch, 11.05.2016 um 18 Uhr in Raum 2103 (D)

Der Lerhstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung möchte Sie recht herzlich zu dem Vortrag "War, Coercion and Intelligende Strategic Studies: An American Perspective" mit Dr. Ryan Grauer von der Universität Pittsburth einladen. Er ist im Sommersemester 2016 Gasdozent an der Universität Augsburg. Sein Vortag gibt einen Einblick in die amerikanische Perspektive zu Sicherheits- und Geheimdienstforschung und findet am Mittwoch, 11. Mai 2016 um 18 Uhr in Raum 2103 (Gebäude D) statt.

04.05.2016

"Gewalt als letztes Mittel? - Über die Wirksamkeit militärischer und ziviler Handlungsoptionen" Vortrag am 04. Mai 2016 um 19:30 Uhr im Annahof (Hollbau)

"Gewalt als letztes Mittel? - Über die Wirksamkeit militärischer und ziviler Handlungsoptionen" Vortrag von Susanne Luithlen, Leiterin der Akademie für Konflikttransformation im Forum Ziviler Friedensdienst e.V., mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung sowie der Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) am Mittwoch, 04. Mai 2016 um 19:30 Uhr im Annahof (Hollbau

26.04.2016

Vortrag zum Thema "Blackbox Abschiebung" im Grandhotel Cosmopolis

Vortrag von Miltiadis Oulios mit anschließender Diskussion, veranstaltet vom Grandhotel Cosmopolis in Kooperation mit der Petra-Kelly-Stiftung am Freitag, 22. April 2016 um 19:00 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr) im Grandhotel Cosmopolis, Springergässchen 5 in Augsburg

18.04.2016

Antrittsvorlesung von Dr. Ulrich Roos

Antrittsvorlesung von Dr. Ulrich Roos zum Thema "Eine pragmatistische Methodologie der Weltpolitikforschung" am Montag, 11.04.2016 um 18:00 Uhr im Hörsaal II (Gebäude C)

04.04.2016

Vortrag "Israelkritik zwischen Antisemitismus und Menschenrechtsidee" am Mittwoch, 17:30 Uhr

Auf Einladung von Prof. Dr. Wassilios Baros und Prof. Dr. Christoph Weller hält Prof. Dr. Wilhelm Kempf (Universität Konstanz) am Mittwoch, 3. Februar um 17:30 Uhr im Innocube (Gebäude U, WZU, Raum 101, Universitätsstraße 1a) einen Gastvortrag unter dem Titel "Israelkritik zwischen Antisemitismus und Menschenrechtsidee". Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

28.01.2016

Die verheißungsvolle Schönheit der Resilienz

„Die verheißungsvolle Schönheit der Resilienz: Zur Epistemologie eines Begriffs“ ist der Titel eines Beitrags von Charlotte Rungius und Christoph Weller, dessen Kurzfassung nun im Blog „Resilienz“ des bayerischen Forschungsverbunds ForChange gepostet wurde. Hier gehts direkt zu dem vierseitigen Text: https://resilienz.hypotheses.org/611

20.01.2016

"Wen treffen Sanktionen?" Friedenspolitische Tagung in München

"Wen treffen Sanktionen?" Friedenspolitische Tagung in München, mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, am Samstag, 23. Januar 2016, 10:30 - 17:00 Uhr, in der Evangelischen Stadtakademie München, Herzog-Wilhelm-Str. 24 |

24.12.2015

"Syrien, Irak, Libyen - Wie kann dem sogenannten 'Islamischen Statt' Einhalt geboten werden?" Veranstaltung von Lerhstuhl, ASKA, AI und ifa im Kongress am Park am 30.11, 19 Uhr

Fishbowl-Diskussion zum Thema "Syrien, Irak, Libyen - Wie kann dem sogenannten 'Islamischen Statt' Einhalt geboten werden?" mit Botschafter Miguel Berger (Auswärtiges Amt), Nahostexperte Jörg Armbruster (Journalist) und christine Schnellhammer (AFK-Geschäftsführering, Moderation) in der Reihe "Außenpolitik live - Diplomaten im Dialog" des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) in Kooperation mit Augsburg International (AI), dem Alumniverein Sozialwissenscahftliche Konfliktforschung Augsburg (ASKA) und dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung am Montag, 30. November 2015 um 19 Uhr im Kongress am Park (Gögginger Straße 10). Um Anmeldung wir gebeten

24.11.2015

AbsolventInnen-Feier des Masterstudiengangs "Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung" mit öffentlichem Festvortrag

„Frieden, Krieg und Gerechtigkeit – Reflexionen zu einem alten Thema anhand neuer Erkenntnisse aus anderen Wissenschaften“

Ist der Titel des öffentlichen Festvortrages, den
Prof. Dr. Harald Müller bei der AbsolventInnen-Feier des Augsburger Master-Studiengangs
„Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung“ am Samstag, 14. November um 18:00 Uhr in
der Galerie Krüggling (Singerstr. 7) halten wird. Müller ist der scheidende Direktor des
Frankfurter Leibniz-Instituts „Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung – HSFK“
und einer der bekanntesten Friedensforscher Deutschlands. Veranstalter dieser feierlichen
Zeugnisübergabe und des öffentlichen Festvortrages ist der Alumniverein
Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung Augsburg – ASKA e.V.

12.11.2015

Stiftung quid verum fördert die Augsburger Konfliktforschung

Der scheidende Direktor des Leibniz-Instituts "HSFK - Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung", Prof. Dr. Harald Müller, hält den Festvortrag zur AbsolventInnen- Feier des Masterstudiengangs "Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung" am 14.11.2015 um 18:00 Uhr, ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung der Stiftung quid verum.

02.11.2015

"Religion(en) und Gewalt" - Tagung im Augsburger Rathaus zum Augsburger Religionsfrieden

Fünfte Jahrestagung zum Augsburger Religionsfrieden zum Thema "Religion(en) und Gewalt" am 26. Oktober 2015 im Oberen Fletz des Augsburger Rathauses

Programm:Ab 16:15 Uhr:
Get together
17:00 Uhr:
Lesung aus den Heiligen Schriften der Weltreligionen
17:15 Uhr:
Grußwort: Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel,
Präsidentin der Universität Augsburg
17:30 Uhr:
Keynote: Religion und Gewalt: Ursache oder Rechtfertigung
Prof. Dr. Günther Schlee, Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle
17:45 - 19:00 Uhr:
Podiumsdiskussion - Religion(en) und Gewalt mit
Prof. Philipp Stoellger, Lehrstuhl für Systematische Theologie, Universität Heidelberg
Dr. Riem Spielhaus, Zentrum für Islam und Recht in Europa (EZIRE), Friedrich-
Alexander-Universiät Erlangen - Nürnberg
Prof. Dr. Dr. h.c. Daniel Krochmalnik, Hochschule für jüdische Studien, Heidelberg
Robert Jandaka, Heilpädagoge und Musiker, Altdorf
Prof. Dr. Günther Schlee, Max-Planck-Institut Halle
Moderation: Dr. Margret Spohn, Leiterin des Büros für Migration, Interkultur und
Vielfalt Augsburg
19:00 Uhr:
Musikalischer Ausklang & Get together
Jiddische Lieder mit Yoed Sorek (Gesang) und Susanna Klovsky (Klavier)
Veranstalter:
Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung
Friedensstadt Augsburg
Evangelisches Forum Annahof
Kulturzentrum Kresslesmühle
Lehrstuhl für Friedens- und Ko

26.10.2015

"Religion(en) und Gewalt" - Prominent besetzte Tagung im Augsburger Rathaus mit Lesung, Musik und Empfang am Mo., 26.10.2015 um 17:00 Uhr; Eintritt frei

Fünfte Jahrestagung zum Augsburger Religionsfrieden zum Thema "Religion(en) und Gewalt" am 26. Oktober 2015 im Oberen Fletz des Augsburger Rathauses

Programm:

Ab 16:15 Uhr:
Get together
17:00 Uhr:
Lesung aus den Heiligen Schriften der Weltreligionen
17:15 Uhr:
Grußwort: Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel,
Präsidentin der Universität Augsburg
17:30 Uhr:
Keynote: Religion und Gewalt: Ursache oder Rechtfertigung
Prof. Dr. Günther Schlee, Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle
17:45 - 19:00 Uhr:
Podiumsdiskussion - Religion(en) und Gewalt mit
Prof. Philipp Stoellger, Lehrstuhl für Systematische Theologie, Universität Heidelberg
Dr. Riem Spielhaus, Zentrum für Islam und Recht in Europa (EZIRE), Friedrich-
Alexander-Universiät Erlangen - Nürnberg
Prof. Dr. Dr. h.c. Daniel Krochmalnik, Hochschule für jüdische Studien, Heidelberg
Robert Jandaka, Heilpädagoge und Musiker, Altdorf
Prof. Dr. Günther Schlee, Max-Planck-Institut Halle
Moderation: Dr. Margret Spohn, Leiterin des Büros für Migration, Interkultur und
Vielfalt Augsburg
19:00 Uhr:
Musikalischer Ausklang & Get together
Jiddische Lieder mit Yoed Sorek (Gesang) und Susanna Klovsky (Klavier)

Veranstalter:

  • Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung
  • Friedensstadt Augsburg
  • Evangelisches Forum Annahof
  • Kulturzentrum Kresslesmühle
  • Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung, Universität Augsburg
22.10.2015

Semantik-analytische Beobachtungspraxis. Neuerscheinung von Michaela Zöhrer

Neuerscheinung zu Theorien kultureller Konstruktion des Politischen:

Zöhrer, Michaela: Systemtheorie und differenztheoretische
Forschung. Überlegungen zu einer semantik-analytischen
Beobachtungspraxis, in: Hofmann, Wilhelm/Martinsen, Renate (Hrsg.): Die
andere Seite der Politik. Theorien kultureller Konstruktion des
Politischen. Wiesbaden: VS, 2016, 137-165.

21.10.2015

5. Jahrestagung zum Augsburger Religionsfrieden

"Religion(en) und Gewalt" ist das Thema des Vortrags von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert am Dienstag, 20. Oktober 2015, 19:30 Uhr im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses. Er spricht im Rahmen der "Augsburger Reden zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft" auf Einladung eines Veranstalternetzwerks unter Beteiligung des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung sowie der Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK). Grußwort: Dr. Kurt Gribl, Oberbürgermeister der Stadt Augsburg Moderation: Prof. Dr. Karsten Fischer, LMU München - Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft

19.10.2015

Semestereröffnung mit Festvortrag

"Über den Diskurs zur Kritik. Überlegungen zu einer zeitgemäßen Konfliktforschung" - Festvortrag von Dr. Eva Herschinger (University of Aberdeen) zur Semestereröffnung, veranstaltet vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung gemeinsam mit AFK, ASKA und der Stadt Augsburg (Friedensbüro, Migrationsbüro) am Montag, 12. Oktober um 18 Uhr im Kulturzentrum Kresslesmühle.

21.09.2015

Rahmenprogramm Augsburger Hohes Friedensfest 2015

"Sehnsucht nach der verlorenen Einheit? Die Wiederentdeckung des christlichen Abendlands", mit Prof. Dr. Reiner Anselm und Prof. Dr. Christoph Weller. Beitrag zum Rahmenprogramm des Augsburger Hohen Friedensfests 2015, am 29. Juli, 19:30 Uhr im Annahof (Hollbau) "Neue Grenzen: Vom Krieg in der Ukraine zum Ost-West-Konflikt?" Vortrag und Diskussion mit Dr. Karl Grobe-Hagel und Prof. Dr. Andreas Bock. Beitrag zum Rahmenprogramm des Augsburger Hohen Friedensfests 2015, am 20. Juli, 19:30 Uhr in der Neuen Stadtbücherei

09.07.2015

Neuerscheinung Andreas Bock

Neuerscheinung: Bock, Andreas: “Kubakrise? Viel schlimmer.” Eine aktuelle Analyse der Krise zwischen der NATO und Russland, in: Internationale Politik und Gesellsc

07.07.2015

Rahmenveranstaltung zum FiLL-Preis

Rahmenveranstaltung zum Augsburger Wissenschaftspreises für interkulturelle Studien (FiLL-Preis): Vortrag und Diskussion mit der Preisträgerin Dr. Miriam Schader und dem Förderpreisträger Felix Maas am 30. Juni 2015 um 15:45 Uhr in Raum 2107 (Gebäude D)

08.06.2015

Neunzehnte "Augsburger Rede..."

Neunzehnte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft", mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joas spricht zum Thema "Sind die Menschenrechte westlich?" am 17. Juni 2015, 19:30 Uhr, im Annahof (Hollsaal)

07.05.2015

Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien 2015

Verleihung des Augsburger Wissenschaftspreises für interkulturelle Studien (FiLL-Preis) an Dr. Miriam Schader sowie des Förderpreises an Felix Maas am 30. Juni 2015 um 19:00 Uhr im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses

06.05.2015

Neuerscheinung Christoph Weller und Richard Bösch

Neuerscheinung: Weller, Christoph / Bösch, Richard 2015: Globalisierung und transnationale Konflikte: Frieden aus einer Global-Governance-Perspektive. Aktualisierte Fassung 2015. – In: Online Akademie der Friedrich-Ebert-Stiftung (Hrsg.): Globalisierung

12.03.2015

Achtzehnte "Augsburger Rede..."

Achtzehnte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft", mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung: Petra Roth spricht zum Thema "Kulturelle und religiöse Vielfalt in der Großstadt - Chancen und Risiken" am 18. März 2015, 19:30 Uhr, im Augsburger Rathaus

03.03.2015

Neuerscheinung Andreas Bock et al.

Andreas Bock/ Ingo Henneberg/ Friedrich Plank: “If you compress the spring, it will snap back hard”: The Ukrainian crisis and the balance of threat theory, in: International Journal

18.02.2015

Workshop "Why Civil Resistance Works."

"Why Civil Resistance Works." Workshop, Diskussion, Film und Lesung im Grandhotel Cosmopolis in Kooperation u.a. mit der Petra-Kelly-Stiftung am 4./5. Februar 2015 ab 13 Uhr. Weitere Informationen

26.01.2015

Tagung: Verantwortung Macht Sicherheit

Verantwortung - Macht - Sicherheit: Wie kann Deutschland Verantwortung in der Welt wahrnehmen? Friedenspolitische Tagung in München, mitveranstaltet vom Alumniverein Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung Augsburg (ASKA) und vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, am Samstag, 24. Januar, 10:45 - 17:00 Uhr, in der Evangelischen Stadtakademie München

22.12.2014

Podiumsdiskussion zu Rüstungsexporten

Podiumsdiskussion zu Rüstungsexporten mit Vertretern von Gewerkschaft, Regierung, Industrie und Wissenschaft, veranstaltet vom Alumniverein Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung Augsburg (ASKA) in Kooperation mit der Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) und dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, am Mittwoch, 21. Januar im Zeughaus (Kinosaal), Zeugplatz 4

21.12.2014

Neuerscheinung Rebecca Gulowski-Reiter und Christoph Weller

Rebecca Gulowski-Reiter/Christoph Weller: Gewalt ist keine Aggression, in: Gerald Hartung und Matthias Herrgen (Hrsg.) Interdisziplinäre Anthropologie, Jahrbuch 2/2014: Gewalt und Aggression, Springer VS 2014, 85-91.

15.12.2014

Prof. Dr. Andreas Bock tritt eine Professur in Berlin an

Prof. Dr. Andreas M. Bock, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, hat zum 1. November eine Professur für Politikwissenschaft im Studiengang "Internationale Not- und Katastrophenhilfe" an der Akkon-Hochschule für Humanwissenschaften Berlin angetreten. Die Schwerpunkte seiner Lehre und Forschung dort sind Theorien der Internationalen Beziehungen, Außenpolitikanalyse, Konfliktanalyse, Politische Psychologie und Sicherheitspolitik.

20.11.2014

Siebzehnte "Augsburger Rede..."

Siebzehnte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft", mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung: Prof. Dr. Armin Nassehi, spricht zum Thema "Der Fremde als Vertrauter - Von gefährlichen Fremden und bequemen Vertrautheiten" am 26. November 2014, 19:30 Uhr, im Augsburger Rathaus

18.11.2014

Neuerscheinung Andreas Bock/ Ingo Henneberg

Andreas M. Bock / Ingo Henneberg (Hrsg.): Iran, die Bombe und das Streben nach Sicherheit. Strukturierte Konfliktanalysen, Baden-Baden: Nomos 2014, darin u.a.: Christoph Weller: Konfliktanalyse in der Konfliktforschung; Friedrich Plank / Ingo Henneberg: Die Anwendungspotenziale der strukturierten Konfliktanalyse in den Internationalen Beziehungen; David Summe/Michael Nann: "Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust ..."; Konfligierende Identitäten in Iran und ihr Einfluss auf die Außenpolitik

20.10.2014

Veranstaltung "Hoffen oder Bangen in Libyen: Staatszerfall am Mittelmeer?

Der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg, das Institut für Auslandsbeziehungen (IFA), der Augsburg International e.V. und der ASKA e.V. laden zu einer Veranstaltung mit Herrn Christian Much, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Republik Libyen, ein. Unter dem Titel „Hoffen oder Bangen in Libyen: Staatszerfall am Mittelmeer?“ wird Herr Much über die sicherheitspolitische Lage in der Maghreb-Region im Allgemeinen sowie der Lage in Libyen im Besonderen sprechen und dabei auch den besonderen Blick auf Deutschland richten. Die Veranstaltung unter Moderation von Prof. Dr. Christoph Weller findet am 16. Oktober 2014 um 19:00 Uhr im Raum „Stadtwerke“ im Kongress am Park statt

07.10.2014

Vortrag zum Semester-Start

Vortrag zum Semester-Start von Dr. Claudia Brunner (Uni Klagenfurt/ Wien): "Kassandras Dilemma, oder: Was kann die Friedens- und Konfliktforschung?" mit Empfang ab 18:00 Uhr in der alten Generatorenhalle (Wertachstr. 29a/ Senkelbach, 86153 Augsburg)

30.09.2014

Vierte Jahrestagung zum Augsburger Religionsfrieden

Vierte Jahrestagung zum Augsburger Religionsfrieden, mitveranstaltet vom Friedensbüro der Stadt Augsburg: Prof. Dr. Hinnerk Wißmann hält den Festvortrag zum Thema "Ein Staat, viele Religionen - Was kommt nach dem Staatskirchenrecht?" am 24. September 2014 um 19:30 Uhr im Augsburger Rathaus

02.09.2014

Augsburger Hohes Friedensfest 2014

„Was wird gut in Afghanistan?" Podiumsdiskussion zum Augsburger Hohen Friedensfest 2014 über die „friedensethischen Maßstäbe für Auslandseinsätze der Bundeswehr" am Donnerstag, 31. Juli 2014 um 19:00 Uhr im Annahof (Hollbau), Augsburg-Zentrum

25.07.2014

Neuerscheinung: Friedrich Plank: "Der Streit - Stütze der Gesellschaft"

Neuerscheinung: Friedrich Plank: „Der Streit – Stütze der Gesellschaft“, Beitrag zur Konfliktbearbeitung im Themenfeld der Energiewende im Geschäftskundenmagazin von erdgas schwaben

25.07.2014

ASKA Vortrag und Diskussion "Vergangene Utopien..."

Vergangene Utopien einer jüdisch-arabischen Gegenwart. Zur Geschichte der Israelischen Sozialistischen Organisation (Matzpen)

Seit den Anfängen des Palästinakonflikts hat es immer wieder Bemühungen gegeben, den kaum überwindbaren Gegensatz um Israel in Palästina
durch eine Perspektive der Gemeinsamkeit und der gegenseitigen Anerkennung von Juden und Arabern aufzuheben. Keine dieser Bestrebungen war
indes Aufsehen erregender und umstrittener, als die der Israelischen Sozialistischen Organisation, die seit dem Junikrieg des Jahres 1967 unter dem
Namen ihrer Zeitschrift Matzpen (Kompass) internationale Berühmtheit erlangte. Da stand die Gruppe mit ihrer Forderung nach einem unmittelbaren
israelischen Rückzug aus den jüngst besetzten Gebieten in Israel außerhalb des nationalen Konsens, um mit ihrer Hoffnung auf eine sozialistische
Revolution im Nahen Osten indes eine Heimat in der globalen neuen Linken zu finden. Es ist diese Geschichte von Matzpen, die 1962 als Abspaltung
von der Kommunistischen Partei Israels gegründet wurde und seit ihrem Bestehen eine Lösung des Palästinakonflikts und einer gemeinsamem
jüdischen-arabischen Zukunft im Nahen Osten zum Schwerunkt hatte, die im Zentrum des Vortrags stehen wird. Darüber hinaus wird der Blick zugleich
auf die Frage gerichtet, in wie fern diese vergangene Hoffnung ebenso von der vergangenen Utopie einer sozialistische Revolution zehrte, wie sich
zugleich die jüdische Erfahrung des „Zivilisationsbruchs“ Auschwitz außen vor hielt.
Im Anschluss an eine Darstellung der Entwicklung der Matzpen soll erörtert werden, wie die politische Entwicklung innerhalb der radikalen
Linken in Israel weiterging und welche Rolle die zentralen Konzepte der israelischen neuen Linken im Denken und Handeln gegenwärtiger
Aktivisten spielen. Den Vortrag hält Lutz Fiedler, freier Historiker
Wann? Donnerstag, 3. Juli 2014, 17:30 Uhr Wo? Raum 1018, Gebäude D, Phil.-Soz.

23.06.2014

Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien 2014

Verleihung des Augsburger Wissenschaftspreises für interkulturelle Studien 2014 am 24. Juni 2014 um 19:00 Uhr im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses

06.06.2014

Sechzehnte "Augsburger Rede..."

Sechzehnte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft", mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung: Prof. Dr. jur. Heribert Prantl spricht zum Thema "Willkommenskultur und Demokratie" am 14. Mai 2014, 19:30 Uhr, im Augsburger Rathaus

15.05.2014

Mietek Pemper Preis 2014

Verleihung des Mietek Pemper Preises der Universität Augsburg für Versöhnung und Völkerverständigung an Selline Korir am 3. April 2014 um 18:00 Uhr im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses. Die Laudatio auf die Preisträgerin hält Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung a. D. (Anmeldung zur Teilnahme ist erforderlich).

03.03.2014

Technik Macht Kriege

Technik - Macht - Kriege: Friedenspolitische Tagung in München, mitveranstaltet vom Alumniverein Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung Augsburg (ASKA) und vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, am Samstag, 25. Januar, 10:30 - 17 Uhr in der Evangelischen Stadtakademie München.

08.01.2014

Gewalt im Kontext

Vortrag von Prof. Dr. Gertrud Nunner-Winkler: "Gewalt im Kontext - Möglichkeiten ihrer Eingrenzung" im Rahmen der Zeugnisüberreichung an die Masterstudierenden mit anschließender AbsolventInnen-Feier am Samstag, 01. Februar 2014, 18:15 Uhr im Staatlichen Textil- und Industriemuseum, Augsburg

08.01.2014

Vortrag von Prof. Meier-Walser

Vortrag von Prof. Reinhard C. Meier-Walser: "Iran, Netahnjahu und die Angst vor der A-Bombe" am Dienstag, 14. Januar 2014, 18:30 Uhr, Raum 2126, Gebäude D

07.01.2014

Neuerscheinung: Christoph Weller

Andreas Jacobs / Christoph Weller: Ressourcenkonflikte, in: Armin Reller/ Luitgart Marschall/ Simon Meißner/ Claudia Schmidt (Hrsg.): Ressourcenstrategien. Eine Einführung in den nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2013, S. 65-76.

19.12.2013

Neuerscheinung: Andreas Bock

Andreas Bock: "Menschenrechte zwischen Relativismus und Willkür", in: Erwägen Wissen Ethik (EWE), Heft 2, 2013, S. 185 – 187

18.12.2013

Fünfzehnte "Augsburger Rede zu Vielfalt ...

Fünfzehnte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft", mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung: Dr. Mark Terkessidis, Journalist und Migrationsforscher, spricht zum Thema "Postmigrantische Urbanität - Perspektiven in Hoch- und Popkultur" am Mittwoch, 22. Januar 2014, 19:30 Uhr, im Kulturhaus Kresslesmühle, Barfüßerstraße 4

18.11.2013

Politische Psychologie der Konfliktforschung

"Politische Psychologie der Konfliktforschung: Mehrwert kognitionspsychologischer und psychoanalytischer Lesarten". Zu diesem Thema spricht Dr. Cornelia Frank, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich "Internationale Institutionen und Friedensprozesse" des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Frankfurt auf Einladung des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung und des ASKA am 19.11.2013, 15:45 Uhr, Raum 2056 (Gebäude D).

13.11.2013

Neuerscheinung Andreas Bock/ Ingo Henneberg

Andreas M. Bock/ Ingo Henneberg: "Why Balancing Fails. Theoretical reflections on Stephan M. Walt’s 'Balance of Threat' Theory", in: Arbeitspapiere zur Internationalen Politik und Außenpolitik, Nr. 2, Köln 2013

24.10.2013

8th Pan-European Conference on International Relations

Vom 18. -21. September 2013 waren Mitglieder des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg auf der 8th Pan-European Conference on International Relations in Warschau vertreten: - Richard Bösch sprach zum Thema "Regional organizations as new building blocks of peace? Inclusive conflict management in West Africa - Some theoretical considerations" und - Dr. Andreas Bock, Ingo Henneberg und Friedrich Plank stellten ihr Papier "Why Balancing Fails - Theoretical reflections on Stephan M. Walt´s ´Balance of Threat´ Theory" vor.

27.09.2013

Vierzehnte Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden ...

Vierzehnte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft", mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung: Prof. Dr. Dr. h. c. Aleida Assmann spricht zum Thema "Erinnern in der Migrationsgesellschaft" am Dienstag, 24.09.2013, 19:30 Uhr, im Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim), Provinostraße 46

23.09.2013

Multiperspektivische Erinnerungskultur

Tagung "Multiperspektivische Erinnerungskultur - Erinnern in Augsburg" am 24. und 25. September 2013

"Multiperspektivische Erinnerungskultur - Erinnern in Augsburg". Unter diesem Titel widmet sich die Tagung anlässlich des
Jahrestages des Augsburger Religionsfriedens dem Themenkomplex "Arbeitsmigration".
Der Lehrstuhl ist Mitveranstalter der von der Friedensstadt Augsburg initiierten Tagung, die unter der Schirmherrschaft der Universitätspräsidentin und des Oberbürgermeisters der Stadt Augsburg steht. Den eröffnenden Festvortrag hält Prof. Dr. Dr. h. c. Aleida Assmann (Universität Konstanz), in dem sie sich mit dem Verhältnis von Erinnerungskultur, politischer Bildung und Migration beschäftigen wird. Die Tagung findet am 24. und 25. September 2013 im Staatlichen
Textilmuseum (tim) in Augsburg statt.

28.08.2013

Neuerscheinung: Charlotte Rungius

Rungius, Charlotte (2013): Eine gleichgültige Gesellschaft? Obamas Kritik an einem selbstgefälligen Deutschland, Welttrends Online-Kommentar

20.08.2013

Neuerscheinungen: Ingo Henneberg

Ingo Henneberg (2013): Das politische System des Südsudans. In: Verfassung und Recht in Übersee. 2-2013. S. 174-196. Ingo Henneberg (2013): Frieden und Grenzen. Bericht zum 45. AFK-Jahreskolloquium "Frieden und Grenzen: Herausforderungen für die Friedens- und Konfliktforschung". In: Wissenschaft und Frieden. 3-2013. S. 46.

20.08.2013

Fit for Change

Fit for Change: Gesellschaftlicher Wandel besser verstehen und konstruktiv gestalten. Im Rahmen des neuen bayerischen Forschungsverbundes ForChange ist Prof. Dr. Christoph Weller und Charlotte Rungius mit einem Teilprojekt zum Thema "Reflexive Politikberatung" beteiligt.

20.08.2013

Neuerscheinung Zöhrer /Weller: "Internationale Politik" beobachten...

Michaela Zöhrer / Christoph Weller: "Internationale Politik" beobachten: Perspektiven einer empirischen Semantikanalyse politischer Kommunikation in der Weltgesellschaft in: Stephan Stetter (Hrsg.): Ordnung und Wandel in der Weltpolitik. Konturen einer Soziologie der Internationalen Beziehungen (Sonderband 28 des Leviathan, Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaft), Baden-Baden 2013, 226-246.

02.08.2013

Neuerscheinung: Weller 2013

Christoph Weller: Konflikte in der pluralisierten Gesellschaft. Oder: Integration durch Konfliktbearbeitung in: Michael Reder / Hanna Pfeifer / Mara-Daria Cojocaru (Hrsg.): Was hält Gesellschaften zusammen? Der gefährdete Umgang mit Pluralität, Stuttgart: Verlag W. Kohlhammer 2013, S. 47-53. Band 23 der Schriftenreihe „Globale Solidarität – Schritte zu einer neuen Weltkultur“ – Veröffentlichungen des Forschungs- und Studienprojekts der Rottendorf-Stiftung an der Hochschule für Philosophie, Philosophische Fakultät S.J., München, herausgegeben von Norbert Brieskorn, Georges Enderle, Franz Magnis-Suseno, Johannes Müller und Franz Nuscheler

29.07.2013

Call for Papers: Sammelband Iran (Bock /Henneberg)

In einem aktuellen Call for Papers laden Dr. Andreas Bock und Ingo Henneberg ein, Beiträge für ihren geplanten Sammelband zum Thema Strukturierter Konfliktanalysen am Beispiel Irans einzusenden (Deadline für Abstracts ist der 30. Oktober 2013).

26.07.2013

Neuerscheinung: Christoph Weller 2013

Christoph Weller: Sammelrezension von: - Masala, Carlo, Frank Sauer und Andreas Wilhelm (Hrsg.) unter Mitarbeit von Konstantinos Tsetsos. Handbuch der Internationalen Politik. Wiesbaden. VS Verlag für Sozialwissenschaften 2010 - Woyke, Wichard (Hrsg.). Handwörterbuch Internationale Politik. 12. Auflage. Opladen & Farmington Hills, Ml. Verlag Barbara Budrich 2011 in: Politische Vierteljahresschrift, 54. Jg., 2/2013, S. 392 - 395

03.07.2013

ASKA-Filmabend

ASKA-Filmabend am Mittwoch, den 26.06.2013, 19:00 Uhr, Raum 2107, (Gebäude D): "Living in Emergency. Mit Ärzte ohne Grenzen im Einsatz".

24.06.2013

FILL-Preisverleihung 2013

Verleihung des Augsburger Wissenschaftspreises für Interkulturelle Studien 2013 (FILL-Preis) am Donnerstag, 4. Juli 2013, 19:30 Uhr, im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses.

24.06.2013

Dreizehnte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden ..."

Dreizehnte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft", mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung: Brigitte Ederer, Personalvorstand Siemens AG, spricht zum Thema "Diversity Management in Global Playern" im Rahmen des "1. Deutschen Diversity Tags - Vielfalt unternehmen" am Dienstag, 11. Juni 2013, 19:30 Uhr im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses

23.05.2013

Neuerscheinung: Andreas Bock

Andreas Bock:"Quid pro Quo! Kampfdrohnen, gezielte Tötungen und das Dilemma der Reziprozität", in: Sicherheitspolitik-blog.de

03.04.2013

Zwölfte „Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden …“

Zwölfte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft", mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung: Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer, Leiter des Bielefelder Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, referiert zum Thema "Gesellschaftliche Entwicklung und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" am Dienstag, 07.05.2013, 19:30 Uhr, im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses

02.04.2013

Elfte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden ..."

Elfte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft", mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung: Prof. Dr. Ulrich Beck, Soziologe an der Ludwig-Maximilians-Universität München, spricht zum Thema "Leben in der kosmopolitischen Gesellschaft" am Mittwoch, 06.03.2013, 19:30 Uhr, im Augustanasaal, Annahof 4

19.02.2013

Neuerscheinung: Andreas Bock

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik (ZfAS) vergleicht Andreas Bock den aktuellen Streit um das iranische Atomprogramm mit der Kubakrise. Seine These ist, dass sich bei näherer Betrachtung eine Analogie zwischen der Iran- und der Kubakrise feststellen lässt. Andreas Bock: "Irans Sicherheit und die Atombombe. Über Rationalität und Wahrnehmung in der Nuklearkrise", in: ZfAS, 1/2013

17.01.2013

Interesse Macht Rüstung

"Interesse Macht Rüstung". Waffenexporte in Konfliktregionen sind Thema einer Friedenspolitischen Tagung in Kooperation mit dem ASKA, der Petra-Kelly-Stiftung und weiteren Münchner PartnerInnen am 19. Januar 2013, 11 - 17 Uhr in der Ev. Stadtakademie München

14.12.2012

Atomstreit in Nahost

Neuerscheinung: Bock, Andreas: "Atomstreit in Nahost: Rationalität des Irrationalen", in: ADLAS - Magazin für Außenund Sicherheitspolitik, 3/2012, 79 - 83

06.12.2012

ZIB-Leitartikel zur Entwicklung deutscher Außenpolitik erschienen

"ZIB-Leitartikel zur Entwicklung deutscher Außenpolitik erschienen" --> In der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift für Internationale Beziehungen stellt Ulrich Roos seine Theorie der Entwicklung deutscher Außenpolitik nach der Vereinigung zur Diskussion: Ulrich Roos "Deutsche Außenpolitik nach der Vereinigung. Zwischen ernüchtertem Idealismus und realpolitischem Weltordnungsstreben", in: Zeitschrift für Internationale Beziehungen, 2/2012, 7-40.

26.11.2012

Friedensstadtengagementnachhaltigkeitswachstum

"Friedensstadtengagementnachhaltigkeitswachstum" war der Titel des Festvortrags, den Prof. Christoph Weller zur Jubiläumsveranstaltung der Bürgerstiftung Augsburg am 19.10.2012 im Goldenen Saal des Rathauses der Stadt Augsburg hielt.

16.11.2012

Frieden als "gewollte Zukunft"

Frieden als "gewollte Zukunft". Zur Verschränkung von Friedens- und Zukunftsforschung in den 1950er und 1960er Jahren. Vortrag von Dr. Elke Seefried im Rahmen der Tagung des Arbeitskreises Theorie der AFK am 9. 11. 2012 im Hollsaal des Zeughauses Augsburg.

16.11.2012

Zehnte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden ..."

Zehnte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft", mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung: Willi Lemke, Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden, spricht zum Thema „Welchen Beitrag leistet Sport für den Frieden?“ am Mittwoch, 17.10.2012, 19:30 Uhr, im Zeughaus Augsburg.

05.10.2012

Festvortrag von Prof. Goetschel

Einladung an alle Studierenden, Lehrenden und FreundInnen des Masterstudiengangs "Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung" zur Semestereröffnung am 15.10.2012 ab 18:00 Uhr im Zeughaus mit Festvortrag (19:30 Uhr) von Prof. Dr. L. Goetschel: "Trägt Friedensforschung auch zum Frieden bei?"

28.09.2012

Neunte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden ..."

Neunte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft", mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung: Unter dem Titel "Integration in der Einwanderungsgesellschaft: Idee und Wirklichkeit" hält der renommierte Migrationsforscher Prof. Dr. Klaus J. Bade den Eröffnungsvortrag zur Tagung "Friedensstadt heute - Augsburg vor neuen Aufgaben" am 25.09., 19:30 Uhr im Annahof, Augustanasaal.

18.09.2012

AFK-Kolloquium "Widerstand - Gewalt - Umbruch"

Zur Eröffnung des AFK-Kolloquiums "Widerstand - Gewalt - Umbruch" leitete Prof. Christoph Weller das Panel mit Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirats der "Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung" (ZeFKo) "Zur Bedeutung von Gewalt und Gewaltlosigkeit beim Widerstand gegen herrschende Regime" am 22.03.2012

13.08.2012

Vortrag von Prof. Lothar Brock

"Schutzverantwortung versus Friedenspflicht" ist das Thema des Vortrags von Prof. Dr. Lothar Brock (HSFK, Frankfurt a. M.), den er am 20. Juli 2012 um 16 Uhr im Rahmen der 1. AbsolventInnenfeier des Masterstudiengangs Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung hält (Wissenschaftszentrum Umwelt, Raum 101)

13.07.2012

"Alle reden vom Frieden - wir nicht!"

„Alle reden vom Frieden - wir nicht!“ Unter diesem Motto steht das diesjährige Programm zum Augsburger Friedensfest, an dessen Modul "Frieden und Politik" sich der Lehrstuhl, der Masterstudiengang "Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung" und die AFK-Geschäftsstelle beteiligen, u. a. mit einer Podiumsdiskussion zur deutschen Rüstungsexportpolitik am 06.08.2012.

12.07.2012

Neuerscheinung: Bake, Julika

Neuerscheinung: Bake, Julika (mit Meyer, Berthold): The German Bundeswehr Soldier between Constitutional Settings and Current Tasks", in: Sabine Mannitz / Harald Müller (Hg.): The Image of the Democratic Soldier: Tensions Between the Organisation of Armed Forces and the Principles of Democracy in European Comparison. Routledge: London, 2012, 67- 84

05.07.2012

FILL-Preisverleihung 2012

Verleihung des Augsburger Wissenschaftspreises für Interkulturelle Studien 2012 (FILL-Preis) am Montag, 18. Juni, 19:00 Uhr, im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses

05.06.2012

Verleihung des Mietek-Pemper-Preises Im

Im Rahmen der Verleihung des Mietek-Pemper-Preises der Universität Augsburg für Versöhnung und Völkerverständigung an Nir Oren und Khaled Abu Awwad berichteten Wajeeh Tomeezi und Nir Oren am 21. 5. 2012 über die Arbeit des Parents Circle Families Forum in Israel und Palästina

24.05.2012

Heft 1 der ZeFKo erschienen!

Das Heft 1 der "Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung" (ZeFKo) ist erschienen! Die ZeFKo- Redaktion ist seit Herbst 2011 am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung angesiedelt und wird von Michaela Zöhrer betreut.

18.05.2012

Neuerscheinung: Bock, Andreas

Bock, Andreas: (Un-)Sicherheitsfaktor Atombombe. Eine Analyse der Krise um das iranische Nuklearprogramm (Friedrich-Ebert-Stiftung: Internationale Politikanalyse) April 2012.

24.04.2012

Tagung "Chamäleon Mensch?

Interesse an Klimawandel, Ressourcen und Konflikten? Noch bis zum 29.07. können sich Studierende für die Tagung "Chamäleon Mensch? Friedens- und Konfliktpotentiale im Umgang mit dem Klimawandel" vom 01. - 03.10.2012 anmelden und in Bad Boll mit namhaften Experten diskutieren.

05.04.2012

Zusammen mit dem Militär?

Vortrag von Dr. Klaus Konstantin von "Ärzte ohne Grenzen" zur Frage, wie humanitäre Hilfe in Bürgerkriegsgebieten abläuft und warum "Ärzte ohne Grenzen" trotz der Aufrufe zur Zusammenarbeit grundsätzlich nicht mit dem Militär kooperiert, am 23.04.2012, veranstaltet vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung und dem ASKA.

05.04.2012

Obama vor dem Ende?

"Obama vor dem Ende? Die USA vor den Präsidentschaftswahlen." Vortrag des USA-Experten Prof. Dr. Stephan Bierling (Universität Regensburg), veranstaltet vom ASKA am Mittwoch, 25. April 2012, 16:00 Uhr, Raum 2001 (Gebäude H, Jura).

23.03.2012

Achte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden ..."

Achte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft" mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung,: Armin Laschet: "Aufsteigerrepublik Deutschland - auf dem Weg zu religiöser und kultureller Vielfalt", am Mittwoch, 18. April 2012 im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses.

16.03.2012

2. Augsburger Mediationstag

Beim 2. Augsburger Mediationstag am 10. März 2012 hielt Prof. Christoph Weller einen Impulsvortrag mit dem Titel „Konfliktanalysen aus Sicht der Friedensforschung“

17.02.2012

Neuerscheinung: Roos, Ulrich

Franke, Ulrich/ Roos, Ulrich 2010: Globale Solidarität als nationales Interesse, in: Zamirirad, Azadeh (Hrsg.) 2011: Deutsche Interessen. Eine außenpolitische Debatte, WeltTrends Papiere 20, 30-33

09.01.2012

Universität Augsburg in einer Friedensstadt

"Universität Augsburg- Universität in einer Friedensstadt": Festvortrag von Prof. Christoph Weller anlässlich der DAAD-Preisverleihung und Ehrung ausländischer Absolventinnen und Absolventen der Universität Augsburg am 24. November 2011

21.12.2011

Aus dem Frieden in Konflikte - oder umgekehrt? "

"Aus dem Frieden in Konflikte - oder umgekehrt?" Ansprache von Prof. Christoph Weller im ökumenischen Hochschulgottesdienst am 3. Advent

21.12.2011

Ein Abend, ein Konflikt

Ein Abend, ein Konflikt: "Israel und Palästina", Vortrag von Prof. Dr. Stephan Stetter (Universität der Bundeswehr München) am 14.12.2011 auf Einladung des ASKA

21.12.2011

Die siebte Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden ...

Die siebte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft" mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung, hält am Mittwoch, 25. 1. 2012, 19:30 Uhr, im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses, Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio zum Thema "Neutralität und Laizität: Wie hält es der Staat mit der Religion?„

21.12.2011

Macht - Arabien - Demokratie?

Macht - Arabien - Demokratie? Wandlungsprozesse in Syrien und Ägypten. Tagung am 27./ 28.1.2012 bei der Petra-Kelly-Stiftung in München in Zusammenarbeit u. a. mit dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung und dem Alumniverein ASKA

21.12.2011

Neuerscheinung: Weller, Christoph

Weller, Christoph / Bösch, Richard: Globalisierung und transnationale Konflikte: Frieden aus einer Global- Governance-Perspektive. – In: Online Akademie der Friedrich-Ebert-Stiftung (Hrsg.): Globalisierung, 2011.

16.11.2011

Der Augsburger Religionsfrieden und die aktuellen Herausforderungen

Der Augsburger Religionsfrieden und die aktuellen Herausforderungen: Symposium am 26.09.2011, u. a. mit einem Vortrag von Prof. Dr. Friedrich Graf: Die Kunst der Unterscheidung

10.10.2011

Streitschlichter treffen Schiedsrichter

Streitschlichter treffen Schiedsrichter. Für den 14. Juli lud Prof. Christoph Weller über 200 junge Streitschlichter aus Grund-, Haupt- und Mittelschulen der Region Augsburg an die Universität ein, um gemeinsam mit drei sehr erfahrenen Schiedsrichtern Fragen konstruktiver Konfliktbearbeitung mit den Streitschlichtern zu besprechen.

19.07.2011

Vierte Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden

Die vierte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft", mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung, hält am Mittwoch, den 20. 7. 2011, 19.30 Uhr, im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses Schriftsteller Ilija Trojanow zum Thema "Querfeldein - Berichte von interreligiösen Wanderungen".

06.07.2011

Menschenrechte-Veranstaltung

Menschenrechte - zwischen Recht auf Urlaub und Recht auf Leben. Podiumsdiskussion mit Prof. Marcus Llanque (Politische Theorie), Prof. Christoph Vedder (Völkerrecht), moderiert von Prof. Christoph Weller am Montag, 4. Juli 2011, 19:15 Uhr, Raum D-2106; veranstaltet vom Alumniverein Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung Augsburg (ASKA) u.a.

28.06.2011

Verleihung des Augsburger Wissenschaftspreises

Verleihung des Augsburger Wissenschaftspreises für Interkulturelle Studien 2011 am Dienstag, 7. Juni, 19:00 Uhr, im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses.

31.05.2011

Dritte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft"

Die dritte "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft", mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung, hält am Mittwoch, den 01.06.2011, 19.30 Uhr, im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses Prof. Dr. Gesine Schwan zum Thema "Vielfalt in der Demokratie - Herausforderungen und Chancen“

26.05.2011

Zweite "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden ..."

Die zweite "Augsburger Rede zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft", mitveranstaltet vom Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung, hielt am 16.03.2011 im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses Prof. Dr. Rita Süssmuth zum Thema "Ist unsere Gesellschaft den Herausforderungen von Migration und Integration gewachsen?"

18.02.2011

Afghanistan - Perspektiven auf ein Land im Konflikt

Afghanistan - Perspektiven auf ein Land im Konflikt. Von Wissenschaft bis Praxis: Tagung zu aktuellen Problemfeldern am Hindukusch am 12. und 13. Januar 2011, veranstaltet von den Studierenden des Master- Studiengangs "Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung" und mit freundlicher Unterstützung durch die Petra Kelly Stiftung.

15.12.2010

Botschafter Wolfgang Ischinger kommt zum Gastvortrag

Botschafter Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, kommt an die Universität Augsburg zum Gastvortrag am Dienstag, 16. November 2010 um 18 Uhr: "Die NATO und die künftige Sicherheitsordnung in Europa", Hörsaal 1010 der Juristischen Fakultät, Gebäude H.

15.11.2010

Neuerscheinung: Ulrich Franke /Ulrich Roos

Ulrich Franke und Ulrich Roos: Actor, structure, process: transcending the state personhood debate by means of a pragmatist ontological model for International Relations theory, in: Review of International Studies (2010), 36: 1057-1077, Cambridge University Press

Die sog. State-Personhood-Debate zwischen Alexander Wendt, Colin Wight, Iver Neumann und anderen berührt
die Fragen, welche Eigenschaften wir Staaten unter den gegenwärtigen weltpolitischen Bedingungen
zuschreiben können, welcher Zusammenhang zwischen Person-Sein- und Akteur-Sein besteht und wie das
Verhältnis von Akteuren und Strukturen in der Weltpolitik zu konzipieren ist. Ulrich Franke und Ulrich Roos
formulieren in ihrem jüngst erschienen Beitrag ein vom klassischen amerikanischen Pragmatismus beeinflusstes,
ontologisches Modell als eine mögliche Antwort auf diese offene Fragen.

15.11.2010

Vortrag von Botschafter Wolfgang Ischinger

Nach dem Vortrag von Winfried Nachtwei zur Eröffnung des Augsburger Master-Studiengangs „Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung“ am 18.Oktober 2010 freut sich der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg, seine Vortragsreihe zu Fragen der Friedens- und Konfliktforschung am 16. November mit dem Vortrag von Botschafter Wolfgang Ischinger fortsetzen zu können. Er spricht zum Thema „Die NATO und die künftige Sicherheitsordnung in Europa“. Der Vortrag findet um 18:00 Uhr im Hörsaal 1010 der Juristischen Fakultät (Gebäude H), Universitätsstraße 24, 86159 Augsburg statt.

10.11.2010

Neuerscheinung Backe

Bake, Julika (2010): Das Bild vom demokratischen Soldaten: Erste Ergebnisse der empirischen Fallstudie zur Bundeswehr. In: Dörfler-Dierken, Angelika / Kümmel, Gerhard (Hrsg.): Identität, Selbstverständnis, Berufsbild. Implikationen einer neuen Einsatzrealität für die Bundeswehr. VS-Verlag, Wiesbaden, S. 129-136.

23.09.2010

Eröffnung der AFK-Geschäftsstelle in Augsburg

Die Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) hat ihre Geschäftsstelle in Augsburg offiziell eröffnet. Sie konnte durch die finanzielle Unterstützung der Friedensstadt Augsburg und der Universität Augsburg im Frühjahr diesen Jahres eingerichtet werden und ist am Lehrstuhl von Prof. Christoph Weller an der Universität Augsburg angesiedelt.

Geleitet wird die AFK-Geschäftsstelle von Dipl.-Pol. Pia Popal, der neuen Geschäftsführerin der AFK. Mit viel
Prominenz und Glückwünschen von verschiedensten Seiten wurde die AFK-Geschäftsstelle nun am 15. Juli offiziell eröffnet und zugleich die neue AFK-Homepage
(www.afk-web.de) vorgestellt. Als Zweiter Vorsitzender der AFK schilderte Christoph Weller einleitend den Weg der AFK nach Augsburg, ehe der Augsburger
Bürgermeister Peter Grab und der Friedensbeauftragte des Präsidenten der Uni Augsburg, Prof. Dr. Ulrich Eckern, ihre Grußworte und guten Wünsche
überbrachten. Außerdem gratulierten die Augsburger Bundestagsabgeordneten Dr. Christian Ruck (CSU) und Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) der AFK zu
ihrer neuen Geschäftsstelle sowie Vertreterinnen und Vertreter von Initiativen, Kirchen und Parteien:

  • Dr. Dr. Anton Losinger Weihbischof, Bistum Augsburg
  • Dr. Peter Lindner, Vorsitzender des Forums für interkulturelles Leben und Lernen (FILL) e.V., Augsburg
  • Volker Haug, Dekan, Evangelisch-Lutherisches Dekanat Augsburg
  • Hans-Joachim Ruile, Leiter der interkulturellen Akademie Augsburg
  • Dr. Henry Brandt, Rabbiner, Israelitische Kultusgemeinde Schwaben und Augsburg
  • Christine Kamm, Mitglied des bayerischen Landtags, Bündnis 90/Die Grünen
  • Ulrike Bahr, Stellvertretende Vorsitzende der Augsburger Stadtratsfraktion, SPD
  • Prof. Dr. Bernd Oberdorfer, Dekan der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät, Universität Augsburg
  • Prof. Dr. Michael Brzoska, Vorsitzender der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF), Osnabrück
  • Dr. Regine Mehl, Erste Vorsitzende der AFK, Bonn
  • Gisela Burkhart, Vorsitzende der Studiengesellschaft für Friedensforschung e. V., München
  • Conrad Robert Tribble, Generalkonsul des US Konsulats in München
27.07.2010
Bild zu Berlin-Exkursion des Masterstudiengangs zum Thema Krisenprävention und Afghanistan

Berlin-Exkursion des Masterstudiengangs zum Thema Krisenprävention und Afghanistan

Friedens- und sicherheitspolitische Fahrt nach Berlin

Neue Wege der Kooperation gehen der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg und die
Augsburger Bundestagsabgeordnete Claudia Roth von Bündnis 90/ Die Grünen: Im Rahmen einer politischen Bildungs- und Informationsfahrt
nach Berlin stand der Schwerpunkt Friedens- und Sicherheitspolitik auf dem Programm. Neben Master-Studierenden der Konfliktforschung
und dem Lehrstuhl-Team von Prof. Dr. Christoph Weller haben Menschen aus vielen Bereichen der Stadtgesellschaft teilgenommen,
angefangen vom Bürgerzentrum, über das Projekt "Change in", dem Bündnis für Augsburg, Amnesty International und Pax Christi.
"Das Besondere an dieser Fahrt war, dass wir Studierenden und ehrenamtliche Aktive aus der Friedensstadt Augsburg zusammen nach Berlin
eingeladen haben." sagt Claudia Roth, zum Konzept der Fahrt. Der gegenseitige Austausch und das Kennen lernen sollen nach der Fahrt
positive Aspekte für die Friedensarbeit in Augsburg, aber auch für die Arbeit der Studierenden an der Universität haben. "Für unsere
Studierenden bietet diese Fahrt eine gute Gelegenheit, ihre Kenntnisse und Fragen aus dem Studium direkt mit den Gesprächspartnern in
verschiedenen Einrichtungen wie Bundesministerien, Bundeswehr und Zentrum für Friedenseinsätze auszutauschen." freute sich Prof. Dr.
Christoph Weller über die Zusammenarbeit.
Ein besonders auf Friedens- und Sicherheitspolitik fokussiertes Programm wurde speziell für diese Fahrt zusammengestellt. Dazu gehörte
ein Besuch im Einsatzführungskommando der Bundeswehr, in dem die Auslandseinsätze koordiniert und geleitet werden. Am folgenden Tag
ging es weiter mit einem Gespräch im Auswärtigen Amt mit dem dortigen Leiter des Referats für zivile Krisenprävention. Dieser Schwerpunkt
wurde auch im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung aufgegriffen, als die Leiterin des Fachreferats für
Friedensentwicklung und Krisenprävention die Augsburger Gruppe empfing.
Konkret über Friedensarbeit in Afghanistan wurde bei einem Besuch im Zentrum für Internationale Friedenseinsätze diskutiert, dort wartete
mit der Direktorin Dr. Almut Wieland-Karimi eine Expertin die viele Jahre vor Ort in Afghanistan gearbeitet hat, auf die Gruppe. Bei einer
Diskussion mit Claudia Roth und einem Gespräch in der Parteizentrale wurden auch die Grünen Anforderungen und Positionen zur
Friedens- und Sicherheitspolitik diskutiert.
Damit das kulturelle Berlin nicht zu kurz kommt, stand ein Theaterabend im Berliner Ensemble, der ehemaligen Wirkungsstätte Bertolt
Brechts am Berliner Schiffbauerdamm an, sowie eine Stadtrundfahrt vorbei an den politischen und geschichtlichen Stätten Berlins.

13.07.2010

Neuerscheinungen

Im Rahmen des Streitplatzes der Zeitschrift WeltTrends zur Zukunft deutscher Außenpolitik ist jüngst der folgende Beitrag erschienen: Franke, Ulrich/ Roos, Ulrich 2010: Globale Solidarität als nationales Interesse, in: WeltTrends Nr. 73, Juli/August 2010, 105-108.

Roos, Ulrich: Deutsche Außenpolitik. Eine Rekonstruktion der grundlegenden Handlungsregeln, Wiesbaden 2010: VS Verlag
In diesem Buch veröffentlicht Ulrich Roos die Ergebnisse seines Dissertationsprojekts zur Entwicklung deutscher Außenpolitik nach der
Vereinigung. Dabei ruht der Fokus auf den Kontinuitäten und Brüchen im Welt- und Selbstbild deutscher Außenpolitik sowie in der
Entwicklung der deutschen Europa- und Weltordnungspolitik.
Franke, Ulrich / Roos, Ulrich: Rekonstruktionslogische Forschungsansätze, in: Masala, Carlo et al. (Hrsg.), Handbuch der Internationalen
Politik, Wiesbaden 2010, VS Verlag, 285-303.
In ihrem Beitrag stellen Ulrich Franke und Ulrich Roos das Potential rekonstruktionslogischer Forschungsansätze für die Internationalen
Beziehungen dar.
So heißt es im Vorwort der Herausgeber: „Auch der Abschnitt „Zugriffe und Methoden“ trägt der gesamten Bandbreite der Forschung in den
IB Rechnung. So umfasst er klassische quantitative und qualitative ebenso wie neuere Ansätze, die in Abgrenzung zu der für die Disziplin
lange typischen Subsumtionslogik stärker rekonstruktionslogische Methoden ins Feld führen. Mit dem vorliegenden Band werden diese
ebenfalls erstmalig in einer deutschen Überblicksdarstellung der IB berücksichtigt“ (Masala et al. 2010: 10).

23.06.2010

Workshop "Der Fluch der Gemeingüter"

Der Fluch der Gemeingüter. Rohstoffpolitik im Zeitalter der Globalisierung. Unter diesem Titel bietet das Netzwerk teamGLOBAL der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, am 26. Juni 2010 einen Workshop an. Alles Wissenswerte dazu erfahren Sie hier.

16.06.2010

Neues Forschungsprojekt zur Konfliktbearbeitung in Familienunternehmen

In diesem interdisziplinären Projekt werden große Familienunternehmen hinsichtlich ihrer Institutionen und individuellen Kompetenzen von Anteilseignern zur konstruktiven Konfliktbearbeitung untersucht. Nach der konzeptionellen Arbeit und ausgewählten empirischen Analysen werden Werkzeuge für die Praxis entwickelt. Die finanzielle Förderung des zweijährigen Projekts erfolgt durch die EQUA-Stiftung. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, Familienunternehmen durch Qualifizierung der Anteilseigner zu unterstützen, indem sie wissenschaftliche Arbeiten fördert und daraus resultierende Erkenntnisse in die Praxis transferiert. Bearbeitet wird das Projekt am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung durch Dipl.-Kaufmann Bernhard Ludwig. Die wissenschaftliche Betreuung haben der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Bernd Wagner (Vorstand Wissenschaftszentrum Umwelt - WZU der Universität Augsburg) und Prof. Dr. Christoph Weller übernommen.

15.04.2010

Neuerscheinung: Frank A. Stengel / Christoph Weller

Neuerscheinung: Frank A.Stengel / Christoph Weller: Action Plan or Faction Plan? Germany's Eclectic Approach to Conflict Resolution, in: International Peacekeeping 17 (2010): 1, 93-107.

13.04.2010

Viele Religionen - eine Gesellschaft

"Viele Religionen - eine Gesellschaft. Recht und Kultur in der multireligiösen Zivilgesellschaft". Zu diesem Thema spricht Frau Prof. Dr. Jutta Limbach am Mittwoch, den 17.03.2010 um 19:30 Uhr im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses.

04.03.2010

Prof. Dr. C. Weller in AFK-Vorstand gewählt

Bei ihrer Mitgliederversammlung am 27.02.2010 in Hamburg hat die Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) Prof. C. Weller zu ihrem Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Neue Vorsitzende der AFK, deren Geschäftsstelle nun an der Universität Augsburg angesiedelt wird, ist Dr. Regine Mehl.

02.03.2010

Afghanistan-Veranstaltung in Augsburg mit Prof. Dr. C. Weller

"Frieden riskieren - das deutsche Engagement in Afghanistan" - unter diesem Titel beteiligt sich Prof. Weller an einem Podiums- und Publikumsgespräch mit MdB Dr. Christian Ruck und Monsignore Michael Weihmeyer vom Bistum Augsburg am Montag, 8. 3. 2010 um 20:15 Uhr im Roncalli-Haus in Augsburg- Göggingen, Klausenberg 7.

02.03.2010

Besuch des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestags

Am 04.02.2010 besuchte der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Reinhold Robbe, unseren Lehrstuhl.

11.02.2010

AFK-Geschäftsstelle kommt an die Universität Augsburg

Mit einer feierlichen Vertragsunterzeichnung im Fürstenzimmer des Augsburger Rathauses haben am 21. Januar 2010 die Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK), die Universität Augsburg und die Stadt Augsburg die Ansiedlung der AFK-Geschäftsstelle an der Universität Augsburg beschlossen. Kultur-Bürgermeister Peter Grab, Vizepräsident Prof. Dr. Alois Loidl und die AFK-Vorsitzende Dr. Barbara Müller unterzeichneten die von Prof. Christoph Weller in Kooperation mit dem Leiter des städtischen Projektbüros „Frieden und Interkultur“, Timo Köster, initiierte Vereinbarung. In seiner Rede zur Vertragsunterzeichnung verdeutlichte Weller die symbolische Dimension der institutionellen Verankerung der Friedens- und Konfliktforschung an der Universität der Friedensstadt Augsburg.

22.01.2010

Tagungsbericht "Lehre vernetzen"

Vom 13. bis 15.11.2009 fand in Augsburg die gemeinsam vom Arbeitskreis Curriculum der AFK und vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, organisierte Tagung "Lehre vernetzen - Curricula und Didaktik in der Friedens- und Konfliktforschung" statt.

26.11.2009

Master-Studiengang "Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung"

Der neue Master-Studiengang "Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung" ist mit knapp 20 Studierenden, die von 14 verschiedenen Universitäten kommen, in sein erstes Semester gestartet.

16.10.2009

Neuerscheinungen

Bock, Andreas: "'Some Animals are more equal than others': Why Iran has a right to nuclear weapons". In: Atlantic-Community.org, 12. Oktober 2009 Bock, Andreas: Terrorismus, Paderborn: UTB 2009. Bock, Andreas: Winning the War on Terrorism, in: Atlantic-Community.org, 23. Juni 2009. Weller, Christoph: Feindbilder - zwischen politischen Absichten und wissenschaftlichen Einsichten. In: Neue Politische Literatur 54 (2009): 1, 87-103.

14.10.2009

Deutsche Stiftung Friedensforschung (DSF) fördert Tagungsprojekt des Lehrstuhls

Die vom gesamten Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung konzipierte und von der Deutschen Stiftung Friedensforschung unterstützte Tagung widmet sich der bundesweiten Vernetzung der Lehrenden in der Friedens- und Konfliktforschung.

06.10.2009

Frieden im Hörsaal

Frieden im Hörsaal. Bericht der Süddeutschen Zeitung über die Friedens- und Konfliktforschung in der Friedensstadt Augsburg vom 22. Juli 2009.

22.07.2009

Interview der AZ mit Prof. Weller

In der Friedensstadt Augsburg Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung studieren - Interview der Augsburger Allgemeinen mit Prof. Weller

09.07.2009
Bild zu Neuerscheinung: Maximilian Opitz

Neuerscheinung: Maximilian Opitz

Maximilian Opitz: Der Kaukasus zwischen Minderheiten- und Machtpolitik. In: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), 13/2009, S. 25 - 31.

24.04.2009
Bild zu Drittmittel bewilligt für Beratungsprojekt in Uganda und Kambodscha

Drittmittel bewilligt für Beratungsprojekt in Uganda und Kambodscha

Ab April 2009 ist am Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung (Prof. Dr. Christoph Weller) ein Beratungsprojekt zum Thema Transitional Justice angesiedelt.

Mit diesem Projekt werden Advocacy-NGOs in ihrer Arbeit zur Förderung von
Opferbeteiligung an internationalen Strafrechtsprozessen unterstützt. Im Mittelpunkt stehen die aktuellen gesellschaftlichen und
strafrechtlichen Entwicklungen in den Partnerländern Kambodscha und Uganda. Sowohl an den Extraordinary Chambers in the Courts of
Cambodia (ECCC), wo derzeit die Verbrechen der Roten Khmer verhandelt werden, als auch am Internationalen Strafgerichtshof (ICC)
wurden formale Mechanismen der Opferbeteiligung eingerichtet. So sieht das Römische Statut explizit vor, dass Opfer gehört werden und ggf.
sogar unabhängig von strafrechtlichen Verfahren Reparationszahlungen empfangen können. Dies betrifft auch die bevorstehenden ICCProzesse
in Uganda. Es gibt demnach zwei Regionen und zwei internationale Tribunale mit einem vergleichbaren Beteiligungspotential.
Gefördert von Auswärtigem Amt und unterstützt vom Programm „zivik“ bringt das Beratungsprojekt zivilgesellschaftliche Akteure aus beiden
Ländern, Vertreter internationaler Gerichte, Mitarbeiter von Entwicklungsorganisationen und Wissenschaftler zusammen. Ziel ist es, die
Möglichkeiten und Grenzen von Opferbeteiligung in Transitional-Justice-Prozessen zu diskutieren und ihren Beitrag zur Stärkung ziviler
Konfliktbearbeitung und nachhaltigen Friedens mit Bezug zu den jeweiligen lokalen Gegebenheiten zu reflektieren.
Das Programm „zivik“ fördert internationale Friedensprojekte in Krisenregionen und berät Nichtregierungsorganisationen sowie das Auswärtige Amt auf diesem Gebiet. Mit dem
Programm wird nicht nur zivile Konfliktbearbeitung gefördert, sondern auch ein Beitrag zur Vernetzung staatlicher und nichtstaatlicher Akteure initiiert. Inhaltliche Schwerpunkte
reichen von der Ausbildung in gewaltfreier Konfliktbearbeitung, Unterstützung vertrauensbildender Maßnahmen zwischen Konfliktparteien bis zur Traumabearbeitung und
Reintegration von Ex-Kombattanten.

24.04.2009
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Neuerscheinung: Christoph Weller

Neuerscheinung: Christoph Weller: Zivile Konfliktbearbeitung, in: Mir A. Ferdowsi (Hrsg.): Internationale Politik als Überlebensstrategie, München: Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit 2009, 275-296.

16.03.2009
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Friedenslehrstuhl für Augsburg

"Friedenslehrstuhl für Augsburg" berichtet am 7. 1. 2009 die Augsburger Stadtzeitung und betont: "Der Lehrstuhl ist einzigartig in Bayern."

08.01.2009
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Neuerscheinung: Julika Bake

Julika Bake, Simon Runkel, and Rob Scheid: Socio-Economic Aspects of Peacebuilding – Corruption, Informal Labor and Brain Drain in Bosnia and Herzegovina (CCS Working Paper No. 8). Marburg: Zentrum für Konfliktforschung, 2008. Anhand der Beispiele Korruption, informelle Arbeit und Arbeitsmigration diskutieren die Autoren und die Autorin den Einfluss wirtschaftlicher Phänomene auf den Friedens- und Demokratisierungsprozess.

22.12.2008
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"Sein Lehrstuhl forscht, wie Frieden entsteht"

„Sein Lehrstuhl forscht, wie Frieden entsteht“, so titelt die Augsburger Allgemeine am 18.11.2008 auf der Campus-Seite und Alois Knoller kommentiert „Augsburger Traum erfüllt“.

27.11.2008
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Aktuelle Analyse zur Krisenprävention der Bundesregierung erschienen

Gemeinsam mit Frank A. Stengel (Universität Bremen) hat Christoph Weller eine Analyse der aktuellen Krisenpräventionspolitik der Bundesregierung erstellt. Die 6-seitige Studie ist erschienen als Focus Global 11/2008 des German Institute of Global and Area Studies/Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien in Hamburg.

07.11.2008
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Drittmittel bewilligt für Projekt zu Transitional Justice

Mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes und des Programms zivik (zivile Konfliktbearbeitung) des Instituts für Auslandsbeziehungen e. V. (ifa) beginnt am Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung (Prof. Dr. Christoph Weller) Ende Oktober ein Projekt zum Transitional-Justice-Prozess in Kambodscha.

Im
Mittelpunkt stehen Fragen der Opferbeteiligung an strafrechtlichen Prozessen. Hierzu wird im Dezember 2008 ein Workshop
in Phnom Penh, Kambodscha stattfinden, der verschiedene Akteure im Bereich der Opferarbeit an den Extraordinary
Chambers in the Courts of Cambodia zusammenbringt. Ziel des Workshops ist es, Austausch- und
Vernetzungsmöglichkeiten für die Nichtregierungsorganisationen in diesem Feld zu schaffen sowie die Bedingungen
erfolgreicher Vergangenheitsbearbeitung gemeinsam zu reflektieren und zu diskutieren.
Das Programm „zivik“ fördert internationale Friedensprojekte in Krisenregionen und berät Nichtregierungsorganisationen
sowie das Auswärtige Amt auf diesem Gebiet. Mit dem Programm wird nicht nur zivile Konfliktbearbeitung gefördert, sondern
auch ein Beitrag zur Vernetzung staatlicher und nichtstaatlicher Akteure initiiert. Inhaltliche Schwerpunkte reichen von der
Ausbildung in gewaltfreier Konfliktbearbeitung, Unterstützung vertrauensbildender Maßnahmen zwischen Konfliktparteien bis
zur Traumabearbeitung und Reintegration von Ex-Kombattanten.

30.10.2008
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Prof. Dr. Christoph Weller hat Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Friedensund Konfliktforschung übernommen

Prof. Dr. Christoph Weller, Professor für Friedens- und Konfliktforschung am Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg hat den Ruf an die Universität Augsburg angenommen und zum 1. September 2008 den neu eingerichteten Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung übernommen.

07.10.2008